Newsletter „DER WEG“ 10/01-3    Januar 2010

Neubearbeitung: 6.4.11

 

 

10.1.3  Lehrer der guten Botschaft:  Der 3.Brief des Johannes (98 u.Z.)

 

   Der 3.Brief des Johannes ist der kürzeste der Briefe und überhaupt der Bibelbücher und er muss im Zusammenhang mit dem 1. und dem 2.Brief gesehen werden. Nur so ergibt er Sinn und erklärt gewisse gewichtige Umstände in jener Versammlung des Ältesten Gajus, von bestimmten gravierenden Problemen, welche Besucher aus jener Versammlung dem Johannes berichtet hatten! Sein eigener Besuch dort ist bereits beschlossene Sache, wie er es im 2. Brief an „die auserwählte edle Frau“ und im 3.Brief an Gajus erneut ankündigt. 

 

   Ein gewisser Demetrius ist der Überbringer der drei Briefe, die voraussichtlich nach der Versammlung Korinth gingen. Die zwei Briefe des Paulus zeigen bereits, dass jene Versammlung nicht zur Ruhe kam und der Feind im Inneren den Samen des Unkrauts gestreut hatte! Einerseits wird der Hauptschuldige, Diotrephes mit Namen genannt und andererseits auch sein Verhalten und seine falschen Lehren aufgedeckt. Deutlich steht dieses Verhalten im Zusammenhang mit geistigem Betrug und darin. Dass er sich gegen Jesus und gegen die Lehren der Apostel wendet und Johannes ihn als „Antichristen“ identifiziert. Ursache davon ist einerseits ein Denken mehr zu sein als andere und andererseits Respektlosigkeit gegenüber den Aposteln und deren waren Abgesandten, welche zuvor schon die Versammlung besuchten. Die Apostel aber waren von Jesus eingesetzt und Johannes stellte damals die wahre „obrigkeitliche Gewalt“ dar, die Jesus damit beauftragt hatte den gesamten geistigen Tempel auszumessen. Dies hatte die Bedeutung alles, was nicht gerade und nicht senkrecht war, was zu kurz oder zu lange ist aufzuzeigen, um es zu korrigieren oder  niederzureissen und neu auszurichten!

 

   Aufgrund der Angaben in den drei Briefen können die realen Probleme und Personen identifiziert werden! Gajus erweist sich als den Aposteln und dem Christus getreu, mit hohem Grad an Gastfreundschaft, während sein Gegenspieler Diotrephes versucht die Versammlung unter seine Kontrolle zu bringen. Dieser beabsichtigte gar die gerecht Handelnden aus der Versammlung zu werfen. Johannes stärkt alle die das Gute suchen und es tun und kündigt sein Kommen an. Die Naherwartung auf das Wiederkommen Jesu im Fleische soll bei allen gestärkt werden, die um das Kommen des Königreiches Gottes in ihrem Herzen bitten!

 

Inhaltsverzeichnis des Studienartikels

 

1.3      Der 3.Brief des Johannes. 2

1.3.1              Den 3.Brief des Johannes im Umfeld korrekt einordnen. 2

1.3.1.1        Gründe für das Schreiben des 3.Briefes des Johannes. 2

Die Organisationsform des „Staatswesen Israels“ zu kennen ist Voraussetzung zum Verständnis. 2

Johannes wird über gewisse unhaltbare Zustände persönlich informiert 2

Jeder Kontakt mit verurteilten „Betrügern und Antichristen“ ist zu meiden! 3

Gottes Gericht an den Respektlosen, die sein GESETZ missachten und respektlos mit der „obrigkeitlichen Gewalt“ verfahren. 4

Wer ist Gajus, der den Brief erhält?. 5

Welche Versammlung betrafen die drei Schreiben in erster Instanz?. 6

1.3.1.2        Der Inhalt des 3. Briefes des Johannes. 6

1.3.2              Der 3.Brief:  Aufforderung an den getreuen Gajus zu handeln, um die Versammlung rein zu erhalten. 6

1.3.2.1        3.Joh 1:1-8: Gajus als Muster an Gastfreundschaft hervorgehoben. 7

3.Joh 1-4:  Johannes bestätigt seine Liebe zu Gajus und ist um sein Wohlergehen besorgt. Einige blieben bisher der Wahrheit treu! 7

3.Joh 5-8:  Ein hoher Grad an Gastfreundschaft von Christen untereinander wird erwartet und zeigt unsere wirkliche Mitarbeit! 7

1.3.2.2        3.Joh 1:9-12:  Der Stier muss bei den Hörnern gepackt werden, so fordert Johannes die Vorsteher heraus. 7

3.Joh 9-10:  Der respektlose und vor Stolz aufgeblasene Diotrephes. 8

Respekt vor der wahren „obrigkeitlichen Gewalt“ zeigen. 9

Wehe denen, die ihre Mitsklaven schlagen, obwohl jene gerecht handeln. 10

3.Joh 11-12:  Wer gutes tut stammt von Gott, wer Böses treibt hat Gott nicht gesehen! 11

Welcher „obrigkeitlichen Gewalt“ widersetzt sich Diotrephes und welche muss ihn richten?. 12

Welches Schwert der „obrigkeitlichen Gewalt“ muss ein Christ wirklich fürchten lernen?. 12

Jeder der als „Betrüger und Antichrist“ Jesus als König und sein Wiederkommen als Mensch ablehnt wird verurteilt! 14

Johannes redet jedem christlichen Vorsteher ins Herz den endzeitlichen „Betrügern und Antichristen“ mutig zu widerstehen. 15

Die Ehebrecherinnen dieses Systems erwählen sich ihre eigene „obrigkeitlich Gewalt“! 15

1.3.2.3        3.Jo 1:13-14:  Der Besuch des Johannes bei Gajus angekündigt 16

3.Joh 13-14a:  Johannes will die übrigen Dinge von Angesicht zu Angesicht mit Gajus besprechen. 16

2.Joh 14b:  Die Freunde, die mit daran arbeiten das Gute zu wirken kennen sich mit Namen! 17

1.3.3              Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse aus dem 3.Brief des Johannes. 17

 

  

1.3              Der 3.Brief des Johannes

 

1.3.1          Den 3.Brief des Johannes im Umfeld korrekt einordnen

 

1.3.1.1        Gründe für das Schreiben des 3.Briefes des Johannes

 

Die Organisationsform des „Staatswesen Israels“ zu kennen ist Voraussetzung zum Verständnis

In jener Versammlung, an welche der 1.Brief gerichtet war gab es offensichtlich mehr als einen Ältesten. Dies zeigt auch der 2.Brief, der aufgrund der Anrede „die auserwählte edle Frau“ sich vorab an Ebioniten, beschnittene Juden richtete, die weiterhin in vielen Versammlungen aufgrund ihrer Ausbildung seit der Jugend im GESETZ und den PROPHETEN einen gewissen Wissensvorsprung hatten und die Organisationsform des jüdischen Staatswesen aus der Synagoge und von Jerusalem her kannten, wo einige bestimmt mehrfach schon hin zu den Festen gegangen waren. Im Brief an die Epheser zeigt Paulus, dass das „Königreich des Sohnes der Liebe“ ein in sich selbst funktionierender Staat darstellt, der Judenchristen mit Heidenchristen fest vereint. Seit der Vernichtung der Nation Juda durch die Römer im Jahre 70 u.Z. waren bereits 28 Jahre vergangen und die aus Judäa, Galiläa und Samaria geflohenen Judenchristen, die Ebioniten hatten sich in viele bereits bestehende Versammlungen integriert!  

 

*** Rbi8  Epheser 2:11-18 ***

Behaltet daher im Sinn, daß ihr früher nach dem Fleische Leute von den Nationen gewesen seid; „Unbeschnittenheit“ wurdet ihr genannt von dem, was „Beschneidung“ genannt wird, die mit Händen am Fleisch vorgenommen wird 12 daß ihr zu jener besonderen Zeit ohne Christus wart, entfremdet dem Staatswesen Israels und Fremde gegenüber den Bündnissen der Verheißung, und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. 13 Nun aber, in Gemeinschaft mit Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe gekommen. 14 Denn er ist unser Frieden, er, der die zwei Teile zu einem machte und die Zwischenwand, die sie voneinander abzäunte, vernichtete. 15 Durch sein Fleisch hob er die Feindschaft auf, das aus Verordnungen bestehende GESETZ der Gebote [[das Gesetz der Gebote in Satzungen (Elberfelder)]], damit er die beiden Völker in Gemeinschaft mit sich zu einem neuen Menschen schaffe und Frieden mache 16 und damit er durch den Marterpfahl beide Völker in einem Leib mit Gott völlig versöhne, weil er die Feindschaft durch sich selbst getötet hatte. 17 Und er kam und verkündete die gute Botschaft des Friedens euch, den Fernen, und Frieden den Nahen, 18 denn durch ihn haben wir, beide Völker, durch einen Geist den Zutritt zum Vater.

 

Die Ebioniten waren sich der Bündnisse die Gott mit ihrer Nation geschlossen hatte bewusst. Sie kannten den Fluch und den Segen und hatten damit eine besondere Verantwortung für jene Menschen aus den Nationen, die neu hinzugekommen waren und dieses Funktionieren des Staatswesen Israels, seine „obrigkeitliche Gewalt“ erst richtig kennen lernen mussten. Die mussten lernen sich dem GESETZ dieses Staatswesens zu unterordnen und dessen Gerichtsbarkeit zu respektieren. Erst durch die Taufe aber wurden sie in diese Bündnisse mit aufgenommen, die im „neuen Bund“ alle weiter bestehen! Dieser Bund Gottes mit Jesus, für ein Königreich und gleichzeitig verbunden damit das Hohepriesteramt löste nur den früheren „Bund mit Levi“ ab und verband jenen mit dem „Bund mit David“, dem ein ewig währendes Königreich für einen Samen aus seinen Lenden versprochen worden war!

 

Die frühere Gewaltentrennung auf König und Hohenpriester war durch Gott für Christus aufgehoben worden. Die „Zwischenwand“ aus Verordnungen oder Satzungen innerhalb des GESETZES, die es Juden untersagte mit Menschen der Nationen direkt umzugehen, diese waren dort, wo sie früher standen aufgeboben worden und wurden  weiter hinausgeschoben! Der „Soreg“ bestand nun dort, wo „Betrüger und Antichristen“ ausserhalb der Versammlung geworfen wurden! Ihre „Beschnittenheit“ war zur „Unbeschnittenheit“ geworden! Mit solchen darf ein Christ keine Kontakte pflegen, nein, sie nicht einmal begrüssen! Der 3.Brief des Johannes hilft aber auch zu unterscheiden, zwischen solchen die aufgrund eines wirklichen Vergehens gegen Gottes GESETZ das den Tod nach sie zieht entfernt wurden und den anderen, die aus Überheblichkeit und durch falsche Anklagen zu Unrecht hinausgeworfen wurden!

 

Johannes wird über gewisse unhaltbare Zustände persönlich informiert

Einer jener Vorsteher in der fraglichen Versammlung zum Ende des 1.Jahrhunderts war Johannes schon zuvor negativ aufgefallen oder mit Bestimmtheit war er durch mehrere Besucher aus jener Versammlung über den unhaltbaren Zustand informiert worden! „Denn ich freute mich sehr, als Brüder kamen und für die Wahrheit Zeugnis ablegten“. Diese Wahrheit war zu einem Teil erfreulich, nämlich über den guten Gesundheitszustand des wohl an Alter fortgeschrittenen Gajus zu hören aber andererseits auch unerfreulich, weil die Versammlung unter innerer Spaltung litt! Am Ende des Briefes erwähnt Johannes noch Demetrius, der ebenfalls ein positives Zeugnis durch jene Besucher ausgestellt erhält und der offensichtlich nun als Bote die drei Schreiben überbringt. Möglicherweise war er bereits Bote, der das Johannesevangelium und die Offenbarung überbracht hatte und bereits damals gewisse schlechte Nachrichten vermelden musste, wodurch Johannes erführ, dass jener Diotrephes nichts mit Respekt angenommen hatte und die Brüder, welche die Abgesandten gastfreundlich aufnahmen gar schlecht behandelte!

 

So erklärt Johannes selbst den Grund dieses Schreibens, nämlich die den Aposteln gegenüber ablehnende Haltung jenes Mannes Diotrephes, der für sich selbst den Vorsitz beanspruchte: „Ich schrieb etwas an die Versammlung, aber Diotrephes, der unter ihnen gern den ersten Platz einnimmt, nimmt von uns nichts mit Respekt an.“ Dass Johannes in der Form der Vergangenheit „etwas schrieb“, kann sich darauf beziehen, dass er schon früher ein Schreiben an jene Versammlung sandte. Möglicherweise ein Begleitschreiben, als er etwa zwei Jahre zuvor bereits Kopien der Offenbarung und seines Evangeliums an alle Versammlungen überbringen liess. Es kann sich aber auch auf den 1. Und den 2.Brief beziehen, von dem er aufgrund der Mitteilungen der angereisten Brüder jener Versammlung nun annehmen musste, dass Diotrephes, wenn er als erster diese Briefe in die Hand bekommen würde er diese möglicherweise nach dem Lesen gar vernichten würde!

 

Der Inhalt beider Schreiben richtet sich doch gegen ein bestimmtes negatives Verhalten einer Gruppe von Christen, vorab innerhalb jener bestimmten Versammlung! Gajus muss im Alter schon fortgeschritten sein, was Johannes dadurch hervorhebt, dass er froh ist über dessen guten physischen und geistigen Zustand unterrichtet worden zu sein. Er will somit Gajus als Lanzenspitze verwenden, dass einerseits die drei Briefe an alle Vorsteher dort gelangen und die ganze Versammlung sie vorgelesen erhält! Der Briefstil des 2.Briefes zeigt, dass Johannes darauf vertraut, dass die Ebioniten, die beschnittenen Juden und getreuen Vorsteher sich fest auf seine Seite schlagen. Wahrscheinlich will Johannes durch dieses Vorgehen verhindern, dass auch jene Versammlung in die Hand von „Betrügern und Antichristen“ fällt, da offensichtlich einige darin dieser Gruppe zugezählt werden mussten, darunter auch Diotrephes, der Vorsitzführende. Erinnern wir uns daran, dass Paulus im 2.Timotheusbrief beklagte, dass sich alle Versammlungen Asiens von ihm abgewandt hätten! Die Macht, die von „veränderter guter Botschaft“ ausgeht, wie sie Hymenäus, Alexander und Philetus lehrten ist mächtig!

 

*** Rbi8  2. Timotheus 1:15 ***

Das weißt du, daß sich im [Bezirk] Asien alle von mir abgewandt haben. Phỵgelus und Hermọgenes gehören zu ihnen.

 

Der Respekt vor der „obrigkeitlichen Gewalt“ des Paulus war verloren gegangen. Eine ähnliche Situation bedrohte nun diese Versammlung die daran war unter die Gewalt des Diotrephes zu fallen.

 

Der Inhalt war somit aufgrund der aktuellen Situation gegen jene „Betrüger und Antichristen“ innerhalb der Versammlung gerichtet und fordert indirekt die Vorsteher auf unmittelbar zu handeln! Möglicherweise erhielten die Überbringer des Briefes noch mündliche Anweisungen an Gajus, um die notwendigen Schritte gegen Diotrephes vorzubereiten! Die drei Schreiben waren darauf ausgerichtet die Versammlung zu stärken und zu einen, um den notwendigen Schritt des Hinauswurfes jener Verantwortlichen aufgrund eines Rechtsverfahrens vorzubereiten!

 

Jeder Kontakt mit verurteilten „Betrügern und Antichristen“ ist zu meiden!

Die Aufforderung, mit den Verurteilten und aus der Versammlung Hinausgeworfenen später keinerlei Kontakte mehr zu haben war somit äusserst sinnvoll! Nicht einmal grüssen sollte man jene Betrüger, weil sie ja eine grosse Gefahr für die Versammlung darstellten! Ihre „veränderte gute Botschaft“, dass Jesus nicht im Fleische wiederkommen würde hatte einen Fluch auf sie zur Folge, wie Paulus dies im Brief an die Galater klar und deutlich angekündigt hatte:

 

*** Rbi8  Galater 1:8-9 ***

Aber selbst wenn wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als gute Botschaft verkündigen sollte außer dem, was wir euch als gute Botschaft verkündigt haben, er sei verflucht. 9 Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wer immer euch als gute Botschaft etwas verkündigt außer dem, was ihr angenommen habt, er sei verflucht.

 

Unabhängig der Stellung die jemand in der Christenversammlung innehat holt er sich unwiderruflich den Fluch auf sich, wenn er „wider den heiligen Geist“ sündigt, eine Sünde für die es keine Vergebung gibt. Wenn die deutlichen Aussagen der Schrift und damit „der heilige Geist“ der sie inspiriert hat, Gott selbst verneint wird und jemand damit gegen die Aussagen der Schrift leugnet, so hat dies zur Folge, dass damit selbst Gott, sein Christus und die Apostel und Propheten als Lügner hinstellt werden, welche ja hierdurch in der Schrift Unwahrheit verkünden würden! Paulus warnt im Brief an die Römer jene, die Gottes Wort zu verdrehen suchen aber dadurch niemals Gottes eigene Gerechtigkeit aufzuheben vermögen:

 

*** Rbi8  Römer 3:1-6 ***

Worin besteht denn die Überlegenheit des Juden, oder worin liegt der Nutzen der Beschneidung? 2 In vielem, in jeder Hinsicht. Vor allem darin, daß ihnen die heiligen Aussprüche Gottes anvertraut wurden. 3 Was denn [ist der Fall]? Wird vielleicht, wenn einige nicht Glauben bekundeten, ihr Unglaube die Treue Gottes unwirksam machen? 4 Das geschehe nie! Sondern Gott werde als wahrhaftig befunden, wenn auch jeder Mensch als Lügner erfunden werde, so wie geschrieben steht: „Damit du dich in deinen Worten als gerecht erweist und den Sieg gewinnst, wenn du gerichtet wirst.“ 5 Wenn jedoch unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit in den Vordergrund rückt, was sollen wir sagen? Gott ist doch nicht etwa ungerecht, wenn er seinen Zorn entlädt? (Ich rede wie ein Mensch.) 6 Das geschehe nie! Wie wird Gott sonst die Welt richten?

 

Aus den Worten geht deutlich die Verantwortung der Ebioniten hervor, welche ihre Überlegenheit dadurch bedingt, dass alle Worte Gottes nur Menschen jener Nation anvertraut wurden! Jesus, die Apostel und die übrigen Schreiber der Schriften des Neuen Testaments waren alle Juden gewesen!

 

Gottes Gericht an den Respektlosen, die sein GESETZ missachten und respektlos mit der „obrigkeitlichen Gewalt“ verfahren

Gott richtet die Welt aufgrund des GESETZES, das er vorab den Juden gab und das nun Aufgabe jedes Getauften Christen wurde, dieses unter den Nationen aufzurichten. Weit entfernt von den Behauptungen einiger Lügner und Verdreher der guten Botschaft, dass Christus das „Ende des GESETZES“ sei! Ebioniten kam somit eine besondere Rolle zu, da ihnen allein „die heiligen Aussprüche Gottes anvertraut wurden“!

 

*** Rbi8  Römer 3:31 ***

Heben wir denn durch unseren Glauben [das] Gesetz [[GESETZ]] auf? Das geschehe nie! Im Gegenteil, wir richten [das] Gesetz [[GESETZ]] auf.

 

Damit aber wurde das GESETZ als Rechtsmassstab für die ganze Menschheit verbindlich! Wer dies leugnet, der leugnet Gott! Jesus wurde auf Davids Thron erhöht und soll künftig die ganze Erde gemäss diesen Geboten Gottes richten. Wer darauf gehört und gehandelt hat ist sein „Schaf“, wer respektlos dieses ablehnt ist ein „Bock“, der seiner Strafe nicht entgehen wird! Als der Prophet Natan David Gottes Bundesentscheid mit ihm und seinem Samen mitteilte, dass er einem seiner Nachkommen ein ewiges Haus aufrichten werde, da antwortete David Jehova gegenüber:

 

*** Rbi8  2. Samuel 7:18-24 ***

Danach ging König David hinein und setzte sich vor Jehova nieder und sprach: „Wer bin ich, o Souveräner Herr Jehova? Und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? 19 Als ob dies noch etwas Geringes wäre in deinen Augen, o Souveräner Herr Jehova, doch redest du auch hinsichtlich des Hauses deines Knechtes bis auf ferne Zukunft hin; und das ist das für die Menschheit gegebene Gesetz, o Souveräner Herr Jehova. 20 Und was kann David sonst noch hinzufügen und zu dir reden, da du selbst deinen Knecht so gut kennst, o Souveräner Herr Jehova? 21 Um deines Wortes willen und in Übereinstimmung mit deinem eigenen Herzen hast du alle diese großen Dinge getan, um sie deinen Knecht wissen zu lassen. 22 Darum bist du wirklich groß, o Souveräner Herr Jehova; denn da ist kein anderer wie du, und da ist kein Gott außer dir unter allen, von denen wir mit unseren Ohren gehört haben. 23 Und welche einzige Nation auf der Erde ist wie dein Volk Israel, dessentwegen Gott hingegangen ist, es sich zum Volk zu erlösen und sich einen Namen beizulegen und große und furchteinflößende Dinge für sie zu tun — die Nationen und ihre Götter auszutreiben wegen deines Volkes, das du dir aus Ägypten erlöst hast? 24 Und du hast dir dann dein Volk Israel bis auf unabsehbare Zeit als dein Volk befestigt; und du selbst, o Jehova, bist ihr Gott geworden.

 

Diese „ferne Zukunft“ ist heute und das „das für die Menschheit gegebene Gesetz“ wurde auf der ganzen Erde mittels der guten Botschaft verkündet! Die Rechtsgrundlage für das kommende Gericht wurde gelegt! „Israel“ ist jeder, der sein Herz beschnitten hat und sich das GESETZ auf Tafeln des Fleisches geschrieben hat!

 

Wer sich in der Schrift gut auskennt und deren Aussagen in ihrer schriftlichen, unveränderten Form wie sie uns übermittelt wurden anerkennt und versteht, der kann leicht nachweisen, dass die meisten Theologen und religiösen Führer sich diesen Fluch zugezogen haben, der darauf steht, die gute Botschaft in irgend einem Teil zu verändern! Darum fordert Paulus, dass jeder aufgefordert ist für sich selbst zu überprüfen, ob er in der Wahrheit ist oder einer der vielen „offiziellen Wahrheiten“ zum Opfer gefallen war! Das bedeutet es doch, dass wir aufgrund persönlicher Einsicht handeln sollen und „Babylon die Grosse“ verlassen! Unsere „Salbung“ ist Kenntnis der Schrift, durch persönliches Studium, nicht durch Eintrichtern von so genannten Wahrheiten, die sich bei näherer Betrachtung als Lüge erweisen und Gimpelfang darstellt! 

 

Hier aber fordern die drei Schreiben des Johannes dazu auf, den Gefahrenherd, der bereits damals in der Versammlung existierte zu lokalisieren und die für die Gefahr Verantwortlichen daraus zu entfernen, wenn sie auf eine erste und eine zweite klare Ermahnung nicht reagierten! Hier ging es um den Beginn von Sektarismus und Abspaltung vom einenLeib, dem des Christus“! Die Gefahr damals konzentrierte sich im Zentrum auf jenen Diotrephes und dann um jene Kreise, die ihm entweder hörig oder doch zugeneigt waren! Es galt all jene zu retten, welche bereit waren von falscher Lehre abzulassen und der Wahrheit getreu zu bleiben!

 

Gajus sollte als älterer Mann mit viel Erfahrung und rechtlicher Kenntnis das GESETZ nun gesetzmässig zur Anwendung bringen! Diotrephes war der Widerspenstigkeit bereits überführt: Er hatte zudem versucht Brüder aus der Versammlung hinauszuwerfen, die auf die Worte der Apostel achteten und jene gastfreundlich aufnahmen, welche von dieser legalen Autorität her, hier spezifisch von Johannes her gekommen waren! Da der Versammlungsausschluss der Todesstrafe gemäss GESETZ entspricht wäre Diotrephes damit ein potentieller Totschläger, der Gerechte der Todesstrafe zuzuführen versuchte! Wahrscheinlich handelte es sich dabei um Gajus selbst, der nun durch das Schreiben gestärkt handeln musste, um weiteren Schaden abzuwenden! Paulus gab diesbezüglich bereits verbindliche Anordnungen im 1.Schreiben an Timotheus:

 

*** Rbi8  1. Timotheus 1:8-11 ***

Nun wissen wir, daß das GESETZ vortrefflich ist, vorausgesetzt, daß man es gesetzmäßig handhabt, 9 in der Erkenntnis der Tatsache, daß [das] Gesetz [[GESETZ]] nicht für einen gerechten Menschen öffentlich bekanntgegeben ist, sondern für Gesetzlose und Widerspenstige, für Gottlose und Sünder, für die, denen es an liebender Güte fehlt, und für Unheilige, Vatermörder und Muttermörder, Totschläger,   10 Hurer, Männer, die bei männlichen Personen liegen, Menschenräuber, Lügner, Falschschwörende und was sonst noch der gesunden Lehre entgegengesetzt ist, 11 gemäß der herrlichen guten Botschaft des glücklichen Gottes, mit der ich betraut worden bin.

 

Durch die Lehre, dass Jesus nicht im Fleische gekommen sei oder nicht im Fleische als Mensch wiederkommen wird veränderte Diotrephes zudem die gute Botschaft und wurde dadurch zum Lügner und Betrüger, da er ja seine Zuhörer um die Wahrheit betrog! Dies führte für ihn selbst und jene die auf ihn hörten zu Gottlosigkeit, da Gott nicht auf der Seite von Lügnern und Mördern zu finden ist, jede Form der Ungesetzlichkeit gar hasst! Wahrlich ein genügend schweres Vergehen, um von den übrigen Vorstehern geahndet zu werden!

  

Wer ist Gajus, der den Brief erhält?

Offenbar ist Gajus ein Ältester der im 2.Brief als „auserwählte edle Frau“ angesprochenen Christenversammlung. Er muss dem Johannes persönlich bekannt sein. Die Schrift spricht von mindestens drei, möglicherweise gar vier unterschiedlichen Männern Namens Gajus. Der Name Gajus bedeutet „Land“ oder „Erdboden“ und war im Verbreitungsgebiet der griechischen Sprache häufig. Üblicherweise wurde im neuen Testament, wo zwei Christen gleichen Namens erwähnt werden noch ein weiteres Prädikat genannt, z.B. Judas-Iskariot oder „Johannes mit dem Beinamen Markus“ (Apg 12:12). Dadurch war der Genannte exakt identifizierbar.

 

Wie aus der Apostelgeschichte hervorgeht könnte es sich bei Gajus um denselben Ältesten in der Versammlung Korinth handeln, in dessen Haus Paulus auf der 2. Und 3. Missionsreise gastfreundlich aufgenommen worden war und wo auch die Versammlung Korinth sich ursprünglich zusammenfand.

 

*** Rbi8  Römer 16:23 ***

Gạjus, mein Gastgeber und der der ganzen Versammlung, grüßt euch.

 

Paulus befand sich auf der 2.Missionsreise erstmals im Winter 50 / 51 u.Z. in Korinth und schrieb während jener Zeit von dort aus den Brief an die Römer. Er erwähnt diesen Gajus am Ende als Grüssenden. Im 1.Brief an die Korinther spricht er davon, dass er diesen Gajus selbst getauft hatte. Möglicherweise war Gajus noch jung, zwischen 20 und 30 Jahren, jedoch bereits im Besitz eines eigenen, grossen Hauses, wo er vielleicht nicht bloss Paulus, sondern auch die Begleiter gastfreundlich aufnahm und sich so einen besonders guten Ruf erwarb!

 

*** Rbi8  1. Korinther 1:12-15 ***

Was ich meine, ist dies, daß jeder von euch sagt: „Ich gehöre zu Paulus“, „Ich aber zu Apọllos“, „Ich aber zu Kẹphas“, „Ich aber zu Christus.“ 13 Der Christus besteht geteilt. Paulus wurde doch nicht etwa für euch an den Pfahl gebracht? Oder wurdet ihr im Namen des Paulus getauft? 14 Ich bin dankbar, daß ich niemand von euch getauft habe, außer Krịspus und Gạjus, 15 so daß keiner sagen kann, daß ihr in meinem Namen getauft worden seid.

 

Eine gewisse Polarisierung war in der Versammlung Korinth somit schon kurz nach deren Beginn aufgetreten, wo sich Parteien gebildet hatten, jene die sich zu Apollos gehörend betrachteten, einem aus Alexandria stammenden Juden der offenbar ein guter Redner war und viele aus den Heiden zum Christentum bekehrt hatte, die anderen, möglicherweise beschnittene Juden, Ebioniten aber sich zu Petrus, zu „Kephas“ gehörend bezeichneten. Jene aber die Paulus freundlich gesinnt waren zählten sich zu dessen Gruppe. Das gefiel Paulus überhaupt nicht, weil dadurch Streitereien und Machtgerangel absehbar waren! Statt Jesus als einziges Haupt anzuerkennen gab es da Parteivorsitzende! Dieselbe Situation sehen wir heute in den unterschiedlichen Religionsgruppen, die alle einem anderen Haupt als Christus gehorchen!

 

Auf der 3.Missionsreise war einer seiner sieben namentlich erwähnten Begleitern ein anderer Gajus, der aus Mazedonien (Apg 19:29), genauer ursprünglich aus Thessalonich stammte und den Paulus in der Versammlung Derbe gefunden hatte. Auf der Rückreise von Korinth her kommend sandte er jene Begleiter voraus nach Troas, wo er sie später einholte.

 

*** Rbi8  Apostelgeschichte 20:4-6 ***

Es begleiteten ihn Sọpater, der Sohn des Pỵrrhus aus Berọ̈a, von den Thessalọnichern Aristạrchus und Sekụndus und Gạjus aus Dẹrbe und Timọtheus und aus dem [Bezirk] Asien Tỵchikus und Trọphimus. 5 Diese gingen weiter und warteten in Trọas auf uns; 6 wir aber stachen nach den Tagen der ungesäuerten Brote von Philịppi aus in See, und wir kamen innerhalb von fünf Tagen zu ihnen nach Trọas; und dort verbrachten wir sieben Tage.

 

Dieser Gajus, der Begleiter des Paulus reiste von Troas nun nach Milet und von dort nach Jerusalem mit, dies ist anzunehmen, da sie ja die Geldsammlungen in den verschiedenen Versammlungen persönlich „den Armen“ in Jerusalem zu überbringen hatten. Eine annehmbare Opfergabe zum Pfingstfest im Jahre 56 u.Z.! Zuvor schon hatten sie die Festzeit der „ungesäuerten Brote“, die Passahfeier eingehalten, was als ein Beweis mehr dafür gilt, dass Christen unter Gottes Festzeiten stehen!

 

Nach der Gefangennahme des Paulus in Jerusalem kehrten wahrscheinlich die meisten von ihnen dorthin zurück, wo sie hergekommen waren, ihr Auftrag war ja erfüllt. Dort hätte jener Begleiter Gajus möglicherweise auch den Johannes getroffen. Ob er danach nach Derbe zurückkehrte, wo Paulus ihn ja ursprünglich gefunden hatte oder nach seiner Heimatstadt Thessalonich zog oder sonst einer Versammlung diente, dies ist aus der Schrift nicht ersichtlich. Er scheint aber weniger als Kandidat und als von Johannes im 3.Brief Angeschriebener in Betracht zu kommen.

 

Inzwischen, seit Paulus jenen Brief an die Römer im Hause des Gajus in Korinth schrieb waren fast 50 Jahre verflossen. Wäre Gajus als Paulus ihn taufte damals um die dreissig gewesen, so wäre er unterdessen zwischen 75 und 80 Jahre alt gewesen. Ein wahrlich reifer älterer Mann, geeignet für jene Reinigung seiner eigenen Versammlung.  Nicht erstaunlich, dass sich Johannes zu Beginn des Briefes über den guten Gesundheitszustand des Gajus freut und dies erwähnt!

 

Welche Versammlung betrafen die drei Schreiben in erster Instanz? 

Da Johannes keine Versammlung direkt weder im 1. noch im 2. noch im 3.Brief nennt, wird dadurch deutlich, dass derselbe Brief schlussendlich jede Christenversammlung betraf, da früher oder später jede Versammlung von diesen Problemen betroffen werden konnte! Die drei Briefe bilden eine unzertrennliche Einheit, bedingen sich gegenseitig! Der Inhalt der drei Schreiben gibt jedem einzelnen Christen Verantwortung auf, ähnliche Zustände von religiösem „Betrug“ und vom Handeln von „Antichristen“ für sich selbst aufzudecken, um danach zu handeln! Kann er Verantwortliche für sein gerechtes Anliegen gewinnen, so kann er vielleicht einen grossen Teil einer Versammlung retten! Die Wahrscheinlichkeit aber ist eher gegen ihn gerichtet, da Vorsteher ja von ihren „obrigkeitlichen Gewalten“ denen sie treu ergeben sind abhängen und sich daher auch nicht dem einzigen Haupt, dem Christus untertan fühlen! Sie ziehen diese Art Götzendienst vor, da sie ja Ungerechte über Gott selbst erhöhen und eher auf jene hören, als selbst auf Gott! „Kindlein, hütet euch vor Götzen“ warnte Johannes am Ende des 2.Briefes!

 

Sie stehen unter einem Loyalitätskonflikt und nur sehr wenige haben den Mut sich gegen ihre Hierarchie zu wenden! Viele Vorsteher gleichen Diotrephes und werden eher den Gerechten aus der Versammlung werfen, als falsche Lehre und ungesetzliches Handeln in oberen Kreisen zuzugeben und es zu bekämpfen! Für Feiglinge aber gibt es im Königreich Gottes schlussendlich keinen Platz!

 

*** Rbi8  Offenbarung 21:8 ***

Was aber die Feiglinge und die Ungläubigen und die betrifft, die zufolge ihrer Unsauberkeit abscheulich sind, und Mörder und Hurer und solche, die Spiritismus ausüben, und Götzendiener und alle Lügner, ihr Teil wird in dem See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt. Das bedeutet den zweiten Tod.“

 

Mit dem 3.Schreiben des Johannes rücken Gajus aus Korinth und die dort schon zur Zeit des Paulus bekannten Probleme jener Versammlung ins Zentrum! Zwischen der Versammlung Ephesus und der Versammlung Korinth existierte bereits zur Zeit, wo Paulus diese Versammlungen auf den drei letzten Missionsreisen besuchte rege Kontakte. Apollos, ein aus Alexandria stammender Jude war Christ geworden und sowohl in Ephesus (Apg 18:24) wie in Korinth (Apg 19:1) mit predigen und Taufen beschäftigt. Aquila und seine Frau Priscilla (Apg 18:1, 18, 19) wirkten ebenso in beiden Versammlungen, was viele gemeinsame Freunde bedeutete, die sich gegenseitig schrieben und besuchten.

 

Solche Besucher waren es, die Paulus in Ephesus über Probleme betreffend der falsch organisierten Passahfeier orientierten, wo in Korinth daraus erstmals ein Grossanlass gemacht wurde, statt es in Familienverbund im kleinen Kreise zu feiern! Dort vernahm er auch von jenem Übeltäter, der mit seiner eigenen Mutter Geschlechtsbeziehungen hatte  und in der Versammlung seitens der Vorsteher geduldet wurde! Paulus hielt unmittelbar Gericht mittels des 1.Briefes und verurteilte jenen aus der Versammlung zu entfernen, ebenso seine Berichtigung das Handeln betreffend des Passahs!

 

So wie Paulus, als er den 1.Brief an die Korinther schrieb kündigte er seinen 2.Besuch in jener Versammlung an, um all das, was noch nicht richtiggestellt war persönlich in Ordnung zu bringen. Das musste die Vorsteher beflügelt haben schnellstens Ordnung zu schaffen! Auf jener 3.Missionsreise hielt er jedoch sein Versprechen ein. Es ist anzunehmen, dass er erneut im Hause des Gajus weilte, während der drei Monate in Griechenland respektive auf Achaia während jenes Winters 55 / 56 u.Z.

 

Ebenso kündigt nun auch Johannes erneut seinen eigenen Besuch an und hofft auf Unterkunft und Gastfreundschaft im Hause des Gajus. Allerdings besteht keine Bestätigung, dass er diesen Besuch später auch wirklich durchführen konnte: „Aber ich hoffe, dich bald zu sehen, und wir werden von Angesicht zu Angesicht reden“ verspricht er diesem Freund (1.Joh 14).

 

1.3.1.2        Der Inhalt des 3. Briefes des Johannes

Der Brief umfasst nur wenige Zeilen und kann ausschliesslich im Umfeld der ersten zwei Briefen in seiner Tiefe verstanden werden! Einerseits sollen die Briefe die Versammlung und die getreuen Ältesten darin stärken weiterhin das Gute zu wirken, andererseits muss ein schwerer Zerfall aufgehalten werden, der diese spezifische Versammlung von innen her zu zerstören droht. Diese Form des Abfalls war aber symptomatisch für jene Zeit und bleibt Muster weit verbreiteter antichristlicher Lehre  bis in unsere Tage!

 

Johannes erwähnt „Betrüger und Antichristen“, er redet nicht von einer einzelnen Person, sondern von einem symptomatischen Verhalten vieler! Indem die Wiederkehr Jesu im Fleische von einigen verneint wurde nahm der Glauben all derer Schaden, die darauf hörten. Die Hoffnung auf Jesu baldige Wiederkehr in Königreichsmacht wurde dadurch zunichte gemacht! An dessen Stelle traten Bemühungen selbst ein System aufzurichten mit hierarchischer Abstufung, was schlussendlich zu mächtigen Katholischen Kirche wurde. Die Hoffnung, dass Jesus im Himmel regiere und von dort aus alles regeln werde widerspricht den Aussagen der Propheten, jenen von Jesus und denen der Apostel! Sein Wiederkommen in Königreichsmacht soll erst dann eine erdenweite Regierung bringen die wahren, dauerhaften Frieden und Sicherheit schaffen wird! Um das Kommen dieses Königreiches beten wir, nicht darum, es selbst aufrichten zu dürfen!

 

Indem Jesus ab dem 4.Jahrhundert zu Gott erklärt wurde war eine Wiederkehr Jesu vollkommen unnötig, da ja Gott aus der Ferne alles zu bewirken vermag, was immer er will. Zumindest lautet die Lehre einiger Religionen so. Ein genauer Untersuch der Schriften zeigt etwas anderes! Mit Verstand ausgestattete Geschöpfe, sowohl Engel wie Menschen sind daran beteiligt Gottes Plan zu verwirklichen. Das ist auf Freiwilligkeit aufgebaut, da Gott seine Geschöpfe davon zu überzeugen sucht, dass sein Wille und die durch ihn gesetzten Grenzen durch GESETZE immer zu unseren Gunsten sind!

 

Gajus hat sich als ein Ältester erwiesen, der über Jahrzehnte treu zu den Aposteln hielt und weiter vollkommen an der „Salbung“, an genauer Erkenntnis der Wahrheit festgehalten hat. Voraussichtlich hatte Paulus diesen Gajus auf der 2.Missionsreise in Korinth getauft und lebte jene Zeit in dessen Haus. Dies würde die „Salbung mit genauer Erkenntnis der Wahrheit“ besonders bestätigen. Zudem war Gajus auch anderen gegenüber sehr gastfreundlich und hatte die früheren Abgesandten des Johannes beherbergt und mit allem notwendigen ausgestattet, um ihre Aufgabe erfüllen zu können.

 

Erst im 3.Brief zeigt Johannes den Gegenspieler, Diotrephes, der sich in der Versammlung an die erste Position zu stellen versuchte. Die Warnungen im 1. und im 2.Brief, die „Betrüger und Antichristen“ betreffen finden damit in der Person des Diotrephes und allen die auf ihn hören ein konkretes Beispiel! Ihr Verhalten und ihr Lehren richtet sich spezifisch gegen Jesu als Mensch mit Fleisch und Blut, seine Wiederkehr in Königreichsmacht, weil dies mit Gericht verbunden ist und sie durchaus erkennen, dass sich dieses Gericht gegen sie wenden wird! Jene „Betrüger“ stehlen die Wahrheit weg und ersetzen sie durch Irrtum, Halbwahrheit und gezielte Lügen! Dies dient ihnen zur Verschleierung ihres Tuns, das einerseits Gesetzlosigkeit und Habsucht fördert, andererseits eine Hierarchie erforderlich macht die das Böse fördert und das Gute bekämpft, stets unter dem Schleier der Wohlanständigkeit die Heuchelei ist! Dies war eine veränderte, eine gefährlich Art guter Botschaft! Paulus ermahnte:

 

*** Rbi8  1. Thessalonicher 2:3-4 ***

Denn die Ermahnung, die wir geben, kommt nicht aus Irrtum oder aus Unreinheit oder mit Trug, 4 sondern so, wie wir von Gott als erprobt befunden worden sind, mit der guten Botschaft betraut zu werden, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.

 

Johannes will dies aufdecken und richtigstellen. Es ist Teil seiner Aufgabe die Versammlungen als geistigen Tempel auszumessen und Dinge richtig zu stellen und damit kommenden Generationen zu helfen ähnliche Zustände zu erkennen und wie Gajus zu handeln! Jene Besucher haben ihn vom Zustand und dem Verhalten der beiden Gruppen und ihrer Führerpersonen unterrichtet. Gajus soll nun in seiner Versammlung mittels der Briefe und der Autorität des Johannes für Ordnung sorgen. Johannes bringt ihm im Schreiben viel Liebe und Respekt entgegen und zeigt ihm, dass er nicht alleine ist, sondern viele Freunde besitzt, die an der unveränderlichen Wahrheit weiterhin festhalten!

 

 

1.3.2          Der 3.Brief:  Aufforderung an den getreuen Gajus zu handeln, um die Versammlung rein zu erhalten

 

1.3.2.1        3.Joh 1:1-8: Gajus als Muster an Gastfreundschaft hervorgehoben

 

3.Joh 1-4:  Johannes bestätigt seine Liebe zu Gajus und ist um sein Wohlergehen besorgt. Einige blieben bisher der Wahrheit treu!

Schon die Anrede des Gajus muss jenen bestimmt bewegt haben. Die meisten Jünger jener Zeit wahren sich der Stellung der Apostel wohl bewusst, dass sie künftig an Jesu Seite die Vorsteher der ganzen Erde, die 144.000 Priesterkönige richten würden. Diese Dinge wussten sie inzwischen aus der Offenbarung. Allerdings wurden in immer mehr Versammlungen abtrünnige Lehren verbreitet, so vermochten die unwahren Geschichten über eine bereits erfolgte Auferstehung im Himmel immer mehr Christen von der Wahrheit weg zu ziehen. Johannes warnte vor solchen, die „vorauseilen“, Dinge als bereits erfüllt einstufen, die gemäss der Prophetie erst in Zukunft zu erwarten sind!

 

*** Rbi8  3. Johannes 1-4 ***

1 Der ältere Mann an Gajus, den geliebten, den ich in Wahrheit liebe.

2 Geliebter, ich bete [darum], daß es dir in allen Dingen gutgeht und du gute Gesundheit hast, so wie es deiner Seele gutgeht. 3 Denn ich freute mich sehr, als Brüder kamen und für die Wahrheit Zeugnis ablegten, an die du dich hältst, so wie du weiterhin in der Wahrheit wandelst. 4 Ich habe keine größere Ursache zur Dankbarkeit als diese Dinge, daß ich höre, daß meine Kinder fortfahren, in der Wahrheit zu wandeln.

 

Jene Brüder aus der Versammlung des Gajus mögen Johannes auch weit unerfreulichere Dinge berichtet haben, sie mögen gerade wegen dieser Dinge die beschwerliche Reise auf sich genommen haben, um Johannes über die Wahrheit der Dinge zu unterrichten. Sie mögen ihn eindringlich um Anleitung gebeten haben, was zu tun sei! Johannes half jenen nicht nur durch persönliche Beratung, sondern mittels dieser drei Briefe, um der unerfreulichen Situation Herr zu werden.

 

Er beklagt im ersten Brief, dass dies „die letzte Stunde“ sei, im Bewusstsein, dass nach seinem Tod niemand mehr Herr über jene „Betrüger und Antichristen“ werden könnte und sich das Unkraut ungehemmt vermehren würde. Die Macht und Autorität jener Feinde der Wahrheit und von Gottes Gerechtigkeit, die sie sich selbst erhöht und sich Titel zugeordnet hatten, würde später nur noch eine Lostrennung aus ihren Fängen das zurück Erlangen der Freiheit möglich machen! Was die Offenbarung als dringendes Verlassen „Babylons der Grossen“ bezeichnet und dazu auffordert betraf somit nicht nur die Endzeit in der wir leben, sondern galt während aller Jahrhunderte!

 

3.Joh 5-8:  Ein hoher Grad an Gastfreundschaft von Christen untereinander wird erwartet und zeigt unsere wirkliche Mitarbeit!

Dennoch freut sich Johannes, weil er klar erkennt, dass stets ein gewisser Teil von Menschen sich der unverfälschten Wahrheit zuneigt und jede Form Irrtum und Lüge zurückweisen, sobald ihnen diese erkennbar werden! Gajus und all jene der Versammlung, die jenem Getreuen Ältesten und dem von Johannes Geliebten zuneigten, sie bestärken den Apostel darin, dass jene treue Gruppe erneut die Ordnung herzustellen in der Lage sein würde! Auch wir dürfen Wahrheit durch keinerlei noch so verführerische Lügen eintauschen und sind gefordert, unabhängig der Folgen für wahres Recht einzustehen!

 

Gajus, obwohl offensichtlich im Alter fortgeschritten gibt sein Bestes, sowohl für die Versammlung als auch für aussenstehende Brüder. Offenbar gaben die Überbringer der ersten beiden Schriften des Johannes als sie zurück kamen einen äusserst guten Bericht über Gajus und seine Gastfreundschaft. 

 

*** Rbi8  3. Johannes 5-8 ***

5 Geliebter, du leistest treue Arbeit in dem, was immer du für die Brüder und noch dazu für fremde tust, 6 die vor der Versammlung von deiner Liebe Zeugnis abgelegt haben. Diese wirst du bitte auf eine Weise ihres Weges senden, die Gottes würdig ist. 7 Denn zugunsten [seines] Namens sind sie ausgezogen, ohne den Leuten aus den Nationen etwas abzunehmen. 8 Darum sind wir verpflichtet, solche Personen gastfreundlich aufzunehmen, damit wir zu Mitarbeitern in der Wahrheit werden.

 

Offenbar sind es dieselben Abgesandten die Johannes schon zuvor sandte nun erneut mit den drei Briefen schickt, Demetrius ist unter ihnen (1.Joh 12). Möglicherweise reisten jene Brüder von dort weiter, zum Beispiel zu anderen Versammlungen in Griechenland und Mazedonien oder nach Italien und Rom oder gar zur Anbetung nach Jerusalem. Darum bittet Johannes sie mit allem für die Weiterreise Notwendigen zu versorgen! Jene Besucher mögen ihm die aktuellste Nachricht gebracht haben, weshalb der Dinglichkeit wegen nun erneut Boten bemüht wurden. Johannes bittet darum, dass Gajus jene mit allem Notwendigen ausstatten möge für deren Rückreise. Als „Mitarbeiter in der Wahrheit“ setzen sich jene Brüder zu Gunsten der anderen ein, ohne ein Salär dafür zu erhalten, da Christen keinen Zehnten bezahlen, diese Regelung nur das levitische Priestertum betraf, die Beamte innerhalb des Staatswesens Israels waren, Jesus im „neuen Bund“ aber die jedem Pflicht auferlegt: „Kostenfrei habt ihr empfangen, kostenfrei gebt“! (Mat 10:8)

 

1.3.2.2        3.Joh 1:9-12:  Der Stier muss bei den Hörnern gepackt werden, so fordert Johannes die Vorsteher heraus

 

3.Joh 9-10:  Der respektlose und vor Stolz aufgeblasene Diotrephes

Johannes geht unmittelbar zum Kern der Sache über und zeigt damit, dass in der Christenversammlung gewisse Verhaltensweisen keinen Raum haben! Er nennt den Hauptschuldigen direkt mit dessen Namen, Diotrephes,  was jenem schon beim Lesen und dann erst recht beim Vorlesen vor der ganzen Versammlung zur Schande ausschlagen musste!

 

*** Rbi8  3. Johannes 9-10 ***

9 Ich schrieb etwas an die Versammlung, aber Diotrephes, der unter ihnen gern den ersten Platz einnimmt, nimmt von uns nichts mit Respekt an. 10 Darum will ich, wenn ich komme, an seine Werke erinnern, die er fortgesetzt tut, indem er mit bösen Worten über uns schwatzt. Und damit nicht zufrieden, nimmt er selbst auch die Brüder nicht mit Respekt auf, und diejenigen, die sie aufnehmen wollen, sucht er daran zu hindern und aus der Versammlung hinauszuwerfen.

 

Das schlechte Verhalten und der Hauptverantwortliche waren angeklagt! Jesus hatte bereits dieselbe Handlungsweise bei den Pharisäern beklagt, die gerne den besten Platz innerhalb der Synagoge einnahmen und auf Ehrerweisungen seitens der Gläubigen erpicht waren. Offenbar zeigte Diotrephes dieselben Eigenschaften:

 

*** Rbi8  Matthäus 6:5 ***

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht wie die Heuchler sein; denn sie beten gern stehend in den Synagogen und an den Ecken der breiten Straßen, um von den Menschen gesehen zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben bereits ihren vollen Lohn.

 

Diotrephes war darauf erpicht den „ersten Platz“ in der Versammlung einzunehmen. Er sah in sich die besten Qualitäten und übersah dadurch die guten und gar besseren Eigenschaften von anderen befähigten Männern! Jesus veranschaulichte diese pharisäerhafte Haltung in einem Gleichnis:

 

*** Rbi8  Lukas 18:9-14 ***

Er redete aber auch zu einigen, die auf sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und die übrigen für nichts hielten, in diesem Gleichnis: 10 „Zwei Menschen gingen in den Tempel hinauf, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Steuereinnehmer. 11 Der Pharisäer stand da und begann folgendes bei sich zu beten: ‚O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Erpresser, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Steuereinnehmer. 12 Ich faste zweimal in der Woche, ich gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe.13 Der Steuereinnehmer aber, der in einiger Entfernung stand, wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich wiederholt an die Brust und sprach: ‚O Gott, sei mir, einem Sünder, gnädig.‘ 14 Ich sage euch: Dieser ging als gerechter erwiesen als jener in sein Haus hinab; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“

 

Wenige Tage vor seinem Tod ging Jesus erneut auf diese pharisäerhafte Eigenschaft sich selbst zu erhöhen und zu wichtig zu nehmen ein, anstatt anderen dienen zu wollen, die auch heute viele Menschen in führender Stellung an den Tag legen. Johannes beanstandet dies bei Diotrephes:

 

*** Rbi8  Matthäus 23:6-12 ***

Sie haben gern den hervorragendsten Platz bei Abendessen und die vorderen Sitze in den Synagogen [[gr. Versammlungen]] 7 und die Begrüßungen auf den Marktplätzen und daß die Menschen sie Rabbi nennen. 8 Ihr aber, laßt euch nicht Rabbi nennen, denn einer ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. 9 Des weiteren nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn einer ist euer Vater, der himmlische. 10 Auch laßt euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn einer ist euer Führer, der Christus. 11 Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. 12 Wer immer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer immer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

 

Jesus zeigt, dass nicht hierarchische Strukturen mit jenen, die oben herrschen und den von ihnen Beherrschten unten existieren sollten, sondern, dass Bruderliebe uns gegenseitig dazu motiviert dort zu helfen und zu raten, wo dies notwendig ist. Wer mehr als andere weiss, der lässt die anderen an diesem Schatz Anteil haben, wer bestimmte Fähigkeiten hat, der sucht sie zu Gunsten der Brüder anzuwenden, zu deren Nutzen. Nicht die Geschäftstüchtigkeit ist bei Christen gefragt, um aus seinen Brüdern den höchsten Nutzen herauszuholen, es ist vielmehr die Fähigkeit dem anderen nützlich zu sein, die uns als Jesu Nachfolger auszeichnen! Nicht die Vormachtstellung macht uns bei Christus und bei Gott angesehen, es ist vielmehr der Wille und die Bereitschaft sich für andere ganzherzig aufzuopfern! „Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.“ Diese Bereitschaft andern zu dienen zeigte sich auch in der Gastfreundschaft des Gaius! Darum erhöht in Johannes und erniedrigt dagegen den Diotrephes!

 

Im Brief an Judas kommen noch andere Züge solcher Menschen ans Licht, die an erster Stelle stehen möchten und für sich daraus Nutzen zu ziehen erwarten. Diotrephes versuchte Gajus zu schaden, weil dessen Werke vor Gott weit annehmbarer waren wie seine eigenen. Daher zeigte er Hassgefühle und versuchte gewisse Mitchristen gar aus der Versammlung zu stossen, was ja der Todesstrafe gleich gestellt ist! Das war dieselbe Einstellung Kains, der seine Gefühle nicht zu zügeln wusste!

 

*** Rbi8  Judas 11-13 ***

Wehe ihnen, denn sie sind den Pfad Kạins gegangen und haben sich für Lohn in den Lauf des Irrtums Bịleams gestürzt und sind in der rebellischen Rede Kọrahs zugrunde gegangen! 12 Diese sind bei euren Liebesmahlen die Felsenriffe, die unter dem Wasser verborgen sind, während sie mit euch Festmahl halten, Hirten, die sich ohne Furcht selbst weiden; wasserlose Wolken, von Winden hierhin und dorthin getrieben; Bäume im Spätherbst, [doch] ohne Frucht, zweimal abgestorben, entwurzelt; 13 wilde Meereswogen, die ihre eigenen Ursachen der Schande ausschäumen; Sterne ohne festgesetzte Bahn, denen für immer die Schwärze der Finsternis aufbehalten ist.

 

Bileam war bereit gegen Wahrsagerlohn Israel zu verfluchen, seine Habsucht machte ihn anfällig für Parteilichkeit, Rechtsgrundsätze beiseite zu schieben. Von Diotrephes sagt Johannes dagegen, dass er: „mit bösen Worten über uns schwatzt“, somit sich gegen die Apostel und ihre von Gott verliehene Autorität gewendet hatte. Er wollte in der Stellung gleich den Aposteln stehen. Das macht ihn Korah gleich, der als Levit das Amt des Priesters beanspruchte, das Gott ausschliesslich Aaron und seinen Söhnen vorbehalten hatte!

 

Viele Religionen verführen ihre Leiter durch falsche und täuschende Lehre in dieselbe Richtung hin! Bischöfe wollen auf gleicher Höhe wie der Papst sein, der von sich behauptet Stellvertreter des Petrus zu sein und den Titel „heiliger Vater“ beansprucht, exakt dem entgegen gerichtet, was Jesus sagt! Die Entfaltung einer Pracht durch Ornate hat bestimmt nichts mit der Einfachheit der Apostel und Jesu gemein, wahre Felsenriffe die es zu meiden gilt!

 

Bei Jehovas Zeugen ist die so genannte „Klasse des treuen und verständigen Sklaven“, als ob Jesus bereits entschieden hätte, wer ihm nun wirklich treu gedient hat und wer sich selbst erhöht oder erniedrigt hat. Sie alle eilen der Lehre des Christus voraus und nehmen für sich Machtbefugnisse heraus, die ihnen weder Gott, noch Christus noch die Apostel rechtsmässig zugestanden haben! Sie sind, wie es Judas ausdrückt „Hirten, die sich ohne Furcht selbst weiden“.

 

Respekt vor der wahren „obrigkeitlichen Gewalt“ zeigen

Dieser Respekt den Aposteln gegenüber fehlt es heutigen Kirchenführern, so wie dies auch keine Eigenschaft des Diotrephes war! Die Zurechtweisungen in den Briefen die bis heute genauso gegen sie gerichtet sind, diese werden stets so ausgelegt, dass sie andere betreffen aber niemals die Führungsschicht etwas angeht! Heuchler,  nannte Jesus jene Pharisäer und Schriftgelehrten seiner Tage! Es fehlte jenen bis heute an der Analyse der eigenen Werke, der Lehren die allzu oft den Aussagen der Apostel und denen Jesu und der Propheten diametral entgegengesetzt sind! Die Lehre des „Antichristen“, dass Jesus nicht im Fleische, sondern nur im Geiste, also mit dem Leib eines Engels oder des Erzengels oder gar in Gestalt Gottes zurückkehren werde ist in der ganzen Christenheit heute verbreitet. Diotrephes scheint Vater dieser Lehre oder zumindest Vertreter davon gewesen zu sein. Als jene die den Apostel Respekt erwiesen ihn zurechtzuweisen versuchten wurden sie gar hart bedrängt!

 

Wer heute versucht den verbreiteten Irrtum oder besser gesagt, die handfesten Lügen der Christenheit aufzudecken, der muss mit härtester Bestrafung seitens jener rechnen, welche in ihrer Religion „die erste Stelle“ einzunehmen versuchen und sich selbst Lehrgewalt zuteilen, ohne die tiefe der göttlichen Aussprüche wirklich verstanden zu haben. Sie nehmen für sich das Recht der Interpretation in Anspruch und vermischen philosophische Lehren mit göttlicher Wahrheit, ein wahres Giftgemisch, das sie dann den Glaubenden als geläuterte Lehre darbieten! In Wirklichkeit führen sie geschwollene Reden, während sie Gesetzlosigkeit predigen und die „übrigen Schriften verdrehen“, wie sie es auch mit den Briefen des Paulus tun. Petrus zieht jene ans Licht in seinem 2.Brief, die „dem GESETZ trotzen“. Er redet vom kommenden Gericht an den Gesetzlosen

 

*** Rbi8  2. Petrus 3:14-16 ***

Deshalb, Geliebte, da ihr diese Dinge erwartet, tut euer Äußerstes, um schließlich von ihm fleckenlos und makellos und in Frieden erfunden zu werden. 15 Betrachtet ferner die Geduld unseres Herrn als Rettung, so wie euch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit ebenfalls schrieb, 16 indem er von diesen Dingen redete, wie er das auch in all [seinen] Briefen tut. Darin sind jedoch einige Dinge schwer zu verstehen, die die Ungelehrten und Unbefestigten verdrehen, wie [sie es] auch, zu ihrer eigenen Vernichtung, mit den übrigen Schriften [tun].

 

Sie stellen als obrigkeitliche Gewalt“ die Kirchenhierarchie und die staatlichen Autoritäten mit ihren gottentfremdeten Geboten in den Vordergrund und wollen nicht zur Kenntnis nehmen, was Paulus wirklich im Kapitel 13 des Römerbriefes beschreibt! Jesus als Haupt und die Apostel als dessen rechtmässige Vertreter müssen bis heute geehrt werden. Dadurch ehren wir Gott! Statt Selbsterhöhung sollte jeder dem anderen Ehre zukommen lassen. Daran aber fehlte es Diotrephes und er glaubte Anrecht darauf zu haben, dass andere sich ihm unterordneten.

 

Johannes bemängelt dieses überhebliche, respektlose Verhalten, was die Behandlung seiner eigenen Abgesandten und Überbringer seines Evangeliums und der Offenbarung anbetrifft: „… er nimmt selbst auch die Brüder nicht mit Respekt auf, und diejenigen, die sie aufnehmen wollen, sucht er daran zu hindern und aus der Versammlung hinauszuwerfen.

 

*** Rbi8  Römer 12:9-10 ***

[Eure] Liebe sei ungeheuchelt. Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest. 10 Habt in brüderlicher Liebe innige Zuneigung zueinander. In Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor.

 

Paulus erwähnt für wahre Christen eine andere, positive Verhaltensweise, wie einige jener Versammlung dies zeigten, darunter Gajus! Was Respekt den Aposteln gegenüber betrifft, so zeigt der Brief des Paulus an die Kolosser, dass jede Versammlung auch die Briefe an die übrigen Versammlungen vorlesen sollen. Dies würde auch für die drei Briefe des Johannes gelten! Gerade weil Johannes befürchtet, dass dies nicht geschehen würde, wenn  Diotrephes zuerst die Briefe in die Hand erhielte, darum erwählte sich Johannes den getreuen Gajus und betraut ihn mit dieser heiklen aber gewichtigen Aufgabe!

 

*** Rbi8  Kolosser 4:16 ***

Und wenn dieser Brief bei euch gelesen worden ist, so veranlaßt, daß er auch in der Versammlung der Laodicẹner gelesen wird und daß ihr auch den von Laodicẹa lest.

 

Der Brief an die Laodicener ist nicht in den kanonischen Schriften enthalten! Jene Versammlung erhielt in der Offenbarung von allen sieben Versammlungen durch Jesus die schlechteste Benotung! Nicht eine gute Sache wird vom „Stern“ jener Versammlung, dessen „Engel“ oder weit klarer und richtiger, dessen Boten oder Vorsteher erwähnt! Das Resultat der Ausmessung des geistigen Tempels zeigt dort, dass alles verändert werden müsste. Wenn Versammlungen, Sekten und ganze grosse Kirchen einmal in der Hand von Ungetreuen und Abgefallenen sind, dann ist jeder Heilungsversuch zwecklos! Es bleibt nur noch der Rat Jesu, „Babylon die Grosse“ zu verlassen oder wie Paulus aus den PROPHETEN zitiert, aufhören das Unreine anzurühren! „Geht aus ihr hinaus“, befiehlt er!

 

*** Rbi8  2. Korinther 6:17-18 ***

„ ,Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab‘, spricht Jehova, ‚und hört auf, das Unreine anzurühren‘ “; „ ,und ich will euch aufnehmen.‘ “ 18 „ ,Und ich werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein‘, spricht Jehova, der Allmächtige.“

 

Nicht die Zugehörigkeit zu einer Religion macht uns in Gottes Augen annehmbar und zu „Söhnen und Töchtern“, sondern Teil des „Königreiches des Sohnes der Liebe“ zu bleiben, was nur dann möglich ist, wenn wir uns um Reinheit bemühen, Sünde meiden und das Böse hassen! Wer Jesu Gebote hält ist es, der von ihm geliebt wird und den auch der Vater liebt!

 

*** Rbi8  Johannes 14:21 ***

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden, und ich will ihn lieben und mich ihm deutlich zeigen.“

 

Aus ihrer Mitte hinauszugehen“, dies mag eine schwerwiegende Entscheidung sein, bleibt aber überall dort die einzige mögliche Lösung, wo auf berechtigte Zurechtweisung nicht reagiert wird. Es ist die einzige Form, um nicht an den Plagen teilzuhaben, welche die Zerstörung der Religionen für deren Glieder mit sich bringt! Dies wird nicht mehr lange auf sich warten lassen!

 

In der Versammlung Ephesus war es neben Hymenäus der Kupferschmied Alexander, der als er von Paulus aus der Versammlung hinausgeworfen wurde alles daran setzte, um Paulus und den Versammlungen Schaden zuzufügen! Aus seinem Kreise waren es Juden gewesen, die in Jerusalem im Tempel gegen Paulus einen Aufstand verursachten und so seine Gefangenschaft ausgelöst haben. Auch bei seiner 2.Gefangennahme in oder bei Ephesus zum abrupten Ende der 4.Missionsreise hatte offenbar Alexander seine Hände im Spiel!

 

*** Rbi8  2. Timotheus 4:14-15 ***

Alexander, der Kupferschmied, hat mir viel Schaden zugefügt — Jehova [[der Herr (Jesus)]] wird ihm gemäß seinen Taten vergelten —, 15 und auch du, hüte dich vor ihm, denn er hat unseren Worten in außerordentlichem Maße widerstanden.

 

Wie Diotrephes widerstand Alexander, zusammen mit Hymenäus und Philetus den Anweisungen und Lehren des Paulus  in außerordentlichem Maße“. Die Sektenbildung jener drei Männer scheint sich in zwei Richtungen entwickelt zu haben, die eine war jene des Hymenäus und Philetus, welche schlussendlich die Nikolaus-Sekte bildeten, die Johannes durch Jesu Worte sowohl in Ephesus (Off 2:6) wie in der Versammlung Pergamon in der Offenbarung 24 Jahre später beanstandete.

 

Jene Richtung des Alexander scheint zurück zu den Juden, abgefallenen Ebioniten zu führen, die einen besondere Zweig einer Sekte bildeten, die einerseits zwar den Jesus als Christus anerkannten, dessen Auferstehung und Wiederkehr im Fleische aber ablehnten. Sie waren sowohl den Pharisäern wie den Sadduzäern in ihren Lehren zugeneigt. Beide Richtungen erzeigten sich als „Antichristen“!

 

Wehe denen, die ihre Mitsklaven schlagen, obwohl jene gerecht handeln

Jesus hatte vor solchen Männern deutlich gewarnt, die in der Lehre voraus eilten und die vorgaben „seine Sklaven“ zu sein, es aber nicht sind. Eines ihrer Merkmale wäre, dass sie die Naherwartung verlassen würden, welche die Apostel und die treuen Jünger bis heute in ihren Versammlungen hegen. Alle erhofften Jesu Wiederkehr schon in ihren Tagen. Dies beständig genährte Hoffnung hielt sie standhaft, da ja Jesus als Richter erwartet wurde, der Schafe von den Böcken trennen würde (Mat 25:31-46). In seiner Beschreibung der Zeichen der Endzeit und den letzten Tagen dieses Systems erwähnt Jesus einen „übelgesinnten Sklaven“ und seine Handlungsweise:

 

*** Rbi8  Matthäus 24:48-51 ***

Wenn aber jener übelgesinnte Sklave je in seinem Herzen sagen sollte: ‚Mein Herr bleibt noch aus‘ 49 und anfangen sollte, seine Mitsklaven zu schlagen, und mit den Gewohnheitstrinkern essen und trinken sollte, 50 wird der Herr jenes Sklaven an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht kennt, 51 und wird ihn mit der größten Strenge bestrafen und wird ihm sein Teil mit den Heuchlern zuweisen. Dort wird [sein] Weinen und [sein] Zähneknirschen sein.

 

Die Naherwartung aufrecht zu erhalten war somit ein festes Gebot Jesu, der damit anzeigen will, dass er zu jeder Zeit während jeder Generation zurückkehren kann. Daran hat sich auch heute nichts verändert. Wir müssen Jesu Wiederkommen erwarten und fest im Auge behalten. Gewohnheitstrinker sind beständig betrunken, das Mischgetränk aus Lüge und Wahrheit macht jene unfähig klar zu sehen und die Folgen ihres falschen Handelns zu erkennen! Kein Unreiner, keiner der Sünde treibt kann die Wahrheit wirklich verstehen! (Da 12:9, 10)

 

Die zwei Gründer der gewichtigsten Endzeitreligionen fallen besonders auf: Bei den Adventisten war es William Miller, später die Seherin Ellen White Harmon Gould die eigene Theorien über Jesu Wiederkommen aufstellten! Nach ihnen kamen Jehovas Zeugen und ihr Glaubensvater G.T. Russell. Beide Sekten haben aufgrund einer Kalkulation Jesu Wiederkehr errechnet und diese mit 1844 für die Adventisten und schlussendlich 1914 für Jehovas Zeugen als verbindlich erklärt. Beide Daten erwiesen sich als Fehlschlag, eilen den Tatsachen voraus und beide musste daher das Geschehen das auf der Erde hätte erfolgen müssen in den Himmel verlegen. Damit erfüllen sie das Kriterium das Johannes für die „Antichristen“ nennt! Sie erwiesen sich eindeutig als „falsche Propheten“! Sich vor ihnen und ihren Führern zu fürchten bedeutet Menschenfurcht zu haben, statt Gottesfurcht zu zeigen!

 

Beide begannen jene zu „schlagen“, welche ihre Kalkulationen in Zweifel zu ziehen wagten und warfen sie aus ihren jeweiligen Versammlungen hinaus. Sie sind echte Kinder des Diotrephes! Sowohl jene die „voraus eilen“, Ereignisse der Zukunft in der Vergangenheit ansiedeln wie jene, die den Status-Quo aufrecht erhalten, indem sie sagen „Mein Herr bleibt noch aus“ missachten Jesu Forderung beständig acht zu geben, ob sich die von ihm, von den Aposteln und den Propheten erwähnten kombinierten Zeichen erfüllen! Diese sind zudem durch die prophetischen „Zeiten und Zeitabschnitte“ genau festgelegt!

 

Wer das Geschehen in der Vergangenheit anordnet wird nicht auf die noch zu erwartenden Zeitzeichen achten und hat keinen Respekt vor prophetischen Vorgaben, wie eben den von Gott vorherbestimmten und offenbarten „Zeiten und Zeitabschnitten“, welche sowohl der Prophet Daniel äusserte, der durch den Engel Gabriel Anweisungen erhielt wie auch Johannes in der Offenbarung, zu dem Jesus „seinen Engel“ sandte, möglicherweise war es erneut Gabriel! Beide Gruppen erfüllen die Merkmale des Diotrephes, dass sie die hinauswerfen, welche weit mehr an der Wahrheit der Propheten, der Apostel und an Jesu Worten festhalten wie sie! Beide sind „Betrüger“ und beide kennzeichnen sich als „Antichristen“, weil sie Jesu Wiederkehr im Fleische in der einen oder anderen Form verneinen. Die Adventisten anerkennen zwar Jesu Wiederkehr im Fleische an aber verlegen dies aufgrund ihrer fehlgeleiteten Hypothesen in eine noch ferne Zukunft verlegen! 

 

3.Joh 11-12:  Wer gutes tut stammt von Gott, wer Böses treibt hat Gott nicht gesehen!

Johannes ermuntert nicht nur Gajus weiterhin das zu tun, was in Gottes Augen vortrefflich ist, sondern auch uns! Wir haben Jesus wirklich kennen gelernt, wenn wir das Gute tun und das Böse hassen!

 

*** Rbi8  3. Johannes 11-12 ***

11 Geliebter, ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute. Wer Gutes tut, stammt von Gott. Wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen. 12 Über Demetrius wurde von ihnen allen und von der Wahrheit selbst Zeugnis abgelegt. Ja, auch wir legen Zeugnis ab, und du weißt, daß das Zeugnis, das wir geben, wahr ist.

 

Jedes Wort aus Jehovas Mund, jede Äusserung Jesu muss als Wahrheit geachtet werden. Jeder der darüber in unveränderter Weise Zeugnis ablegt bleibt in der Wahrheit, weil die Wahrheit in diesem ist und bleibt!

 

*** Rbi8  1. Johannes 2:20-21 ***

Und ihr habt eine Salbung von dem Heiligen; ihr alle habt Kenntnis. 21 Ich schreibe euch, nicht weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil ihr sie kennt und weil aus der Wahrheit keine Lüge stammt.

 

Da Gajus dieselbe „Salbung“ an Wahrheit erhalten hat erkennt er genau, dass die Worte des Johannes mit der Wahrheit der ganzen Schrift im Einklang sind! Er weiss zudem, dass Johannes mit wirklicher Autorität redet, die von Gott her durch Jesus stammt. Er kennt seine „obrigkeitliche Gewalt“ im „Königreich des Sohnes