Newsletter „DER WEG“ 9/02-3    Februar 2009

Neubearbeitung: 17.8.09

 

 

10.7.1  Nachruf auf den Tod von Raymond Franz; ex-Mitglied der „leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas“: Ein Gerechter der dem Gewissen folgte!

 

Reymond Franz; Ex-Mitglied der Leitenden Körperschaft von Jehovas Zeugen; Nachruf zum Tod v.2.6.10    Wem schuldet der Mensch letztendlich Gehorsam? Diese Frage musste Raymond Franz sich schmerzlich stellen, als er als Mitglied der „leitenden Körperschaft“, dem Zentralrat von Jehovas Zeugen in New York ausschied, dem er neun Jahre lang in oberster Position treu gedient hatte. Er erlebte dort vom ersten Tag an Dinge mit, die sein Gewissen auf die härteste Probe stellten. Raymond Franz fiel am 30. Mai 2010 nach einem Sturz und an einem Hirnschlag in ein Koma und starb am vergangenen 2. Juni 2010.

 

   Wir wollen dieses letztendlich mutigen Mannes gedenken und sein Lebenswerk kurz zurückblenden. Raymond wurde bereits vielen Menschen zum Vorbild, die innerhalb der festgefügten Hürde von Jehovas Zeugen einen Ausweg suchten, um ihr Leben ausserhalb jener Organisation neu zu beginnen. Er bezeichnete jene Gesellschaft als „hermetisch verschlossen“, die alle Mitglieder bisher mit eiserner Hand festhält und in ein festgefügtes Denken zwingt!

 

   Über vierzig Jahre seines Lebens hatte Ray nach seiner Taufe jener Organisation auf verschiedensten Stufen der Hierarchie gegeben. 1971 war Raymond Franz schlussendlich in die oberste Leitung, als Mitglied der leitende Körperschaft  bestellt worden, die damals aus elf Gliedern bestand. Dort musste er langsam aber immer bestimmter herauszufinden, wie religiöser Betrug auf höchster Ebene bewusst geplant und systematisch ausgeführt wird, um bestimmt Dogmen zu erfüllen! Diese fortschreitende vorerst schmerzliche Erkenntnis, welche wie ein wirklich „heller scheinendes Licht auf ihn wirkte, weil er sich der unveränderbaren Wahrheit bewusst wurde, diese Erkenntnis machte schlussendlich aus einem Saulus einen Paulus. Aus einem blinden Führer wurde ein Sehender der andere nun zum Licht wahrer Erkenntnis der Aussagen der Heiligen Schrift geleitete, die sich nun strikt an die Aussagen der Bibel hält. Wo er seiner Aussagen noch nicht so sicher ist, da gibt Ray dies offen zu. Er hilft nun vielen auch nach dem Tod weiterhin durch seine beiden Bücher und die auf Videos aufgezeichneten Vorträge den Glauben in Jehova Gott und seinen Christus zu stärken und die Angst vor jenen abzubauen, die versuchen Menschen in ihren religiösen Gehegen gefangen zu halten. Mit seinen mutigen Aussagen, die er mit Kopien von geheimen Schriftstücken aus der Zeit an der Führungsspitze dieses multinationalen Konzerns dokumentiert, bestätigt er Jesu Worte:

 

*** Rbi8  Matthäus 10:26 ***

Darum fürchtet euch nicht vor ihnen; denn es ist nichts zugedeckt, was nicht aufgedeckt, und [nichts] verborgen, was nicht bekanntwerden wird.

 

   Die falschen Mittler, an die zu glauben er von Kindheit an gelehrt wurde,  die sich zwischen Christus und die Glaubenden gedrängt haben, diese klagte er offen des Betruges an. Sie sind durch ihn mit harten, unwiderlegbaren Fakten als das, was sie wirklich sind entlarvt worden: Als geschäftstüchtige religiöse Heuchler! Jene Führungselite fördert eine götzendienerische Verehrung einer von Menschen geschaffenen Organisation und von deren Führern: Falsche Christusse. (Mat 24:24)

 

*** Rbi8  1. Timotheus 2:5-6 ***

5 Denn da ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und Menschen, ein Mensch, Christus Jesus, 6 der sich selbst als ein entsprechendes Lösegeld für alle hingegeben hat

 

   In liebevoller Weise versucht Franz in seinen Büchern und Vorträgen den bisherigen geistigen Brüdern und Schwestern den Unterschied zu erklären, was „Abfall“ von falschen Lehren einer Religion so sehr vom „Abfall“ von biblischer Lehre unterscheidet! Alle Menschen die fest mit einer Religion verbunden sind werden es entsetzt von sich weisen, dass sie selbst Irrtum und religiöser Lüge aufgesessen sind! Diese unerfreuliche Erfahrung musste Raymond Franz vorab selbst machen und kam darum über eine lange Zeit unter immer grösseren Gewissenszwang! Wem sollte er die Treue halten? Dem Gruppenzwang innerhalb der Herde folgen oder den Aufstand gegen die Beherrschenden wagen oder jene Religionsorganisation vollkommen verlassen, um keinerlei Kompromisse mehr mit dem Gewissen einzugehen? Schmerzlich musste er Jesu Worte und ihre Tiefe erfahren, dass neuer, sprudelnder Wein alte Weinschläuche zum Bersten bringt:

 

*** Rbi8  Matthäus 9:17 ***

Auch gießt man nicht neuen Wein in alte Weinschläuche; wenn man es aber tut, werden die Weinschläuche bersten, und der Wein wird verschüttet, und die Weinschläuche sind verdorben; sondern man gießt neuen Wein in neue Weinschläuche, und beides bleibt erhalten.“

 

   Während seiner jahrelangen Tätigkeit am Bibelerklärenden Werk Aid to Bible Understanding (Hilfe zum Verständnis der Bibel), welches 1990 als neues, zweibändiges Standard-Bibellexikon EINSICHTEN ÜBER DIE HEILIGE SCHRIFT in Millionenauflage und in mehreren Sprachen erschien, sammelte er grundlegende Erfahrungen über wahre Aussagen und Zusammenhänge der Schrift. Gewisse Themen, wie die biblische Chronologie wurden auf Druck des Schreibkomitees und darüber des Präsidenten und Vizepräsidenten so lange zurechtgebogen, bis sie mit den bisherigen falschen Aussagen betreffend 1914 als dem Datum der Installation des göttlichen Königreiches auf Erden im Einklang standen! Lügen ziehen stets weitere Lügen nach sich!

 

   Dasselbe geschah mit anderen Themen, die damit direkt und indirekt in Verbindung stehen, wie den „Gesalbten“, mit dem „treuen und verständigen Sklaven“, dem Abendmahl, himmlischer Auferstehung und gewichtigen anderen Aussagen. Wider besseres Wissen musste er und andere Mitarbeiter Artikel zurechtbiegen, damit sie im Einklang zu bisheriger Lehre im Wachtturm standen! Damit aber nahm er wie Saulus Schuld auf sich, der Christen verfolgte und sie dem Sanhedrin zur Tötung auslieferte. Jeder, der die Aussagen des Wachturms bezweifelte, muss weiterhin die Folgen des Versammlungsausschlusses gewärtigen und Raymond Franz war damals auf der Seite der Häscher!  So wie Paulus sich im Brief an die Korinther selbst der Schuld bezichtigt, so tat es später auch Reymond Franz als einer jener „Gesalbten“, der von sich selbst hoffte zusammen mit Christus im kommenden Königreich Gottes mit zu herrschen! Wie Paulus kam er zur Einsicht ein Geringer zu sein:

 

*** Rbi8  1. Korinther 15:9-11 ***

9 Denn ich bin der geringste der Apostel, und ich bin nicht wert, ein Apostel genannt zu werden, weil ich die Versammlung Gottes verfolgt habe. 10 Doch durch Gottes unverdiente Güte bin ich, was ich bin. Und seine unverdiente Güte mir gegenüber erwies sich nicht als vergeblich, sondern mehr als sie alle habe ich angestrengt gearbeitet; doch nicht ich, sondern die unverdiente Güte Gottes, die mit mir ist. 11 Aber ob ich es bin oder sie, so predigen wir, und so habt ihr geglaubt.

 

   Die im Falle des Paulus begann Ray Franz nach seinem Ausschied aus der leitenden Körperschaft die Erkenntnisse über die unveränderte Wahrheit, die er inzwischen und danach durch unabhängiges weiteres Forschen erlangt hatte nun in geordneter Form anderen mitzuteilen. Er blieb schlussendlich der Berufung treu, die unveränderte Wahrheit über Christus und sein Königreich kund zu tun! (Gal 1:8, 9)

 

   Da blinde Leiter ihre blinden Schafe in schuldhafter Weise mittels Menschengeboten verführen, da sie Gottes GESETZ damit ungültig machen, so sagt Jesus daher zu beiden Gruppen, den Verführern und den Verführten, dass sie dasselbe harte Urteil trifft: „Die eine Grube“, die Abschneidung vom Leben! Noch aber gewährt Gott vor dem Gerichtstag beiden Zeit zur Einsicht und zur Umkehr! Raymond Franz und viele andere, die dies ebenso einsahen haben davon Gebrauch gemacht und belehren heute Tausende von ehrlich gesinnten Menschen! Alle aber, die weiterhin in pharisäerhafter Weise an menschlichen Überlieferungen festhalten nehmen daran Anstoss und versuchen sie zum Schweigen zu bringen!

 

*** Rbi8  Matthäus 15:12-14 ***

12 Dann traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: „Weißt du, daß die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie hörten, was du sagtest?13 Als Antwort sagte er: „Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird entwurzelt werden. 14 Laßt sie. Blinde Leiter sind sie. Wenn aber ein Blinder einen Blinden leitet, so werden beide in eine Grube fallen.“

 

   Der himmlische Vater hat das „Königreich des Sohnes der Liebe“ geschaffen und keine der herkömmlichen Religionen kann dieses Königreich verdrängen oder für sich in Beschlag nehmen! Jesus herrscht darin als König und Hoherpriester und gibt keinem der menschlichen Führer diese Ehre, bis zu dem Tag, wo er sie mit denen teilen wird, die bis zum Ende ihm und seinem Gott Jehova treu gedient haben und die er selbst unter Gottes Anleitung am Ende erwählt! Paulus bestätigte bereits im ersten Jahrhundert, dass jeder der sich als Erwachsener taufen lässt Teil jenes Königreiches wird und nicht erst 1914!

 

*** Rbi8  Kolosser 1:13-14 ***

13 Er hat uns von der Gewalt der Finsternis befreit und uns in das Königreich des Sohnes seiner Liebe versetzt, 14 durch den wir unsere Befreiung durch Lösegeld haben, die Vergebung unserer Sünden.

 

    Wie wir selbst vom DER WEG in unserer Literatur seit dem Jahre 2004 im Internet immer und immer wieder aufzeigten, handelt es sich bei der Watchtower-Organisation und dem durch sie kontrollierten Druckereiimperium in Wirklichkeit um ein usurpiertes Königreich, das vorgibt 1914 von Christus installiert worden zu sein, das behauptet Gottes Königreich auf der Erde zu repräsentieren. Alle überprüfbaren Fakten zeigen aber, dass dies unmöglich ist! Franz bestätigt, mit welcher Unverfrorenheit der Inhalt der „guten Botschaft“ von jener Leitung gefälscht wird, damit sie mit bisherigen Lehren der Gesellschaft und deren Gründer, Charles Taze Russell in Einklang kommt! Paulus aber warnte eindringlich vor solchem Handeln:

 

*** Rbi8  Galater 1:8-9 ***

Aber selbst wenn wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als gute Botschaft verkündigen sollte außer dem, was wir euch als gute Botschaft verkündigt haben, er sei verflucht. 9 Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wer immer euch als gute Botschaft etwas verkündigt außer dem, was ihr angenommen habt, er sei verflucht.

 

   Es muss somit von jedem selbst untersucht werden, ob das, was er durch seine Religion gelehrt wurde auch wirklich mit der Schrift im Einklang ist, somit mit „dem, was wir [[die Apostel]] euch verkündet haben“ oder, ob ein Satz oder eine Aussage aus ihrem Kontext herausgerissen und verdreht angewendet wird! Raymond Franz zeigt in seinem Buch Der Gewissenskonflikt, dass ähnliches, was bei Jehovas Zeugen an falschen Lehren verbreitet wird auch von den Führern anderer Religionen gelehrt wird! Biblische Wahrheit aber kennt keine Kompromisse! Was die Propheten von Anfang an lehrten darf durch niemanden verändert werden! Jeder hat die Pflicht selbst nach der Wahrheit zu forschen, weil jede Lüge uns von Gott Jehova trennt, einem „Gott der nicht lügen kann“! Jesus ist niemals auf der Seite der Lüge zu finden!  Paulus bestätigte dieselbe Aussage vor dem römischen Stadthalter Felix:

 

*** Rbi8  Apostelgeschichte 24:14-15 ***

14 Doch gebe ich vor dir dies zu, daß ich gemäß dem Weg [[dem WEG]], den sie eine ‚Sekte‘ nennen, dem Gott meiner Vorväter in dieser Weise heiligen Dienst darbringe, da ich alles glaube, was im GESETZ dargelegt ist und in den PROPHETEN geschrieben steht; 15 und ich habe die Hoffnung zu Gott, welche diese [Männer] auch selbst hegen, daß es eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben wird.

 

   Franz zeigt in seinen beiden Büchern, Der Gewissenskonflikt und dem zweiten Werk, Auf der Suche nach christlicher Freiheit nicht nur die unhaltbaren Zustände und die verdeckte Verlogenheit an der Spitze einer der mächtigsten Endzeitreligionen, sondern auch wie Christen unabhängig einer Grossorganisation sich ihr Leben in Freiheit und Gemeinschaft mit Christus selbst neu organisieren können, ohne erneut in die Fänge einer anderen Religion zu geraten!

 

   In dem Sinne, das Lebenswerk von Reynold Franz weiter zu verkünden stellen wir eine Abschrift des Buches Der Gewissenskonflikt als E-Buch ins Internet, damit jeder Interessierte sich überzeugen kann, dass Raymond Franz durch seine Forschungsarbeit in fast allen gewichtigen Punkten zu denselben Schlussfolgerungen aber auf unterschiedlichem Wege gelangte, wie sie unsere eigenen jahrelangen Forschungen unabhängig von ihm ebenso ans Licht brachten! Während Franz sich z.B. auf die Chronologie konzentrierte, die das Datum von 1914 als irrelevant und gar vollkommen unmöglich aufzeigt gingen wir den Weg über die in der Schrift vorgegebene Logik im Ablauf der Ereignisse der Endzeit. Auch damit erwies sich die vollkommene Haltlosigkeit des Datums 1914 bis 1918 als Zeit der Aufrichtung von Gottes Königreich! Bei Jehovas Zeugen war ganz offensichtlich „der Griffel eines falschen Abschreibers“ am Werk! Da Gottes Geist nicht irrt fragt es sich zu Recht, wessen Geist am Werke war? (Jer 8:8)

 

   Ein Vorwort von uns leitet uns in die Arbeit des Autors und eine Neustrukturierung des Buches durch erweiterte Titel und Untertitel ermöglicht ein leichteres Zurechtfinden und vor allem Wiederauffinden von gewichtigen Informationen durch elektronische Verknüpfungen!

 

 

 

Inhaltsverzeichnis des Studienartikels

 

7.1      Zum Tod von Raymond Franz. 5

7.1.1              Ein Saulus der zum Paulus wurde. 5

7.1.1.1        Ein Leben im Dienst am Nächsten. 6

7.1.1.2        Alle irren wir uns im Leben: Wenige aber in hoher Position haben den Mut den Irrtum einzugestehen. 7

7.1.1.3        Die NEW YORK TIMES berichtet von moderner Religionsverfolgung seitens eines multinationalen Druckereikonzerns. 8

7.1.1.4        Leitende Körperschaft reagiert wie die „Kongregation für Glaubensfragen“ des Vatikans zur Zeit der Inquisition! 11

7.1.1.5        Die Angst geht um bei der Wachtturm-Organisation. 13

7.1.2              Ein reines Gewissen steht über der Treue zu einer Organisation. 15

7.1.2.1        Was war das Ziel des Buches: „Der Gewissenskonflikt“ 15

7.1.2.2        Erkenntnisse von R. V. Franz, die uns nützlich sein sollen. 17

7.1.2.3        Was auch Reymond Franz trotz all seiner biblischen Kenntnisse noch nicht gänzlich zu verstehen vermochte. 19

7.1.2.4        Wem gebührt unsere erste Loyalität: Einer Religion oder unserem Schöpfer Jehova und seinem Christus?. 22

7.1.2.5        Wurde wirklich 1914 Gottes Königreich auf Erden aufgerichtet?. 22

7.1.3              War Russell der tiefsinnige Bibelforscher oder doch eher einer, der hier und dort die Ideen anderer kopierte?. 23

7.1.3.1        Russells Kopieren von falschen Aussagen, wie und wann und wo sich die Prophetie über Jesu Wiederkehr erfüllen müsse. 23

7.1.3.2        Das Problem mit der verflixten Chronologie, die mit falscher Prophetie übereinstimmen muss. 24

7.1.3.3        War nun Russell der „kluge Knecht“ oder gibt es eine Klasse Gesalbter, ein Kollektiv eines bereits auserwählten und eingesetzten „treuen und verständigen Sklaven“?. 25

7.1.4              Einige der Lehren der WATCHTOWER durch Raymond Franz entlarvt als irrig und falsch, als vollkommen unbiblisch. 28

7.1.4.1        Wer Gottes GESETZ als angeschafft erklärt siebt später Mücken aus und schluckt Kamele! 29

7.1.4.2        Hat Gott auf der Erde in der Endzeit eine spezifisch definierte Organisation?. 30

7.1.4.3        Gibt es eine Gesalbtenklasse mit himmlischer Hoffnung, die allein von den Emblemen Brot und Wein nehmen darf?. 31

7.1.4.4        Rutherfords Schachzug des Entscheides durch den Einzelnen, wer zur „Klasse mit himmlischer Hoffnung“ gehöre. 33

7.1.4.5        Ein von Dämonen inspirierter Plan Rutherfords. 34

7.1.5              Der hohe Preis der christlichen Freiheit 37

7.1.5.1        Das zweite Buch: „Auf der Suche nach christlicher Freiheit“ 37

7.1.5.2        Kurzer Überblick über den Inhalt des 2.Buches, Christliche Freiheit 37

7.1.6              Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse. 39

7.1.6.1        Zwei unterschiedliche Formen der Suche nach Wahrheit 39

7.1.6.2        Wahrheit widerspricht sich nicht! Jesus bestätigte: „Dein Wort ist Wahrheit“ 40

7.1.6.3        GESETZ Gottes oder pharisäischer Dschungel von Regeln?. 41

7.1.7              Anhang. 41

7.1.7.1        Literaturhinweise und Web-Infos. 41

7.1.7.2        Biblische Chronologie gemäss den Forschungsarbeiten von Carl Olof Jonsson. 42

7.1.7.3        Videos von Franz im Internet 43

  

7.1              Zum Tod von Raymond Franz

 

 

7.1.1          Ein Saulus der zum Paulus wurde

Raymond Franz hatte seit früher Jugend sein Leben der Organisation von Jehovas Zeugen anvertraut und stieg darin bis zur zweithöchsten Position auf, ein Mitglied der leitenden Körperschaft zu sein. Vorab Nathan Knorr als Präsident und dann sein Onkel, Fred Franz als Vizepräsident hielten die obersten Positionen inne. Wir wollen eines von Beginn an korrekt darstellen: Damit verbunden stand Raymond Franz den grössten Teil seines Lebens auch im Dienste der Mitmenschen, vor allem dem seiner Brüder innerhalb jener Organisation. Er hat mit Tausenden von Menschen die Bibel studiert und vor Zehntausenden Ansprachen an grossen Kongressen geführt, unzählige Versammlungen besucht und jene darin bestärkt, der Organisation die Treue zu halten, weil dies seiner damaligen Ansicht nach der einzige Kommunikationskanal zwischen Gott und Menschen darstellte. So war er es gelehrt worden.

 

Sein Glaube in jene Organisation wurde erst dann erschüttert, als er immer öfters in den höchsten Gremien Zeuge davon wurde, wie auf jener Ebene der Watchtower Society die Wahrheit aus der Bibel ganz offensichtlich verdreht wurde. Die „offizielle Wahrheit“ sollte stets mit den bisher vertretenen Lehren in Harmonie stehen, auch dann, wenn sie unhaltbar offensichtlich war! Dass dies ein in Gottes Augen unannehmbares Verhalten ist wurde ihm schmerzlich bewusst. Er verstand die direkten und harten Worte d Paulus, die selbst den Mitapostel Petrus betrafen, weil jener „den geraden Weg der Wahrheit“ aus Menschenfurcht für einen Moment verlassen hatte. Wir erinnern uns an die bereits erwähnten Worte: (vergl. Ga 2:14)

 

*** Rbi8  Galater 1:7-9 ***

7 Doch gibt es keine andere; nur sind da gewisse Leute, die euch Unruhe bereiten und die gute Botschaft über den Christus verdrehen wollen. 8 Aber selbst wenn wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als gute Botschaft verkündigen sollte außer dem, was wir euch als gute Botschaft verkündigt haben, er sei verflucht. 9 Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wer immer euch als gute Botschaft etwas verkündigt außer dem, was ihr angenommen habt, er sei verflucht.

 

Raymond Franz selbst wurde missbraucht und zu einem Instrument gemacht, um Wahrheit zu verfälschen, er selbst war damit Anteilhaber an der Verkündigung einer „veränderten guten Botschaft“! Daher stand er selbst unter diesem Fluch, so wie Kephas (Petrus), bevor er sich von der Irrlehre und dem Abfall abwendete! Während seiner Tätigkeit als Mitredaktor des bibelerklärenden Werkes Hilfe zum Verständnis der Bibel, das später revidiert als zweibändiges Standardwerk Einsichten über die Heilige Schrift erschien, da wurden ihm gewichtige Themen zur Bearbeitung übertragen, wie eben die biblische Chronologie. Darin aber wurden gegen sein besseres Wissen und gegen seinen Willen gewisse Dinge falsch dargestellt, wie er inzwischen offen selbst zugibt! Die Bibelenzyklopädien wurden in millionenfacher Auflage in mehreren Sprachen durch die Watchtower vertrieben und haben Einfluss auf den Glauben von Millionen von Menschen. Jene glauben nun eher der weitverbreiteten Lüge wie der Wahrheit!

 

Paulus warnt, dass viele eher der Lüge einer „offiziellen Wahrheit“ irgend einer Kirche als der unverfälschten Wahrheit der Schrift Glauben schenken werden! Er spricht von dem „Gesetzlosen“ der Endzeit, der Gottes Gebote ablehnt und durch sein eigenes Recht ersetzt und damit Satan gleicht und dessen Unterstützung geniesst!

 

*** Rbi8  2. Thessalonicher 2:9-12 ***

9 Doch ist die Gegenwart [[das Kommen; das Erscheinen]] des Gesetzlosen gemäß der Wirksamkeit des Satans mit jeder Machttat und mit lügenhaften Zeichen und Wundern 10 und mit jedem Trug der Ungerechtigkeit für die, die zur Vergeltung dafür zugrunde gehen, daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, damit sie gerettet würden. 11 Und darum läßt Gott ihnen eine Wirksamkeit des Irrtums zugehen, damit sie der Lüge glauben, 12 so daß sie alle gerichtet werden, weil sie der Wahrheit nicht glaubten, sondern an Ungerechtigkeit Gefallen hatten.

 

Raymond wurde sich dabei immer schmerzlicher bewusst, dass dort in der Führungsetage nicht Wahrheit im Einklang mit den Aussagen der PROPHETEN und nicht Gottes Gerechtigkeit gemäss dessen GESETZ im Zentrum des Interesses stehen. Jener leitenden Körperschaft und deren Präsidenten, (ab 1978) Frederick W. Franz, seinem Onkel interessierten viel mehr ökonomische Interessen, die es zu schützen galt.

 

Sein Verwandter, Fred Franz war seit Jahrzehnten der Top-Ideologe der Gesellschaft und ihm wird die Herausgabe der NEUE-WELT-ÜBERSETZUNG DER HEILIGEN SCHRIFT zugeschrieben. Darin gibt es viele Veränderungen die wir im Internet deutlich in einer korrigierten Version der NEUE-WELT-ÜBERSETZUNG hervorgehoben haben! Von 1945 bis 1978 war Fred Franz Vizepräsident der Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania, der Muttergesellschaft aller übrigen verzweigten Unternehmungen. Nach dem Tod von Knorr wurde er 1978 der vierte Präsident der Gesellschaft bis zu seinem Tod 1992.

 

Die Erklärung von Raymond, dass gewichtige Lehrinhalte der Gesellschaft bisher falsch gewesen seien, wie z.B. das Jahr 1914 als Beginn der Aufrichtung von Gottes Königreich oder die biblische Datierung der geschichtlichen Ereignisse rund um das Jahr 607 v.u.Z. und vieles andere, dies hätte zu einem enormen Schwund an Vertrauen und damit an Lesern geführt! Jahrzehntelang wurden diese falschen Aussagen wie heilige Kühe behandelt! Das wussten alle Präsidenten und führenden Direktoren seit dem Jahr 1914, wo sich zeigte, dass die von Russell vorhergesagten Ereignisse nicht eintrafen! Die falsche Prophetie war eindeutig zu Tage getreten, was danach folgte war offene Lüge und Vertuschung der unleugbaren Tatsache des früheren Irrtums! Der gesamte internationale Literaturkonzern, ein Milliardenunternehmen wäre möglicherweise in Existenzgefahr gekommen, hätte man inzwischen offen zuerst den ursprünglichen Irrtum, dann das Lügengewebe zugegeben und davon abgeschworen! Die Religionsgemeinschaft vorab der Bibelforscher und später ab 1931 nach dem Namenswechsel auf Zeugen Jehovas, die hinter der Watchtower Inc. steht hätte einen enormen Aderlass erlitten!

 

Zu Beginn des 1. Kapitels des Buches Der Gewissenskonflikt zitiert Raymond Franz den Reformator Martin Luther, einer der Anführer des Protestantismus, der sich vehement gegen den Autoritätsmissbrauch der Katholischen Kirche wehrte und deren verdrehte Lehren offen beklagte. Luther verteidigte seine Lehren gegenüber jenen veränderten des Papsttums:

 

Es sei denn, dass ich durch Zeugnisse der Schrift oder klare Vernunftgründe überwunden werde – denn ich glaube weder dem Papst noch den Konzilen allein, weil es am Tage ist, da sie zu mehreren Malen geirrt und sich selbst widersprochen haben –, so bin ich überwunden durch die Stellen der Hl.Schrift, die ich angeführt habe, und gefangen in meinem Gewissen an dem Wort Gottes. Deshalb kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen zu handeln beschwerlich, nicht ratsam und gefährlich ist. Gott helfe mir, Amen. [1]

 

Luther stand unter Lebensgefahr, als er diese Aussage machte! Gewisse Dogmen, an die er bisher unbesehen geglaubt hatte kamen bei ihm ins Wanken, als er sich von Dogmentreue weg wandte, um sich nun unabhängig davon dem tieferen Studium der Schrift zu widmen! R. Franz kam als er dasselbe tat daher selbst unter Druck innerhalb jener Leitungselite der Watchtower, als er begann gegen gewisse Aussagen und Entscheidungen sein Veto und Berufung einzulegen, seinem Gewissen gehorchend, dass Gott keinerlei Lüge toleriert! Er schreibt dazu: (Seite [10], Abs. 5)

 

Es geht um die Freiheit, die Wahrheit zu suchen ohne fremde Einmischung, um das Recht, ein persönliches Verhältnis zu Gott und Christus zu haben, ohne die Einschaltung einer menschlichen Mittlerinstanz. Auf den ersten Blick mag sich manches von dem, was ich hier schreibe, ganz speziell auf Jehovas Zeugen beziehen. In Wahrheit aber berühren die zu Grunde liegenden Fragen das Leben eines jeden Menschen, der sich zum christlichen Glauben zählt.

 

Was sich bei den Zeugen Jehovas als bindendes Dogma erweist, das die Gedanken in Schranken legt, mag im einen oder anderen auch innerhalb anderer Religionen ebenso zutreffen. Was bei Jehovas Zeigen erfolgreich korrigiert wurde und als religiöse Lügen bei anderen Gemeinschaften entlarvt ist, wie die Höllenlehre, der Dreieinigkeitsglaube und, dass alle guten Menschen in den Himmel kommen, dies wurde durch andere, alte und neue Lügen zunichte gemacht! Indem ich einer Lüge anhänge werde auch ich zum Lügner! Gottes Wort sagt aber deutlich, dass kein Lügner Gottes Anerkennung findet, sondern alle im „zweiten Tod“ enden werden!

 

*** Rbi8  Offenbarung 21:7-8 ***

7 Wer siegt, wird diese Dinge erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. 8 Was aber die Feiglinge und die Ungläubigen und die betrifft, die zufolge ihrer Unsauberkeit abscheulich sind, und Mörder und Hurer und solche, die Spiritismus ausüben, und Götzendiener und alle Lügner, ihr Teil wird in dem See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt. Das bedeutet den zweiten Tod.“

 

Es lohnt somit, unseren Glauben zu überprüfen und alle Korrekturen vorzunehmen, auch wenn dies mit Zeit und Anstrengung verbunden ist und zu Verlusten führt!

 

7.1.1.1        Ein Leben im Dienst am Nächsten

Der Vater von Raymond Franz war bereits im Jahre 1913 getauft worden. So wurde Franz im Jahre 1922 bereits in dritter Generation in eine Familie von Bibelforschern hineingeboren. Mit 17 Jahren liess er sich am 1. Januar 1939 durch vollständiges Untertauchen taufen. Er erinnert sich später im Buch Der Gewissenskonflikt an einen Gedanken den er damals hegte: „Von nun an gehört mein Leben Gott durch Jesus Christus“. Diese Taufe erfolgte acht Jahre nach dem Namenswechsel von den Bibelforschern hin zu Jehovas Zeugen, damals unter der harten Diktatur des 2. Präsidenten der Gesellschaft, dem ehemaligen weltlichen Richter und Anwalt Rutherford. Nach seinem Hochschulabschluss 1940 entschloss sich Ray voll Enthusiasmus sein Leben vollkommen der Organisation WATCHTOWER und ihren Lehren zu widmen.

 

Bereits als Pionier (Vollzeitdiener) in den Vereinigten Staaten erlebte er im Dienst vielerlei Gewaltakte, wo so genannte Superpatrioten Jehovas Zeugen attackierten, weil jene den Kriegsdienst verweigerten und keinen Anteil am aufkommenden Nationalismus haben wollten. Es war die Zeit vor, während und nach dem 2.Weltkrieg.

 

Während zwanzig Jahren diente Franz auf karibischen Inseln, wo er unter verschiedene Krankheiten wie Hepatitis und Dengue-Fieber zu leiden hatte. 1942 wurde er zum Sonderpionier ernannt, mit einer Zuwendung der Gesellschaft, die ihm Grundlage zum Lebensunterhalt gab. 1944 nahm er an einem fünfmonatigen Ausbildungskurs an der Missionarschule Gilead teil. Von dort wurde er in den Missionardienst nach Puerto Rico gesandt, wo er über 20 Jahre lang u.a. auch in der Dominikanischen Republik und auf Virgin-Island als Missionar, dann als Kreis- und später als Zonenaufseher diente. Im Jahre 1959 heiratete er seine Frau Cynthia. Im Jahre 1964 folgte eine zehnmonatige Weiterbildung in Gilead und ab 1965 die Berufung in die Weltzentrale der Watchtower in Brooklyn, New York. Dort war er u.a. in der Schreibabteilung und im Schreibkomitee tätig.

 

Im Jahre 1971 wurde er dann zum Mitglied der leitenden Körperschaft berufen. Erst da wurde ihm langsam bewusst, welcher Geist in Wirklichkeit jene Organisation leitet, als er die verdeckten Machenschaften miterleben und selbst mittragen musste, welche diese Organisation mit eiserner Faust zusammenhält und weit mehr der Tradition verbunden ist, wie auf Gottes und Christi Geist zu achten! So kam er auf den Punkt, wo sein Gewissen nicht mehr erlaubte Dinge mitzutragen und mit zu entscheiden, die er klar als falsch, als unbiblisch und als gegen Gottes Geist gerichtet erkennen musste! In über 50 Nationen gab er bisher als Zeuge Jehovas und leitendes Glied öffentliche Vorträge, oft vor Zehntausenden von Personen an Kongressen, wo er am Schluss die offizielle Lehre gar entgegen seinem Gewissen zu vertreten hatte, was zu grossen inneren Konflikten führte.

 

Watch Tower Society HeadquartersPrivate Gespräche mit anderen Mitarbeitern der Weltzentrale, wo biblische Begründungen für gewisse Aussagen zusammengetragen wurden galten als abtrünniges Verhalten. Vollkommene Loyalität gegenüber der Organisation und allen ihren bisherigen Lehren war ein absolutes Erfordernis. Jeder, der sich gegen diese Devise auch nur durch Äusserung von Gedanken verging musste mit härtester Bestrafung, dem Ausschluss rechnen. Ein vollkommen vergiftetes Klima von Angst vor Denunziation begann sich in der Weltzentrale breit zu machen.

 

Mit 58 Jahren, am 22. Mai 1980 schrieb Raymond Franz auf Druck der übrigen Glieder der leitenden Körperschaft sein Rücktrittsschreiben, in dem er mit sofortiger Wirkung sein Amt zur Verfügung stellte. Mit eigenen Ersparnissen von etwa 600 Dollar musste Franz und seine Frau Cynthia ein neues Leben ausserhalb dessen beginnen, was ihm bisher Heim war und ihm Sicherheit für das Alter, Freunde und Familie bedeutete! Eine Einmalabfindung von 10.000 Dollar von der Gesellschaft sollte ihm zudem den Mund verbieten über das zu reden, was er wusste.

 

Erst nachdem er vergleichsweise als politischer Flüchtling innerhalb der Versammlung von Gadsden-Ost (Alabama) Aufnahme fand, erst da begann eine wahre Hexenjagt gegen ihn. Diese wurde von der obersten Führung angezettelt und richtete sich gegen ihn und seinen Freund und neuen Arbeitgeber Peter Gregerson. Auf dessen Grundstück hatte er seinen neu erworbenen Wohnwagen aufstellen dürfen.  

 

Am 31. Dezember 1981 wurde Raymond Franz exkommuniziert, aus der Versammlung ausgeschlossen, weil er mit seinem Arbeitgeber und Verpächter Peter Gregerson zu Mittag gegessen hatte, der zuvor aufgrund eigener grosser Zweifel die Versammlung freiwillig verlassen hatte. 

 

coverDanach arbeitete Franz an der Ausarbeitung seines ersten Buches „Der Gewissenskonflikt“ (engl. Crisis of Conscience), das 1983 in Englisch erschien. Das Buch wurde daraufhin in mehrere Sprachen übersetzt und gilt als Standardwerk für Aussteiger von Jehovas Zeugen. 1986 erschien die erste gedruckte Ausgabe in Deutsch. Mit dem 1993 von der Wachtturm-Gesellschaft herausgegebenen Buch Jehovas Zeugen, Verkündiger des Königreiches Gottes wurde versucht, die Aussagen von Franz abzuschwächen und eine umfangreiche Selbstberäucherung durchzuführen.

 

Ab 1985 konnte Franz mit seiner Frau in einem eigenen Haus in Atlanta (Georgia) leben, nachdem er eine grosszügige Spende einer reichen Leserin seines Buches erhalten hatte. Dort arbeitete er am zweiten Buch mit dem Titel Auf der Suche nach christlicher Freiheit (engl. In Search of Christian Freedom), das 1991 in Englisch und 1997 auf Deutsch auf einer CD erschien. 2005 erschien dann auch das gedruckte Buch in Deutsch im Handel. Mit unserer Internet-Ausgabe sind damit beide Bücher in elektronisch bearbeitbarer Form vorhanden!

 

7.1.1.2        Alle irren wir uns im Leben: Wenige aber in hoher Position haben den Mut den Irrtum einzugestehen

Die Berufung in die höchste Chefetage der Zeugen Jehovas innerhalb der Watchtower Inc. war vom ersten Tag an für Ray Franz frustrierend, weil er von Beginn an über das dortige Verhalten vorab erstaunt und dann bitter enttäuscht war!

 

Die ersten der wöchentlichen Sitzungen, an denen ich teilnahm, entsprachen jedoch ganz und gar nicht meinen Erwartungen ... Was auf die Tagesordnung kam, das entschied der Präsident der Gesellschaft, Nathan Knorr. Alle Angelegenheiten, deren Beratung er für geeignet erachtete, brachte er ... mit, und das war gewöhnlich das erste Mal, daß wir von dem Diskussionsgegenstand überhaupt erst erfuhren. Manchmal erschöpfte sich die ganze Sitzung einfach in der Besprechung einer Liste von Empfehlungen für die Ernennung reisender Beauftragter in verschiedenen Ländern ... Die ganze Sitzung war manchmal schon nach wenigen Minuten vorbei. Eine hat nur sieben Minuten gedauert, inklusive Gebet zu Beginn. (S. 45, Abs. 1)

 

Was Franz erlebte war überhaupt nicht im Einklang mit einer „leitenden Körperschaft“, sondern dem Entscheidungsmodus eines Monarchen oder Diktators! Auch wie die Mitglieder vollkommen unvorbereitet an gewichtige Themen herantraten zeigt die grosse Oberflächlichkeit, die Franz später immer mehr abstiess. Da war keinesfalls etwas vom Geist Jehovas zu spüren, der bei jeder Entscheidung durch das mitgetragen werden musste, was die Schrift aussagt.

 

Die meisten Zeugen Jehovas sind davon überzeugt, dass in der Führung einmal entdeckte Fehler bald schon korrigiert werden würden, dass der „treue und verständige Sklave“ beständig bemüht sei, das, was er als „Wahrheit“ erkannt habe auch den Lesern des Wachtturms mitteilen würde. Das war zuerst auch die Meinung von Ray Franz, die er aber bald schon als fatalen Irrtum erkennen musste! Weit eher war das Gegenteil der Fall, dass erkannter Irrtum fein säuberlich beständig in ein neues Gewand von Lügen und Halbwahrheiten gehüllt wurden, um ja nicht die Fehler eingestehen zu müssen. Ein in ehrlichen Menschen wahrlich Abscheu erregendes Verhalten! Raymond Franz brauchte neun Jahre, um einzusehen, dass bleibende interne Veränderungen innerhalb der WATCHTOWER hin zu biblischer Wahrheit und gottgemässer Gerechtigkeit etwas nahezu unmögliches sind. Er erkannte, dass jene leitende Körperschaft und ihr jeweilig gerade herrschender Präsident von einem Geist geführt sind, der bestimmt mit Jehovas Denk- und Verhaltensweise sehr wenig Gemeinsames hat! Da war offensichtlich „der Gesetzlose“ am Werk! Der beständige Widerstand, oft verdeckt, der von Seiten Rays existierte musste die konservativen Kräfte gegen ihn aufbringen. Dies bedeutete einen jahrelangen Widerstreit auszuhalten, stets mit der Idee, längerfristig doch noch eine Veränderung herbeiführen zu können. Er unterschätzte dabei die Macht im Geistbereich, die hinter jeder Religion tätig ist!

 

*** Rbi8  Epheser 6:10-13 ***

10 Schließlich erwerbt euch weiterhin Kraft im Herrn und in der Macht seiner Stärke. 11 Legt die vollständige Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Machenschaften des Teufels standhalten könnt; 12 denn unser Ringen geht nicht gegen Blut und Fleisch, sondern gegen die Regierungen, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern. 13 Darum nehmt die vollständige Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alle Dinge gründlich getan habt, standhalten könnt.

 

Von was spricht Paulus, wenn er von dem „himmlischen Örtern“ (Mehrzahl!) spricht? Er redet davon, dass das Ringen des Gerechten „gegen die Regierungen, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis“ gerichtet ist! Es ist ein sich gegen herrschende Autorität wenden, was immer sie für einen Namen oder äusseren Mantel benutzt! Finsternis herrscht ausserhalb des „Königreiches des Sohnes der Liebe“, wo wir nicht von der Macht befreit sind, die das System draussen ausübt!

 

*** Rbi8  Kolosser 1:13-14 ***
13 Er hat uns von der Gewalt der Finsternis befreit und uns in das Königreich des Sohnes seiner Liebe versetzt, 14 durch den wir unsere Befreiung durch Lösegeld haben, die Vergebung unserer Sünden.

 

Ray Franz hatte bis zu seinem Tod offensichtlich nicht verstanden, was die Worte des Paulus im 2. Brief an die Korinther, im Kapitel 12, Verse 1-3 betreffend die drei unterschiedlichen Himmel oder Rangstufen von Autorität angeht.

 

Die Himmel lassen sich nicht nur auf drei unterschiedliche Machtbereiche aufteilen, sie müssen auch noch nach den „alten“ und den „neuen Himmeln“ unterschieden werden! Satans Machtbereich innerhalb der „alten Himmel“ erstreckt sich auf den 2. Himmel, den Bereich der Dämonen und auf den 1.Himmel, die Autoritäten dieses Systems, jene drei Machtgruppen die er vollständig unter Kontrolle hält: Die Religionen, die Politik und die Wirtschaft! So lange er diese Bereiche kontrolliert ist er wahrlich der „Gott dieses Systems“.

 

*** Rbi8  2. Korinther 4:3-6 ***

3 Wenn nun die gute Botschaft, die wir verkündigen, tatsächlich verhüllt ist, so ist sie unter denen verhüllt, die zugrunde gehen, 4 unter denen der Gott dieses Systems der Dinge den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle. 5 Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus als Herrn und uns selbst als eure Sklaven um Jesu willen. 6 Denn Gott ist es, der gesagt hat: „Das Licht strahle aus der Finsternis“, und er hat in unsere Herzen gestrahlt, um [sie] mit der herrlichen Erkenntnis Gottes durch das Angesicht Christi zu erleuchten.

 

So sehr Religionen auch behaupten Jesus zu vertreten, so erzeigt doch ein genauer Untersuch, dass Jesus sie wegen ihres gesetzlosen Handelns verworfen hat und von ihren Führern sagt: „Ich habe euch nie gekannt … weicht von mir ihr Täter der Gesetzlosigkeit“.

 

Darum kündet Paulus die vollkommene Vernichtung dieser drei Machtbereiche an, vorab Religion, dann Politik aber auch die Wirtschaftsmacht, bevor Jesus die „neuen Himmel“ formt, die kommende Regierungsgewalt in der Hand Gottes, dann der des Christus und der Apostel und der 144.000 Priesterkönige. Ohne exakte Erkenntnis wie sich dieses Beenden der bisherigen Macht und das Aufrichten der neuen Herrschaft auf der Zeitachse abspielt ist wahres Verständnis nicht möglich! Solches Verständnis wird durch die Lehre jener leitenden Körperschaft ja gerade verhindert! Der heutige getrennte Bereich von Religion und Politik wird in Gottes Königreich erneut zu einem einzigen Bereich verschmolzen! Gott ist gleichzeitig höchste Autorität und Gesetzgeber, sowie Richter aller Nationen! Die irdische Herrschaft wird durch ein Priester-Königtum unter Jesu Oberaufsicht ausgeübt.

 

Hätte Raymond Franz diese Zusammenhänge wirklich in die Tiefe verstanden, so wäre sein Austritt aus jener Organisation von jenem Tag an festgestanden! Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen! Ein Teil jener Erkenntnis kam erst nach dem Ausscheiden und vor allem nachdem er vollkommen aus der Organisation ausgestossen wurde und unter dem Bann stand! Erst damit wurde sein Geist genügend frei, um auch die tieferen Aussagen hinterfragen zu können! Hätte er dies zuvor getan, es wären unüberbrückbare Abgründe entstanden!

 

7.1.1.3        Die NEW YORK TIMES berichtet von moderner Religionsverfolgung seitens eines multinationalen Druckereikonzerns

Der Ausschied von Raymond Franz aus der leitenden Körperschaft blieb auch ausserhalb der Weltzentrale nicht unbemerkt! Die vergiftete Stimmung hatte auch das Interesse der weltlichen Presse auf sich gezogen. Am 22. Februar 1982 wurde ein Interview mit Raymond Franz in der NEW YORK TIMES publiziert. Unter der Rubrik „Religion“, wo unter dem Titel „Zeuge unter Verfolgung“ steht:

 

(auf Deutsch auszugweise in unserer freien Wiedergabe folgt nach dem Artikel in Englisch)

 

http://www.jwfiles.com/scans/images/Time2-22-1982p66.jpg

Der Korrespondent Richard N. Ostling (?) und Anna Constable berichten: (Dem Sinn gemäss wiedergegeben)

 

1975 entstand eine grosse Krise innerhalb dieser „geheimnisvollen und apokalyptischen Sekte“, Jehovas Zeugen, als deren Prophezeiungen über den unvermeidlichen Untergang des Systems in jenem Jahr erneut keinerlei Erfüllung folgte. Dass innerhalb der Gruppe keinerlei Zweifel und Nachfragen geduldet werden, dies musste aufgrund des erneuten Debakels zu Problemen führen. Als Raymond Franz innerhalb der leitenden Körperschaft seine Zweifel an gewissen Doktrinen offen kund tat folgte kurz darauf eine Exkommunikation, mindestens so dramatisch wie innerhalb des Kardinalkollegiums. Ausser von seiner Frau und wenigen Freunden wurde er mit dem Gemeinschaftsentzug von jeder bisherigen Verbindung all seiner 2.257.000 Brüder und Schwestern im Glauben abgetrennt. Nach dem öffentlichen Bekanntgeben seines Ausschlusses durfte ihm niemand mehr auch nur einen Gruss entrichten!

 

Franz war daraufhin bereit sein Versprechen auf Stillschweigen zu brechen und gegenüber der NEW YORK TIMMES die Gründe und Anschuldigungen der Gesellschaft für den Ausschied aus der leitenden Körperschaft von Jehovas Zeugen und aus der Weltzentrale dem Bethel Brooklyn und den schlussendlichen Ausschluss aus der Gemeinschaft zu erwähnen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Zeugen wurden Einzelheiten aus der oberster Verwaltungsebene bekannt, die wie ein verschlossener Geheimbund wirkt. Innerhalb jeder anderen Firma, wie es die Watchtower-Unternehmensgruppe darstellt, hätte dieses Debakel von 1975 zum Rücktritt des Präsidenten und der Geschäftsleitung geführt! Nicht so aber bei Jehovas Zeugen! Der einzige, der den Stuhl räumen musste war Raymond Franz, weil er Kritik gewagt hatte!

 

Anlässlich seiner jahrelangen offiziellen Arbeit an einer Bibel-Enzyklopädie wurde R. Franz erstmals bewusst, dass gewisse Doktrinen unmöglich mit der Schrift in Einklang zu bringen waren. Die harschen Methoden Brooklyns brachten nur Mitläufer hervor, die äusserlich moralisch erschienen, innerlich aber jede Form von unlauteren Kompromissen schlossen. Diese Vorgehensweise der Führung aber unterwanderte die lebenswichtigen Qualitäten wie die der Menschlichkeit, des Mitgefühls und der Barmherzigkeit.

 

Als gewisse Gerüchte über um sich greifende Zweifel an gewissen Lehrinhalten innerhalb des Bethel Brooklyn auftauchten, läuteten die Alarmglocken! Innerhalb der Weltzentrale wurde eine geheime Untersuchung eingeleitet und unter Androhung von Versammlungsausschluss von mehreren der Verhörten wurden Geständnisse erpresst. Die zentralen zwei Fragen unter vielen anderen dabei lauteten: „Hast du Zweifel daran, dass Jehova nur eine erwählte Organisation auf der Erde hat?“ und „Zweifelst du an der offiziellen Endzeit-Chronologie?“ Auch nur geringe Zweifel zu hegen genügte für ein Rechtsverfahren!

 

Wochen später, nachdem bereits einige ausgeschlossen wurden erreichte die Untersuchung auch R. Franz, der eine längere Ferienpause genommen hatte. Er selbst antwortete in Kenntnis der Folgen eines falschen Wortes im Kreuzverhör schlussendlich ausweichend auf diese und ähnliche Fragen. Da bisher kein stichhaltiger Beweis für einen „Umsturzversuch“ vorlag kam es nicht zur notwendigen 2/3 Mehrheit innerhalb der leitenden Körperschaft für seinen unmittelbaren Hinauswurf. So wurde ihm vom Kollegium der unmittelbare Rücktritt nahegelegt. Die Stimmung war so vergiftet, dass ein weiterer Verbleib unmöglich war. Ungefähr ein Dutzend zum Teil leitender Angestellter der Watchtower waren bereits zuvor hinausgefegt worden und wurden inzwischen mit dem Kirchenbann belegt. Die grösste Krise, welche die Organisation bisher erlebt hatte nahm damit ihren weiteren Verlauf. Eine Säuberung wie zu Zeiten Stalins in der Sowjetunion wurde in Gang gesetzt. Wer irgendwie vom Virus eines kleinsten Zweifels befallen zu sein schien kam ins Visier der aufgepeitschten Häscher! Wer in der Karriere auf der Hierarchieleiter aufsteigen wollte, der musste am Verfolgungswahn Anteil haben!

 

http://www.pensamientoycultura.com/gregerson.gifRaynold Franz verteidigt im Interview aber auch offen die guten Charakteristiken so vieler treuer Zeugen Jehovas, die ihr Herz für jenes von aussen gesehen so wertvolle Werk verrichten! Einer offensichtlich ergreifenden Idee, einer baldigen Weltregierung die frei von Korruption ist, gaben sie ihre Liebe, ihre Kraft, ihre Zeit und ihre Mittel! Peter Gregerson, aus Gadsden war einer dieser gutherzigen Seelen. Er war ein Ältester, der schon längere Zeit starke Zweifel an gewissen Lehren und Verhaltensweisen der Gesellschaft hegte. Er war ein langjähriger Freund von Raymond Franz. Als er sich ausser Stande fühlte weiter die Lehren öffentlich zu vertreten, in Kenntnis, was mit Raymond Franz wirklich geschehen war, da stellte er 1981 sein Amt als Ältester zur Verfügung.

 

Er und seine Frau hatte schon einige Zeit zuvor Raymond Franz eingeladen, falls sie je die Weltzentrale verlassen sollten zu ihm nach Gadsden zu kommen. Er bot ihnen nun nach ihrem Ausschied 1980 Gelegenheitsarbeiten an und teilte ihm auf seinem Grundstück Platz zu, um den inzwischen erworbenen Wohnwagen dort aufzustellen. Als Besitzer einer kleinen Supermarktkette beschäftigte er etwa 45 Zeugen in seinen Betrieben. Nach seinem Rücktritt als Ältester folgte nicht viel später auch der Rückzug von der Organisation der Zeugen Jehovas durch ein formelles Austrittsgesuch. In einem eilends eingeleiteten Rechtsverfahren wurde er aus der Versammlung hinausgeworfen, wogegen er begründete Beschwerde einlegte (siehe Wortlaut unter 13.Anhang, zu Kapitel 11, Seite [354]-[356]).

 

Eine neue Politik der Watchtower-Führung wurde im Wachtturm vom 15. September 1981 veröffentlicht (auf Deutsch 15. Dezember 1981 siehe Auszug daraus im DER WEG, Juli 2010, Artikel 2 unter dem Titel „Der Gemeinschaftsentzug in der Christenversammlung“). Dort stellte man nun plötzlich auch solche Menschen, welche die Gesellschaft aus persönlichen Gründen verlassen hatten jenen gleich, die wegen eines schwerwiegenden Vergehens gegen die innere Rechtsordnung ausgestossen worden waren. Das war eine gravierende Veränderung in der Lehre.

 

Als nun Raymond Franz etwa zwei Monate nach Erscheinen des Artikels mit seinem Arbeitgeber Peter Gregerson bei einem Essen in einem öffentlichen Restaurant gesehen wurde gab es kurz darauf Anklage gegen ihn und Vorladung vor ein Rechtskomitee. Raymond meinte gegenüber der NEW YORK TIMES, dass es wohl Erdenweit keine andere Organisation gibt, die eine solche hundertprozentige Konformität ihrer Angehörigen mit internen Richtlinien verlangt.

 

7.1.1.4        Leitende Körperschaft reagiert wie die „Kongregation für Glaubensfragen“ des Vatikans zur Zeit der Inquisition!

Vom Standpunkt der Organisation aus gesehen musste alle Andersdenkenden aus der Versammlung entfernt werden. Alle, die etwa im Stile Luthers sich allein auf Aussagen der Schrift berufen und die sich damit nicht weiter allein auf offizielle Interpretationen des Glaubensgründers und dessen Vertreter abstellen, standen nun in Gefahr. Ein Detail das dabei wichtig ist: Nach offizieller Lehrmeinung kommen nur 144.000 als Wiedergeborene in den Himmel, zu denen sich Raymond Franz ursprünglich selbst zählte. Einige aber in der Weltzentrale und viele ausserhalb bezweifelten dies inzwischen.

 

Das Untersuchungskomitee über abweichlerisches Denken in der Weltzentrale stellte eine Liste der Vergehen auf, welche Dissidenten hegen mochten. Dazu gehörte der folgende Punkt 5: (Buch Seite [253], Dokument)

 

5. Die in Offb. 7:14 und 14:1 genannte Zahl von 144’000 ist symbolisch zu verstehen. und darf nicht buchstäblich genommen werden. Wer zur "großen Volksmenge“ gehört, die in Offb. 7:9 erwähnt wird, dient ebenfalls im Himmel, wie es in Vers 15 gezeigt werde, wo es heißt, dass diese Volksmenge „Tag und Nacht in seinem Tempel (nao) dient oder gemäß der Kingdom-Interlinear-Version: "in der himmlischen Wohnstätte vor ihm".

 

In seiner Zusammenfassung persönlicher Fragen geht Franz auf dieses Memorandum ein und frägt provokativ: „Wo steht in der Bibel geschrieben, ...: (Buch Seite [269], Abs. 5)

 

5. daß die Zahl 144 000 in der Offenbarung als buchstäblich aufgefaßt werden muß und daß der Ausdruck "große Volksmenge" sich nicht auf Menschen bezieht (und sich nicht beziehen kann), die in Gottes himmlischem Tempel dienen? Wo steht das?

 

Raymond Franz bezweifelte aufgrund der langjährigen Studien ganz klar und deutlich, dass zwei unterschiedliche Klassen an zwei unterschiedlichen Orten, die 144.000 im Himmel und die „grosse Volksmenge“ auf der Erde leben werden. Es ergab ihm offenbar keinen Sinn, dass Menschen auf der Erde ewiges Leben erhalten sollen, ihre Regierung aber im Geistbereich arbeiten wird! Sollte sich nicht der griechische Begriff „nao“ für Tempel auf ein und denselben Bereich beziehen? Paulus bezeichnete doch die Versammlung als einen „heiligen Tempel“! War nicht dies die „himmlische Wohnstädte vor ihm“, wo Gott versprach „inmitten“ von ihnen zu weilen? Durch Moses erklärte Gott gegenüber Israel:

 

*** Rbi8  2. Mose 29:44-46 ***

44 Und ich will das Zelt der Zusammenkunft und den Altar heiligen; und ich werde Aaron und seine Söhne heiligen, damit [sie] mir als Priester dienen. 45 Und ich will inmitten der Söhne Israels zelten, und ich will mich als ihr Gott erweisen. 46 Und sie werden bestimmt erkennen, daß ich Jehova, ihr Gott, bin, der sie aus dem Land Ägypten herausgebracht hat, damit ich in ihrer Mitte zelte. Ich bin Jehova, ihr Gott.

 

Jehova hielt sein Versprechen und war „inmitten Israels“ als Moses das Zelt der Zusammenkunft aufrichtete. Gott versprach Jahrhunderte später dem Propheten Sacharja eine weit grössere Erfüllung, nachdem „Spross“ gekommen sein würde und dieser den geistigen Tempel aufgerichtet haben wird. Das ist eindeutig erst nach Harmagedons Endschlacht! (Sach 3:8, 9; 6:12-15).

 

*** Rbi8  Sacharja 2:10-13 ***

10 Jauchze und freue dich, o Tochter Zion; denn siehe, ich komme, und ich will in deiner Mitte weilen“ ist der Ausspruch Jehovas. 11 „Und viele Nationen werden sich an jenem Tag gewiß Jehova anschließen, und sie werden wirklich mein Volk werden; und ich will in deiner Mitte weilen.“ Und du wirst erkennen müssen, daß Jehova der Heerscharen selbst mich zu dir gesandt hat. 12 Und Jehova wird gewiß Juda als seinen Teil auf dem heiligen Boden in Besitz nehmen, und er wird sicherlich Jerusalem noch erwählen. 13 Bewahre Schweigen, alles Fleisch, vor Jehova, denn er hat sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung.

 

Wenn Jehova doch gemäss Seiner eigenen Aussage gemäss „kommt“, warum sollten wir alle oder zumindest einige wie behauptet dann in seinen geistigen Bereich, den dritten Himmel hingehen? Dies ergibt keinen Sinn! Beachten wir zudem, dass die „vielen Nationen“ oder wie es Johannes in der Offenbarung sagt, „eine grosse Volksmenge aus vielen Nationen“ sich Jehova anschliesst, um erst dann „wirklich mein Volk“ zu werden! Zudem muss Jehova Juda im Land Kanaan erneut in Besitz nehmen. Dies ist bestimmt nicht identisch mit der heutigen Nation Israel! Eindeutig aber geschieht dies auf der Erde!

 

Al-Aqsa-Moschee 2.jpgAuch wird er „Jerusalem noch erwählen“, das gemäss Jesu Worten bis zum Ende der Zeiten der Nationen zertreten wird! (Lu 21:24) Das sehen wir bis heute! Die Erfüllung ist bis zur Gegenwart somit noch ausstehend und hat nichts mit 1914 zu tun, wie Raymond schon länger klar erkannte! Weder Juda noch Jerusalem sind heute in Gottes Besitz, sondern werden vom „Gott dieses Systems“, Satan unter seiner Kontrolle und durch die Nationen verwaltet!

 

Zwei weitere Punkte in der Liste des Untersuchungskomitees zeigen, dass in der Weltzentrale damals bei vielen weiteren Zeugen Jehovas ein exaktes Verständnis darüber existierte, dass es unmöglich sei, dass erst 1914 Jesus als König zu regieren begonnen habe. Das würde implizit bedeuten, dass jene, welche die Wahrheit erkennen konnten, dass an Pfingsten 33 Jesu Königreich zu herrschen begann, von denen, die diese Wahrheit ablehnen weiterhin unterdrückt werden! Die Feststellungen unter Punkt 6 und 7 lauten, dass einige glauben: (Buch Seite [269], Abs. 6, 7)

 

6. Wir leben heute nicht in einer besonderen Zeit der "letzten Tage", sondern, die "letzten Tag" begannen vor 1900 Jahren im Jahre 33 u.Z., wie Petrus dies in Apg 2:17 zeigte, als er aus dem Propheten Joel zitierte.

 

7. Bei 1914 handelt es sich nicht um ein gesichertes Datum. Jesus Christus wurde damals nicht inthronisiert, sondern herrscht seit 33 u.Z. in seinem Königreich. Die Gegenwart Christi (parousia) hat noch nicht begonnen, sondern liegt in der Zukunft, wenn "das Zeichen des Sohnes des Menschen im Himmel" erscheinen wird (Matth. 24:30).

 

Die biblisch unzweideutige Antwort auf diese Frage unter Punkt 7 steht bei Paulus im Brief an die Kolosser, Kapitel 1, Vers 13:

 

*** Rbi8  Kolosser 1:13-14 ***

13 Er hat uns von der Gewalt der Finsternis befreit und uns in das Königreich des Sohnes seiner Liebe versetzt, 14 durch den wir unsere Befreiung durch Lösegeld haben, die Vergebung unserer Sünden.

 

Wenn im Jahre 60 oder 61 u.Z., als Paulus den Brief schrieb, Christen sich aufgrund der Taufe bereits im „Königreich des Sohnes der Liebe“ befanden, dann konnte dies nicht 1914 erneut errichtet werden! Damit ist der Status der Lüge seitens der leitenden Körperschaft bereits eindeutig erfüllt: Ein Lügner widerspricht bewusst der Wahrheit oder lehnt sie willentlich ab!

 

Die „letzten Tage“ definierte der Engel Gabriel und setzte sie gegenüber dem Propheten Daniel im 5. Jahrhundert v.u.Z. bereits klar und deutlich mit „eine Zeit, Zeiten und eine halbe Zeit“ fest, was dreieinhalb Jahren entspricht, bevor „das Zeichen des Sohnes des Menschen im Himmel“ erscheinen wird! Dies wird erst sehr kurz vor Harmagedons Endschlacht sein! Alle übrigen Zeichen die Jesus in Matthäus Kapitel 24 beschreibt haben mit seinen Gegnern zu tun! Selbst das herausragende Predigtwerk in Vers 14 steht in Verbindung mit den im Vers 11 beschriebenen falschen Propheten die „grosse Zeichen“ tun! Es ist das Werk dessen, den Paulus als den „Menschen der Gesetzlosigkeit“ beschreibt, der sich in den „Tempel des GOTTES“ gesetzt hat, also in Jehovas Tempel und sich fälschlich als Sein Repräsentant ausgibt!

 

In seinem eigenen Fragenkatalog antwortet Franz auf die Ermittlungserkenntnisse des Komitees mit Gegenfragen: „Wo steht geschrieben, ... „ (Seite [269], Abs. 6, 7)

 

6. daß die "letzten Tage" im Jahr 1914 anfingen und daß der Apostel Petrus, als er (gemäß Apostelgeschichte 2:17) die letzten Tage vom Pfingstfest an zählen ließ, nicht dieselben "letzten Tage" meinte wie Paulus (in 2. Timotheus 3:1)? Wo?

 

7. daß Jesus Christus im Kalenderjahr 1914 erstmals als König über die ganze Erde inthronisiert wurde und daß dieses Jahr den Beginn seiner Parusie darstellt! Wo?

 

Die Lehre, dass Jesus seit 1914 im Geiste anwesend sei und jene Generation nicht vergehen wird, bis alles sich erfüllt habe wurde somit von den Dissidenten zu Recht angezweifelt, die nun behaupteten, Jesu Königreich sei bereits 33 u.Z. aufgerichtet worden und Jesu Wiederkommen liege noch in der Zukunft. Die Worte des Paulus sind eindeutig und unverwechselbar!

 

*** Rbi8  Kolosser 1:13-14 ***

13 Er hat uns von der Gewalt der Finsternis befreit und uns in das Königreich des Sohnes seiner Liebe versetzt, 14 durch den wir unsere Befreiung durch Lösegeld haben, die Vergebung unserer Sünden.

 

Unsere eigenen Nachforschungen und Grafiken und Zeitbände bestätigen vieles davon eindrücklich! Die Aussagen von R. Franz sind kurz und seine Fragestellung berechtigt! Alles andere sind Interpretationen Russells und Rutherfords, denen es eindeutig an Bibelverständnis mangelte! Warum nimmt sich die leiten Körperschaft diese Zeit nicht, um dies wirklich einmal gründlich zu untersuchen? Die Antwort liegt auf der Hand! Sie fürchten die Erkenntnis eigene Fehler und jahrelanges Vertuschen zugeben zu müssen!

 

Die letzten Tage“, die einige in Brooklyn mit der ganzen Zeitspanne des Königreiches Jesu in Verbindung brachten ergeben aber nicht Sinn in Zusammenhang mit der von Jesus erwähnten „grossen Drangsal“, an die diese Aussagen offensichtlich geknüpft sind! Paulus spricht im 2.Tomotheus 3:1-7 von einer künftigen Phase, nicht der Gegenwart! Das Einreihen solcher Ereignisse auf der prophetischen Zeitachse der Endzeit zeigt die Übereinstimmung.

 

*** Rbi8  2. Timotheus 3:1-7 ***

3 Dieses aber erkenne, daß in den letzten Tagen kritische Zeiten dasein werden, mit denen man schwer fertig wird. 2 Denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, nicht loyal, 3 ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, 4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen [vor Stolz], die Vergnügungen mehr lieben als Gott, 5 die eine Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft als falsch erweisen; und von diesen wende dich weg. 6 Denn von ihnen stehen die Männer auf, die sich auf schlaue Weise Eingang in die Häuser verschaffen und schwache Frauen gefangennehmen, die, mit Sünden beladen, von mancherlei Begierden getrieben werden, 7 die allezeit lernen und doch niemals imstande sind, zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit zu kommen.

 

Eine genaue Erkenntnis der Wahrheit kann niemals kommen, wenn die Grundlage schon auf einer Lüge gelegt wurde! Alles Lernen und sich um eine eigene Logik zu bemühen wird auf Sand gebaut!

 

Wie aber steht es mit Apostelgeschichte 2:17, wo Petrus den Propheten Joel zitiert? Das Ereignis ist an Pfingsten 33 u.Z., als Jesus heiligen Geist auf hundertzwanzig versammelte Jünger ausgoss und damit die Macht und Autorität des neuen „Königreiches des Sohnes der Liebe“ bewies. Am selben Tag öffnete Petrus für die 3000 versammelten Juden mit dem ersten der drei Schlüssel den Eintritt mittels der Taufe in das Königreich.

 

*** Rbi8  Apostelgeschichte 2:17-21 ***

17 ‚ „Und in den letzten Tagen“, spricht Gott, „werde ich etwas von meinem Geist auf Fleisch von jeder Art ausgießen, und eure Söhne und eure Töchter werden prophezeien, und eure jungen Männer werden Visionen sehen, und eure alten Männer werden Träume haben; 18 und sogar auf meine Sklaven und auf meine Sklavinnen will ich in jenen Tagen etwas von meinem Geist ausgießen, und sie werden prophezeien. 19 Und ich will Wunder geben im Himmel droben und Zeichen auf der Erde unten, Blut und Feuer und Rauchdunst; 20 die Sonne wird in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und glanzvolle Tag Jehovas gekommen sein wird. 21 Und jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden.“ ‘

 

Die Worte des Propheten Joel müssen wie die Worte Jesu in Matthäus Kapitel 24 eine doppelte Erfüllung haben! Beide betreffen vorab das Ende des jüdischen Systems der Dinge aber in einer späteren Erfüllung auch das Ende der „sieben Zeiten der Nationen“, der mit Harmagedons Krieg endet! Es gilt somit klares Unterscheidungsvermögen zu bewahren!

 

Weiterhin aber wurde zu Recht durch Jehovas Zeugen und die Dissidenten gemeinsam Jesu Gottheit abgelehnt. Ansonsten aber wurde laut dem Artikel in der TIMES seitens R. Franz und den von der Hauptlehre Abweichenden eine gewisse Annäherung an andere christliche Glaubensinhalte aufgezeigt. Dies mag der Aussenseiter, der Reporter so gesehen haben. Die Dissidenten aber waren sich bewusst, was der Begriff „Babylon die Grosse“ umfasst!  Die rund eine Million von Anhängern, welche die Watchtower innerhalb eines Jahrzehnts verlor sind überzeugt, dass diese von der Führung hart verteidigte Lehre, dass es nur innerhalb der Organisation Rettung gäbe biblisch vollkommen unbegründet sei. Da jene Generation, die 1914 bewusst wahrnahm schnell kleiner wird und der Aderlass nach dem Debakel von 1975 weitergeht, daher muss das prophezeite Ende bald kommen oder jener Glaube wird erneut vor grosse Probleme wegen offensichtlicher Unglaubwürdigkeit gestellt, meinte die TIMES 1981! Inzwischen sind dreissig Jahre verflossen, jene Generation existiert längst nicht mehr, die Lüge aber kam und blieb in neuer Auflage, mit veränderten Vorzeichen! Die blinden Schafe folgen weiterhin ihren blinden Leitern.

 

7.1.1.5        Die Angst geht um bei der Wachtturm-Organisation

Dass das Erscheinen des Buches Der Gewissenskonflikt in Deutschland 1988 einen starken Effekt bei den Brüdern bewirkte zeigt sich an einem Schreiben, das der Deutsche Zweig der Watchtower Inc. in Selters im Oktober 1990 an alle Versammlungen versandte:

 

 

FranzKom1.jpg (71871 Byte)

 

Raymond Franz wird nun offen als „Abtrünniger“ bezeichnet! Die Frage sei erlaubt: Abtrünnig, von was oder von wem? Ja, Franz wandte sich von offensichtlichen Lügen weg! Er wandte sich aber Gott und seinem Christus und den Aposteln als wahrer Autorität im „Königreich des Sohnes der Liebe“ zu! Diese werden ihn bestimmt nicht als „Abtrünnigen“ bezeichnen, sondern wie im Falle des Saulus der zum Paulus wurde frühere Sünden vergeben!

 

Ganz offensichtlich erreicht die Gesellschaft Watchtower mit solchen Aufrufen einen weiteren Tiefstand. So wie die Katholische Kirche mit ihren Bücherverbrennungen durch die sie sich vom Einfluss des Protestantismus während der Reformation zu schützen suchte, soll jeder Einfluss von Reformation ihrer falscher Lehren abgewendet werden.

 

Die Zuwachszahlen in Deutschland von Jehovas Zeugen sind seit längerer Zeit negativ. Wo Zuwachs existiert da vor allem bei Zugewanderten, bei Fremdarbeitern. Vor allem viele Jugendliche verlassen die Organisation aus vielfältigen Gründen. Bestimmt hat Raymond Franz vielen Zeugen mit Zweifeln den Weg geebnet, ihren Glauben neu zu überdenken und einigen Mut gemacht den Schritt zur christlichen Freiheit zu wagen. Dies trotz der harten Konsequenzen, welche ein solcher Schritt für den Einzelnen und seine Angehörigen bedeutet! Auch wir unsererseits, wir helfen solchen Menschen ihr seelisches Gleichgewicht wiederum zu erlangen durch unsere Publikationen und persönliche Schreiben. Wahrheit lässt sich finden, wenn wir sie wirklich suchen!

 

Selters musste bei jenen Versammlungen die nicht darauf reagiert hatten weiter nachforschen, ob irgendjemand von der Sache R. Franz Wind bekommen habe. Inzwischen wird die Suche auch auf solche ausgeweitet, die irgendwelche Literatur von „Abtrünnigen“ Im Internet verfolgen. Damals, vor zwanzig Jahren war das Internet  noch nicht so verbreitet wie heute, wo es zur schulischen Ausbildung gehört und nahezu jedes Schulkind bereits einen Computer und Internetzugang hat! Wir unsererseits handeln mit grosser Vertraulichkeit mit allen, die uns schreiben aber aus begreiflichen Gründen ihre Anonymität bewahren möchten. Aus diesem Grund haben wir auch die Seite FORUM inaktiviert, da die vielen Zuschriften eine rein persönliche Behandlung erwarten.

 

Abtrünnige Gedanken von ihren eigenen unhaltbaren Lehren sind es, was die Gesellschaft Watchtower in Wirklichkeit zu Recht befürchtet! Sollte die Wahrheit darüber ans Licht kommen, wie sie nun ein Jahrhundert lang ihre Leser in die Irre führten, so wäre das Debakel vollkommen! Wenn sie aber die unveränderte Wahrheit der Schrift erkannt hätten und lehrten, so brauchten sie nichts zu befürchten, weil Lügen sich bekanntlich selbst in den Schwanz beissen!

 

Die Worte des Paulus ignorieren sie, der alle Menschen auffordert ihren Glauben zu überprüfen, nicht einmal, zu Beginn, sondern fortgesetzt mit jeder Neuerung die aufgenommen wird! Das ist nicht eine Aufforderung an eine „Gesalbtenklasse“, sondern an alle die in das „Haupt des Christus“ geistig hineinwachsen wollen! Es bedeutet doch, dieselben Gedanken des Christus zu hegen und mit derselben Kraft an Wahrheit und an Gottes Gerechtigkeit festzuhalten!

 

*** Rbi8  2. Korinther 13:5-6 ***

5 Prüft immer wieder, ob ihr im Glauben seid, bewährt euch immer wieder. Oder erkennt ihr nicht an, daß Jesus Christus in Gemeinschaft mit euch ist? Es sei denn, daß ihr unbewährt seid. 6 Ich hoffe wirklich, daß ihr erkennen werdet, daß wir nicht unbewährt sind.

 

Während sich Paulus als absolut bewährt erzeigt hat ist es die WATCHTOWER, die sich seit ihrem Beginn unbewährt erzeigt, sich beständig als „falscher Prophet“ erwies und  ihre ebenso unbewährten Anhänger hin zur Gesetzlosigkeit, dem Abfall von Jehovas und Jesu Geboten verführt! Die „offizielle Wahrheit“ der Watchtower-Publikationen sind durch jeden denkenden Christen zu hinterfragen wie jede andere religiös gefärbte Literatur!  

 

 

7.1.2          Ein reines Gewissen steht über der Treue zu einer Organisation

 

7.1.2.1        coverWas war das Ziel des Buches: „Der Gewissenskonflikt“

Franz schrieb seine Erinnerungen an die Zeit seiner Tätigkeit innerhalb der leitenden Körperschaft erst nach seinem Ausscheiden auf, wobei er sich auf umfangreiche Aufzeichnungen und Originaldokumente und deren Kopien abstützen konnte. Das Original des Buches in Englisch erschien bereits 1986 in den USA unter dem Titel: „Crisis of Concience“.

 

Raymond Franz zitiert in der Eingangsseite des Buches einen Absatz aus dem WACHTTURM vom 15. April 1974 und zeigt die darin beschriebene Pflicht eines jeden Menschen jene zu warnen, der selbst sieht, dass andere in akuter oder in drohender künftiger Gefahr für ihr Leben oder Wohlergehen sind. Das gilt auch für Jehovas Zeugen selbst! Wer diese Warnung zu verhindern sucht setzt sich des willentlichen Totschlags aus und auch des darauf lautenden Urteils Gottes!

 

 

Kann man sagen, es sei lieblos, wenn jemand Menschen vor einer drohenden Gefahr, die sie nicht wahrnehmen, warnt oder wenn er sie darauf aufmerksam macht, daß sie von Per­sonen irregeführt werden, die sie als ihre Freunde betrachten? Sie mögen es vorziehen, die Warnung in den Wind zu schlagen. Oder vielleicht nehmen sie sie sogar übel. Enthebt ihn das aber der Ver­antwortung, die Betreffenden zu warnen?  Der Wachtturm, 15. April 1974

 

 

Die Verantwortung zu Warnen liegt hier im Vordergrund! Sie trifft jeden, der die Gefahr erkennt! Wer nicht warnt oder wer das Warnen verhindert macht sich schuldig vor Gott!

 

Was jene Herausgeber des WACHTTURMS damals nicht ahnten ist, dass sich ihre eigene Erkenntnis eines Tages gegen sie wenden würde! Hintergrund der Information ist die Aufforderung Jehovas an den Propheten Hesekiel:

 

*** Rbi8  Hesekiel 2:3-5 ***

3 Und er sagte weiter zu mir: Menschensohn, ich sende dich zu den Söhnen Israels, zu rebellischen Nationen, die gegen mich rebelliert haben. Sie selbst und ihre Vorväter haben sich gegen mich vergangen bis auf ebendiesen Tag. 4 Und die Söhne mit frechem Gesicht und hartem Herzen — ich sende dich zu ihnen, und du sollst zu ihnen sprechen: ‚Dies ist, was der Souveräne Herr Jehova gesagt hat.‘ 5 Und was sie betrifft, ob sie hören werden oder [es] unterlassen — denn sie sind ein rebellisches Haus —, sie werden zweifellos doch wissen, daß sich ein Prophet in ihrer Mitte befunden hat.

 

Der Prophet wendet sich somit gegen sein eigenes Haus, gegen die Nation Israel und damit gegen deren Führer, um ihnen ihr Vergehen wie in einem Spiegel darzustellen! Raymond Franz tut in seinen Büchern dasselbe! Gemäss den Aussagen des Paulus bildet jeder als Erwachsener getaufte Christ Teil des „geistigen Israel“, weil er wie Abraham Glauben in Gottes Worte setzt und seine Beschneidung jene des Herzens ist! (Rö 2:28, 29)

 

Franz beantwortet diese Aufforderung im Wachtturm in seinen Büchern somit eindeutig! Nicht hinauszuposaunen, was jemand weiss, was für andere eine grosse Gefahr bedeutet, dies wäre gleichbedeutend mit Mitverantwortlichkeit am angerichteten Schaden zu tragen. Der künftige Schaden ist doch aus Gottes GESETZ deutlich erkenntlich, der von jener drohenden Gefahr ausgeht! Jeder der bewusst einer Lüge anhängt oder Gottes Gebote willentlich bricht und Jesu Worte missachtet wird Gottes Königreich nicht erreichen! Er macht sich doch dadurch der unvergeblichen Sünde schuldig, wider heiligen Geist zu handeln!

 

*** Rbi8  Johannes 12:48-50 ***

48 Wer mich mißachtet und meine Reden nicht annimmt, der hat einen, der ihn richtet. Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag; 49 denn ich habe nicht aus eigenem Antrieb geredet, sondern der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat mir ein Gebot in bezug auf das gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. 50 Auch weiß ich, daß sein Gebot ewiges Leben bedeutet.

 

Unter den falschen Propheten jener leitenden Körperschaft befand sich schlussendlich doch wenigstens „ein wahrer Prophet“, der mit Mut das anzuprangern begann, was er schmerzlich zuvor zugedeckt hatte! „ ... sie werden zweifellos doch wissen, daß sich ein Prophet in ihrer Mitte befunden hat.

 

Lassen wir den Autor selbst erklären, was er als Ziel  seines Werkes sah. Er beschreibt es zu Beginn des Buches:

 

Das Leben ist ungewiß. Wenn ein Mensch stirbt, dann stirbt mit ihm alles, was er weiß - es sei denn, er gibt es zu Lebzeiten an andere weiter.

Was in diesem Buch steht, ist aus einem Gefühl der Verantwortung gegenüber Menschen, die ich aufrichtig liebe, geschrieben worden. Reinen Gewissens kann ich sagen, daß ich damit helfen und niemand verletzen will. Wenn beim Lesen manches wehtut, so sei gesagt, daß es auch beim Niederschreiben wehgetan hat. Ich hoffe, der Leser wird erkennen, daß das Streben nach Wahrheit den Glauben nicht zu zerstören braucht. Vielmehr wird alles, was man tut, um die Wahrheit zu finden, den echten Glauben nur noch mehr befestigen. Jeder muß natürlich selbst wissen, was er mit dem hier Gesagten anfangt, Zumindest ist es gesagt worden, und ich bin meiner Verantwortung nachgekommen.“

 

Raymond Franz möchte eindeutig, dass sein Lebenswerk seinen Tod überdauert, weil es weiterhin seine Verantwortung denen gegenüber bedeutet, die er liebt! Jenen, denen er dieses Werk zu Lebzeiten übergeben hat, sie haben die Pflicht diese Warnungen an andere weiterzureichen! Wir möchten ihm damit, dass wir das Buch „Gewissenskonflikt“ für jeden Interessierten zugänglich ins Internet gestellt haben diesen von ihm gewünschten letzten Dienst erweisen!

 

7.1.2.2        Erkenntnisse von R. V. Franz, die uns nützlich sein sollen

Während der neun Jahre innerhalb der leitenden Körperschaft musste Franz somit von Beginn an verschieden Abweichungen feststellen, die das Leben anderer beeinflusste und in Gefahr brachte! Dies brachte ihn langsam zur Überzeugung, dass dort nicht der Geist Jesu Christi und damit der Geist Jehovas wirklich vorherrschen. Vielmehr ist es eher kalt berechnende Firmenpolitik die dort verfolgt wird, wo ein rein wirtschaftliches Umsatz- und Erfolgsdenken hauptsächlich die Entscheidungen beeinflusst!

 

Dass das Verkaufsobjekt gar Gottes Königreich ist und sich das Bestreben gegen Jesu Herrschaftsanspruch dreht, dies macht die Sache erst so brisant! Dabei spielt die Tradition eine gewichtige Rolle, so dass frühere Fehler statt korrigiert in beständig neuer Auflage als „offizielle Wahrheit“ und als allen nutzbringende „Gerechtigkeit“ aufgetischt werden. Es ist nichts anderes als eine Neuauflage vom Geist der die Pharisäer und die Schriftgelehrten der Tage Jesu charakterisierte! Diese Heuchler wirken wie Jesu Worte dies ausdrücken, als „getünchten Gräbern“ gleich, die von aussen schneeweiss bemalt sind, inwendig aber voller „Totengebeine und Unreinheit“ sind!

 

*** Rbi8  Matthäus 23:27-28 ***

27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr getünchten Gräbern gleicht, die zwar von außen schön scheinen, innen aber voll von Totengebeinen und jeder Art Unreinheit sind. 28 So erscheint auch ihr von außen zwar vor Menschen gerecht, im Innern aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.

 

Keine andere uns bekannte, nennenswerte christliche Religion ausser Jehovas Zeugen behauptet nicht einmal unter den Zehn Geboten zu stehen! Das bedeutet „Gesetzlosigkeit“ in höchster Form! Laut den Anklagen von Raymond Franz erklärt die Wachtturm-Organisation, dass sie Jesus als den Weg zum Vater anerkennt, behauptet aber zudem, dass sie den Weg zu Jesus darstellen. Durch die Literatur wird der Gedanke beständig vermittelt und eingeprägt, dass nur durch diese Organisation zu Christus und damit zu einem persönlichen Verhältnis mit Gott gelangt werden könne. Die Idee die vermittelt wird ist, um es mit Raymonds Worten wiederzugeben: „Ja, du kannst zu Christus kommen, aber wir sind der Weg zu ihm, der Kanal und alle Wahrheit kommt durch uns und unsere Organisation“ und weiter: „Ja, er ist das Leben, aber niemand kann zu diesem Leben gelangen ohne mit uns verbunden zu sein“. 

 

Arme Christenheit die während 1900 Jahren vor dem Erscheinen Russells existierte! Sie war dem Licht der „offiziellen Wahrheit“ entfremdet und daher ist ihr das Königreich verschlossen! Oder: Ist es möglicherweise gerade umgekehrt? Jeder beantworte die Frage für sich selbst!

 

*** Rbi8  Johannes 14:6-7 ***

6 Jesus sprach zu ihm: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. 7 Wenn ihr mich erkannt hättet, würdet ihr auch meinen Vater erkannt haben; von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“

 

Nur die uns überlieferte unveränderte Schrift weisst jedem denselben Weg, während jede Religion einen davon abweichenden Weg bedeutet, da sie alle den Aussagen jener Schrift im einen oder anderen widersprechen!

 

Nachdem R. Franz bis 1980 immer wieder fruchtlos seine durch das Gewissen diktierten biblisch bedingten Zweifel an gewissen Aussagen und Handlungsweisen innerhalb der leitenden Körperschaft in vorsichtiger Weise kundgetan hatte, dort nicht reagiert, sondern er beständig überstimmt wurde, da war erst der Zeitpunkt gekommen sich ohne Hassgefühle von jenem Kopf der Organisation abtrennen zu lassen. Aufrechterhaltung der Tradition war dort weiterhin weit gewichtiger, wie dem Gewissen, unveränderter Wahrheit wahrer Gerechtigkeit Raum zu geben. Es galt nun für ihn künftig selbst der Wahrheit und Gottes Gerechtigkeit das Wort zu reden!

 

Franz hatte seit frühester Jugend zum Ziel gehabt Menschen mittels der Bibel zu Gott zu bringen und musste nun beschämt feststellen, dass jene Menschen die er bekehrt hatte stattdessen von einer Organisation zu deren Zwecken vereinnahmt worden waren! Das einzige, was Franz damals bei seinem Ausscheiden wirklich bereute war, dass er nicht bereits zehn Jahre früher diese Erkenntnis erlangt hatte! Allerdings hätte er dann auch nicht die Erfahrung gemacht, die er innerhalb der leitenden Körperschaft machte und er damit in die Lage versetzt wurde wie Paulus „eine Menge Kehricht“ dort festzustellen, wo er zuvor meinte Gold und Silber vorzufinden!

 

*** Rbi8  Philipper 3:8-11 ***

8 Ja, tatsächlich betrachte ich überhaupt auch alle Dinge als Verlust wegen des alles übertreffenden Wertes der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen habe ich den Verlust aller Dinge erlitten, und ich betrachte sie als eine Menge Kehricht, damit ich Christus gewinne 9 und in Gemeinschaft mit ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus Gesetz [[Gesetzeswerken (Albrecht)]] kommt, sondern die, die durch Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die aufgrund des Glaubens aus Gott stammt, 10 um ihn [[Jesus]] zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und [die] Teilhaberschaft an seinen Leiden, indem ich mich einem Tod gleich dem seinigen unterziehe, 11 [um zu sehen,] ob ich auf irgendeine Weise zu der Früh-Auferstehung von den Toten gelangen könnte.

 

Raymond Franz war sich der Zusicherung Jesu sicher, dass er selbst an der Auferstehung teilhaben wird: Nicht wie die Apostel an der Frühauferstehung, aber in der Hoffnung, dass Jesus ihn an der Erstauferstehung teilhaben lässt. Er handelte ein Leben lang gemäss dieser Berufung, die an jeden getauften Mann ergeht! Dieser Entscheid der Auserwählung aber liegt nicht bei Franz und nicht bei denen, die sich selbst zu den „Gesalbten“ zählen, sondern allein bei Gott durch Christus! Der Berufung entsprechend zu handeln ist bestimmt lobenswert, auf eine Auserwählung zu hoffen ebenso, dies aber vorauszusetzen führt zu Enttäuschung! Jesus warnte, dass wer sich selbst erhöht erniedrigt werde! Jeder getaufte Mann ist somit berufen dieses Ziel anzustreben, selbst zu den künftigen Priesterkönigen oder den kommenden Fürsten zu gehören, die Bedingungen Gottes und Christi hierfür zu erfüllen. Wenige aber sind es, die dies mit Klarheit erkannt haben wie Raymond Franz es für sich wahr nahm! Er gehorche Jesu Aufruf in der Bergpredigt:

 

*** Rbi8  Matthäus 6:33 ***

So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese [anderen] Dinge werden euch hinzugefügt werden.

 

Schlussendlich nahm er war, dass die Gerechtigkeit des „Königreiches des Sohnes der Liebe“ nicht identisch ist mit der Gerechtigkeit des Königreiches der Wachtturm-Gesellschaft! Dieses Ziel, Teil des künftigen „Israel Gottes“ zu werden, jener kommenden Nation aus Priester-Königen die direkt dem Christus und damit Jehova Gott unterstellt ist, dies  erreichen all jene, die ganzherzig das „Königreich des Sohnes“ in ihrem Leben an die erste Stelle setzen und entsprechend gehandelt haben! Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, wann wir damit beginnen, sondern, dass wir damit anfangen sobald wir den Ruf wirklich wahrnehmen und dann kommt es darauf an, ob wir auch unter harter Prüfung daran festhalten. Jesu Worte sind vorab an sie gerichtet gelten aber auch allen übrigen Gliedern der Versammlung!

 

*** Rbi8  Offenbarung 2:10-11 ***

10 Fürchte dich nicht vor den Dingen, die zu leiden du im Begriff bist. Siehe! Der Teufel wird fortfahren, einige von euch ins Gefängnis zu werfen, damit ihr völlig auf die Probe gestellt werdet, und ihr werdet zehn Tage lang Drangsal haben. Erweise dich als treu selbst bis in den Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben. 11 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt: Wer siegt, der wird keinesfalls vom zweiten Tod Schaden erleiden.‘

 

Im Buch „Der Gewissenskonflikt“ kommt R. Franz zur Schlussfolgerung:

 

Angesichts der mehr als fünf Milliarden Menschen auf der Erde und der endlosen Zahl vergangener Generationen erscheint das Leben des einzelnen höchst unbedeutend. Wir sind verschwindend kleine Tröpfchen in einem gewaltigen Strom. Und doch zeigt uns die christliche Lehre, daß jeder von uns, so klein und unbedeutend wir sein mögen, anderen in einem Maße Gutes tun kann, das unsere Kleinheit weit übersteigt. Möglich wird das durch den Glauben und, wie der Apostel Paulus sagt, "die Liebe, die der Christus hat, drängt uns". (S. 316, Abs. 3)

 

In der Literatur der Wachturmgesellschaft wir die wahre Stellung der leitenden Körperschaft als ein Idealbild verherrlicht, das sich jedem Zeugen einprägt, bis er nicht mehr unterscheiden kann, wo jenes erlauchte Gremium aufhört und wo Christus beginnt. Viele glauben wirklich unbewusst, dass sie den fleischgewordenen Vertreter Gottes selbst vor sich haben!

 

So haben die Mitglieder des Führungsgremiums auch eher das Ideal und nicht die Wirklichkeit im Sinn, glaube ich, wenn sie an die Organisation denken und von ihr sprechen. Sie stellen sich die Organisation als etwas vor, das größer und bedeutender ist als sie; sie denken mehr an die Mitglieder­zahlen, an die weltweite Ausdehnung und den internationalen Charakter dieser Organisation. Dabei merken sie anscheinend gar nicht, daß damit mehr das Verbreitungsgebiet der Organisation beschrieben ist, weniger sie selber. Wenn aber "Loyalität gegenüber der Organisation" gefordert wird, müßte doch eigentlich klar sein, daß dann nicht das Verbreitungsgebiet angesprochen ist, nicht die Tausende von Versammlungen und deren Mitglieder, die der Führung der Organisation unterstehen. Dann ist von Loyalität gegenüber der Leitung die Rede, von der die Autorität ausgeht und die die Lehren verkündet. Und diese entscheidende Funktion üben ganz allein die Mitglieder der leitenden Körperschaft aus, ob sie das nun zugeben oder lieber verdrängen wollen. Sie allein sind die Organisation. Jegliche andere Autorität, sei es die der Zweigkomitees. der Bezirks- und Kreisaufse­her oder der Ältestenschaften in den Ortsversammlungen, untersteht ihnen vollständig. Sie können ohne vorherige Anhörung von sich aus Änderungen vornehmen, Personen einsetzen oder absetzen. Der Apostel Paulus sagt in Römer, Kapitel 13, die irdischen Regierungen "stehen in ihren relativen Stellungen als von Gott angeordnet". Damit ist der Sachverhalt genau beschrieben, denn jegliche Autorität in der Organisation steht "in ihrer relativen Stellung als von der leitenden Körperschaft angeordnet" und unterliegt vollständig ihrer Herrschaftsgewalt. (S. 284, Abs. 1)

 

Ja, die Veränderung der Aussage des Paulus, dass nur Jesu Königreich des Sohnes seiner Liebe“ die wahre Autorität im Leben eines Christen darstellt, hin zu den übrigen Autoritäten, dem Staat, der Kirche, diese Veränderung brachte die Macht in die Hand Rutherfords und dann später in die Hand der leitenden Körperschaft! Das war der Schachzug von Präsident Rutherford der bereits über die Watchtower und damit über Jehovas Zeugen wie ein Monarch herrschte! Paulus griff solche Vorsteher in Korinth an, die bereits wie Könige regierten!

 

*** Rbi8  1. Korinther 4:8-13 ***

8 Ihr seid wohl schon gesättigt? Ihr seid wohl schon reich? Habt ihr etwa ohne uns als Könige zu regieren begonnen? Und ich wünschte tatsächlich, ihr hättet als Könige zu regieren begonnen, damit auch wir mit euch als Könige regieren könnten. 9 Denn mir scheint, daß Gott uns, die Apostel, zuletzt zur Schau gestellt hat als zum Tod bestimmte Menschen, denn wir sind ein Schauspiel geworden für die Welt und für Engel und Menschen. 10 Wir sind Toren um Christi willen, ihr aber seid verständig in Christus; wir sind schwach, ihr aber seid stark; ihr steht in gutem Ruf, wir aber sind in Unehre. 11 Bis gerade zu dieser Stunde leiden wir fortgesetzt Hunger und auch Durst und sind dürftig bekleidet und werden umhergestoßen und haben kein Heim 12 und mühen uns ab, indem wir mit unseren eigenen Händen arbeiten. Wenn beschimpft, segnen wir; wenn verfolgt, halten wir stand;  13 wenn verunglimpft, flehen wir; wir sind wie der Kehricht der Welt geworden, der Abschaum aller Dinge, bis jetzt.

 

Loyalität wird in absoluter Form gegenüber jener leitenden Körperschaft und ihren Entscheidungen erwartet! Alles, was jene geschrieben haben soll für bare Münze genommen werden! Sie erwarten, dass selbst ihre ständig veränderten Vorhersagen als göttlich inspiriert aufgefasst werden müssen! Das entspricht bestimmt einer Art von Verherrlichung wie Israel sie in der Wildnis gegenüber dem „goldenen Kalb“ zeigte, um das herum es tanzte.

 

*** Rbi8  2. Mose 32:22-24 ***

22 Darauf sprach Aaron: „Möge der Zorn meines Herrn nicht entbrennen. Du selbst kennst das Volk gut, daß sie zum Üblen geneigt sind. 23 So sagten sie zu mir: Mache uns einen Gott, der vor uns hergehen wird, denn von diesem Moses, dem Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, wissen wir wirklich nicht, was ihm widerfahren ist.24 Folglich sprach ich zu ihnen: ‚Wer hat Gold? Sie sollen es von sich abreißen, um es mir zu geben.‘ Und ich ging daran, es ins Feuer zu werfen, und da kam dieses Kalb heraus.“

 

Der Mann J.T. Russell, der das „goldene Kalb“ machte ist längst gestorben. Kein Moses ist gekommen und hat es zerstört! Jesus, den sie erwartet haben kam nicht zu jenem Zeitpunkt 1914, wo sie ihn erwartet hatten! Die Wachtturm-Gesellschaft aber muss jenes Volk weiterhin anführen, weil jene es beständig so erwarten. Statt der vierzig Jahre in der Wildnis sind es inzwischen schon um die hundert Jahre und nur wenige hegen Zweifel daran, dass dieses „Kalb“, „die Organisation“ sie wirklich zu retten vermag! Ihr Gold und Silber haben sie längst gegeben, um jenes „Kalb“ zu giessen, für die nie endenden „Königreichsinteressen“ eines usurpierten Königreiches!

 

7.1.2.3        Was auch Reymond Franz trotz all seiner biblischen Kenntnisse noch nicht gänzlich zu verstehen vermochte

Was sich im ganzen Buch „Der Gewissenskonflikt“ abzeichnet ist die Suche nach unveränderlicher, nach absoluter Wahrheit, die sich bei ihm erst im Verlauf der Zeit seiner Arbeit innerhalb der leitenden Körperschaft in den Vordergrund drängte. Ray wurde sich dort erstmals seiner Verantwortung bewusst, die er nun oft oder gar andauernd als schwere Last empfand. Dies vor allem da, wo er sah, dass Ungerechtigkeit durch Trägheit jenes Entscheidungsorgans bis heute unverändert noch weiter gefördert wird und dort, wo erkenntlich gewordene Wahrheit bewusst unterdrückt wird, um der Tradition den Vorrang zu geben!

 

Dabei tritt zutage, dass einige wichtige Erkenntnisse Ray bisher fehlten, die ein wirkliches Verständnis der Gesamtzusammenhänge blockierten:

 

1.)  Welches GESETZ ist für Christen verbindlich?

 

Dass göttliches Gebot nicht endet, bis es vollständig erfüllt ist hat Jesus deutlich gelehrt!

 

*** Rbi8  Matthäus 5:17-20 ***

17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das GESETZ oder die PROPHETEN zu vernichten. Nicht um zu vernichten, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen; 18 denn wahrlich, ich sage euch: Eher würden Himmel und Erde vergehen, als daß auch nur ein kleinster Buchstabe oder ein einziges Teilchen eines Buchstabens vom GESETZ verginge und nicht alles geschähe. 19 Wer immer daher eines dieser geringsten Gebote bricht und die Menschen demgemäß lehrt, der wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚Geringster‘ genannt werden. Wer immer sie hält und lehrt, dieser wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚groß‘ genannt werden. 20 Denn ich sage euch, daß ihr, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet.

 

Da aber das Halten von allen Geboten Gottes uns in Konflikt mit den Gesetzen des Systems bringt, uns als Aussenseiter markiert, ist es einfacher und opportun sich dem System anzupassen! Römer, Kapitel 13, wo Paulus von den „obrigkeitlichen Gewalten“ spricht ist aber klar auf Jesu Königreich und die dort von Gott verordnete Autorität gerichtet! Jesus ist dort sowohl König als Hoherpriester, was gleichrangige Autoritäten in Politik und Religion ausschliesst! So verstand es Russell zu Beginn! Dann unter Rutherford wurde es auf weltliche Autoritäten und deren Gesetze übertragen. Damit sollten Zeugen vorab seiner von ihm geführten Organisation dienen, dann aber auch weltlichen Gesetzes untertan sein. 

 

Da Jesus König ist und er Königtum den Aposteln fest zugesagt hat ist in Römer 13 dieser Teil der Autorität gemeint und Älteste haben Verwalterfunktion und sind Richter der Versammlung (vergl. 1.Kor 6:1-6). Stets aber ist es Gottes GESETZ das jedem die Grenzen des eingeengten Weges weist! Künftig, während des Millenniums wird für die ganze Welt erneut das GESETZ Gottes und Jehovas richterliche Entscheidungen von Jerusalem ausgehen! Kein Wechsel des GESETZES war und ist auch nicht künftig vorgesehen, auch dann nicht, wenn es innerhalb des GESETZES erneut gewisse Anpassungen geben wird! Raynold Franz verstand davon wohl bereits einiges aber konnte die Zusammenhänge offenbar noch nicht voll definieren.

 

2.)  Was ist die wirkliche Bedeutung von „Himmel“ und was jene von „himmlischer Hoffnung“?

 

Der Glaube an die Auferstehung im Himmel, statt der Auferstehung zur Anteilhabe am ersten der drei Himmel hat verheerende Folgen! Der Glaube an eine Auferstehung im Himmel lässt sich bis auf Hymenäus zurückverfolgen, der ja als Erster innerhalb der Christenversammlungen behauptet hatte, „die Auferstehung sei bereits geschehen“.

 

*** Rbi8  2. Timotheus 2:16-18 ***

16 Meide aber leere Reden, die verletzen, was heilig ist; denn sie werden immer mehr zur Gottlosigkeit fortschreiten, 17 und ihr Wort wird sich ausbreiten wie Gangrän. Hymenäus und Philetus gehören zu diesen. 18 Gerade diese [Männer] sind von der Wahrheit abgewichen, indem sie sagen, die Auferstehung sei bereits geschehen; und sie untergraben den Glauben einiger.

 

Paulus warf Hymenäus, Alexander und Philetus als jene nicht bereuten aus der Versammlung hinaus, weil sie „Schiffbruch am Glauben“ erlitten hatten! (1.Ti 1:18-20) Das muss somit auch für all jene gelten, die bis heute daran glauben, dass Tote bereits auferstanden seien! Sie sind zwar Glaubende aber in Gottes Augen „Tote“, weil sie eher der Lüge vertrauen wie Seinem Wort!

 

Da niemand von den behaupteten Auferstandenen unter den Lebenden war, so musste das Ereignis in den unsichtbaren Himmel verschoben werden! 1914 spielt damit erneut eine herausragende Rolle! Russell war sich bewusst, dass die Erstauferstehung an Jesu Wiederkehr gebunden ist und dass daraufhin eine parousia, ein fortdauerndes Verbleiben folgen musste. Er konnte aber die Details des Ablaufs der Endzeit nicht entziffern, da er „Zeiten und Zeitabschnitte“ vollkommen falsch anwendete in Verbindung mit 1914. Er sah nicht jene getrennten Ereignisse, dass Jesus mehrere Male zurückkehrt, um gewisse Teilaufgaben im alten System zu lösen, bevor er im kommenden System endgültig als Menschensohn wiederkehrt. Diese Dinge blieben ihm und allen seinen Nachfolgern als ein unlösbares Rätsel verborgen! Auf Irrtum oder Lüge aufgebaut lässt sich kein Gebäude der Wahrheit errichten!

 

Das Untersuchungskomitee fand nun im Frühjahr 1980 heraus, dass einige in Brooklyn zudem glaubten, dass auch verstorbene Gerechte die vor Jesus starben zu den 144.000 Priesterkönigen zählen werden. Das widersprach der Lehre der Gesellschaft, die behauptet, dass der Zeitpunkt Jesu Tod und Auferstehung sei, um zu den künftigen Priesterkönigen zu zählen. Alle zuvor verstorbeben Gerechten würden zu irdischen Fürsten, die 144.000 aber zu himmlischen Priesterkönigen. Ein Gemisch von wahrer Erkenntnis und mystischer Himmelslehre. Daher beschrieben jene nun als „Abtrünnige“ verketzerten und als den vom „wahren Glauben“ Abgefallene den 8. Punkt der Anklage wie folgt: (Seite [253], Dokument, Abs. 8)

 

8. Abraham, David und andere treue Männer der alten Zeit werden ebenfalls himm­lisches Leben haben, gestützt auf Hebr.11:16.

 

Zu fast demselben Schluss sind auch wir unabhängig von Ray und seinen Denkern im Bethel in unseren intensiven Forschungen gelangt! Es ergibt keinen Sinn, dass gerechte Männer wie Abel, Noah, Melchisedek, Abraham, Isaak, Jakob, David und Johannes der Täufer, um nur einige aufzuzählen die Paulus im Kapitel 11 des Hebräerbriefes erwähnt, im kommenden System von der Herrschaft als Priesterkönige ausgeschlossen sein sollten. Der Strauchelpunkt ist und bleibt dabei der hymenäische Irrglaube an Auferstehung im geistigen Himmel, da Paulus doch im Hebräerbrief deutlich macht, ebenso wie zuvor schon die Propheten es erwähnen, dass jene Männer der Vergangenheit auf der Erde wiedererscheinen werden!

 

Die falsche Schlussfolgerung, dass das Register, das im Himmel geführt wird und der Lohn, „der im Himmel aufbewahrt“ sei bedinge, nun dort, vor Gott einzukassieren, dies ist schlichtweg unsinnig, aber sehr verführerisch! Jesus erklärt dagegen deutlich, dass er zurückkehren werde und um den Lohn mit sich zu bringen, damit verbunden auch die Liste derer, die diesen Lohn verdient haben! Damit eng verbunden ist irdische Auferstehung, auf die Hymenäus nicht warten mochte, sondern erklärte: „... die Toten seien bereits auferstanden“. Das wurde zu einer der Hauptlehren der Katholischen Kirche und wurde später von den Protestanten stillschweigend übernommen. Dieselbe Lüge wurde dann von Rutherford dann auf die Gesalbten abgewandelt, die 1918 im Himmel auferstanden seien.

 

Darum stellt auch R. Franz zu Recht die Gegenfrage: (Seite [269], Abs. 8)

 

8. daß der Text in Hebräer 11:16, in dem es heißt, Männer wie Abraham, Isaak und Jakob strebten "nach einem besseren Ort, nämlich einem, der zum Himmel gehört", nicht bedeuten könnte, daß, sie Leben im Himmel erhalten würden? Wo?

 

Raymond Franz hatte aber noch nicht exakt erkannt, dass mit „Himmel“ verschiedene Dinge gemeint sein können und dass es innerhalb der drei Himmel auch nach Rangstufen gibt!

 

Wenn nun der erste der drei Himmel die weltliche Herrschaft bedeutet, dann löst sich das aufgeworfene Rätsel sehr leicht! Da Paulus im „dritten Himmel“ bei Jehova und bei Jesus weilte, er wusste nicht „ob im Leib oder ausserhalb des Leibes [[im Geiste]]“, muss die Frage erlaubt sein, welche zwei Himmel denn darunter noch existieren? Die Lösung bringt uns die Offenbarung, wenn sie von „alten Himmeln“ spricht, die in Harmagedon vergangen sind und dann von inzwischen existierenden „neuen Himmeln“ die Rede ist, am Tag, wo Jesus dem Vater das aufgerichtete Königreich aus 144.000 inzwischen auferstandenen und geweihten Priesterkönigen übergibt! (vergl. 1.Kor 15:24)

 

*** Rbi8  2. Korinther 12:1-5 ***

12 Ich muß mich rühmen. Es ist nicht nützlich; aber ich werde auf übernatürliche Visionen und Offenbarungen [des] Herrn übergehen. 2 Ich kenne einen Menschen in Gemeinschaft mit Christus, der vor vierzehn Jahren — ob im Leib, weiß ich nicht, oder außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es — als solcher bis zum dritten Himmel entrückt wurde. 3 Ja, ich kenne einen solchen Menschen — ob im Leib oder getrennt vom Leib, weiß ich nicht, Gott weiß es —, 4 daß er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die zu reden einem Menschen nicht erlaubt ist.

 

http://www.ubergizmo.com/photos/2007/1/puzzle-alarm-clock.jpgDa auch die WATCHTOWER ebenso wie R. Franz anerkennen, dass das Paradies noch künftig ist und hier auf der Erde verwirklicht wird sind die fehlenden Puzzlesteine alle vorhanden, um jenes Rätsel der verschiedenen drei Himmel zu lösen! Vergleichen wir dies nun mit den Worten des Johannes in der Offenbarung, Kapitel 21, in den Versen 1-4 aufgezeichnet, so wird es vollkommen klar!

 

Weder Ray Franz noch sonst jemand im Bethel Brooklyn wäre in der Lage gewesen das Rätsel zu entziffern. Sie alle waren viel zu sehr indoktriniert von der Tradition, um sich vollkommen aus jenen Fesseln zu lösen und vollständig unabhängig davon die Schrift zu lesen! Ihre Studien in Brooklyn waren zudem beständiger Kontrolle unterworfen und dies setzte auch der Erkenntnis Grenzen! Jedes ihrer Reden mit anderen konnte verhängnisvoll sein, bei all der Bespitzelung! Jedes Schriftstück und jeder Komputereintrag mochte bei anderen Argwohn erwecken! Das war bestimmt nicht die Umgebung, wo sich wahre Einsicht mehrt! Hinzu kam ein Mangel an Zeit, da ja jeder Zeuge im Bethel zu 150% ausgebucht ist mit Obligationen! Erst nach dem Ausscheiden wäre dies möglich gewesen, dann aber kamen andere Fesseln, wie der Kampf um das wirtschaftliche Überleben, dann das Ausschlussverfahren, damit verbunden die Abtrennung von allen bisherigen Bekannten und Freunden. Dies alles wirkte kontraproduktiv und verhinderte systematisches, intensives Forschen, was Grundlage ist, um zu genauer Erkenntnis voranzuschreiten!

 

Die „alten Himmel“ die vergangen sind müssen an erster Stelle die „Gewalten und Herrschaften“ dieses Systems sein, die Jesus in Harmagedon ja zerstört. Dazu gehört das unruhige „Menschenmeer“, das als ungerecht eingestuft hin in die „ewige Abschneidung“ geht. Die nun in Harmagedon durch Jesus und seine Engel vernichteten alten „ersten Himmel“ der Gott entgegengesetzten Autoritäten müssen erst danach durch den neuen „ersten Himmel“ ersetzt werden! Dazu ist die Frühauferstehung (gr: exánastasin) der Apostel (Phi 3:11) und nach Harmagedon die Erstauferstehung der Verstorbenen der 144.000 absolute Voraussetzung! Die Apostel müssen sich vorab auf ihre Richterthrone setzen! (Mat 19:28) Das geschieht anlässlich der „Hochzeit des Lammes“ (Off 19:6), wo Jesus ich mit „der Frau“ (Off 12:5, 6), seinen Aposteln, der „kleinen Herde“ (Lu 12:32) verbindet! Damit all dies geschehen kann muss Jesus zu verschiedenen Zeitpunkten an verschiedenen Orten zur Erde zurückkehren! Die Zeitachse zu verstehen, wo alle Geschehnisse in ihrer logischen Abfolge innerhalb der prophetischen „Zeiten und Zeitabschnitte“ aufgestellt sind ist und bleibt somit Voraussetzung jenes „Teilbild“ der Endzeit zu verstehen! Es ist nicht hier der Platz all die Details zu erörtern, die damit in Verbindung stehen! Der interessierte Leser mag dies in der Artikel-Serie Die Einweihung des neuen Tempels und der 144.000 Priesterkönige  selbst überprüfen! Dieses grosse Rätsel aber ist inzwischen gelöst!

 

Endzeitablauf Übersicht - d_16748_image010

 

Die Grafik zeigt zwei Teile: Oberhalb der Zeitachse die prophetischen Ereignisse und der Punkt ihrer Erfüllung gemäss der in der Schrift vorgegebenen Ablauflogik. Darunter findet sich ein Muster von Ereignissen, das jenen die noch in Erscheinung treten werden verblüffend nahe kommt und daher als Muster aus der heutigen Realität hilfreich dient!

 

Was nun sah Johannes in der Vision, nachdem in Harmagedon das alte System durch den „Reiter auf dem weissen Pferd“ zerstört worden war?

 

*** Rbi8  Offenbarung 21:1-4 ***

21 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Ich sah auch die heilige Stadt, das Neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitgemacht wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. 4 Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“

 

Der 2. „alte Himmel“ vergeht, wenn Jesus Satan und seine Dämonen mit ihm in den Abgrund wirft und diesen für tausend Jahre verschliesst. Jener zweite „Himmel“ hat somit geistigen Charakter, ist aber dem „dritten Himmel“ Jehovas klar unterstellt. Der „Krieg im Himmel“ richtete sich gegen Satan und seine Dämonen, die immerhin einen Drittel dort ausmachten! (Off 12:7-11) Dieser Hinauswurf Satans erfolgt unmittelbar zu Beginn des „Tages des Herrn“, nachdem Jehova seine Macht über alle Bereiche an sich genommen hat und Jesus nun auch noch seine Feinde unter die Füsse legt [B1](Ps 110:1, 2; Off 11:14, 15) Damit hat Jesus auch die Macht und Herrschaft über jenen zweiten „Himmel“, der nun von seinen Engeln und den 24 gekrönten himmlischen Ältesten kontrolliert wird.

 

http://t0.gstatic.com/images?q=tbn:FyowjcGTZjyBCM:http://www.chrismonshop.de/mall/1/pic/it270Mystik_Umschlag.jpgBeachten wir, dass das neue Jerusalem vom Himmel zur Erde herabkommt und Jehova von dann an erneut „bei den Menschen“ auf der Erde weilt und sie „seine Völker“ sein werden! Keine Frage für jeden der mit offenem Verstand liest: Das geschieht alles auf der Erde und zwar erst nachdem diese von allen Feinden des „Königreiches des Sohnes der Liebe“ gereinigt ist! Was sollten denn nun sogenannt Auferstandene „mit himmlischer Hoffnung“ alleine noch droben, im fernen dritten Himmel suchen? Wer der Logik der Schrift folgt kann die Zusammenhänge klar erkennen, wer mystischen Bildern nachfolgt wird niemals zu genauer Erkenntnis gelangen!

 

7.1.2.4        Wem gebührt unsere erste Loyalität: Einer Religion oder unserem Schöpfer Jehova und seinem Christus?

Reynold Franz war in der neuen Stellung innerhalb der leitenden Körperschaft erstmals 1971, schon bei oder kurz nach seinem Eintritt, dort direkt mit wohlberechnetem Lug und Trug an oberster Stelle der Watchtower konfrontiert worden! Bisher, als Subalterner, selbst in hoher Stellung im Zonendienst waren ihm diese Dinge bisher verborgen geblieben. Der Glaube in die Ehrbarkeit und die schiere Unfehlbarkeit der leitenden Körperschaft, der Glaube in die Inspiration der „Gesalbten“ war wie bei fast allen Zeugen fest in seinen Gedanken verankert. Zweifel wurden beständig bekämpft und durch die scheinbar biblisch begründende Literatur vollkommen zurückgedrängt. Das ist es, worauf Jehovas Zeugen und jede andere Religion aufbauen! Nicht wirklich zum Glauben an den Christus wird geführt, als einzigem von Jehova vorherbestimmtem Retter, sondern zum Glauben in eine Kirchenhierarchie und deren höchste Führung!

 

http://t0.gstatic.com/images?q=tbn:QrW8Rb7vkn7TYM:http://www.opencaching.de/images/uploads/951F1B58-A57A-102B-AB51-00163E359752.gifNun aber nach neun Jahren in diesem erlauchten Gremium mussten endlich persönliche Entscheidungen gefällt werden. Er war wie eine Frucht, die vorab reifen musste, um süss zu werden, bevor sie fallen konnte und sich damit vom Baum trennt! Da aber Früchte auch die Eigenschaften des Baumes in sich tragen, die guten wie die schlechten war ein weiteres grosses Reinigungsprozedere notwendig! Einige Früchte sind zudem vom Wurm befallen! Alles Wurmstichige muss sorgfältig entfernt werden, bevor die Frucht geniessbar wird!

 

Der gesamte Prozess vor dem Rechtskomitee der kurze Zeit nach dem Ausschied aus dem Bethel folgte und die Berufung gegen das Urteil des Gemeinschaftsentzuges dienten der Reinigung von Raymond Franz und waren Beginn des Heilungsprozesses! Die Illusionen über die „Wahrheit“ und deren Vertreter war wie eine Seifenblase geplatzt! Die darauf folgende Arbeit an dem Buch Der Gewissenskonflikt und später am Werk Auf der Suche nach der christlichen Freiheit zwangen R. Franz dazu seine Gedanken erstmals frei zu organisieren und den bisher herausgefundenen Irrtum und die Lügen systematisch zu dokumentieren. Eine langsame und stetige Befreiung von den letzten Fesseln im Denken nahm ihren Verlauf! Damit verbunden waren weitere Erkenntnisse, die im Zusammenhang zu jedem der Themen auftauchten. Diesmal aber wurde das „Licht“ der Erkenntnis wirklich heller, weil es sich dem Denken der ursprünglichen und inspirierten Bibelschreiber beständig annäherte! Vollkommener Tag aber wird es für Ray erst nach der Auferstehung werden, wenn er im kommenden System das Funktionieren der „neuen Himmel“ und der wahren Gerechtigkeit Gottes gemäss Seinem GESETZ selbst erleben darf!

 

7.1.2.5        Wurde wirklich 1914 Gottes Königreich auf Erden aufgerichtet?

Jonsson/ZeitenJonsson.jpg (30581 Byte)Rey Franz erkannte anhand der Chronologie die der schwedische Älteste Carl Olov Jonsson aufgestellt hatte, dass die Behauptung des Jahres 607 v.u.Z. auf tönernen Füssen stand. Sein Buch: Die Zeiten der Nationen näher betrachtet zeigt, wo grobe Fehler in der Wachtturm-Chronologie zu verzeichnen sind! Jenes so relevante Datum für die Watchtower könne weder geschichtlich, noch archäologisch, noch nach sonst einer Logik mit ehrlichem Gewissen vertreten werden, sondern müsse 20 Jahre später, im Jahre 587 v.u.Z. eingeordnet werden, wo der Fall Jerusalems unter Nebukadnezars babylonischem Heer stattfand. Jonsson veröffentlichte seine Nachforschungen über die Zeichen der Endzeit in seinem Buch. Allerspätestens als die leitende Körperschaft seitens R. Franz über das Thema informiert hatte war aus Irrtum handfeste Lüge entstanden, da man weiter an der Tradition festhielt!

 

Damit war auch das Jahr 1914 obsolet und damit die gesamte Kette von Behauptungen die darauf aufbauen! So schrieb R. Franz zu diesem Thema auf Seite [136] des Buches „Der Gewissenskonflikt“:

 

Das Jahr 1914 ist ein Dreh- und Angelpunkt, auf den sich ein wichtiger Teil des Lehrgebäudes und der Herrschaftsansprüche der Zeugen Jehovas stützt. Mit diesem Jahr sind folgende ihrer derzeit gültigen Glaubensansichten verknüpft:

 

Mit 1914 begann - unsichtbar für Menschenaugen - die Gegenwart Jesu Christi. Damit begann eine Gerichtszeit für alle Namenchristen und für die Welt.

1914 trat Jesus Christus seine aktive Herrschaft über die ganze Welt an und sein Reich übernahm offiziell die Macht.

1914 begannen die "letzten Tage" oder die "Zeit des Endes", von der die Bibel spricht.

Die Generation, die 1914 am Leben und alt genug war zu verstehen, was passierte, ist die Generation, die "auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen", einschließlich der Vernichtung des heute herrschenden Systems der Dinge. [137]

Dreieinhalb Jahre nach 1914, im Jahre 1918, begann die Auferstehung der seit den Tagen der Apostel verstorbenen Christen.

Etwa zur selben Zeit (1918) gingen die damals lebenden wahren Nachfolger Christi in die geistige Gefangenschaft von Babylon der Großen, und im darauf folgenden Jahr wurden sie freigelassen. Zu diesem Zeitpunkt anerkannte Christus Jesus sie kollektiv als seinen "treuen und verständigen Sklaven" an, der in seiner Gunst steht und als sein Beauftragter sein Werk auf Erden leitet, sich seiner irdischen Interessen annimmt. Sie wurden damit der einzige Kanal, durch den er seinen Dienern in der ganzen Welt Leitung und Erleuchtung zukommen läßt.

Seit dieser Zeit geht der abschließende Teil des "Erntewerks" vor sich, durch das alle Menschen schließlich in zwei Klassen eingeteilt werden, in "Schafe" und "Ziegenböcke", was für sie entweder Rettung oder Vernichtung bedeutet.

 

Sowohl R. Franz wie auch einige von uns, als bisher aktive Zeugen Jehovas waren zu Beginn dermassen von der Unfehlbarkeit der Aussagen der „Gesalbten“ überzeugt, dass wir das Jahr 607 u.Z. auch nach Beginn der intensiven Studien ab 11.9.2001 weiterhin verteidigten. Warum? Weil die uns vorgelegten, scheinbar biblisch belegten Beweise uns zu überzeugen vermochten! Gegenbeweise, wie jene von Carl Olov Johnsson waren uns unbekannt! Den geschichtlichen Ablauf nach exakten Jahreszahlen zu untersuchen war auch nicht die uns selbst gestellte Aufgabe, sondern die biblisch vorgegebene Logik im Ablauf der Endzeit herauszufinden! Daher wurden alle unsere Grafiken und Zeitbände aufgrund der Chronologie von Jehovas Zeugen angefertigt.

 

Erst weit später, am 31.7.2008 erfuhren wir von den Arbeiten des schwedischen Ältesten  Jonsson aus dem Internet, zu spät, um alle Grafiken, Zeitbände und Dokumentationen noch zu ändern. Wir entschlossen uns darum auf jedem unserer gewichtigen Dokumente einen Hinweis zu setzen auf jene Aussagen der Internetseite. Dazu kopierten wir jene Informationen und machten sie integrierenden Bestandteil unserer Aussagen. zu machen, die wir als eigenen Artikel in unsere Seite aufnahmen und fügten auf allen relevanten Grafiken den Hinweis und Link darauf hinzu!

 

Vergleiche hierzu folgenden Link: Anmerkungen zur CHRONOLOGIE biblischer Geschichte

 

Da wir selbst die Theorie der Watchtower der „sieben Zeiten“ die rechnerisch 2520 Jahre ausmachen sollen (7x360) schon früh verworfen haben, waren all diese Jahreszahlen für unser Forschen relativ irrelevant! Wir musste erkennen, dass es keine Form der Berechnung des Beginns der Endzeit gibt, sondern Jesu Worte zutreffend sind, dass nur die Zeichen die nahezu alle von den Feinden des Königreiches ausgehen relevant sind!

 

 

http://images.picsearch.com/is?284128274212Wir versuchten mit dem Jahr 2001, den Terroranschlägen von New York und Washington im Kopf vorab die vorgegebene Logik der „Zeiten und Zeitabschnitte“ zu enträtseln, um dann die geschichtlichen Ereignisse der damit verbundenen gegenwärtigen Zeitepoche damit in Verbindung zu bringen. Aufgrund des hohen Grades von Übereinstimmung wagten wir uns gar einen Schritt weiter, die letzten noch ausstehenden Ereignisse vorherzusagen. Stets damit verbunden bekannten wir offen, dass nur die Erfüllung der restlichen Prophezeiungen auch den Beginn der Kette bestätigt! Als das Schlüsseljahr 2007 vorbeiging, ohne dass der Angriff auf die Religionen erfolgte und ohne, dass Harmagedons Endschlacht kam, da war es offensichtlich, dass auch wir uns getäuscht hatten!

 

Im Gegensatz zur leitenden Körperschaft der Zeugen aber gaben wir den Irrtum offen zu! Auf gewichtigen Seiten des NEWSLETTER oder in den Büchern wurde mit roter Farbe gut sichtbar der Hinweis auf den inzwischen bekannten Irrtum gemacht!

 

Der ganze Ablaufraster in seiner Logik aber bleibt eine Vorlage für spätere Tage, weil der Zeitraster und der Ablauf der Ereignisse ja biblisch vorgegeben sind. Die aktuellen Ereignisse, das Zeitgeschehen, das wir darin aufführen stimmte verblüffend gut mit den Prophezeiungen überein. Sie müssen aber möglicherweise später durch andere, noch kommende künftige Ereignisse ersetzt werden, wenn der „Tag des Herrn“ wirklich anbricht!

 

 

7.1.3          War Russell der tiefsinnige Bibelforscher oder doch eher einer, der hier und dort die Ideen anderer kopierte?

 

7.1.3.1        Russells Kopieren von falschen Aussagen, wie und wann und wo sich die Prophetie über Jesu Wiederkehr erfüllen müsse

Die Ausführungen und Dokumente, welche Raymond Franz aus den Jahren des Beginns von Russells Tätigkeit zusammengestellt hat zeigen klar und deutlich, dass der grösste Teil dessen, was „helleres Licht“ zu sein erschien in Wirklichkeit von Russell aus anderen religiösen Quellen abgeschrieben wurde. Die meisten Zeugen Jehovas erachten es bis heute als selbsterarbeitete Erkenntnis Russells aus der Heiligen Schrift durch Forschen darin! Russell suchte nach der Wahrheit in den verschiedensten religiösen Publikationen, vereinte das, was er fand mit eigenen Worten! Dies ergab ein Gemisch von wirklichen Wahrheiten die andere vor ihm herausgefunden hatten, vermischt mit philosophischem Irrtum und schon damals bekannten offensichtlichen religiösen Lügen.

 

Nur das eigene intensive Studium anhand der Schrift und der Vergleich von Fremdmaterial mit der Bibel aufgrund eines guten Gesamtverständnisses konnte dies offen zeigen! Dieses Verständnis fehlte dem jungen Russell! Als dann sein Schriftwerk in Form des siebenbändigen Konglomerats „Der Millenniums Tagesanbruch“ herausgegeben wurde, Buch um Buch des siebenbändigen Werkes erschien und immer mehr Leser davon begeistert waren, da gab es kein Zurück mehr! Als die ersten Prophezeiungen für das Jahr 1878 fehlgeschlagen waren folgte eine Uminterpretation, dessen, was er zuvor von John Aquila Brown, von William Miller und den Adventisten und anderen kopiert hatte.

 

Dann kam das verflixte Jahr 1914 und wiederum geschah keines der vorhergesagten Dinge. So wurden diese Erwartungen auf 1918 verlegt. Nach dem Tode Russells 1916 übernahm schon kurze Zeit danach der Anwalt J.F. Rutherford das Steuer des inzwischen maroden Druckereikonzerns Watchtower. Kriegsjahre und unerfüllte Prophetie hatten die Schar der Leser verkleinert. Seine Schriftkenntnisse waren noch weit dürftiger als die Russells und so blieb ihm und den übrigen „gesalbten“ Direktoren erneut nur der längst vertraue Weg der Neuinterpretation alter falscher Vorhersagen. Hierzu schreibt Ray Franz auf Seite [138], Abs. 1 seines Buches:

 

Untergräbt man den Glauben an die grundlegende Bedeutung des Jahres 1914, so bringt das auch den ganzen Überbau der Lehre, der sich darauf stützt, ins Wanken, Darüber hinaus verminderte das auch den Anspruch auf eine besondere Autorität auf Seiten derer, die sich als offizielle Sprechergruppe der Klasse des "treuen und verständigen Sklaven" verstehen.

 

Wir brauchten in verschiedenen unserer Publikationen nahezu dieselben Worte, obwohl wir von ganz anderer Seite her das Thema untersuchten, nämlich von der biblischen Logik her, während Ray es u.a. von der Seite der Chronologie betrachtete. Die Schlussfolgerung war identisch: Das ganze Gebäude der Lehre war auf Sand von Lügen gebaut!

 

Der nächste grosse Termin der proklamiert wurde war das Jahr 1925 (Kapitel 8), angebliches Ende von 6000 Jahren Menschheitsgeschichte, welches Datum nun Rutherford festlegte. Als weltlicher Advokat von der Schule her gewohnt so breit und lang zu lügen, bis sein Klient vor dem Richter von jeder Anklage freigesprochen ist, nach demselben Moto verteidigte er nun die Lehren des toten Russell! Richter darüber, ob etwas wahr oder Lüge sei war der einzelne Leser! Wiederum erzeigte es sich, dass keines der vorhergesagten Ereignisse eintraf, wiederum wurde Literatur hergestellt, die „heller werdendes Licht“ verkündigte und alles neu interpretierte und damit erneut tiefste Finsternis über die Menschen ausbreitete, die den Schund kauften und verinnerlichten! Rutherford selbst gab später zu, dass er sich zu einem Dummkopf gemacht hatte! Der Englische Wortlaut: "I know I made an ass of myself ". Dieser Ausspruch Rutherfords wird im Wachtturm vom 15. Dezember 1984 auf Seite 26 zitiert. Änderte dies aber etwas, wurde die Lüge etwa danach offen eingestanden? Weit gefehlt!

 

Eindrücklich beschreibt Franz mittels Fotokopien alter Dokumentationen aus der Zeit 1870 bis 1916 im Kapitel 8, die nur noch in der Bibliothek der Organisation im Bethel Brooklyn einzusehen sind, aus welchen Quellen Russell in Wirklichkeit seine Erkenntnisse schöpfte. Er kopierte einen Grossteil seiner Erkenntnisse aus Publikationen der Adventisten, wobei er Aussagen anderer Pastoren und Theologen damit gut vermischte, um seine eigene, selbständige Lehre daraus zu entwickeln.

 

Im Gegensatz dazu ging es uns, innerhalb der Gruppe DER WEG von Anfang an darum, durch persönliches Erforschen der Logik, welche die Bibel selbst vorgibt, die Geheimnisse rund um die Zeit des Endes lüften zu können. Die Ereignisse im Zusammenhang mit dem 11. September 2001 und die damit verbundenen, von der Machtgruppe Religion ausgelösten Terrorattentate, sie gaben dabei den Ausschlag zum intensiven eigenen Forschen von. U.M. Schmid. Dies geschah seit Anfang unter Ausnutzung modernster technischer Hilfsmittel, die erst seit wenigen Jahren der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Dies gab gegenüber Russells Forschen und Dokumentieren natürlich gewaltige Vorteile, da jener noch keinen Zugriff auf Internet und die Hilfe von Computern kannte. Gegenüber dem langsamen und arg behinderten Koloss der Watchtower existiert der Vorteil der schnellen und wendigen Art sich der aktuellen Probleme anzunehmen, ohne durch Traditonsdenken behindert zu werden und sich daher vollkommen auf die Aussagen der Schrift zu konzentrieren! Das war das, was Raymond Franz noch nicht vergönnt war, da in den Achtzigerjahren als er aus der leitenden Körperschaft ausschied und unabhängig zu forschen begann diese Dinge erst zu entstehen begannen und ihm nicht zur Verfügung standen!

 

7.1.3.2        Das Problem mit der verflixten Chronologie, die mit falscher Prophetie übereinstimmen muss

Raymond Franz gibt dem Kapitel 7 den Titel „Voraussagen und Vermessenheit“ und spricht damit das seit Beginn der Watchtower vorhandene Problem an: „Der falsche Prophet“ der Endzeit handelt erneut mit grosser Vermessenheit, wie Jehova es warnend seit Beginn vorhergesagt hatte:

 

*** Rbi8  5. Mose 18:20-22 ***

20 Der Prophet jedoch, der sich anmaßt, in meinem Namen ein Wort zu reden, das zu reden ich ihm nicht geboten habe, oder der im Namen anderer Götter redet, dieser Prophet soll sterben. 21 Und falls du in deinem Herzen sagen solltest: „Wie werden wir das Wort erkennen, das Jehova nicht geredet hat?“ — 22 wenn der Prophet im Namen Jehovas redet, und das Wort trifft nicht ein oder bewahrheitet sich nicht, so ist dieses das Wort, das Jehova nicht geredet hat. Mit Vermessenheit hat der Prophet es geredet. Du sollst vor ihm nicht erschrecken.‘

 

Deutliche und klare Worte! Russell bezeichnete sich selbst als Gottes Sprachrohr, dies wurde durch Rutherford anfänglich öfters wiederholt. Die Gesalbtenklasse erklärt bis heute, dass sie „Gottes Kommunikationskanal“ sei! Gottes Urteil über jene Vermessenen ist damit bereits gefällt: Keine ihrer vielen Vorhersagen hat sich bisher erfüllt!

 

Da Russel sich in seinen Schriftstudien, die er bereits früh schon als junger Mann in den Zwanzigerjahren vorzubereiten begann und später publizierte, auf gewisse errechnete Jahreszahlen festgelegt hatte, Ideen die er von John Aquila Brown und den Adventisten übernommen hatte, so konnte er seine Meinung darüber wie wichtig jene vorherbestimmten Jahre seien nicht nachträglich ändern, ohne wesentlichen Verlust seiner bisherigen Leser und Anhänger einstecken zu müssen! Daran wiederum hingen das Druckereiunternehmen und hunderte von Mitarbeitern! Dieses in den Vordergrund Schieben von wirtschaftlichen Interessen wurde und wird von seinen Amtsnachfolgern bis heute ebenso aufrecht erhalten!

 

7.1.3.3        War nun Russell der „kluge Knecht“ oder gibt es eine Klasse Gesalbter, ein Kollektiv eines bereits auserwählten und eingesetzten „treuen und verständigen Sklaven“?

Was Raynold Franz zu Beginn wie die meisten treuen Zeugen Jehovas nicht wusste, war, dass die Gesellschaft in früheren Jahrzehnten sprunghaft ihre Lehren bereits öfters verändert hatte. Die scheinbar biblisch begründete und ständig wiederholte Aussage, dass Veränderungen „hellerscheinendes Licht“ wären, das Gott gewährt, dies machte alle Anhänger blind dafür, dass offensichtlich von Anfang an den Verantwortlichen an der Spitze das Verständnis grundlegender Zusammenhänge fehlte! Wir behaupten heute, dass der obersten Führung zu allen Zeiten ein Gesamtverständnis der Schrift abging, obwohl stets das Gegenteil behauptet wurde! Salomo sagt dazu in den Sprüchen:

 

*** Rbi8  Sprüche 4:18-19 ***

18 Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Licht, das heller und heller wird, bis es voller Tag ist. 19 Der Weg der Bösen ist wie das Dunkel; sie haben nicht erkannt, worüber sie fortwährend straucheln.

 

Wer nun gilt bei Gott als Gerechter? Werden wir, indem wir uns selbst als gerecht erklären wirklich in Gottes Augen gerecht? Bei allem Studium religiöser Literatur über Jahrzehnte hinweg fanden wir keine einzige Religionsgruppe, die sich selbst nicht als gerecht erklärt hätte! Wenn wir dann aber an die Aussage über „Babylon die Grosse“ in der Offenbarung dachten, dann fiel uns auf, dass Gottes Ansicht über Religionen eine ganz andere war und ist! Dann mussten wir uns daran erinnern wie Jesu eigener Richterspruch gegenüber den Religionsführern lauten wird, wenn er doch in der Bergpredigt jenen gegenüber bereits deutlich erklärt:

 

*** Rbi8  Matthäus 7:21-23 ***

21 Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. 22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘ 23 Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit.

 

Was Russell als “hellerscheinendes Licht” gegenüber der Erkenntnis der Adventisten bezeichnete wurde später von seinem Nachfolger Rutherford verworfen und erneut durch ein “helleres Licht” ersetzt, das sich in späteren Jahren erneut als „tiefste Finsternis“ erwiesen hat! “Der Weg der Bösen ist wie das Dunkel; sie haben nicht erkannt, worüber sie fortwährend straucheln.” Wer nun wird von Gott als “Böser” bezeichnet, der beständig in Finsternis strauchelt? Das geht doch klar und deutlich aus Jesu Worten hervor: “Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit.

 

Russell wie später Rutherford und die weiteren Präsidenten der Watchtower lehnten seit Beginn in Wirklichkeit Gottes Gebote ab, da sie ja alle insgesamt erklärten, was falsche Übersetzer ihnen vorgelispelt hatten: “Christus ist das Ende des GESETZES”. Die NEUE-WELT-ÜBERSETZUNG, welche Fred Franz, der Onkel von Ray redigierte übernahm den von der Katholischen Kirche früh in ihrer lateinischen Übersetzung inszenierten Fehler: Jesus als „das Ende des Gesetzes“ zu erklären.

 

*** Rbi8  Römer 10:4 ***

Denn Christus ist das Ende des GESETZES, jedem zur Gerechtigkeit, der Glauben ausübt.

 

Eigentlich müsste es heissen:

 

Denn Christus ist Das Ziel des GESETZES [[der Höhepunkt in Gesetzeserfüllung]], jedem zur Gerechtigkeit, der Glauben ausübt.

 

Der Übersetzer Abraham Meister hatte dies ebenso erkannt und gibt statt „Ende“ das Wort „Ziel“ wieder. Ganz im Gegenteil das GESETZ zu beenden war Jesus gekommen, um als Vorbild die vollkommene Gesetzeserfüllung vorzuleben und dabei den ganzen Willen des Vaters zu tun! Der Glaube in den Christus lässt uns in dieselben Fussstapfen treten! Gerechtigkeit kommt nur dadurch, dass wir Gottes Grenzen anerkennen und einhalten und jene Linien die den Lebensweg einengen nicht übertreten. Was das Gebot uns gebietet ist zu unserem Nutzen, ansonsten wir Sünde begehen, wo wir es übertreten! Ohne Gottes GESETZ würden wir ja gar nicht mit Sicherheit wissen, was in Seinen Augen Sünde ist! Jeder würde von sich aus bestimmen, was gut und was schlecht sei, Grundlage für das heutige Rechtschaos unter den Nationen und Religionen!

 

Das Verändern jenes Schlüsseltextes durch Hieronymus (?) war ja notwendig, um die vielen Abweichungen vom GESETZ durch ein eigenes Regelwerk zu decken, welche die Kirche im Verlauf der ersten Jahrhunderte vorgenommen hatte! Dazu gehört u.a. das 4.Gebot, die göttliche Sabbatordnung, die schon sehr früh im 2.Jahrhundert zur römisch-heidnischen Sonntagsordnung hin verändert wurde, um mit des Cäsars Verordnung Schritt zu halten. Luther und die übrigen Protestanten kopierten diesen Fehler weitgehend, da auch sie nicht bereit waren Gottes Gebote als ewig dauernd anzuerkennen!

 

*** Rbi8  4. Mose 15:14-16 ***

14 Und falls ein ansässiger Fremdling bei euch als Fremdling weilen sollte oder einer, der seit Generationen von euch in eurer Mitte ist, und er Jehova ein Feueropfer von beruhigendem Wohlgeruch darbieten will, so sollte er ebenso tun, wie ihr tun solltet. 15 Ihr, die ihr zur Versammlung gehört, und der ansässige Fremdling, der als Fremdling [bei euch] weilt, werdet eine Satzung [[ein GESETZ]] haben. Es wird eine Satzung [[ein GESETZ]] auf unabsehbare Zeit [[für ewig]] für eure Generationen sein. Der ansässige Fremdling sollte sich vor Jehova ebenso wie ihr erweisen. 16 Es sollte sich zeigen, daß ein Gesetz [[GESETZ]] und eine richterliche Entscheidung für euch und für den ansässigen Fremdling gilt, der als Fremdling bei euch weilt.‘

 

Wer behauptet, dass dies nur für Israel gelte widerspricht dem Paulus ins Gesicht!

 

*** Rbi8  Römer 2:28-29 ***

28 Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch besteht [die] Beschneidung in dem, was äußerlich am Fleisch [vollzogen] worden ist; 29 sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und [seine] Beschneidung ist die des Herzens durch Geist und nicht durch ein geschriebenes Recht [[den Buchstaben des Gesetzes (Meister, Luther, Schlachter, Elberfelder)]]. Das Lob eines solchen kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.

 

Ja, Fred Franz war wirklich ein Weltmeister im Verdrehen der Aussagen des Paulus in Bezug auf alles, was das GESETZ betraf! Was Jesus an den Gesetzeslehrern seiner Tage bereits beanstandete, war, dass sie gemäss dem Buchstaben des GESETZES richteten und nicht nach dem Sinn oder „Geist des GESETZES“. Nicht die dahinterliegenden Prinzipien, die jemand verstanden hat und einhält oder willentlich oder unwissentlich übertritt standen beim Richten im Vordergrund! Davon aber wird Barmherzigkeit abhängig gemacht, dass der, welcher nicht verstanden hat und einen Fehltritt tut zurechtgewiesen und unterwiesen wird, indem ihm der Hintergrund der Gebote erklärt wird! Jesus zeigte durch das Heilen am Sabbat, dass Taten der Nächstenliebe über Gottes Gebot stehen, da ja die Liebe die Erfüllung des ganzen GESETZES und der PROPHETEN bedeutet! Die Umschreibung von Fred Franz dagegen, der erklärt „das geschriebene Recht“, dies aber will den Eindruck erwecken, dass Gottes Gebote nicht aufs Herz geschrieben werden müssten, da sie ja aufgehoben seien. Das widerspricht aber folgender Aussage des Paulus:

 

*** Rbi8  2. Korinther 3:3 ***

Denn ihr werdet als ein Brief Christi offenbar gemacht, geschrieben durch uns als Diener, eingeschrieben nicht mit Tinte, sondern mit [dem] Geist eines lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern auf Tafeln von Fleisch, auf Herzen.

 

Gottes zehn Gebote waren auf Steintafeln aufgezeichnet! Paulus will, dass diese auf Menschenherzen geschrieben werden, als ein „Brief Christi“, dem Vorbild an Gesetzestreue! Dabei wiederholt er lediglich, was Gott bereits durch Moses im GESETZ, den fünf Büchern des Pentateuchs wiederholt erwähnt hatte!

 

*** Rbi8  5. Mose 11:18 ***

Und ihr sollt diese meine Worte auf euer Herz und eure Seele legen und sie als ein Zeichen auf eure Hand binden, und sie sollen als ein Stirnband zwischen euren Augen dienen.

 

Fred Franz darf ruhigen Gewissens als „der Verkündiger der Gesetzlosigkeit“ bezeichnet werden, da er im Wachtturm und den Büchern der Zeugen breit und lang erklärt, dass Christen überhaupt nicht weiter unter GESETZ stehen würden, nicht einmal unter den zehn Geboten! Dass dies der gesamten Aussage der Schrift widerspricht, die Aussagen des Paulus und vor allem jene Jesu ungültig macht spielt all jenen keine Rolle, die Fred Franz zustimmen! Die Überlieferung der Vorväter steht selbst über Gottes Wort! Ein wirklicher Götzendienst und ein Tanz ums „goldene Kalb, so kann man es nur mit Abscheu feststellen!

 

Nun aber hatte Jesus und Paulus genau das Gegenteil verkündet! Für den “Gesetzlosen” gibt es von Jehova her niemals “hellerscheinendes Licht”, weil er doch Gottes Willen und sein Gebot missachtet! Alle Widersprüche ihrer eigenen Aussagen gegenüber Gottes Wort überlesen getreue Zeugen geflissentlich, so oft immer sie solches lesen! „Offizielle Wahrheit“ macht blind gegenüber Gottes Wort! Eher erscheinen ihnen die Weisheit Salomons und seiner Aussagen als Irrtum, angesichts der eigenen Weisheit, die sich in zunehmenden Leserzahlen und treuen Anhängern zu manifestieren scheinen! Die Worte des Paulus treffen auf die Verwaltungskuppel von Jehovas Zeugen trefflich zu:

 

*** Rbi8  1. Korinther 1:19-21 ***

19 Denn es steht geschrieben: „Ich will die Weisheit der Weisen zugrunde richten, und die Intelligenz der Intellektuellen will ich beseitigen.20 Wo ist der Weise? Wo der Schriftgelehrte? Wo der Debattenredner dieses Systems der Dinge? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? 21 Denn da in der Weisheit Gottes die Welt durch ihre Weisheit Gott nicht kennengelernt hat, hielt Gott es für gut, durch die Torheit dessen, was gepredigt wird, die Glaubenden zu retten.

 

Die Weisheit jener „Gesalbtenklasse“ hat sich wahrlich als Torheit erwiesen! Ihre Propheten haben falsches geredet und verkünden zudem Gesetzlosigkeit! Wenn wir in ihren Augen als „Toren“ erscheinen, weil wir Gottes ganzes GESETZ als weiterhin gültig und über jedem anderen Gesetz stehend erklären, so sehen wir dies wie ein Loblied!

 

Psalm 119 wiederholt so oft, dass Gottes GESETZ, seine Gebote und richterlichen Entscheidungen ewigen Charakter haben! Fred Franz war es auch da, wo er andere darin kopiert, der den Begriff „ewig“ in den auf Zeit beschränkten Begriff aus „unabsehbare Zeit“ verändert hat! Heute sind es weit über 100 Millionen von Bibelausgaben der NEUE-WELT-ÜBERSETZUNG, welche diese todbringenden Fehler verbreiten! Wir steuern dem entgegen, indem wir diese Fehler öffentlich anprangern!

 

*** Rbi8  Psalm 119:44 ***
Und ich will dein Gesetz beständig halten,
Auf unabsehbare Zeit [[auf ewig]], ja immerdar
.

 

Der Onkel von Raymond, Fred Franz verging sich sogar soweit, klare und deutliche Aussagen der Schrift zu relativieren, wie diesen göttlich festgelegten Ausdruck „ewig“ und ihn auf den Begriff „auf unabsehbare Zeit“ abzuändern. Beim uninformierten Leser lässt dies den Eindruck von „endlich“ zurück, etwas mit „Beginn und Ende“! 

 

Erst mit seiner Berufung zur leitenden Körperschaft und auch da erst verbunden mit der Aufgabe, ein bibelerklärendes Lexikon Aid to Bible understanding (Hilfe zum Verständnis der Bibel) mitzugestalten, öffnete sich Ray die beständige Möglichkeit für ein relativ freies tieferes Forschen! Was er zu Beginn aber schon feststellte war, dass jene die zu diesem Werk beigetragen hatten in Wirklichkeit gar kein tiefes Verständnis erlangt hatten! Er schreibt auf Seite [29]:

 

Einige Monate nach unserer Ankunft, als ich mich schon eingearbeitet hatte, führte Präsident Knorr mich in einen Büroraum, in dem auf einem Tisch hohe Stapel mit maschinengeschriebenen Texten aufgetürmt waren. Er erteilte mir den Auftrag, ein biblisches Nachschlagewerk zu konzipieren. Die Manuskriptstapel waren das Ergebnis der Arbeit von 250 Männern in aller Welt, die jeder einen Teilauftrag erhalten hatten. Die Arbeitsaufträge waren allerdings meist nach der Stellung in der Organisation ausgegeben worden (Zweigbüromitarbeiter, Fabrikaufseher usw.). Nur wenige von ihnen hatten überhaupt Schreiberfahrung oder verfügten über die Zeit, die Kenntnisse oder die Bibliothek, um Nachforschungen anzustellen. Bei vorsichtiger Schätzung müßte man wohl sagen, daß mindestens 90 Prozent des eingereichten Materials nicht verwertet wurden.

 

Wenn 90% des Materials, das durch leitende Köpfe zusammengestellt wurde unbrauchbar war, was muss dann über jene Hierarchie gesagt werden? Verstanden jene Leiter wirklich das, worüber sie schrieben oder waren sie weit eher an ihren Posten wegen anderer Fähigkeiten, wegen ihrer Anpassung an das, was andere zuvor geschrieben hatten, indem man aus bestehender Literatur der Gesellschaft ausgiebig frühere Fehler kopierte? Dazu diente und dient weiterhin doch der umfangreiche Index der Watchtower, wo jeder bisher publizierte Artikel und darin der Absatz nach seinen Stichworten zu finden ist!

 

Wie anders aber fasste Raymond Franz seinen Auftrag auf, auch wenn dies entgegen der Meinung des Präsidenten war. Er schreibt hierzu auf Seite [28], Abs. 2:

 

Ziemlich zu Anfang sagte Präsident Knorr etwas, das unsere Zielvorstellung entscheidend beeinflussen sollte. Er hatte es zwar ganz anders gemeint, als wir es auffaßten, doch das ist dabei weniger wichtig. Zu denen, die damals gerade an dem Projekt beschäftigt waren, meinte er: „Wir wollen nur das schreiben, was die Bibel sagt. Ihr braucht nicht erst alles in den Veröffentli­chungen der Gesellschaft nachzuschlagen.

 

Wie uns später klar wurde, wollte er damit bezwecken, daß das Werk schneller fertiggestellt würde. Er dachte an ein kleines Büchlein, „ein Handbuch“, sagte er später. Wenn man lediglich wiederholte, was in der Bibel über einen Gegenstand gesagt wurde, ohne große zusätzliche Erläute­rungen, dann wäre nur sehr wenig Zeit für Nachforschungen nötig. Wir faßten das falsch auf und meinten, wir sollten uns bemühen, immer alles so darzustellen, wie die Bibel es tatsächlich sagte, statt uns verpflichtet zu fühlen, alles so wiederzugeben, wie es in den Wachtturm-Veröffentlichun­gen stand. So ist ein deutlich anderes Werk entstanden, als es ursprünglich beabsichtigt war. In dem Material, das die 250 Männer eingesandt hatten, war der Stoff fast ausnahmslos so dargestellt, wie es der offiziellen Linie der Schriften der Gesellschaft entsprach. Unsere Nachforschungen ergaben häufig etwas anderes.

 

Ja, jeder der wirklich nachforscht kann den offensichtlichen Irrtum und die Lügen relativ leicht durchschauen! Darum versucht ja die Wachtturm-Literatur dies zu verhindern, rein schon durch die Flut an Information, die sie selbst produziert!

 

Dabei stiess Ray Franz in der umfassenden Bibliothek des Bethel Brooklyn auch auf die Sammlung alter Dokumente vom Beginn der Druckereitätigkeit Russells. Bestimmt war es seine Neugier, nicht nur der Auftrag, die ihn antrieb dort weiter zu forschen, um Erkenntnis zu erlangen, wie tief nun wirklich die Erkenntnis jenes jungen Mannes Russell war. Dabei mussten erstaunliche Dinge zu Tage getreten sein, die ihm bisher als Zeuge unbekannt waren! Wie das Buch „Gewissenskonflikt“ zeigt fotokopierte und sammelte er über Jahre solche Unterlagen, die eine grosse Vielfalt von Zwiespalt in den Aussagen dokumentieren. Trotzdem blieb vorerst Ray im Innersten weiterhin der Organisation treu! Es wurde von ihm zu Beginn als menschlicher „Irrtum“ abgetan, der jedem unterlaufen kann. Das beständig in der Literatur eingehämmerte Pflichtgefühl behielt bis kurz vor dem Ende die Oberhand!

 

7.1.4          Einige der Lehren der WATCHTOWER durch Raymond Franz entlarvt als irrig und falsch, als vollkommen unbiblisch

Dieses intensive Forschen und diesmal mit Genehmigung des Präsidenten Nathan Knorr und seines Onkels Fred Franz, des Vizepräsidenten der Organisation brachte innert relativ kurzer Zeit viel Stoff ans Licht, der als Gesamtes explosive Wirkung haben sollte.

 

Der Versuch von Ray Franz auch nur stückweise Veränderungen herbeizuführen, grobe Fehler einzugestehen und eine Richtigstellung herbeizuführen scheiterte Mal auf Mal an der Hürde der Mehrheitsstimmen von zwei Dritteln der leitenden Körperschaft! Die Konservativen, die der Tradition treu blieben, daran festhalten, dass alles, was einmal geschrieben wurde bleibenden Charakter haben muss und nicht widerrufen werden darf, diese Mehrheit behielt fast stets die Oberhand! Das muss den inzwischen erfahrenen, gesetzten Raymond Franz beständig frustriert haben! Die innere Stimme seines Gewissens begann ihn zu quälen, da er einsehen musste, dass er in der Stellung die er innehatte mitverantwortlich war an Entscheidungen, wo es in Wirklichkeit um geistiges Leben und geistigen Tod ging! Die Worte des Paulus im Brief an die Römer begann er in ihrer Tiefe zu verstehen: „Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, so gehört dieser ihm nicht an.

 

*** Rbi8  Römer 8:9-11 ***

9 Ihr dagegen seid nicht in Übereinstimmung mit dem Fleisch, sondern mit dem Geist, wenn Gottes Geist wirklich in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, so gehört dieser ihm nicht an. 10 Ist aber Christus in Gemeinschaft mit euch, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber ist Leben der Gerechtigkeit wegen. 11 Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber durch seinen in euch wohnenden Geist lebendig machen.

 

Wer Christi Geist nicht hat, der ist und bleibt tot in seinen Verfehlungen! Wer weiterhin dem „Gesetz des sündigen Fleisches“ gehorcht, weil er durch die Literatur der Wachtturm-Gesellschaft davon abgehalten wird das „GESETZ des Geistes“, Jehovas GESETZ und Jesu Verordnungen in ihrer Tiefe kennen zu lernen, der kommt nicht zum Leben! Die Verantwortung dafür trifft die höchste Geschäftsleitung der Herausgeber jener Literatur, dazu gehörte nun auch Ray Franz! Die volle Erkenntnis seiner eigenen Verantwortung erlangte er aber erst als er draussen war und nun statt einzelner Bäume langsam die Kontur des ganzen Waldes zu erfassen begann! Dies war ein Reifungsprozess! 

 

Seine Arbeit im Dienstkomitee, das direkt für die Umsetzung der Richtlinien der Gesellschaft in den Tausenden von Versammlungen zuständig war brachte ihm so manches der Probleme in den Versammlungen auf den Tisch, wo Entscheidungen gefällt wurden die das Leben der Betroffenen aufs härteste betrafen! Er musste sehen, wie solche Entscheide gefällt wurden, die keinerlei biblische Grundlage hatten, sondern lediglich auf früheren Fehlentscheiden fussten! Die Tradition war fast stets stärker, als gesunder Menschenverstand und vor allem sich an Gottes eigenen Rechtsmassstab zu halten! Das Gewichtigere am GESETZ, die Barmherzigkeit kam fast stets zu kurz.

 

*** Rbi8  Römer 14:17-18 ***

Denn das Königreich Gottes bedeutet nicht Essen und Trinken, sondern [bedeutet] Gerechtigkeit und Frieden und Freude mit heiligem Geist. 18 Denn wer in dieser Hinsicht als Sklave Christi dient, ist für Gott annehmbar und bei Menschen bewährt.

 

Ein Sklave Christi folgt jenem Vorbild exakt nach und Jesus hielt stets alle Gebote Gottes und tat dessen ganzen Willen! Jesus lehnte es dagegen ab, den jüdischen Führern nachzueifern, die er als Heuchler bezeichnete und die am Buchstaben des GESETZES statt an den dahinterstehenden Prinzipien festzuhalten!

 

Da Raymond Franz zumindest zu Beginn relativ grosse Freiheit bei der Gestaltung des Bibellexikons, dem Hilfe-Buch hatte standen nun dort oft jene Richtlinien, die er und andere Mitarbeiter wie Ed Dunlop beim tieferen Studium der Schrift und der Literatur anderer Herausgeber von Bibel-Enzyklopädien herausgefunden hatten. Diese Erkenntnisse betrafen auch grundlegende Veränderungen gegenüber der Organisationsstruktur der ersten Christenversammlung durch Präsident Rutherford. Eine solche zentral verwaltete Hierarchie innerhalb der Versammlungen der Zeugen Jehovas, die jedes Detail zu kontrollieren suchte, die in jener Zeit nach wie vor galten! Damit direkt verbunden war auch die Gerichtsbarkeit innerhalb der Versammlungen, die anstatt auf biblische Grundlage zu bauen die im GESETZ Gottes festgelegt ist nun auf die Richtlinien der Gesellschaft abstellte. Diese entsprach inzwischen in ihrer Struktur vollkommen jener der „Pharisäer und Schriftgelehrten“ in den Tagen Jesu. Sie baute auf „Gesetzesdenken“ auf, anstatt auf Barmherzigkeit und Treue zu Gott und seinem Wort abzustellen! So schreibt Ray über jene Ältesten, die alle direkt der Dienstabteilung unterstanden: 

 

Was daher im Hilfe-Buch über Älteste und die Leitung der Versammlung in biblischen Zeiten stand, unterschied sich stark von der damals unter Zeugen Jehovas vertretenen Auffassung, nach der es ein mehr oder minder monarchisches System gab. Die schriftgemäße Einrichtung von Ältestenschaften war 1932 von Richter Rutherford kurzerhand aufgehoben worden, weil einige Älteste mit der Gesellschaft und ihren Aktionen und Ansichten nicht übereinstimmten. Seine Stellung als Präsident gab Rutherford die notwendige Autorität für eine solche Vorgehensweise, und alle Versamm­lungen wurden aufgefordert, für die Abschaffung der Ältestenschaften und deren Ersatz durch - von der Gesellschaft eingesetzte - "Dienstleiter" zu stimmen. Während der folgenden 40 Jahre gab es in den Versammlungen keine Ältestenschaften mehr. Das ist auch der Grund, weshalb in der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift, die die Gesellschaft in den 1950er Jahren herausgab, statt "Ältester" regelmäßig "älterer Mann" steht, denn der andere Begriff war offiziell in Ungnade gefallen. (Seite 29, 30)

 

Das „monarchische System“ war von Russell hin zu Rutherford nur noch verstärkt worden. Unter Knorr blieb es erhalten, wie Raymond deutlich erklärt, wo er im Buch von „drei Monarchen“ spricht. Sein Onkel hatte als Vizepräsident dabei einen Teil der Macht, da er stets die Seite von Präsident Knorr vertrat! Zu Beginn bis hin in die Mitte der Siebzigerjahre gab es so etwas wie eine leitende Körperschaft überhaupt nicht! Dies kam erst unter Nathan Knorr, dem 3. Präsidenten allmählich (vergl. Seite [58], Abs. 4).

 

Die Erkenntnis über die veränderte Machtstruktur innerhalb der Versammlungen erstaunte Ray Franz und er trug dies vor seinen Onkel und erhielt eine Antwort, die ihn im Innersten erschütterte und seine Sicht auf die Organisation grundlegend veränderte: (Seite [28], Abs. 3)

 

Als ich den Auftrag für die Stichwörter „Älterer Mann" und „Aufseher“ zugeteilt bekam, ergaben die Nachforschungen in der Bibel schon bald ganz klar, daß unser Aufsichtssystem in den Versammlungen nicht dem des 1. Jahrhunderts entsprach. (Bei uns gab es keine Ältestenschaften in den Versammlungen; jede Versammlung hatte nur einen einzigen „Auf­seher“) Das beunruhigte mich etwas, und ich trug die Erkenntnisse meinem Onkel vor. Wieder war ich von seiner Antwort überrascht. Du mußt die Bibel nicht nach dem beurteilen wollen, was du heute in der Organisation siehst", sagte er; und weiter: „Haltet das Hilfe-Buch rein.“  Ich hatte stets zur Organisation als Gottes einzigem Kanal für die Übermittlung von Wahrheit aufgeschaut, und so klang dieser Rat höchst ungewöhnlich in meinen Ohren, um es sehr zurückhaltend zu formulieren. Als ich darauf hinwies, daß die Neue-Welt-Übersetzung der Gesellschaft in ihrer Wieder­gabe von Apostelgeschichte, Kapitel 14, Vers 23, - im Zusammenhang mit der Ernennung der Ältesten offenbar die Worte „ins Amt“ eingefügt hatte, was den Sinn etwas veränderte, sagte er: „Warum prüfst du das nicht in anderen Übersetzungen nach, die weniger voreingenommen sind?“ Beim Hinaus­gehen fragte ich mich, ob ich gerade recht gehört hatte. In späteren Jahren sollte ich ihn an diese Worte in den Sitzungen der leitenden Körperschaft mehr als einmal erinnern.

 

Erst durch die Palastrevolution der Direktoren während der Zeit Nathan Knorrs erhielten jene Führergruppe etwas mehr Autorität, welche aber erst weit später eine „leitende Körperschaft“ wurden, aber dem Namen nach schon früher so hiessen, jedoch faktisch bisher nichts zu leiten hatten sondern nur dazu nickten, was der Präsident beschlossen hatte! Er wurde ja als „der treue Knecht“ in Form einer Einzelperson betrachtet, so wie es Russell und wie es Rutherford doch gelehrt hatten!

 

7.1.4.1        Wer Gottes GESETZ als angeschafft erklärt siebt später Mücken aus und schluckt Kamele!

Das Gewichtige innerhalb Gottes GESETZ wurde gleichzeitig mit dem GESETZ durch jene blinden Leiter abgeschafft, als „beendet“ erklärt! Jesus erwähnt es gegenüber den blinden Leitern seiner Tage: Damit wurden auch „die gewichtigeren Dinge des GESETZES“ abgeschafft: Das wahre Recht, die Barmherzigkeit und die Treue!

 

*** Rbi8  Matthäus 23:23-24 ***

23 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr den Zehnten gebt von der Minze und dem Dill und dem Kümmel; aber ihr habt die gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue. Diese Dinge hätte man tun, die anderen Dinge jedoch nicht außer acht lassen sollen. 24 Blinde Leiter, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber hinunterschluckt!

 

Ja, Ray war selbst wie Saulus vorab aktiv daran beteiligt gewesen „die Mücken auszusieben“, durch seine detaillierten Richtlinien die er für Versammlungsvorsteher aufgrund von Entscheidungen des Versammlungskomitees und des Präsidenten gesammelt und in Verhaltensregeln strukturiert hatte. Diese erschienen später zum Teil im Buch „Organisiert unseren Dienst durchzuführen“ (1983), das damit als internes und komplexes Regelwerk auch den einzelnen Versammlungsgliedern zugänglich gemacht wurde. Es war das interne Gesetz, das nun Gottes GESETZ seinerseits ungültig machte! In vielen Fällen entschied der Präsident, das Dienstkomitee richtete sich nach seinem Entscheid, wo es über geistiges Leben und geistigen Tod ging: Über Verbleib oder Ausschluss aus der Versammlung!

 

Raynold Franz wurde schlussendlich selbst das Opfer dieses von ihm selbst mitgestalteten Systems, das er doch zuvor aktiv mitgeprägt hatte! Der Saulus musste nun als Paulus die Verfolgung durch seine früheren Gefährten am eigenen Leib erleben! Hatte Saulus zuvor, wo ihm Jesus „Licht“ wahrer Erkenntnis der Zusammenhänge gab an der Steinigung des Stephanus Anteil gehabt, so waren es nun seine eigenen Brüder des Sanhedrin, die Steine nach ihm warfen, weil er die Regeln inzwischen als das erkannt hatte, was sie waren: Eigene Gerechtigkeit, welche Gottes Gerechtigkeit die im GESETZ festgelegt ist zunichtemachte!

 

*** Rbi8  Römer 10:1-4 ***

10 Brüder, der gute Wille meines Herzens und mein Flehen zu Gott für sie gilt tatsächlich ihrer Rettung. 2 Denn ich bezeuge ihnen, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht gemäß genauer Erkenntnis; 3 denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkannten, sondern ihre eigene aufzurichten suchten, unterwarfen sie sich nicht der Gerechtigkeit Gottes. 4 Denn Christus ist das Ende des GESETZES [[das Ziel des GESETZES; der Höhepunkt in Gesetzeserfüllung]], jedem zur Gerechtigkeit, der Glauben ausübt.

 

Ray begann aufgrund „genauer Erkenntnis“ Gottes Gerechtigkeit zu verstehen und sich ihr zu unterordnen! Das Gewissen begann die Oberhand zu erlangen, statt die Treue zur Organisation und deren harten Richtlinien! Die Treue zu Gott und seinem Christus begann die Treue zu einem „goldenen Kalb“ zu verdrängen. Die fehlende Barmherzigkeit, die ihm so sehr innerhalb seines eigenen Rechtsverfahrens so quälte, diese liess er nun Mitbrüdern zufliessen. Die gesetzmässige Anwendung von Gottes Geboten, die Liebe des Christus hin zur Barmherzigkeit begann im Herzen Fuss zu fassen, die Treue wurde in die von Gott gewünschte Richtung gelenkt!

 

7.1.4.2        Hat Gott auf der Erde in der Endzeit eine spezifisch definierte Organisation?

Die Behauptung, dass Gott auf der Erde eine Organisation habe und diese Watchtower Inc. heisse, solche Überheblichen Aussagen  sollte uns dazu veranlassen diese sogenannt „göttliche Organisation“ etwas näher zu betrachten. Offenbar gehörte Raymond Franz zu deren „Besitzern“, denn er trat schlussendlich nach seinem Austritt vom Bethel von seinen Stimmrechten zurück, welche mit dem Aktienbesitz verbunden sind! Würde Gott sich aber wirklich eines multinationalen Druckereikonzerns in Form einer Aktiengesellschaft nach dem staatlichen Recht der USA bedienen, um auf der Erde seine Schafe zu beaufsichtigen? War denn das „Königreich des Sohnes der Liebe“ hierzu nicht geeignet, das bereits ab dem Jahre 33 u.Z. Bestand hatte und das sich laufend vergrösserte, ohne dass jemand spezifisch die Führung innehatte oder sich einer Körperschaft bediente?

 

Jesus warnte intensiv vor jenen, welche sich selbst erhöhen, welche Führer sein wollen, die sich auf Mose Stuhl setzen, um das Volk zu beherrschen und ihre eigenen Richtlinien aufzustellen. Statt Rabbi nennt man sie heute dort „Gesalbte“, die unsere Lehrer sein wollen!

 

*** Rbi8  Matthäus 23:1-12 ***

23 Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern und sprach: 2 „Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf Moses’ Stuhl gesetzt. 3 Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen [es] wohl, aber handeln nicht entsprechend. 4 Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen. 5 Alle Werke, die sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden; denn sie machen die [Schrifttexte enthaltenden] Kapseln breit, die sie als Schutzmittel tragen, und vergrößern die Fransen [ihrer Kleider]. 6 Sie haben gern den hervorragendsten Platz bei Abendessen und die vorderen Sitze in den Synagogen 7 und die Begrüßungen auf den Marktplätzen und daß die Menschen sie Rabbi nennen. 8 Ihr aber, laßt euch nicht Rabbi nennen, denn einer ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. 9 Des weiteren nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn einer ist euer Vater, der himmlische. 10 Auch laßt euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn einer ist euer Führer, der Christus. 11 Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. 12 Wer immer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer immer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

 

Wenn wir „einen Lehrer haben“ und wir „alle Brüder sind“, was soll dann eine hierarchisch strukturierte Organisation, die ein Ebenbild der Katholischen Kirchenstruktur darstellt? Wo liegt der Unterschied, ob ich den obersten Leiter jener Organisation „Führer“ oder „Präsident“ nenne? Das ist doch nur eine Veränderung im Namen mit demselben Effekt der Herrschaft! Bestimmt erweist sich nach genauer Prüfung jener Präsident nicht als Diener der anderen, sondern viel mehr als beherrschender Monarch. Dies ist die Schlussfolgerung, wenn wir die Worte des Insiders Raymond Franz im Buch Der Gewissenskonflikt verstanden haben!

 

Wer sich ein bisschen näher mit der weltweit operierenden WATCHTOWER Incorporated beschäftigen möchte, einer in Pennsylvania eingetragenen multinationalen Firma, mit einer Tochtergesellschaft in New York und einer anderen in London, sowie weitverzweigten weiteren Töchterfirmen und Niederlassungen in fast allen Ländern der Erde, der beachte im Kapitel 11 im Buch „Der falsche Prophet“ das Thema: 11.8  Religion oder getarntes Wirtschaftsunternehmen? Wer diese Fakten studiert wird die Forderung der leiten Körperschaft richtig einzuschätzen wissen! Mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln wollen sie verhindern, dass ihr Gefolgsleute die Tatsachen kennen lernen und sich damit beschäftigen! Viel zu viel Ungereimtes kommt dann zu Tage, das zeigt, dass die Watchtower vollkommen „Teil dieser Welt“ ist!

 

*** Rbi8  Johannes 18:36-38 ***

36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“ 37 Deshalb sagte Pilatus zu ihm: „Nun denn, bist du ein König?“ Jesus antwortete: „Du selbst sagst, daß ich ein König bin. Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ 38 Pilatus sagte zu ihm: „Was ist Wahrheit?“

 

Ja, wer es mit Wahrheit nicht so genau nimmt wird auch vor Lüge nicht zurückschrecken! Dass diese Organisation ein mit Erfolg handelndes Wirtschaftsunternehmen ist und mit Immobilien handelt geht auch aus folgendem Bericht hervor:

 

AIG International Real Estate GmbH & Co. KGaA, Oberlindau 76 – 78, D-60323 Frankfurt am Main

www.aig-ire.de

Rechtsform: Kommanditgesellschaft auf Aktien – Komplementärin: AIG International Real Estate Geschäftsführungs- und Verwaltungs-GmbH

...

 

Frankfurt, 5. Juli 2004 Sehr geehrte Damen und Herren, der ungeprüfte Nettoinventarwert der AIG International Real Estate GmbH & Co. KGaA und ihrer konsolidierten Tochtergesellschaften (der Konzern) betrug per 31. Mai 2004 EUR 28,34 je Aktie. Dies entspricht einem Anstieg des Nettoinventarwerts um EUR 0,21 je Aktie gegenüber der Bewertung vom 30. April 2004. Diese Zunahme des Nettoinventarwerts resultiert hauptsächlich aus der …

 

In der ersten Maihälfte wurden rund EUR 1,5 Mio. in das Projekt Watchtower in Brooklyn, New York, USA, investiert. Die Anlage wurde im Juni um EUR 4,2 Mio. erhöht. Bei Watchtower handelt es sich um den Umbau eines bestehenden Lagerhauses in Eigentumswohnungen mit loftähnlichem Charakter sowie Ladenfläche. Die Immobilie grenzt an einen 32 Hektar grossen geplanten Stadtpark direkt am Wasser und verfügt über eine atemberaubende Sicht über die Skyline von Manhattan, die Brooklyn Bridge und den Hafen. ...

 

Wie einige Recherchen von ehemaligen Zeugen ergeben haben nahm das offizielle steuerbare Vermögen der Gesellschaft im allein im Rechnungsjahr 1997 um rund 100 Millionen auf 705 Millionen USD zu. Wie weit dies Bilanzschummelei ist mag daraus ersichtlich sein, dass allein der Immobilienbesitz in New York mit 2,3 Milliarden geschätzt wird. Im Jahre 2003 wurde gar von 1 Milliarde Umsatz ausgegangen und die Watchtower unter die 10 grössten Firmen New Yorks eingereiht! Eine firmeneigene Cessna dient dem Präsidenten dazu, nach Alaska zum Fischen zu fliegen, während die Angestellten mit weniger als einem Hungerlohn ihr Dasein fristen! Die Devise lautet: Mit Dach, Brot und Kleidung zufrieden zu sein, während oben die Herren sich Luxus leisten!

 

Das Vorsitzenden-Komitee stellte 1980 folgende Abweichungen der „Abtrünnigen“ innerhalb der Weltzentrale in New York an erster Stelle fest. Diese Aussage wurde auch auf Raymond Franz angewendet, der bis zum bitteren Ende innerhalb der leitenden Körperschaft sich selbst zu den „Gesalbten“ zu gehören bekannte: (Seite [253], Dokument, Abs. 1)

 

1. Jehova hat heute keine Organisation auf Erden, und die leitende Körperschaft wird nicht von Jehova geführt.

 

Raymond Franz stellt die berechtigte Gegenfrage: „Wo steht in der Bibel geschrieben ...?“ (Seite [269], Abs. 1)

 

1. daß, Gott eine Organisation auf Erden hat (von der Art, wie sie hier zur Debatte steht) und darf er sie durch eine leitende Körperschaft führt? Wo steht das in der Bibel!

 

Wer den blinden Glauben der Zeugen Jehovas je von innen her gesehen hat weiss, wie schwer es ist, auch nur eine der vielen „heiligen Kühe“ zu schlachten, die dort frei weiden! Dass Gott eine eigene Organisation in der Endzeit besitzt gilt als unantastbare Glaubenslehre. Hierzu wurde gar die biblische Taufformel (Mat 28:19, 20) um eine Frage erweitert. Jeder muss nun zudem beantworten, ob er die Organisation von Jehovas Zeugen, die damit festverknüpfte Watchtower Inc. als Gottes Instrument zur Führung seiner Schafe auf der Erde anerkennt? Das steht eindeutig nicht in der Bibel und da drängt sich jemand mit Gewalt zwischen das Haupt Jesus und seinen „Leib“! Wer aber zwei Häuptern dient, der wird früher oder später einen Loyalitätskonflikt erleben! Johannes erklärt dagegen den Christen seiner Tage, welche „die Berufung nach oben“ bei der Taufe angenommen haben, selbst Anteil an der durch Christus herrschenden „obrigkeitlichen Gewalt“ zu übernehmen:

 

*** Rbi8  Offenbarung 1:5-6 ***

Ihm, der uns liebt und der uns durch sein eigenes Blut von unseren Sünden erlöst hat — 6 und er hat uns zu einem Königtum, zu Priestern für seinen Gott und Vater gemacht —, ja ihm sei die Herrlichkeit und die Macht immerdar! Amen.

 

Kein Zweifel, dass Gott seit Beginn seine Angelegenheiten geordnet regelt. Dass dies seit Pfingsten 1513 v.u.Z. Jehovas Königreich war und dann ab 33 u.Z. für einem Überrest vom „Königreich des Sohnes der Liebe“ abgelöst wurde ist klar und deutlich aus der Schrift zu entnehmen! Nur den Aposteln war schon von Beginn an die „Krone“ als Mitkönige und Mitpriester Jesu fest versprochen worden (Mat 19:28), alle übrigen die sich anstrengen dieses Ziel zu erreichen sind bis zur „Auserwählung“ durch Christus unter den „Berufenen“! Jeder Älteste in einer Versammlung nimmt schon heute Priesterpflichten war, ohne dazu geweiht worden zu sein. Die Aufrichtung des kommenden „Königreiches des Vaters“ aber ist noch künftig und kann weder mit 1914 noch mit der Watchtower-Organisation in Verbindung gebracht werden!

 

7.1.4.3        Gibt es eine Gesalbtenklasse mit himmlischer Hoffnung, die allein von den Emblemen Brot und Wein nehmen darf?

Eine Begebenheit im Buch Der Gewissenskonflikt zeigt deutlich, dass Rey schon früh an der Anordnung Rutherfords Zweifel hegte, dass seit 1935 nur die „Klasse der Gesalbten“ an Brot und Wein beim Abendmahl Anteil haben sollen. Diese Regelung steht auf den tönernen Füssen des Jahres 1914! Es ist wohl die verheerendste Anweisung mit gravierenden Folgen für jeden Zeugen Jehovas. Rutherford widerspricht mit dieser Anweisung Jesu offen ins Gesicht!

 

Da damals durch Russell verkündet wurde, dass alle, die sich als Bibelforscher taufen liessen nun zu diesen „Gesalbten“ gehören würden, selbst Frauen das Priesterkönigtum verhiess, so kam im Verlauf der Zeit und der Zunahme an Getauften das Problem auf, dass die festgesetzte Vollzahl von 144.000 bald schon überstiegen würde! Rutherford fand nach 1917 als neuer autoritärer Führer um das Jahr 1934 einen scheinbar biblisch einleuchtenden Grund das Problem elegant zu lösen. Als Anwalt war er gewohnt vor Gericht seine Klienten zu verteidigen und schon auf der Universität war er belehrt worden auch nicht abgeneigt zu sein zur Lüge zu greifen, wenn es für den Fall nützlich sei. Er begann nun nach seiner ureigenen „neuen Erkenntnis“ die Zeugen in zwei unterschiedliche Klassen zu trennen, wobei erstmals „das hellerscheinende Licht“ oder besser, „tiefste Finsternis“ nun auf Offenbarung Kapitel 7, die Verse 1-4  fiel:

 

*** Rbi8  Offenbarung 7:4-10 ***

4 Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt waren, hundertvierundvierzigtausend, versiegelt aus jedem Stamm der Söhne Israels:

9 Nach diesen Dingen sah ich, und siehe, eine große Volksmenge, die kein Mensch zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen stand vor dem Thron und vor dem Lamm, in weiße lange Gewänder gehüllt, und Palmzweige waren in ihren Händen. 10 Und sie rufen fortwährend mit lauter Stimme, indem sie sagen: „Die Rettung [verdanken wir] unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm.“

 

Wie bei allen Prophezeiungen spielt die korrekte Einreihung auf der Zeitachse eine herausragende Rolle! Die Visionen der Offenbarung spielen in drei Zeitepochen:

 

-     das, was ist“ (Gegenwart), die Zeit, wo Johannes die Vision im Jahre 96 u.Z. erhält, dann

-    das, was war“ (Vergangenheit), Geschehnisse zuvor, zurzeit nach Jesu Tod im Jahre 33 u.Z. und seiner Auferweckung im Geist im Himmel und der Erhöhung und zuletzt,

-      das, was sein wird“, das künftige Geschehen während der „Zeit des Endes“ (Zukunft, Endzeit und Millennium).

 

Jehova handelt durch Jesus als seinem „starken Arm“ in allen drei Zeitzonen! Wo Jehova handelt ist sein Sohn der, welcher die Handlung durchführt: „Ich und der Vater sind eins“, erklärte Jesus:

 

*** Rbi8  Offenbarung 1:4 ***

Unverdiente Güte und Friede sei euch von „Dem, der ist und der war und der kommt

 

Während Gott das „Alpha und das Omega“ des dritten Himmels ist, bleibt Jesus in allem, was Schöpfung ist „der Erste und der Letzte“!

 

*** Rbi8  Offenbarung 1:8 ***

Ich bin das Alpha und das Omega“, spricht Jehova Gott, [der,] der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.

 

Jesus ist und bleibt „der erste und der Letzte“, so erklärt es Paulus im Brief an die Kolosser, im Kapitel 1, Verse 13-20 und wird sich als Mensch erneut als „Lebender“ in seinem eigenen „Tempel des Leibes“ (Joh 2:18-22) zeigen, wenn er endgültig zur Erde zurückkehrt „mit den Wolken“, so wie er es den Aposteln bei der Auffahrt in den Himmel am Ende der vierzig Tage, wo er sich ihnen als lebend gezeigt hatte, mit ihnen ass und trank und die Dinge des kommenden Königreiches erklärte.

 

*** Rbi8  Offenbarung 1:17-19 ***

17 Und als ich ihn sah, fiel ich wie tot zu seinen Füßen.

Und er [Jesus, der Menschensohn] legte seine Rechte auf mich und sprach: „Sei ohne Furcht. Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebende; und ich wurde ein Toter, doch siehe, ich lebe für immer und ewig, und ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades. 19 Daher schreibe die Dinge auf, die du gesehen hast, und die Dinge, die sind, und die Dinge, die nach diesen geschehen werden.

 

Schauen wir uns nochmals dieses scheinbar kleine aber so gewichtige Detail der Offenbarung an, um sie wirklich zu verstehen:

 

-        das, was ist“: Das Jahr 96 u.Z., Johannes befindet sich auf Patmos in Gefangenschaft. Die Visionen die er sieht und beginnend im Kapitel 1 beschreibt, die Einleitung, dann Kapitel 2 und 3, wo Johannes die Briefe an die sieben Versammlungen diktiert wird. Auch der Abschluss im Kapitel 22 spielt in der damaligen Gegenwart des Johannes, wo er vor dem Engel niederfällt, um anzubeten und vor solchem Tun gewarnt wird.

 

-       Jesus auf weissem Pferd.JPGdas, was war“: Rückblendung ins Jahr 33: Die Kapitel 4 und 5, welche die Zeit von Jesu Erhöhung darstellen, unmittelbar nach dem Tod, wo das zuvor „geschlachtete Lamm“ vor Gottes Thron im dritten Himmel erscheint und wo Gott Jesus über „alle Macht und Autorität“ erhöht. Es ist der Zeitpunkt, wo Jesus die Rolle mit den „sieben Siegeln“ erhält, sie einzeln öffnet und die darin stehenden Dinge erklärt. Sie beinhaltet die Auftragserteilung und Erklärung der künftigen Dinge der Endzeit.

 

-       das, was sein wird“: Das künftige Geschehen am „Tag des Herrn“, wo Jehova durch Jesus handeln wird, ihm die Feinde unter die Füsse legt. Zeit des „Reiters auf dem weissen Pferd“, wo er zum Endsieg in Harmagedon vorandrängt.

 

Da nach Russells prophetischen Aussagen, dass Jesus 1914 bereits gekommen sei, so musste das Geschehen laut Kapitel 7 der Offenbarung somit bereits in der Vergangenheit liegen. Daher erkannte der findige Rutherford die „zwei Klassen“. Jene der laut seinen Aussagen bereits „Versiegelten“ der 144.000 „Gesalbten“, die er  nun deutlich von der „grossen Volksmenge“, unterscheidet, jenen „Schafen“ die Jesus am Gerichtstag auf seine rechte Seite gestellt hat, natürlich alles nur Zeugen Jehovas. Da laut Russell das Gericht mit Jesu Wiederkehr untrennbar verbunden war, so mussten diese Schafe alle Getauften sein, da ja gemäss der Lehre des Religionsgründers allein sie „Gottes Volk“ darstellen, alle übrigen Religionsgemeinschaften aber zu „Babylon der Grossen“ gehören!

 

Das Untersuchungskomitee stellte fest, dass eine grössere Zahl Brüder im Bethel Brooklyn folgenden weiteren Schluss gezogen hatten: (Seite [253], Dokument, Abs. 4)

 

4. Es gibt heute keine zwei Klassen, eine himmlische und irdische, deren Angehörige in Joh. 10:16 auch als "andere Schafe" bezeichnet werden.

 

Dem erwidert Raymond Franz in gewohnter Form durch die Frage: „Wo sagt die Bibel, dass ....?“ (Seite [269], Abs. 4)

 

4. daß Christen in zwei Gruppen aufzuteilen sind, je nachdem, ob sie Leben im Himmel oder auf der Erde erhoffen, und daß sie ein unterschiedliches Verhältnis zu Gott und Christus haben? Wo wird das gesagt?

 

Der windige und listige Advokat und frühere weltliche Richter Rutherford fand sich nun in der unangenehmen Situation zu entscheiden, wer unter all den getauften Bibelforschern nun zur einen und wer zur anderen Kategorie gehörte! Ihnen war von Rutherford in der Zwischenzeit 1931 der scheinbar biblisch begründete Name „Jehovas Zeugen“ verschrieben worden. Dabei wurden Jesu Worte in der Offenbarung in den Wind geschlagen, dass Christen Zeugen ihres Königs und seines Königreiches sein müssen: Zeugen Jesu und vom „Königreich des Sohnes der Liebe“! Satans Wut richtet sich nach seinem Hinauswurf aus dem Himmel auf die „übriggebliebenen“ des „Samens der Frau“, gegen die Getreuen der inzwischen frühauferstandenen Apostel, die „Übriggebliebenen ihres Samens“. Die Zwölf  müssen in der Zeit des Endes doch in die „Wildnis“ an den für sie von Gott bereiteten Ort flüchten (Off 12:5, 6).

 

*** Rbi8  Offenbarung 12:17 ***

Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übriggebliebenen ihres Samens, die die Gebote Gottes halten und das Werk des Zeugnisgebens für Jesus innehaben.

 

Als Monarch war Rutherford gewohnt selbstherrlich Entscheide zu treffen und als getreue Untertanen waren es seine Direktoren ebenso gewohnt nach seiner Pfeife zu tanzen! Schlussendlich war ja er, Rutherford nun derjenige, der den „Prophetenmantel“ trug. Sein Entscheid war einerseits genial wie andererseits gleichzeitig teuflisch! Sich den Namen des höchsten Gottes, von Jehova selbst zuzulegen war fast gleichbedeutend, wie dessen persönliches Eigentum zu sein! Nun, das aber entscheidet Jehova erst am Gerichtstag!

 

7.1.4.4        Rutherfords Schachzug des Entscheides durch den Einzelnen, wer zur „Klasse mit himmlischer Hoffnung“ gehöre

100_1366.JPGJeder einzelne Zeuge sollte von nun an für sich selbst entscheiden, ob er sich zur Klasse der „Gesalbten“, die der 144.000 Priesterkönige mit „himmlischer Hoffnung“ anzugehören glaubt oder der grossen Masse der Schafe angehören möchte, die Hoffnung auf ewiges Leben auf der Erde hegt! Nicht Gott durch Christus entschieden, sondern der Wunsch und das Gefühl des Einzelnen! Wer „himmlische Hoffnung“ hatte zeigte dies dadurch, dass er von den Symbolen, dem Brot und dem Wein bei der Passahfeier weiterhin Anteil hatte. Wer dagegen „irdische Hoffnung“ zeigt, der reicht den Teller mit dem Brot und das Glas mit dem Wein unberührt an den nächsten weiter wurde von Rutherford nun verlangt!  

 

Das war ein so grosses Rätsel für die Meisten, das ihren Verstand bei weitem überstieg. Bisher war jeder überzeugt worden, dass er am Leib und am Blut Jesu teilhaben sollte, ansonsten er des ewigen Lebens verlustig ginge. Nun waren die Spielregeln plötzlich verändert. Der Betrug und die Lüge Rutherfords waren schon so gross, dass sie den Meisten glaubwürdig erschienen! Wie schon zuvor so oft, wurde das Ganze an einer der Grossveranstaltungen verkündet, diesmal am Kongress in Washington am 31. Mai 1935.

 

Der sorgfältig ausgewählte Ort: Washington! Die Hauptstadt des „Südkönigs“, der letzten Weltmacht USA, welche die Füsse des Standbildes in Nebukadnezars Traum darstellt. Jene „Klasse der Gesalbten“ stellte doch laut den Aussagen Rutherfords das Königreich dar, also den „Stein“ und auch „das Volk“ das alle Königreiche der Erde erben soll. Sie identifizierten sich dadurch als Klasse mit jenem „Stein“ aus dem himmlischen Zion, der das Standbild schlussendlich zum Einstürzen bringen würde! Laut Rutherford waren ja alle bereits Verstorbenen der 144.000 bereits im Himmel auferweckt und regierten schon mit Jesus zusammen. Jener noch „lebende Überrest“ auf der Erde mit „himmlischer Hoffnung“ identifizierte sich selbst nun mit jenem „Stein“!

 

Dies alles war sehr subtil und damit äusserst geschickt gewählt! Der Prophet Daniel berichtet, was am Ende der „Zeiten der Nationen“ geschehen würde:

 

*** Rbi8  Daniel 2:44-45 ***

44 Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und [ihnen] ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen; 45 wie du ja sahst, daß aus dem Berg ein Stein gehauen wurde, nicht mit Händen, und [daß] er das Eisen, das Kupfer, den geformten Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott selbst hat dem König bekanntgegeben, was nach diesem geschehen soll. Und der Traum ist zuverlässig, und seine Deutung ist vertrauenswürdig.“

 

Rutherfords monarchischer Traum ging doch dahin, selbst an der Spitze der höchsten Macht zu stehen, der die ganze Erde eines Tages kontrollieren würde! Er war doch der irdische Repräsentant Jesu, der doch laut Russells Theorien nur im Geistbereich herrscht und nun seit 1919 seinen irdischen „treuen und verständigen Knecht“ alle Macht übertragen hatte! Wahrlich teuflisch gut gedacht und geplant! Eine äusserst verführerische Inspiration von Dämonen, hatte Paulus gewarnt!

 

Die Massenhysterie am Kongress von Washington brachte nach der Verkündigung der zwei Klassen und einigen Sekunden der verblüfften Betroffenheit frenetischen Applaus für dieses „helle Licht“! Wohl waren es nur sehr, sehr wenige, welche die Konsequenzen wirklich erfassten! Nach Rutherfords Anweisung sollten künftig somit nur noch jene an den Emblemen Brot und Wein Anteil haben, welche sich der „himmlischen Klasse“ zugehörig fühlten, dass sie damit gekennzeichnet wären, um künftig mit Jesus zusammen nach ihrem Tod vom dritten, vom geistigen Himmel Jehovas aus zu regieren.

 

Natürlich unterstand jene Klasse die sich nun am 14.Nisan jeweils besonders hervortat nur noch strikterer Aufsicht des Monarchen Rutherford! Sie musste vollkommen Linientreu sein! Der Entscheid, wer nun wirklich dazu gehört oder wer nicht, der wurde damit erneut in die Hand Rutherfords gelegt! Wer irgendwie von den Normen der Gesellschaft abwich, wer irgendeine Doktrin in Zweifel zog konnte nicht weiter zu den „Gesalbten“ zählen! Sein Ausstoss aus der Versammlung war fast schon ein Gebot der Stunde! Älteste der Versammlung und ihr Rechtskomitee unterstanden doch der Dienstabteilung und die war Rutherford gegenüber Rechenschaftspflichtig!

 

7.1.4.5        Ein von Dämonen inspirierter Plan Rutherfords

Betrachten wir doch schnell, was Jesu Worte in diesem Zusammenhang sind und jeder kann danach verstehen, warum wir diesen Plan als „teuflisch“ einstufen, dass jeder für sich Entscheide, ob er zur einen oder anderen Klasse gehöre und warum wir sagen, dass dies „von Dämonen inspiriert“ gewesen sei. Das Brot und den Wein beim Abendmahl zurückzuweisen hat laut Jesu Worten schwerstwiegende Folgen:

 

*** Rbi8  Johannes 6:52-59 ***

52 Daher begannen die Juden miteinander zu streiten und sprachen: „Wie kann uns dieser sein Fleisch zu essen geben?53 Deshalb sagte Jesus zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes eßt und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst. 54 Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen; 55 denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank. 56 Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, bleibt in Gemeinschaft mit mir und ich in Gemeinschaft mit ihm. 57 So, wie der lebendige Vater mich ausgesandt hat und ich des Vaters wegen lebe, so wird auch der, der sich von mir nährt, meinetwegen leben. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie [damals], als eure Vorväter aßen und dennoch starben. Wer sich von diesem Brot nährt, wird immerdar leben. 59 Diese Dinge sagte er, als er in der öffentlichen Versammlung in Kapernaum lehrte.

 

Hast du die Worte Jesu in ihrer Tiefe wirklich verstanden? Hast du die folgenden Punkte bemerkt?

 

·         Jesus spricht zu einer grossen Volksmenge von Juden. Am Tag zuvor hatte er durch ein Wunder 5000 gespeist (Joh 6:10), wo er aus fünf Gerstenbroten und zwei kleinen Fischen diese ganze Menge Menschen sättigte. Nun redete er „in der öffentlichen Versammlung in Kapernaum“. Die Erklärungen gelten somit allen Zuhörern, nicht bloss den Aposteln und Jüngern! Diese Versammlung muss somit am Sabbat in der Synagoge Kapernaus gewesen sein! Jesus als „Herr des Sabbats“ belehrte als von Gott designierter künftiger Hoherpriester (Heb 3:1). Das Abendmahl bildet Teil von Gottes Sabbatverordnung, Seinen obligatorischen Festzeiten und lässt sich nicht von den gesetzlichen Bestimmungen trennen, die damit in Verbindung stehen!

·         Einige in der Versallung Kapernaum oder gar viele zweifelten an Jesu Worten, dass sein Fleisch gegessen und sein Blut getrunken werden könne. Jesus hatte doch zuvor schon den Jüngern erklärt, dass er mit dem Volk nur in symbolischer Sprache durch Gleichnisse rede und es nur ihnen, seinen Jüngern gewährt sei die tieferen Dinge des Königreiches zu verstehen (Mat 13:10-15). Erst später beim letzten Abendmahl und dort nur den Aposteln erklärte Jesus, dass sein Leib symbolisch mit dem ungesäuerten Brot (Reinheit, Sündenlosigkeit) gemeint sei, das er nun erstmals unter sie alle verteilte. Er erklärte weiter, dass der Wein sein Blut darstelle, das er zur Vergebung der Sünden der ganzen Welt vergiessen werde (Joh 1:29; Heb 9:26, 27). Wiederum schliesst die „ganze Welt“ alle Personen mit ein, die bereit sind daran teilzuhaben!

·         Nicht seine Jünger waren das Ziel der Ansprache in Kapernaum, sondern die ganze Volksmenge, denen Jesus deutlich erklärt: „Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes eßt und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst.” Da alle zufolge von Sünde in Gottes Augen “tot” sind, kann uns nur das Fleisch und das Blut Jesu von Sünde reinigen! Alle Getauften im ersten Jahrhundert nahmen am Passahtag von den Symbolen! (1.Kor 11:23-34) Die Feier wurde gemäss allen Vorgaben im GESETZ durchgeführt. Jesus sagte: „Tut dies (und nicht etwas anderes) zu meinem Gedächtnis“.

·         Zweifelsfrei bringt Jesus durch seine Worte das zu sich nehmen von seinem Fleisch und seinem Blut auch mit der künftigen Auferstehung in Verbindung, denn er erklärt: „Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen“. Mit dem „letzten Tag“ ist der „siebte Tag“ oder der tausendjährige Sabbat gemeint, wo Jesus als „Herr des Sabbats“ weit grössere Wunder vollbringt als im ersten Jahrhundert und vorab die Frühauferstehung seiner Apostel, dann die Erstauferstehung jener Auserwählten leiten wird. Dann erst folgt während des Millenniums die allgemeine Auferstehung der Toten, der „Gerechten und der Ungerechten“! Wer somit nicht am Fleisch und Blut teilhat, der wird auch nicht an der Auferstehung der „Gerechten und der Ungerechten“ Anteil haben, weil er ja „wider heiligen Geist“ handelt, Jesu Gebot willentlich missachtet! Jesus hatte erklärt, dass jedes Wort das er gesprochen hat uns am Gerichtstag richten wird! (Joh 12:48)

·         Nur wer an den Symbolen Anteil hat bleibt in Gemeinschaft mit Jesus! „Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, bleibt in Gemeinschaft mit mir und ich in Gemeinschaft mit ihm.“ Die „grosse Volksmenge“ von Jehovas Zeugen ist somit eindeutig von der Gemeinschaft mit Jesus abgetrennt! Wie weit mehr ist es jene „leitende Körperschaft“ mit ihren verdrehten Argumenten und sind es jene „Gesalbten“, die durch ihr Verhalten doch die anderen Schafe“ seit dem Jahre 1935 von der Teilhabe ausschliessen und dadurch ihnen zum Stolperstein werden! Jesus warnte, dass jeder, der andere zum Stolpern bringt am Gerichtstag durch Engel herausgelesen wird, um als „Unkraut“ verbrannt zu werden (Mat 13:41-43).

·         Weiter bringt Jesus das fortgesetzte sich Ernähren von seinem Fleisch und Blut beim Abendmahl, also den Emblemen Brot und Wein die er als „wahre Speise“ bezeichnet mit dem ewigen Leben in VerbindungSo, wie der lebendige Vater mich ausgesandt hat und ich des Vaters wegen lebe, so wird auch der, der sich von mir nährt, meinetwegen leben“.

·         Zweifelsfrei bezeichnet sich Jesus selbst als das „Brot“, auch im Hinblick auf jene 5000 die er am Tag zuvor durch ein Wunder ernährt hatte: „Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie [damals], als eure Vorväter aßen und dennoch starben. Wer sich von diesem Brot nährt, wird immerdar leben.“ Wiederum ist fortgesetztes Handeln gefordert. Dies konnte nicht 1935 durch einen Willkürakt eines Despoten und „falschen Christus“ beendet werden!

 

Raynold Franz hat diese Dinge bei seinen tieferen Studien zumindest ansatzweise erkannt! Er musste, wenn er vom Geist Gottes geleitet war wissen, dass unter Jehovas Zeugen ein ungeheuerliches Vergehen Jahr für Jahr beim Abendmahl wiederholt wird! Er selbst zählte sich zur Klasse der „Gesalbten“ und war damit auch gleichzeitig mitverantwortlich, dass Jesu Gebot aufs Gröbste verletzt wurde! Er war damals wirklich ein Saulus, ohne genauere Erkenntnis! Diese Erkenntnis mag er spät erst erreicht haben, doch bestätigt er klar und deutlich im Buch Gewissenskonflikt im Kapitel 10 auf Seite [254], dass diese Erkenntnis die eine ganze Anzahl inzwischen im Bethel teilte ja nun einer der Anklagepunkte des Vorsitzenden-Komitees gegen die Abweichler war:

 

2. Jeder, der seit den Tagen Christi (33 u. Z.) getauft wurde und bis zum Ende noch getauft werden wird soll auch himmlische Hoffnung haben. Beim Gedächtnismahl sollen alle von den Symbolen nehmen, nicht nur die­jenigen, die sich zum gesalbten Überrest zählen.

 

Raynold Franz beantwortet auch diese Anschuldigung mit einer Gegenfrage nach den Schrifttexten: (Seite [269], Abs. 2)

 

Wo steht das in der Bibel! ...

 

2. daß die himmlische Hoffnung nicht jedem offensteht, der sie hegt; daß sie (seit 1935) durch eine Hoffnung auf irdisches Leben ersetzt wurde und daß Jesu Worte in Verbindung mit den Symbolen Brot und Wein "Tut dies zur Erinnerung an mich" nicht für alle gelten, die das Loskaufsopfer angenommen haben? Welche Schriftstellen sagen das!

 

Reymond hatte möglicherweise noch nicht voll verstanden, dass die „Berufung“ an alle männlichen Glieder der Versammlung erging. Nicht alle aber würden  darauf reagieren. Jesus sollte doch erst kurz vor Abschluss des Systems, nach dem Gerichtstag unter den lebenden „Schafen zu seiner Rechten“ jene bezeichnen, die er auserwählt, um Anteilhaber an den „neuen Himmeln“ der Königreichsmacht des Vaters zu haben! Da er inzwischen wusste, dass 1914 eine ungeheuerliche Lüge darstellt war ihm auch klar, dass alles, was darauf fusst ebenso Folgelügen beinhaltet, auch was den Kongress von Washington im Jahre 1935 angeht. Sowohl die „grosse Volksmenge“ wie auch die „Auserwählten“, die künftigen Priesterkönige haben beide dieselbe irdische Hoffnung! Die Hoffnung der Zweiten Gruppe von Auserlesenen ist es, dass sie sich für ihr künftiges Amt schon heute vorbereiten, um Jesu und Jehovas Wohlwollen zu gewinnen! Sie setzen Jesu Worte in der Bergpredigt in die Tat um:

 

*** Rbi8  Matthäus 5:19 ***

Wer immer daher eines dieser geringsten Gebote bricht und die Menschen demgemäß lehrt, der wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚Geringster‘ genannt werden. Wer immer sie hält und lehrt, dieser wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚groß‘ genannt werden.

 

Diese Trennung beim Abendmahl in zwei Kategorien zeigt auch deutlich, dass die leitende Körperschaft bewusst die Lüge Rutherfords bis heute weiterhin deckt! Wer die Wahrheit erkannt hat oder erkennen könnte, sich aber weigert sie anzunehmen macht sich bewusster Lüge schuldig! Ob nun blinde Leiter oder blinde Geführte, beide stürzen in dieselbe Grube, was Tod und Abschneidung am Gerichtstag bedeutet!

 

*** Rbi8  Matthäus 15:14 ***

Laßt sie. Blinde Leiter sind sie. Wenn aber ein Blinder einen Blinden leitet, so werden beide in eine Grube fallen.

 

Seit dem Ende des ersten Jahrhunderts, wo das Evangelium von Johannes, dessen 3 Briefe und die Offenbarung „das Vollständige“ ergänz haben, muss der „heilige Geist“ aus der Schrift uns endgültige Anleitung sein! Kein weiterer „Kommunikationskanal“ existiert!

 

*** Rbi8  Johannes 16:7-11 ***

7 Dennoch sage ich euch die Wahrheit: Es ist zu eurem Nutzen, daß ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Helfer keinesfalls zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn dieser gekommen ist, wird er der Welt überzeugende Beweise hinsichtlich Sünde und hinsichtlich Gerechtigkeit und hinsichtlich Gericht geben: 9 an erster Stelle hinsichtlich Sünde, weil man nicht Glauben an mich ausübt; 10 dann hinsichtlich Gerechtigkeit, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr sehen werdet; 11 dann hinsichtlich Gericht, weil der Herrscher dieser Welt gerichtet worden ist.

 

Die vollständige Schrift gibt Anleitung hinsichtlich Gerechtigkeit und Gericht! Jesus selbst sandte den „heiligen Geist“ einerseits durch das Ausgiessen des Geistes Gottes an Pfingsten und später bei Taufen während der Zeit der Apostel. Andererseits zudem durch Visionen und Träume, welche seine Apostel und Jünger erhielten, um die Informationen der Schrift zu vervollständigen!

 

Die ganze Welt sollte hinsichtlich dessen, was in Gottes Augen „Sünde“ ist dadurch belehrt werden, dass die Jünger mittels des Predigens Gottes Gerechtigkeit des „Königreiches des Sohnes der Liebe“ sich durch die Taufe anschliessen. Damit nähern sie sich dem „Staatswesen Israels“ (Eph 2:12) an, mitsamt dessen GESETZ, indem sie es unter den Nationen verkündeten und damit in den Versammlungen aufrichteten!

 

*** Rbi8  Römer 3:31 ***

Heben wir denn durch unseren Glauben [das] Gesetz [[GESETZ]] auf? Das geschehe nie! Im Gegenteil, wir richten [das] Gesetz [[GESETZ]] auf.

 

Dasselbe GESETZ Israels, das Gott ihnen als ihr König und Satzungsgeber verordnet hatte bildete nun ebenso die Grundlage des „Königreiches des Sohnes der Liebe“, das für alle die sich ihm unterordnen als Vorbereitung für Gottes kommendes Königrech wirken muss! Der ganze Wille des Vaters soll auf der „Erde“ wie im „Himmel“ geschehen, also auch bei denen, welche heute bereits die Führung innehaben und bei denen, die sie anleiten!

 

Der Untersuchungsausschuss fand nun weiterverbreitet im Bethel Brooklyn weitere Zweifel: (Seite [253], Dokument, Abs.3)

 

3. Die Vorkehrung der Klasse eines "treuen und verständigen Sklaven", bestehend aus den Gesalbten und der leitenden Körperschaft aus ihren Reihen, zur Leitung von Jehovas Volk hat keine biblische Grundlage. Jesus gebrauchte diesen Ausdruck in Matth. 24:45 lediglich, um die Treue einzelner zu veranschaulichen, Anweisungen sind unnötig, man braucht nur der Bibel zu folgen.

 

Hier ging es um Dogmatismus und nicht weiter um biblisch begründete Wahrheit! Die „Lehren der Vorväter“, diesmal jene des 2. Präsidenten Richter Rutherford durfte nicht ungültig gemacht werden, das hätte Prestigeverlust bedeutet und man müsste zugeben, dass Millionen von Menschen es versäumt hatten Jesu ausdrücklichem Befehl nachzukommen! Keiner sollte sich über den anderen erheben, weil doch alle Brüder sind! Nur Christus allein ist das Haupt!

 

So antwortete R. Franz wie gewohnt im Buch mit der Gegenfrage: „Wo sagt die Bibel ...?“ (Seite [269], Abs. 1)

 

3. daß der „treue und verständige Sklave" eine "Klasse" ist, der nur ganz bestimmte Christen angehören, daß die Bezeichnung auf einzelne keine Anwendung findet und daß dieser "Sklave" durch eine leitende Körperschaft handelt? Auch hier wieder: Wo steht das in der Bibel!

 

Franz war Teil jener leitenden Körperschaft und war neun Jahre lang Zeuge davon, wie auf unbiblische Art und Weise in so vielen Fällen entschieden wurde! Dogmatismus, Gesetzesdenken zu Gunsten eigener kleinlicher Verordnungen und Traditionstreue beherrschen jene leitenden Männer, nicht Gottes und Jesu Anweisungen! Jener oberste „Sklave“ handelte wahrlich ungetreu und bestimmt nicht nach göttlicher Weisheit, die doch auf Gottes GESETZ und seinen Prinzipien aufbaut!

 

 

7.1.5          Der hohe Preis der christlichen Freiheit

 

7.1.5.1        Das zweite Buch: „Auf der Suche nach christlicher Freiheit“

coverIm zweiten Buch von Raymond Franz geht es nun um Anwendung der Erkenntnis, die er beim Schreiben des ersten Buches erlangt hatte. Wie alle, die eine Religion verlassen haben ohne einer anderen beizutreten fühlte er vorab ein Vakuum. Was war zu tun, um Gott weiterhin zu dienen und die Gebote Jesu zu erfüllen? Die Worte des Paulus im Brief an die Hebräer waren ihm bestimmt inzwischen vollkommen in ihrer Bedeutung bewusst!

 

*** Rbi8  Hebräer 10:19-25 ***

19 Da wir also, Brüder, Freimut haben in bezug auf den Weg des Eingangs in die heilige Stätte durch das Blut Jesu, 20 den er für uns als einen neuen und lebendigen Weg eingeweiht hat durch den Vorhang, das ist sein Fleisch, 21 und da wir einen großen Priester über das Haus Gottes haben, 22 so laßt uns mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewißheit des Glaubens hinzutreten, da unser Herz durch Besprengung vom bösen Gewissen gereinigt und unser Leib mit reinem Wasser gewaschen worden ist. 23 Laßt uns an der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung ohne Wanken festhalten, denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat. 24 Und laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, 25 indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.

 

Die „heilige Städte“ war die Versammlung! Da, wo „zwei oder drei“ sich in Jesu Namen versammeln verspricht der Herr mitten unter ihnen zu sein!

 

Dorthin, zu Jehovas Zeugen die ihn schändlich hinausgeworfen hatten, dahin zurück wollte er bestimmt nicht, nachdem man ihn dort schmählich und ungesetzlich behandelt hatte! Jesu Worte lauteten, wenn eine Verfolgung in einer Stadt käme in eine andere zu fliehen! Jehovas Zeugen verschlossen Raymond aber jede Tür ihres Herzens und der Königreichssäle in allen Städten und Dörfern der Welt! Sein Bild war zu bekannt, sein Name war von der leitenden Körperschaft dämonisiert worden! Er galt als Staatsfeind Nummer eins!

 

Wie sollte er und seine Frau nun der Aufforderung des Paulus nachkommen: „... laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.”. Die Versammlung, die nun wöchentlich folgte fand vorab im kleinsten Kreis der Familie statt, vorab zusammen mit seiner treuen Frau! Später kamen weitere Männer und Frauen und andere Familien, die sich Ray Franz anschlossen und so eine wachsende Kleinversammlung bildeten. Er hatte nie geplant eine Organisation im Stile der Zeugen daraus zu machen, dies lag ihm aufgrund seiner Erkenntnisse fern, da es wiederum einen von Christus getrennten Leib bedeutet hätte!

 

Das Gebot zu predigen und zu belehren und andere zu ermuntern und zurechtzuweisen wurde nun in dem ihm möglichen Rahmen durchgeführt! Andere, die entfernt waren aber die Freundschaft mit Raynold und seiner Frau nicht aufgaben wurden besucht, ermuntert, durch Briefe angeleitet ebenso diese Form des Versammelns zu wählen und auch im kleinen Kreis das Abendmahl so zu feiern wie zuvor, am 14.Nisan, wie es das GESETZ vorschreibt. Da wir ja alle “… den Weg des Eingangs in die heilige Stätte durch das Blut Jesu” erhalten haben sollten auch alle an den Symbolen teilhaben. Er musste die Worte des Paulus nun selbst an sich erfahren, dass es “ein lebendiger Weg” ist, der durch Christus individuell zum Vater führt und der nicht durch eine von Menschen geschaffene Organisation führen kann!

 

Zu Beginn im Vorwort erwähnt Franz die Schlussworte des 1.Buches Der Gewissenskonflikt: (Seite 7, Abs.2)

 

Ich bin dankbar dafür, dass ich Informationen weitergeben konnte, auf die andere meines Erachtens ein Anrecht haben. Noch viel mehr könnte gesagt werden, ja müsste vieleicht gesagt werden, damit man sich ein vollständiges Bild machen kann. Ob mir das vergönnt sein wird, weiss ich nicht. Mir genügt es, all das, war sich aus dem bereits Gesagten ergeben wird, in Gottes Hände zu legen.

 

Reymond war sich bewusst, dass das „vollständige Bild“ oder wie wir es vom „der Weg“ nennen, ein „Gesamtbild“ nur mittels intensiven Forschens entstehen kann! Dabei muss bisheriger Irrtum nun durch diese neu erforschte und geprüfte Wahrheit ersetzt werden. Dies dadurch, indem alles, was sich als zweifelhaft und als konfliktive Themen erwiesen hatte erneut anhand der gesamten Schrift vorgenommen wird. Es muss nun vorab innerhalb des fraglichen Teilbildes harmonisch und richtig eingeordnet werden: Teilbild, um Teilbild wird in gereinigtem Zustand erstmals zum Gesamtbild zusammenfügt! Das ist nicht eine Arbeit für das Wochenende, sondern eine Vollzeitbeschäftigung! Dazu reicht auch der Achtstundentag nicht aus, weil viel, viel verdeckter Schmutz, übertünchter Rost und notdürftig gestopfte Mottenlöcher entdeckt werden müssen! Jede dieser Unreinheiten individuell zu analysieren, die Wahrheit zu umschreiben und den bisherigen Fehler offenzulegen kostet Zeit und Anstrengung! Reymond Franz tat dies soweit wie ihm dies möglich war! Wir taten es unabhängig von ihm aber unter nahezu denselben Vorzeichen!

 

7.1.5.2        Kurzer Überblick über den Inhalt des 2.Buches, Christliche Freiheit

Professor Stephen Fox von der Universität von Kalifornien fasst den Inhalt des Buches in folgende Worte:

 

Auf der Suche nach christlicher Freiheit ist einer der umfangreichsten und scharfsinnigsten Berichte, über das Leben in einer neuzeitlichen religiösen Bewegung. Vielleicht nie zuvor ist der Zusammenhang zwischen Glaubenslehre und Institution so genau untersucht worden …

Auf der Suche nach christlicher Freiheit ist von einzigartiger Bedeutung zum Studium der Wachtturm-Bewegung und als Kommentar zu ihrem gegenwärtigen Zustand, aber er beschränkt sich nicht auf die Bewegung. Es hilft, einen ganzen Fächer sozialer und psychologischer Kräfte zu verstehen, die die Auslegung der Bibel und das religiöse Zusammenleben von Menschen formen.

 

Reymond Franz geht aber in diesem Buch auch weit darüber hinaus die bisherige Organisation und ihre Führungsspitze und deren Lehren zu analysieren, sondern gibt nun konkrete Ratschläge, wie Aussteiger aus dieser oder einer anderen Sekte sich ihrer christlichen Freiheit nicht nur bewusst werden, sondern sie auch zielgerichtet im Leben zur Anwendung bringen! Mit dem Aberglauben, dass man Gott nur innerhalb einer bestimmten Religion dienen könne räumt Raymond Franz auf! Anhand der ersten Christenversammlungen beweist er, dass damals keinerlei zentrale Leitung existierte! Das Ammenmärchen, dass das erste Konzil von Jerusalem einer „leitenden Körperschaft“ der Christen der ersten Christenversammlungen gewesen wäre widerspricht er vehement! 

 

Er behandelt folgende Hauptthemen, welche ihm als besonders konfliktive innerhalb Jehovas Zeugen aufgefallen sind, die aber ebenso in der einen oder anderen Form auch auf fast jede andere zentral organisierte Religion Anwendung finden kann:

 

1.     Die Suche nach christlicher Freiheit

2.     Der Kanal Gottes

3.     Zentralistische Vollmacht

4.     Das wiederkehrende Grundmuster

5.     Der treue und verständige Sklave

6.     Rettung und Glauben, nicht durch Werke

7.     Von Haus zu Haus

8.     Gesetzesdenken – ein Feind der christlichen Freiheit

9.     Blut und Leben, Gesetz und Liebe

10.  Hirten der Herde

11.  Der Missbrauch des Gemeinschaftsentzugs

12.  Indoktrination und Unterordnung

13.  Argumentation und Manipulation

14.  Ein Volk für seinen Namen

15.  Eine herrliche gute Botschaft

16.  Eine verlockende Verheissung ohne Erfüllung

17.  Christliche Freiheit – eine Herausforderung

18.  Eine Versammlung freier Menschen

 

Innerhalb von jedem dieser Themen zeigt Raymond Franz anhand der entsprechenden Bibeltexte und in deren Kontext, wie Religionsführer Schriftstellen so interpretieren, dass sie mit dem im Einklang zu sein scheinen, was für die Erhaltung und Festigung ihres Herrschaftsanspruches dient. Er macht aber auch Schlussfolgerungen, was die wirkliche Aussage der Schreiber der Schriften waren, was sie beabsichtigten, damit Versammlungen in Freiheit gedeihen konnten ohne von einer anderen Zentralgewalt als dem Christus angeführt zu werden.

 

Reymond Franz kommt zur Schlussfolgerung, dass jede von Menschen aufgebaute zentralistische Gewalt mit der Zeit korrumpiert wird und sich gegen die wahren Interessen von Jesus als König zu richten beginnen! Die Reinheit von Kleinversammlungen gründet darauf, dass jeder jeden in Liebe da zurechtweist, wo er offensichtlich den eingeengten und geraden Weg verlässt. Das ist nur so möglich, wenn wir den ganzen Willen Gottes beständig studieren, Sein GESETZ erneut als Richtlinie anerkennen und uns danach ausrichten! Es muss erneut der Unterschied zwischen Gesetzesdenken, das auf menschlichen Geboten aufbaut und gesetzmässiger Handhabung des GESETZES unterschieden werden!

 

 

7.1.6          Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse

 

7.1.6.1        Zwei unterschiedliche Formen der Suche nach Wahrheit

Während Raymond Franz in den höchsten Kreisen von Jehovas Zeugen und der Watchtower-Organisation Einblick in die Verhaltensstruktur und Entscheidungsfindung erhielt und diese in späteren Jahren und vor allem nach seinem Ausscheiden kritisch unter die Lupe nimmt, hat Urs Martin Schmid seine Arbeit vom anderen Ende her, von der Basis her ausgeführt. Beide stellen dabei die Aussagen der Schrift ins Zentrum. R. Franz geht es um eine Analyse des Bestehenden, der Organisation, von deren Fehlern, um vorab selbst zur Wahrheit zu finden und seine Leser mit dieser Wahrheit zu konfrontieren, ob sie nun angenehm oder unangenehm sei!

 

Urs Martin Schmid aber interessierte von Anfang an das Endresultat der ganzen Schrift, die Lösung des „heiligen Geheimnisses“, was am Ende alles geschehen soll und vor allem, nach welcher Logik diese Dinge in der Schrift umschrieben werden! Ausschlag gab das Ereignis vom 11. September 2001, von dessen Grösse und langfristigen Folgen er vom ersten Moment an überzeugt war. Es galt nun systematisch zu analysieren, was die Schrift exakt über die letzten Dinge dieses Systems erklärt und ob und wie diese Ereignisse damit in Verbindung stehen!

 

Obwohl U.M. Schmid schon früh nach seinem Ausscheiden aus der Organisation der Zeugen Jehovas von der Existenz von Raymond Franz hörte, so gab es doch keine Gelegenheit dessen Bücher zu studieren oder seine öffentlichen Erklärungen anzuhören. Bruchstückhaft wurden gewisse Aussagen flüchtig in Gesprächen von anderen Dissidenten unter den Zeugen erwähnt. Erst als im November 2009 brachte eine Studierende aus Deutschland die zwei Bücher von Franz im Gepäck mit und wurde dadurch ein erster Einblick in das Werk von Franz ermöglicht.

 

In wenigen Wochen wurden beide Bücher verarbeitet und ein sehr hoher Grad an Übereinstimmung beider unabhängiger Werke und Anstrengungen auf der Suche nach wahrer Erkenntnis kamen dabei zu Tage! Während Franz die inneren Machenschaften auf höchster Ebene der Organisation der Zeugen Jehovas aufdeckte und durch Dokumente belegte war die Arbeit von U.M. Schmid darauf gerichtet die Logik der Heiligen Schrift zu erforschen und aufgrund von Grafiken und Zeitbänden die Unmöglichkeit gewisser Aussagen der Watchtower Inc. zu beweisen. Beide Arbeiten ergänzen sich sehr gut und zeigen in Detailfragen und Schlussfolgerungen einen hohen Grad der Übereinstimmung! Das war nur dadurch möglich, dass beide Forscher sich auf dieselbe Grundlage abstützten: Das Schriftwort der Aussprüche Gottes!

 

Während Franz im zweiten Buch weiterfährt die Realität innerhalb Jehovas Zeugen und deren leitenden Körperschaft und der Abweichung gegenüber der biblischen Wirklichkeit aufzuzeigen haben wir vom „der Weg“ einen anderen Pfad hin zum selben Ziel erwählt.

 

1 Weisheit_29584_image005Wir wollten von Beginn an jenes „Gesamtbild“ analysieren und die Schrift vom logischen Standpunkt aus untersuchen, worin in jedem Teilaspekt Gottes Wille besteht und was wir über die Gründe dahinter selbst herauszufinden in der Lage sind!

 

1 Weisheit_29584_image006Ein Text des Paulus brachte uns schon früh zu jener 4. Dimension, welche die drei bekannten Dimensionen Höhe, Breite und Länge übersteigt! Die „Tiefe“ einer Sache galt es zu hinterfragen, den Geist Gottes als Schöpfer aller Dinge der dahinter wirkt galt es wahrzunehmen. Es war das Ziel die Konsequenzen zu sehen die es mit sich ringt, wo wir Gottes Willen erfüllen und wo wir ihn missachten! Dabei galt es auch den Kernpunkt jeder der vielen Aussprüche Gottes kennen zu lernen!

 

*** Rbi8  Epheser 3:14-19 ***

14 Deswegen beuge ich meine Knie vor dem Vater, 15 dem jede Familie im Himmel und auf Erden ihren Namen verdankt, 16 damit er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit gewähre, mit Kraft durch seinen Geist gestärkt zu werden an dem Menschen, der ihr innerlich seid, 17 damit der Christus durch [euren] Glauben mit Liebe in eurem Herzen wohne, damit ihr verwurzelt und fest gegründet seid, 18 um völlig imstande zu sein, mit allen Heiligen zu begreifen, welches die Breite und Länge und Höhe und Tiefe ist, 19 und die Liebe des Christus zu erkennen, die die Erkenntnis übersteigt, damit ihr mit all der Fülle, die Gott gibt, erfüllt sein mögt.

 

Ja, Paulus zeigt, dass jeder Christ, der danach strebt dieselbe Erkenntnis wie die Apostel zu erlangen, dies vermag! Es geht um das Verständnis zu erlangen, welches Paulus und die Apostel hatten, die ihrerseits durch diese Erkenntnis in ihr Haupt, in den Christus hineinwuchsen, um mehr und mehr so zu werden wie ihr Lehrer! Wir sollen den Fussstapfen des Paulus nachfolgen, fordert er uns auf, so wie er jenen des Christus auf dem eingeengten Weg hin zur christlichen Freiheit folgt! Freiheit ohne Grenzen gibt es nicht! Es gilt daher die von Gott verfügten Grenzen klar zu erkennen und zu respektieren!

 

*** Rbi8  1. Petrus 2:21-22 ***

21 In der Tat, zu diesem [Lauf] wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt. 22 Er beging keine Sünde, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden.

 

Sowohl Raymond Franz und wir selbst kamen während der Jahre des Forschens schrittweise unserem Ziel näher, Gottes ganzen Willen zu erkunden und zu erfüllen! Jesus sagte ja, dass wir auch die „geringsten der Gebote“ halten und sie andere lehren müssen! (Mat 5:19) Je tiefer verwurzelt ein Irrtum oder eine verdeckte Lüge ist, umso schwieriger ist es sie mitsamt der Wurzel auszureissen! Für Franz, wie auch für uns, jener christlichen Gruppe die sich „der Weg“ nennt, war es oft ein schmerzvoller und doch freudiger Scheidepunkt, wo ein falscher, ein gekrümmter Weg erkannt und verlassen werden musste. Nun galt es aber dem zu gehorchen, was wir als unveränderliche Wahrheit erkannt haben! Damit aber kamen wir in Konflikt mit vorherrschenden Meinungen. Die „obrigkeitliche Gewalt“, die bisher auf uns wirkte war bei beiden jene von Jehovas Zeugen und ihrer feststrukturierten Hierarchie und einer verwurzelten Doktrin!

 

Nun aber war es aufgrund eigener Studien und Erkenntnisse der Christus durch seine Apostel, die unseren Weg beleuchteten. Das Licht kam direkt aus der Schrift und wurde nicht weiter umständlich und abgedunkelt durch religiöse Literatur eines Milliardenkonzerns verfinstert! Mit der Zeit wurden die Teilbilder beständig deutlicher sichtbar, je mehr an Ungereimtheiten der früheren religiösen Lehren bereinigt wurden. Langsam entstand vor dem geistigen Auge dieses so ersehnte Gesamtbild, das alle Teilbilder in ihrer Abhängigkeit zu erfassen vermag! Keine Religion vermochte dies zu vermitteln, weil deren Teilbilder alle unscharf sind!

 

*** Rbi8  1. Korinther 3:19-20 ***

19 Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott; denn es steht geschrieben: „Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List.“ 20 Und wiederum: „Jehova weiß, daß die Überlegungen der Weisen nichtig sind.“

 

Wir sollten uns um Gottes Weisheit bemühen und die gedeiht nur, wenn wir auf dem Fels aufbauen, seine Gebote beachten und statt Menschenfurcht erneut Gottesfurcht zeigen!

 

7.1.6.2        Wahrheit widerspricht sich nicht! Jesus bestätigte: „Dein Wort ist Wahrheit“

Genauso wie Raymond Franz mussten wir immer wieder sehen, dass sich bisherige Widersprüche in der Lehre der Zeugen in nichts auflösen, sobald man dem geschriebenen Wort die ganze Aufmerksamkeit schenkt! Selbst Erkenntnis über scheinbar kleine Schriftveränderung, wie die Worte „Gegenwart“ anstelle von „Wiederkunft“, oder „unabsehbare Zeit“ anstatt „ewig“ halfen nun dazu, Dinge erstmals klar zu sehen! Wer statt „Ziel des GESETZES“ dagegen das Wort „Ende des Gesetzes“ (Rö 10:4) gebraucht, stielt ein grundlegendes Verständnis weg! Ausser den Zeugen in ihrer NEUE-WELT-ÜBERSETZUNG beschreiben dies auch die meisten anderen christlichen Religionen in ihren Bibelübersetzungen ähnlich. Dies muss aber in unseren Geist arges Missverständnis heraufbeschwören, das jeden Zugang zum Verständnis von Gottes Recht versperrt, welche Rolle das GESETZ für Christen weiterhin spielen muss! Dieses GESETZ nun definiert erst dann, wenn wir es wirklich auf unser Herz gebunden haben, wann und wie unser Gewissen reagiert! Die mahnenden Worte Jehovas an Israel gelten auch für das geistige Israel!

 

*** Rbi8  5. Mose 11:18-21 ***

18 Und ihr sollt diese meine Worte auf euer Herz und eure Seele legen und sie als ein Zeichen auf eure Hand binden, und sie sollen als ein Stirnband zwischen euren Augen dienen. 19 Ihr sollt sie auch eure Söhne lehren, so daß du davon redest, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du unterwegs bist und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. 20 Und du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben, 21 damit eurer Tage und der Tage eurer Söhne viele seien auf dem Boden, den Jehova euren Vorvätern geschworen hat, ihnen zu geben, wie die Tage der Himmel über der Erde.

 

Nicht nur die Erde des Landes Kanaan soll den wahren Erben zugeteilt werden, es ist die gesamte Erde die nach Harmagedon zum Erbe steht! Wenn also Reymond Franz vom Gewissen spricht, so ist es das geschulte Gewissen eines Christen, das sich vom gesamten Wort Gottes leiten lässt! Wer das GESETZ als abgeschafft erklärt, der kann achtzig Prozent der Aussagen der Schrift nicht mehr korrekt analysieren, weil doch fast alles darum dreht, was Gott für gut und was er für schlecht für uns bezeichnet! Dazu dient doch das GESETZ, die einzelnen Gebote und die richterlichen Entscheidungen! Franz schlussfolgert daher:

 

Nicht jeder lässt sich durch Gewissensfragen beunruhigen. Manche lassen nichts an sich herankommen und machen weiter wie zuvor, ohne sich beirren zu lassen. Nach dem Motto „Erst mal abwarten. Sollen andere sich doch darüber den Kopf zerbrechen. Mich berührt das alles nicht“. In dieser Haltung des Abwartens und Aussitzens verharren manche ihr ganzes Leben lang. Wenn es aber dem Ende zugeht, dürfte doch der, der von sich sagen kann, dass er in seinem Leben für etwas eingestanden ist, die grössere Befriedigung empfinden als der, der nie klar Stellung bezogen hat. (Gewissenskonflikt, Kapitel 1, Abs. 2)

 

Jeder von uns ist aufgefordert Stellung für oder gegen Gott zu beziehen, dazu muss er auch Stellung für oder gegen dieses System und dessen Herrscher, Satan offen eingestehen! Das hat mit Anerkennung des einen oder des anderen Gesetzes zu tun! Wer hat das letztendliche Recht zu definieren, was nun gut und was nun schlecht für alle Menschen ist? Wir können nicht gleichzeitig „Teil der Welt“ sein, indem wir das tun, was die Herrscher dieses Systems von uns fordern, während wir Teil des „Königreiches des Sohnes der Liebe“ sein wollen, das ihre eigene Jurisdiktion hat die von Jesus und den Aposteln deutlich festgelegt wurde!

 

7.1.6.3        GESETZ Gottes oder pharisäischer Dschungel von Regeln?

R. Franz zeigt in beiden Büchern immer und immer wieder, dass die leitende Körperschaft ein pharisäerhaftes Netz kleinlicher Bestimmungen an die Stelle von Gottes Geboten gestellt hat! Nur jemand, der sich über Gott setzt und damit zum Götzen wird kann es wagen Gottes Rechtsordnung ausser Kraft zu setzen. Dies aufgrund eines kleinen Wörtchens, das zudem offensichtlich falsch übersetzt wurde! Jesus erklärte doch klar und deutlich, dass er nicht kam, um das GESETZ abzuschaffen, sondern, um es zu erfüllen. Wir sind aufgefordert es ihm gleich zu tun, nur so zeigen wir uns als seine Nachfolger und Nachahmer! Was sonst bedeutet es, uns in seine Fusstapfen zu begeben und ihm exakt nachzufolgen? Was anderes bedeutet der „eingeengte Weg“, als dass göttliches Gebot uns Grenzen setzt?

 

*** Rbi8  Matthäus 7:13-14 ***

13 Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; 14 doch eng ist das Tor und eingeengt der We