DER WEG:  Wer steht heute dahinter?

X1.15  Initiatoren    R:12.7.10  V:12.2.12

 

 

Wir, die dahinterstehen, wir stellen uns vor:

 

Wer ist Urs Martin Schmid und wer steht bis heute

hinter der Studien- und Informationsgruppe „Der Weg“?

Hier einige der Fragen, denen sie ihre Aufmerksamkeit

schenkten:

 

·         Wie kamen wir dazu, die ganze Bibel vom logischen Standpunkt

      her neu zu analysieren?

 

·         Glaubensverfolgung auch in unseren Tagen?

 

·         Ist die Bibel ein Handbuch zum weitest entwickelten „Computer“, dem menschlichen Hirn?

 

·         Was waren und was sind unsere Absichten?

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

1  „Der Weg“: Wer steht heute dahinter  1

1.1    Urs Martin Schmid, ein Bibelforscher neuzeitlicher Art?   1

1.1.1            Krise als Herausforderung  1

1.1.2            Vorläufiges Ende eines Teilbereiches und Neuorientierung  1

1.1.3            Revolution im eigenen Haus  1

1.1.4            Neuorientierung der Anstrengungen   1

1.1.5            Nur unabhängiges Forschen führt zu neuer Erkenntnis  1

1.1.6            Ein Bibelstudium mit durchgreifenden Folgen   1

1.1.7            Unlimitierte Freiheit, versus göttliche Grenzen?  1

1.1.8            Religiöse Ammenmärchen oder realer Hinweis auf Kommendes?  1

1.1.9            Notwendige Bindung an eine Sekte oder an eine Religion?  1

1.1.10          Abnehmende Zweifel und zunehmende klare Erkenntnis führen zum konkreten Handeln   1

1.2    Das Königreich Gottes als ganzherzige Aufgabe sehen   1

1.2.1            Ständig zunehmender Dienst für andere in Patagonien   1

1.2.2            Begegnungs- und Ausbildungszentrum in Bariloche  1

1.2.3            Neue Herausforderungen bedrohen die Stabilität aufs Neue  1

1.2.4            Glaubensüberzeugung auf dem Prüfstein   1

1.2.5            Festhalten an Grundsätzen auf der Zerreissprobe  1

1.2.6            Die Organisation von Jehovas Zeugen unter Prüfung  1

1.2.7            Unrecht dulden und Teilhaber werden oder sich dagegen auflehnen?  1

1.2.8            Wer ins Wespennest greift muss mit Stichen rechnen! 1

1.2.9            Wem dienst du: Gott oder einer Mafia?  1

1.3    Zweifeln Raum geben, um die Wahrheit nachzuprüfen! 1

1.3.1            Unterschlupf für jeden gehassten Vogel 1

1.3.2            Welches Recht steht an erster Stelle: Kirchenrecht oder Gottes Gesetz?  1

1.3.3            Unabhängiger Untersuch, welches Recht wirklich Gottes Recht darstellt 1

1.3.4            Wo ein gutgeschultes Gewissen zu arbeiten beginnt 1

1.3.5            Andere von Gott abwegig zu machen trägt Todesstrafe ein   1

1.3.6            Wer bestimmt, was für uns Gut und Böse ist, wird zum von uns anerkannten Gott! 1

1.3.7            Schliesst „Babylon die Grosse“ nur eine einzelne Religionsgruppe aus?  1

1.3.8            Antichristen innerhalb der Religionsgemeinschaften oder ausserhalb?  1

1.3.9            Alle abtrünnigen Religionen unter ein und demselben Gerichtsurteil 1

1.3.10          Die Logik der Zusammenhänge bringt die Lüge ans Licht 1

1.3.11          Irrtum oder bewusste Täuschung?  1

1.3.12          Wurde Gottes Königreich im Jahre 1914 aufgerichtet?  1

1.3.13          Sich einen Schatz im Himmel aufhäufen   1

1.3.14          Zeugen an ranghoher Stelle: Auf welcher Seite sollten sie Stellung beziehen?  1

1.4    Ausgangspunkt und Beginn der Forschung nach Wahrheit aufgrund von Logik  1

1.4.1            Erschütterung der ganzen Welt als Wendepunkt?  1

1.4.2            Bewusstwerden des Zeitpunktes  1

1.4.3            Wahre oder falsche Propheten vom Ende des Systems?  1

1.4.4            Statt abwarten eigenes Forschen   1

1.4.5            Wenn Forschungsresultate nicht mit der Ansicht der Mehrheit übereinstimmen   1

1.4.6            Kann man Wahrheit wie einen Dauerparkplatz für sich allein pachten?  1

1.5    Wahrheit und Gerechtigkeit, um jeden Preis  1

1.5.1            Bereit die Wahrheit vor dem „Papst“ zu verteidigen   1

1.5.2            Abtrünnigkeit von wem oder von was: Wem ist schlussendlich mehr Treue zu erweisen?  1

1.5.3            Die Wahrheit wird ans Licht kommen   1

1.5.4            Andere Anklagegründe und Zeugen der Anklage gesucht! 1

1.5.5            Firmenpolitik wird über Gottes Normen gestellt! 1

1.5.6            Die Wahrheit, als mächtigster Feind der Mächtigen und der Heuchler 1

1.5.7            Lautstark gerechte Verhältnisse zu fordern führt zum Kirchenausschluss! 1

1.5.8            Sie verlangen Schriftlichkeit, gewähren dies aber selbst nicht! 1

1.5.9            Richter, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen   1

1.6    Wirkungsvolle Warnung mittels einem leicht zugänglichen Medium: Dem Internet 1

1.6.1            Die Watchtower selbst inkonsequent, was Internet betrifft?  1

1.6.2            Ein falscher Prophet tritt in der Endzeit in Erscheinung  1

1.6.3            Der falsche Prophet, der in Gottes eigenem Namen auftritt 1

1.6.4            Neues Verständnis der Zusammenhänge in einem neuen Kleid  1

1.6.5            Der Kampf, um Gehör betreffend der Wahrheit 1

1.6.6            Die Bibel, ein Handbuch zum am weitesten entwickelten Computer dieser Welt?  1

1.7    Weder Sondergruppe noch Sekte noch Kirche  1

1.7.1            Eine neue Sekte oder kirchliche Sondergruppe?  1

1.7.2            Verkündigung von Gottes Königreich und nicht selbständiges Aufrichten ist befohlen! 1

1.7.3            Die Fluchtrichtung hin zum Tal Jehovas weisend  1

1.7.4            Der Stein  der zu einem weltweiten Berg wird  1

1.7.5            Den Worten der Apostel genau lauschen   1

1.7.6            Forschen, um anderen damit zu nutzen   1

1.7.7            Werkzeug in Jesu Händen?  1

 

 


1.1    Urs Martin Schmid, ein Bibelforscher neuzeitlicher Art?

1.1.1         Krise als Herausforderung

 

http://t2.gstatic.com/images?q=tbn:SAhCGyDVBn0tuM:http://www.pgm.musin.de/RAF/Die%2520Rote%2520Armee%2520Fraktion-Dateien/slide0034_image097.jpgMit der ersten und zweiten Ölkrise in den frühen Achtzigerjahren und den Terrorwellen durch die Gruppe Bader-Meinhof in Deutschland, die Roten Brigaden in Italien, die Palästinensische http://t0.gstatic.com/images?q=tbn:D4ZcQ7HhxeEmxM:http://aktivist.nu/IMG/jpg_raf.jpgBefreiungsfront PLO, die zu jener Zeit laufend Flugzeuge entführte, da war eine Zeit ständiger Unsicherheit vorhanden. Die IRA und ETA und viele andere kämpften alle für ihre eigene Sache. Saddam Hussein verunsicherte Ende 1980 den Nahen Osten mit seinem Krieg gegen den Iran und sorgte für explodierende Erdölpreise: All dies bildete Hintergrund für harte Veränderungen im eigenen Leben von U.M. Schmid!

 

Wegen all diesen Unsicherheitsfaktoren und offensichtliche Gefahren brachen auch für den internationalen Tourismus schwere Zeiten an. Gravierende Umsatzrückgänge waren die Folge. Das Flugzeug bestieg nur noch wer unbedingt musste. Der kalte Krieg stand zwischen den Supermächten wieder einmal auf einem Höhepunkt. Die neuen Kriegsschauplätze lagen verteilt auf die ganze Erde und die Konfrontation war an vielen Stellen verdeckt durch die Handlungen von Marionetten, welche finanzielle, materielle und moralische Unterstützung erlangten von den weit Grösseren, die im Schatten dahinter versteckt blieben.

 

All dies betraf auch den dreissigjährigen U.M. Schmid, der in Luzern (Schweiz) mehrere escanear0002Unternehmungen führte, die alle irgendwie mit Tourismus im Zusammenhang standen. Eine seiner Firmen produzierte vollkommen neue Computerprogramme bereits in dritter Generation für die eigenen und für fremde Reisebüros und Tour-Operators. Ein neues grosses Projekt stand kurz vor der Markteinführung. Die Produktion hatte hunderttausende von Franken an eigenen und fremden Mitteln verzehrt. Genau zum falschesten Zeitpunkt traf die weltweite Krise den ganzen Markt: Fluglinien, Tour-Operators, Reisebüros, Hotelketten, Restaurants, Mietwagenunterunternehmen und Touristenbüros waren die Marksegmente, die unter dem markanten Rückgang des Tourismus am heftigsten litten.

 

Innerhalb weniger als einem Jahr kam der Punkt, wo mitten in der Rezession ein Entscheid gefällt werden musste: Abbrechen oder unter grossem Risiko weiterzufahren. Ein eigens einberufener Kongress 1984 zum Thema EDV in der Touristik unter dem Patronat der eigens dazu gegründeten neuen Firma „TOURVITEL“ brachte zwar Erfolg und weite Anerkennung in der Branche, aber auch die Erkenntnis, dass der Markt zwar einen grossen Umschwung auf der Seite der Administration und Kommunikation erwartete aber aufgrund der vorherrschenden ökonomischen und sicherheitspolitischen Situation in der Welt, dieses Thema für Jahre in die Zukunft schob.

 

U.M. Schmid zog die Bilanz, dass ein Abbruch zwar Verlust aber auch einen Neuanfang bedeuten kann. Aufgeschoben musste nicht aufgehoben bedeuten! Viel Zeit und Geld waren investiert worden und der Erfolg hatte unmittelbar vor der Türe gestanden, benötigte nun aber Abwarten und nochmals weitere grosse Geldmittel zur Markteinführung die schlichtweg nicht mehr vorhanden und unter den gegebenen Umständen nur sehr schwer aufzutreiben waren.

 

Ganz offensichtlich waren ein paar Hitzköpfe in der Lage die ganze Welt zu bremsen und für viele Menschen eine Katastrophe auszulösen.

1.1.2         Vorläufiges Ende eines Teilbereiches und Neuorientierung

 

Dieses Jahr der Krise und notwendiger Entscheidung führte U.M. Schmid immer wieder aufs Neue dazu in der Bibel Rat zu suchen, um zu erfahren, was für ein Leben wirklich Sinn und Befriedigung bringt. An mehreren Stellen sprach die Bibel von einem Ende des Systems und einem Neubeginn, einer „alten Erde“ und einer „neuen Erde“. Der Sinn dieser Worte aber blieb U.M. Schmid damals verschleiert. War dieser Zeitpunkt nahe oder weit entfernt? Der Satz in Offenbarung 18:4 hatte sich seinem Hirn besonders eingeprägt:

 

*** Rbi8  Offenbarung 18:4-5 ***

4 Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. 5 Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht.

 

Was war damit gemeint? Das christliche Europa war ein Pulverfass, das jeden Moment zu explodieren drohte. Zeitungen und Fernsehen brachten fortlaufend neue beunruhigende Nachrichten. Zwei im selben Jahrhundert vom Zaun gebrochene Weltkriege hatten zuvor die Zerstörungskraft nationaler Konfrontationen gezeigt. War die kleine Schweiz noch sicher? Eine Auseinandersetzung mit Massenvernichtungswaffen wurde in den Medien nicht ausgeschlossen. Die Sorge um die Geschäfte wurde durch die Sorge um die Familie und die zwei kleinen Kinder nur noch verstärkt.

 

Erfolg und Ansehen waren nicht das Wichtigste im Leben, dies wurde dem jungen Unternehmer Schmid offensichtlich und sie waren zudem sehr Fragil. Was heute gefragt ist, das ist morgen schon „out“. Ein Anhalten und eine Neubestimmung, welche sinnvolle Richtung dem Leben gegeben werden sollte schienen durch die äusseren Umstände gegeben, auf die der Einzelne kaum Einfluss hat. Wir können zwar uns und unsere nähere Umgebung verändern, nicht aber das grosse Geschehen der Welt, zumindest nicht unmittelbar!

 

escanear0006Ein gewichtiger Entscheid wurde im September 1984 gefällt, um zwei neue, lang gehegte Projekte gleichzeitig zu verwirklichen: Beide sollten im Verhältnis zur Eigenproduktion vom Universal-Softwareprojekt TARS, TRAVEL ADMINISTRATION & RESERVATION SYSTEM nun mit weniger Kosten und Risiken verbunden sein. Künftig sollte jener Teil davon, was von TAS (Travel Administration System) vorhanden war vorab in den eigenen Betrieben weiteren Nutzen bringen: Die Anwendung in den von U.M. Schmid kontrollierten Reisebüros, die nun durch ein künftiges Südamerika-Tour-Operating ergänzt werden sollten.

 

Der zweite Plan, ein Bein wirtschaftlich und privat auf einem anderen Kontinent zu haben, deckte sich mit den Befürchtungen über die Weltlage! Dazu waren neue Partner notwendig und Kenntnisse des neuen touristischen Gebietes, weit entfernt der bekannten Konfliktzonen. Was multinationalen Unternehmen gut war, warum sollte es einem mittelständischen Unternehmen nicht nutzen?

 

Eine mehrmonatige Erkundungsreise durch Argentinien im eigenen Wohnmobil, mit dem Ziel Kontakte zu knüpfen, um für die eigenen Reisebüros ein Tour-Operating aufzubauen wurde Ende 1984 minuziös geplant. Die ganze Infrastruktur zum Erreichen des nächsten Zielpunktes war ja bereits vorhanden. Zudem würde die Reise mit der ganzen Familie Gelegenheit bieten, den inneren Halt zu festigen und sich Gedanken darüber zu machen, von einem andern, vollkommen neuen Lebensmittelpunkt aus etwas zu schaffen, das bisher noch nicht existierte. Anstatt Touristen in alle Welt zu senden, nun Touristen aus Europa und aller Welt in Argentinien zu empfangen.

 

Der südliche Teil Südamerikas schien vom europäischen Markt her gesehen noch weitgehend unterentwickelt zu sein. Die alten Militärregimes waren durch demokratische Regierungen ersetzt worden und öffneten sich für neue Investitionen. Als langjähriger Spezialist für Safarireisen nach Ostafrika war Know-how für Abenteuer-Tourismus bereits reichlich vorhanden. Der zu erwartende Aufschwung nach der Nahostkrise schien den richtigen Moment zu bieten.

 

Als nach monatelangen Vorbereitungen für die Familie alles bereits geregelt schien kam der unerwartete Entscheid, dass die Frau und die Kinder doch zurückbleiben wollten, weil die Reise ein gewisses Risiko enthielt, das durch Aussenstehende bunt ausgemalt wurde. Trotzdem sollte der Plan realisiert werden, diesmal allerdings alleine durch U.M. Schmid, die Familie sollte nach etwa drei Monaten dazu stossen, um die restliche Reise zusammen zu absolvieren. Leider aber kam es auch dazu nicht.

 

escanear0084Sechs Monate Alleinsein, ohne Familie, meist in abgelegenen aber wunderbaren Gegenden, gab oft Gelegenheit über den Sinn aller Anstrengungen nachzudenken. Auch die Lebensweise der einfachen Bevölkerung vor Augen, die genügsam offensichtlich ein Leben in grösserer Ruhe und Frieden führte, all dies gab neue Gedankenanstösse für das, was nachher, längerfristig sein könnte. War die Schweiz, mit ihrem hohen Lebensstandard und scheinbarer Sicherheit doch nicht das letzte Glied auf der Skala des Lebensglückes? Gab es ausser jenem noch andere Dinge, die mehr befriedigen können, ohne selbst notwendigerweise Glied in der Kette der ständig zunehmenden Umweltzerstörung zu sein?

 

Die Bibel wurde während jenen Monaten der Reise zu einer regelmässigen Lektüre, um mehr Erkenntnis daraus herauszuschöpfen, Antworten auf tiefere Fragen zu finden, welche Lebensform wirklich Gott angenehm sein könnte und welche Fehler es in Zukunft zu vermeiden galt. Die Tiefe Weisheit die aus den Sprüchen Salomos und die Feststellungen im Buch Prediger, betreffend des Königs Salomos umfangreichen wirtschaftlichen Anstrengungen und dessen eigene Schlussfolgerung darüber, was wirklich von Wichtigkeit sei, all dies gab vollkommen neue Denkanstösse:

 

*** Rbi8  Prediger 12:13-14 ***

13 Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den [wahren] Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze [Pflicht]. 14 Denn der [wahre] Gott selbst wird jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse.

 

Jede unserer Handlungen würde somit von einer höheren Macht eines Tages darauf beurteilt werden, ob sie in den Augen Gottes gut oder böse wäre. Die Gebote Gottes mussten ins Zentrum unseres Lebens gerückt werden!

1.1.3         Revolution im eigenen Haus

 

Nach der Rückkehr folgte ein weiteres turbulentes Jahr, mit zusätzlichen schweren, tiefgreifenden Entscheidungen. Die Frau von U.M. Schmid hatte nicht nur wie vorab versprochen den zweiten Teil der Reise nicht mitgemacht, sondern für sich und Kinder einen eigenen Entscheid getroffen: Die scheinbare Sicherheit der Schweiz, mit all ihren materiellen und sozialen Vorteilen, diese wollte sie nicht verlassen. Sie verlangte bei der Rückkehr die Scheidung und hatte die Monate gut für ihre eigenen Pläne genutzt. Ein Komplott mit führenden Mitarbeitern im Hintergrund hatte selbst die Firmen in Gefahr gebracht. Statt Neuaufbau galt es nun das Bestehende zu verteidigen.

 

Die inzwischen erlangten tiefen Kenntnisse über Argentinien, ein riesengrosses, weitgehend noch menschenleeres Land, die Möglichkeiten ein vollkommen neues Leben aufzubauen und nun die scheinbar absurde aber nicht abwendbare Entscheidung einer Scheidung gaben der langgehegten Idee die Schweiz und Europa zu verlassen nur weiteren Nährboden.

 

http://www.turismo.com.ar/viajes/wp-content/uploads/2009/04/bariloche.jpgDie Möglichkeit einer neuen Heimat in Südamerika mit ähnlichen Charakteristiken und guten Zukunftsaussichten lockte, weit entfernt von offensichtlichen ständigen Konfliktherden. Bariloche und die Region der südlichen Seen hatte zudem einen Bevölkerungsanteil von etwa 20%, welche aus deutschen, österreichischen und schweizerischen Auswandern bestand und von denen viele noch dieselbe Sprache verstanden. Dies war ein weiterer Magnet, um die Angst vor der fehlenden Sprachkenntnis abzubauen.

1.1.4         Neuorientierung der Anstrengungen

 

Die Idee und der gefasste Entscheid und der feste Wille, statt wie bisher am wirtschaftlichen und am eigenen finanziellen Erfolg zentrales Interesse zu haben, nun vielmehr anderen Menschen vermehrt von Nutzen zu sein, gewann an Kraft.

 

Die verbleibenden Mittel, nach einem Verkauf der Firmen und der Immobilien drüben in der Schweiz nun in ein aufbauendes, nutzbringendes soziales Projekt zu stecken das langfristigen Nutzen für viele bringen sollte, dieser Entschluss hatte nun endgültig gesiegt. Was aber könnte dieses Projekt  sein? Ein unerwartetes Zusammentreffen sollte bald die Richtung bestimmen.

 

Oliver an der KoppelDer erste Fuss war nun in Argentinien fest auf dem Boden. Eine Zeit von drei Monaten zusammen mit seinem sechsjährigen Sohn in Bariloche verbrachte U.M. Schmid Anfang 1986 nicht untätig, sondern er begann das Projekt TAS (Travel Administration System) auf die damals vollkommen neuen Personal Computer hin umzuschreiben. Dazu war eine komplett neue Datenbanksprache zu erlernen. Daneben wurde nach einer kleinen Farm Ausschau gehalten und zudem seinem Sohn viel Zeit gewidmet. Gab es eine Möglichkeit die Frau vom Gedanken an eine Scheidung abzubringen? Korrespondenz und Telefonate sollten dies vorbereiten.

 

Nach der Rückkehr und einigen weiteren Reisen über den Atlantik wurden die ersten Programmteile in mehreren Reisebüros installiert und brachten eine wirtschaftliche Kompensation. Produktion der Software in Bariloche und Service über Telefonleitung nach einer Einführungsphase verband nun die zwei Kontinente, die zwei Arbeitsbereiche. Gleichzeitig wurde der Beweis erbracht, dass das Grossprojekt TARS auch als Miniaturlösung TAS für Reisebüros ohne den Reservationsteil für Tour-Operators sehr gute Marktchancen gehabt hätte. Der Siegeszug des PC hatte begonnen. Das Interesse von U.M. Schmid diesen Erfolg auszuschöpfen aber war vorüber, Erfolg in der Wirtschaft und Freude viel Geld zu verdienen waren zweitrangig geworden.

1.1.5         Nur unabhängiges Forschen führt zu neuer Erkenntnis

 

Wenn ich die erste Lüge entdecke, steige ich aus!“. Dieses Versprechen an zwei einfache escanear0043Hausfrauen, welchen U.M. Schmid an der Türe seines Appartement in Hildisrieden in der Schweiz im Herbst 1986 die Möglichkeit gaben, um die Bibel mit ihm zu Hause zu studieren, dieses Versprechen sollte auch in Zukunft verbindlich bleiben! Wahrer Glaube zu entwickeln und leichtgläubig zu sein schien sich an diesem Punkt „Lüge“ zu scheiden.

 

Die feste Überzeugung, dass Gott keinerlei Lüge duldet war in seinem Denken seit Kindheit fest verankert. Gewisse Dinge vom Standpunkt der Wahrheit aus als „Schwarz und Weiss“ zu betrachten war auch im Einklang mit seiner technischen Vorbildung. In der Programmierung von Computern reicht ein einziger falscher Befehl, um ein Programm zum Absturz zu bringen, reicht ein einziger Rechenfehler aufgrund einer falschen Formel oder Eingabe, um ein vollkommen falsches Resultat zu erhalten.

 

Dass Menschen andere Ansichten vertreten und ihren Glauben öffentlich kundtun ist bestimmt etwas sehr lobenswertes, das Mut braucht. Sich mit dieser höheren Macht auseinanderzusetzen, dem Gott der Bibel, dessen Eigennamen „Jehova“ man eben erst mit 36 Jahren kennen gelernt hatte und dessen wirkliche Existenz nun langsam zu erkennen; dies alles sich selbst gegenüber als gesichert und beweisbar anzuerkennen: Dies war eine vollkommen neue Herausforderung für ihn.

 

Die Scheidung schien inzwischen unabwendbar. Das eigene, grosse umgebaute Bauernhaus war bereits vor Beginn des Argentinienprojektes verkauft worden und viele unternehmerische Bindungen waren inzwischen bereits gelöst.

 

Jene beiden Frauen die U.M. Schmid in seiner Wohnung in Hildisrieden erstmals an der Haustür besuchten gehörten zur Religionsgruppe der Zeugen Jehovas. Sie gaben offensichtlich unfehlbare Auskunft über die Ansicht der Bibel zur Scheidung und gute Hinweise zur Lösung von Familienfragen. Dazu war aber immer das Verständnis beider Ehepartner notwendig. Entscheide im Leben, welche ins Familienleben hart hinein greifen, solche können nicht umgangen werden, sie kommen oft ohne sie zu rufen! Zeit und Umstände wirken auf alle.

 

*** Rbi8  Prediger 9:11 ***

Ich wandte mich, um unter der Sonne zu sehen, daß nicht den Schnellen der Wettlauf gehört noch den Starken die Schlacht, noch auch den Weisen die Speise, noch auch den Verständigen der Reichtum, noch selbst denen, die Kenntnisse haben, die Gunst, denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle.

 

Kriege und Katastrophen geschehen ohne dass man sie ruft! Auch Entscheide die wirtschaftlicher Natur sind oder den Arbeits- und Ort des Lebensmittelpunktes neu bestimmen, sie sind auch in unseren Tagen und künftig Teil des unsicheren Lebens! Laut der Bibel muss der Mann die letzte Entscheidung in Familienfragen treffen. Die Bibel hat kein Verständnis für ein Schiff mit zwei Kapitänen! Die Worte des Paulus begannen ihm begreiflich zu werden: „Ich will indes, daß ihr wißt, daß das Haupt jedes Mannes der Christus ist; das Haupt einer Frau aber ist der Mann; das Haupt des Christus aber ist Gott.“

 

Der Wunsch von U.M. Schmid auf einem fernen Kontinent das Leben vollkommen neu aufzubauen, wurde durch die Ereignisse jener Zeit und durch unerwartete Geschehnisse im persönlichen Leben somit beschleunigt. Ende 1987 wurde gegen seinen ausdrücklichen Willen die Scheidung ausgesprochen, die Kinder sollten laut Entscheid des Richters bei der Frau verbleiben. Grund hierzu war, dass der Vater den Kindern die biblischen Grundlagen näher zu bringen versuchte.

1.1.6         Ein Bibelstudium mit durchgreifenden Folgen

 

Sich anhand biblischer Argumente von etwas, das offensichtlich besser und erfolgreicher ist überzeugen zu lassen wird kaum jemand zurückweisen der vernünftig denkt. Fortschritt hängt im Allgemeinen stets davon ab, das langfristig Bessere und Klügere zu wählen. Moralische Werte, welche mit Gottes Gesetzen in Einklang sind, solche waren im eigenen Denken von U.M. Schmid bereits im Elternhaus fest verankert worden.

 

Was aufgrund von gewandelten Moralvorstellungen inzwischen als allgemein akzeptiert galt, dies musste nun neu vom biblischen Standpunkt her analysiert werden. Zum Beispiel die Scheidung, die heute aus irgendwelchen Gründen toleriert wird, diese war nun aufgrund exakter Kenntnis der Vorgaben Jesu und Einsicht der moralischen Überlegenheit göttlicher Gesetze für ihn unannehmbar geworden. Jeder Versuch die eigene Ehe zu retten war wünschenswert. Offensichtlich aber haben heute weltliche Gesetze, welche offensichtlich den göttlichen Normen klar widersprechen eine höhere Macht. Eine neue Form des Denkens und Handelns sollte von nun an U.M. Schmid immer mehr beeinflussen. Paulus fordert Christen zur „Neugestaltung eures Sinnes“ auf.

 

*** Rbi8  Römer 12:1-2 ***

12 Daher bitte ich euch inständig, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, für Gott annehmbares Schlachtopfer darzustellen, [das ist] ein heiliger Dienst gemäß eurer Vernunft. 2 Und formt euch nicht mehr nach diesem System der Dinge, sondern werdet durch die Neugestaltung eures Sinnes umgewandelt, damit ihr durch Prüfung feststellen könnt, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist.

 

Die Vernunft eines wahren Christen richtet sich nach göttlichen Massstäben, nicht mehr nach der Form zu denken und zu handeln wie es im System dieser Welt üblich ist. Dazu war wirklich eine Neugestaltung des Sinnes notwendig.

 

Mit jeder neuen Auseinandersetzung und der stetigen Suche nach dem göttlichen Standpunkt zu jeder Angelegenheit, um jene Konflikte in schriftgemässem Sinn zu lösen, nahm das Verständnis von U.M. Schmid beständig zu, welchen Standpunkt die Bibel zu einzelnen spezifischen Themen vermittelt. Eine harte aber mehr und mehr befriedigende Lehre des Lebens nahm ihren Fortgang.

1.1.7         Unlimitierte Freiheit, versus göttliche Grenzen?

 

Gegenüber den heute verteidigten Werten der modernen Gesellschaft, welche schier unbegrenzte Freiheit erwartet, ohne aber vorab deren langfristige Folgen abzuschätzen, bietet die biblische Lehre ein vollkommen anderes Konzept. Diese sogenannte „Freiheit“ aber schafft genau dadurch neue Abhängigkeiten und häuft je länger je mehr unlösbare Probleme auf.

 

Jesus versprach seinen Jüngern eine Befreiung aus Sklaverei und ein leichtes Joch. Dazu sind aber gewisse Veränderungen im gewohnten Leben unumgänglich und Veränderung kann auch Verlust und Schmerz mit sich bringen! Jesus empfahl:

 

*** Rbi8  Matthäus 11:28-30 ***

28 Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. 29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

 

Von Jesus wäre Demut zu lernen, sich nicht selbst zu überhöhen. Nicht Ruhm und Ansehen dieser Welt sollten im Vordergrund stehen. Neue Werte gab es zu lernen und im Alltagsleben anzuwenden.

 

Dies alles war ein wichtiger erster Schritt zur Befreiung aus Tausenden von kleinen und grossen Abhängigkeiten, die auch bei U.M. Schmid eine Art der Sklaverei mittels des Systems geschaffen hatten. Der Glaube an die Unveränderlichkeit der bestehenden Dinge war endgültig erschüttert worden: Dieser Glaube von vielen heutigen Menschen, dass dieses moderne System trotz der Mängel das Allerbeste für die Menschen wäre. Langsam wurde der Blick freier, um auch zu erkennen, dass der Reichtum einiger Weniger auf der Not und Armut der grossen Mehrheit fusste. 

1.1.8         Religiöse Ammenmärchen oder realer Hinweis auf Kommendes?

 

Die biblische Lehre, dass dieses System ein Ende finden wird, um einem neuen System, einem weit gerechteren Platz zu machen, hatte etwas Bestechendes, Faszinierendes an sich. Das regelmässige Bibelstudium und die angebotene Literatur öffneten den Blick für ein weit besseres Bibelverständnis.

 

War die Hoffnung auf einen Systemwandel aber wirklich real? Ist ein solcher überhaupt möglich, oder wurde da eine neue religiöse Illusion durch die Seiten der Bibel genährt? Zu hören und erstmals zu verstehen, dass ein Endgericht wirkliche Gerechtigkeit schafft und nicht wie in diesem System üblich, wo die grössten Lügner und die frechsten Diebe straffrei bleiben, diese Erkenntnis hatte etwas Bestechendes!

 

U.M. Schmid nahm zum ersten Mal mit Verstand biblischen Vorgaben zur Kenntnis, welche mehr Einblick über Gottes Art zu Handeln geben. Abrahams Bitten um Verschonung der Gerechten innerhalb der Städte Sodom und Gomorra, die unmittelbar vor ihrer Zerstörung standen, dies z.B. gab ihm Aufschluss über Gottes Denk- und Handlungsweise im Hinblick auf einen kommenden Gerichtstag. Jesus selbst nennt Sodom und Gomorra als Beispiele kommender Vernichtung und erwähnt Lot und seine Töchter als Beispiele für kommende Rettung einzelner gerechter Menschen (Mat 10:14, 15; Lu 17:26-30).

 

*** Rbi8  1. Mose 18:25-26 ***

25 Es ist im Hinblick auf dich undenkbar, daß du auf diese Weise handelst, den Gerechten mit dem Bösen zu Tode zu bringen, so daß es dem Gerechten ebenso gehen muß wie dem Bösen! Das ist im Hinblick auf dich undenkbar. Wird der Richter der ganzen Erde nicht tun, was recht ist? 26 Da sprach Jehova: „Wenn ich in Sodom, inmitten der Stadt, fünfzig Gerechte finden werde, will ich ihretwegen dem ganzen Ort verzeihen.“

 

Für Gott sind Gerechte offensichtlich von Wichtigkeit, jene, die sich an Seine Massstäbe halten. Diese Gerechten hindern Ihn für den Moment daran an den Ungerechten unmittelbar Gericht zu halten. Es kann eine Aufschiebung des Gerichtes bedeuten oder Abwendung gewisser Strafmassnahmen, um auch jenen Übeötätern noch Zeit zur Umkehr zu gewähren!

 

Gott gewährt um der Gerechten willen dem Ungerechten gar Vergebung, wenn sie vom Unrecht umkehren! Dieser Aufschub des Gerichts gibt Ungerechten somit Gelegenheit zu Umkehr und zur Reue, hebt aber dadurch das göttliche Gericht nicht auf, sondern verschiebt es lediglich! Verzeihen darf aber nicht mit Straffreiheit verwechselt werden, wie Religionen dies oft lehren. Die Folgen schlechten Handelns treffen jeden, sei dies heute, morgen oder erst in der Auferstehung (2.Mo 34:6, 7).

 

(Zu 1.1.8)  Vergleiche Grafik: 5.2  Reue und Sündenvergebung)

 

*** Rbi8  2. Petrus 3:9-10 ***

Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung [[des Gerichts]] nicht langsam, wie [es] einige [für] Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen. 10 Doch Jehovas Tag wird kommen wie ein Dieb, an welchem [Tag] die Himmel [[(oder Autorität der heute Mächtigen)]] mit zischendem Geräusch vergehen werden, die Elemente aber werden vor Gluthitze aufgelöst, und die Erde [[(ungerechter Menschen)]]und die Werke auf ihr werden aufgedeckt werden.

 

Wenn das Verhältnis von guten zu schlechten Menschen aber ein gewisses Mass überschreitet ist allgemeine Vernichtung der Bösen unumgänglich und Gott schafft wie im Falle Lots selbst den Ausweg für den Gerechten! Die Sintflut und Sodom und Gomorra sind zwei verschiedene Beispiele göttlichen Gerichtes, aber nicht die einzigen!

 

(Zu 1.1.8)  Vergleiche: Zeitband Göttliche Gerichtstage ab Adam bis Ende Millennium)

 

Die bisherigen Gedanken über die Verhältnisse in der Welt und einer Lösung gewisser Probleme, bekamen durch das Studium der Bibel im Denken von U.M. Schmid somit eine vollkommen neue Richtung: Die Veränderung fängt beim Einzelnen an, bei mir und bei dir! Die Verankerung moralischer Werte geht Hand in Hand mit Anerkennung von Gottes Recht Grenzen zu setzen und für Vergehen Gericht zu halten! Wahre Weisheit hat mit Erkenntnis Gottes und dessen Willen zu tun!

 

(Zu 1.1.8)    Vergleiche Grafik: 1.1  Die Säule der Weisheit)

 

War eine Lebensweise möglich, die allen Menschen mehr Sicherheit, grösseren Erfolg ermöglicht und das Gefälle zwischen Reich und Arm nicht ständig vergrössert? Oder hatte der Lebensstil in Europa, den USA und einigen asiatischen Ländern mit dem Materialismus wirklich den Höhepunkt erreicht und müssen die Zustände die für den Rest der Welt dadurch entstanden sind als gegeben und unveränderlich hingenommen werden? Viele glauben dies, U.M. Schmid war mehr denn je davon überzeugt, dass es eine sinnvollere Art zu leben geben müsse, die grössere Gerechtigkeit beinhaltet!

1.1.9         Notwendige Bindung an eine Sekte oder an eine Religion?

 

Die Bibel kennen zu lernen und Verständnis zu erlangen war etwas Hervorragendes. Etwas vollkommen anderes aber war für U.M. Schmid der Eintritt in etwas, das man selbst nicht kennt und das von den meisten Aussenstehenden als „Sekte“ betrachtet wird. Dazu müssen vorab schwere Hemmschwellen mittels sehr guter Argumente abgebaut werden! Was wäre dazu geeigneter, wie die Überzeugung, die „Wahrheit“ aus einer höheren Quelle gefunden zu haben, nach der man schon lange suchte?

 

escanear0135Nach jener sechsmonatigen Reise durch Argentinien, war ein regelmässiges Bibelstudium etwas Willkommenes. Die Zeit unterwegs im eigenen Wohnmobil war  auch in dieser Richtung ein Erfolg gewesen, weil ausser den geschäftlichen Belangen auch genügend Zeit zur Verfügung stand regelmässig in der Bibel zu lesen und genügend Ruhe, um über das Gelesene nachzusinnen.

 

Der Besuch der schönsten touristischen Punkte Argentiniens, der Aufbau von Foto- und Filmmaterial darüber und die Verhandlungen mit Hoteliers und Dienstleistungsanbietern wurden durch solches geistiges Training aufgelockert. Auf dem Bordcomputer des Wohnmobils wurden erste eigene gedankliche Abhandlungen zu bestimmten Themen realisiert, deren Grundlage Erkenntnisse aus der Bibel bildeten.

 

http://www.kirche-in-not.de/files/2009/10/armenviertel.jpgDurch das neue, regelmässige und strukturierte Studium der Bibel wurden ständig mehr der seit  langem aufgehäuften Fragen befriedigend beantwortet. Der Sinn hinter der Bibel als Anleitung für das tägliche Leben wurde langsam aufgedeckt. Die bessere Erkenntnis über deren Autor, Jehova Gott führten auf einen höheren Grad an Verständnis, warum die Welt so ist, wie sich heute darstellt: Einerseits ein Platz für wenige Privilegierte im Überfluss, die sich allzu oft nicht um moralische Werte kümmern und andererseits ein Platz für die Mehrheit, in Angst und Armut. Missachtung göttlicher Normen hat stets langfristige Konsequenzen. Die aber nach wahrer Gerechtigkeit dürsten sind in der Minderzahl!

 

*** Rbi8  2. Timotheus 3:1-7 ***

3 Dieses aber erkenne, daß in den letzten Tagen kritische Zeiten dasein werden, mit denen man schwer fertig wird. 2 Denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, nicht loyal, 3 ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, 4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen [vor Stolz], die Vergnügungen mehr lieben als Gott, 5 die eine Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft als falsch erweisen; und von diesen wende dich weg. 6 Denn von ihnen stehen die Männer auf, die sich auf schlaue Weise Eingang in die Häuser verschaffen und schwache Frauen gefangennehmen, die, mit Sünden beladen, von mancherlei Begierden getrieben werden, 7 die allezeit lernen und doch niemals imstande sind, zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit zu kommen.

 

Ein Grossteil der Schuld an den in der Endzeit herrschenden Weltverhältnissen hätten somit Menschen die zwar die Schriften studieren, aber keine klare Erkenntnis der Wahrheit erlangen. Was Paulus da warnend erwähnte musste somit vorab auf christliche Religionsführer gemünzt sein, welche aus den eigenen Reihen der ersten Christen aufstanden und das Ruder an sich rissen. 

 

Wo Moral nicht korrekt mittels Verständnis göttlicher Gesetze und Richtersprüche gelehrt wird, und Gericht nicht korrekt nach göttlichen Massstäben gehandhabt wird, da sind all die oben durch Paulus erwähnten Übel nur die Folge: Überhandnehmende Gesetzlosigkeit!

 

Für die letzten Tage dieses Systems spricht Paulus zudem von einem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ der sich offensichtlich an oberste Stelle in „Gottes Tempel“ setzt.

 

escanear0009Eine genaue Erkenntnis der Wahrheit sollte somit nun grundlegendes Ziel von allen Bemühungen von U.M. Schmid werden. Wer war in der Lage diese Wahrheit zu vermitteln, wer besass den Schlüssel dazu? Waren Jehovas Zeugen wirklich die Gruppe, welche sich der Wahrheit am meisten angenähert hatte? Die beiden Frauen behaupteten dies und die Literatur die studiert wurde, der Besuch von Versammlungen und später von Kongressen schien es weitgehend zu bestätigen.

 

U.M. Schmid sollte vieles der Aussagen des Paulus im Moment nicht in der ganzen Tiefe der Zusammenhänge begreifen, aber später viel mehr darüber herausfinden. Wie er es von früher her schon gewohnt war musste dies durch intensives Selbststudium und konsequentes Forschen geschehen, um alle offenen Fragen eine nach der anderen zu beantworten und Zweifel in gesicherte Erkenntnis zu verwandeln.

 

Von welcher Art Klasse Menschen galt es sich wegzuwenden, wie Paulus uns geraten hat? Er sagte es doch deutlich: Von Menschen die moralisches Verhalten nach Gottes Normen zu handeln ablehnten und dafür der Gesetzlosigkeit das Wort reden, die „eine Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft“ als untauglich erweisen, um dem Guten und der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen! Solche Menschen mussten in einflussreiche Positionen gelangt sein, von wo aus ihrer unmoralischer Einfluss sich verbreitete!

1.1.10      Abnehmende Zweifel und zunehmende klare Erkenntnis führen zum konkreten Handeln

 

U.M. Schmid nahm immer mehr zur Kenntnis, dass wenn Jehovas Zeugen und ihre Auslegung der Bibel Recht haben sollten, dann eine grosse Veränderung in unmittelbarer Zukunft bevorstand. War das aber real, wirklich glaubwürdig? U.M. Schmid war zu Beginn voller Zweifel, jene beiden Frauen voller Überzeugung!

 

Die mehrmaligen Bitten U.M. Schmids, in einer Art Stossgebete in die Richtung des Himmels ausgesprochen, jeweils nach der Lektüre einiger schwerverständlicher Stellen im Buch der Bücher während jener langen und einsamen Reise, sie hatten immer wieder gelautet: „Wenn es Dich wirklich gibt, dann hilf mir bitte, dieses hier auch zu verstehen!“. Diese, im Stress des Alltagslebens nach der Rückkehr in die geschäftige Welt der Schweiz fast schon wieder vergessene Bitte hatte durch die zwei Frauen und ihrem Angebot für ein Bibelstudium eine Erfüllung gefunden!

 

Das Studium wurde über Monate regelmässig fortgesetzt und zeigte bald Früchte. Es wurde nur durch weitere Reisen nach Argentinien unterbrochen. Auch in Bariloche, dem zweiten neuen Zuhause wurde das Studium dort nun durch ein amerikanisches Ehepaar fortgeführt. Zwei gebildete Menschen, mit einen tiefen Glauben und einem ihrer Überzeugung gewidmeten Leben. Ihre Beweisführungen, durch Untermalung mit Geschichtsmaterial aus der Encyclopedia Britannica, mit dem beständigen Vergleichen der Aussagen verschiedener Religionen, den Riten und Bräuchen und deren Ursprung im alten Babylon zurückverfolgend gab einen guten Untergrund zum allgemeinen Verständnis. Die Offenlegung der inneren Harmonie der Bibel verstärkte die Überzeugung wirkliche Wahrheit gefunden zu haben. Dies musste durch Anwendung zu einer klügeren Art des Lebens führen, weniger die eigenen Interessen wie die der anderen nun in den Vordergrund stellend.

 

*** Rbi8  Philipper 2:1-4 ***

2 Wenn es also irgendeine Ermunterung in Christus gibt, wenn irgendeinen Trost der Liebe, wenn irgendein Teilhaben am Geist, wenn irgendwelche [Gefühle] inniger Zuneigung und des Erbarmens, 2 so macht meine Freude dadurch voll, daß ihr gleichen Sinnes seid und die gleiche Liebe habt und mit vereinter Seele auf das eine bedacht seid, 3 indem ihr nichts aus Streitsucht oder aus Ichsucht tut, sondern in Demut die anderen höher achtet als euch selbst, 4 indem ihr nicht nur die eigenen Dinge in eurem Interesse im Auge behaltet, sondern auch persönlich Interesse zeigt für die der anderen.

 

Die Taufe als erwachsener Mensch aufgrund eigener Entscheidung war für den Gott der Bibel ein äusserlich sichtbares Zeichen, um mit ihm und seinem Sohn Jesus erstmals wirklich in ein Vertrauensverhältnis zu gelangen. Rettung, wie Noah sie mittels der Arche erlangte als ein Gericht die damalige Welt vernichtete, ist auch in der Endzeit an die Taufe geknüpft. Petrus erläutert dies wie folgt:

 

*** Rbi8  1. Petrus 3:21 ***

21 Das, was diesem entspricht [[dem Hineingehen in die Arche]], rettet jetzt auch euch, nämlich [die] Taufe (nicht das Ablegen der Unsauberkeit des Fleisches, sondern die an Gott gestellte Bitte um ein gutes Gewissen), durch die Auferstehung Jesu Christi.

 

Nur Erwachsene können diese Anforderungen erfüllen! Die Ungültigkeit einer Kindstaufe schien U.M. Schmid einleuchtend. Musste diese Taufe aber wirklich innerhalb einer Organisation geschehen, die von sich behauptete, Gottes einzig legitimer Vertreter zu sein, von der andere aber behaupten, dass es eine Sekte sei?

 

Die Schriftstellen die als Beweise aufgeführt wurden, dass Gott eine Organisation auf der Erde besitze schienen dies wirklich zu bestätigen. 1988, im Mai, erfolgte diese Taufe durch vollständiges Untertauchen an einem Kongress von Jehovas Zeugen in Luzern. Die Taufe war eine Hingabe an Gott und an Jesus, die Zusage von nun ihren Willen auszuführen. Ein für U.M. Schmid verbindliches „Ja“, ein Vertrag!

 

Jehovas Zeugen aber binden die Menschen zusätzlich an ihre Organisation. Eine Zusatzfrage muss der Täufling beim Taufen ebenfalls beantworten: Ob er die Organisation als einzig legitimes Instrument anerkennt, das Jehova durch Jesus benutze. Sinn und Zweck dieser Sonderhandlung und die damit verbundene Gefahr blieben U.M. Schmid dabei im Moment verborgen. Offensichtlich taten und tun dies aber alle christlichen Religionsgemeinschaften in der einen oder anderen Form.

 

1989 lernte U.M. Schmid nach der inzwischen ausgesprochenen Scheidung bei einem seiner Aufenthalte in der Schweiz seine zweite Frau kennen, die ihm zwei Jahre später nach Argentinien folgen würde. Auch sie war eine eifrige Zeugin Jehovas, bereit seine neue Lebensanschauung und seine Ziele zu teilen.

 

 

1.2    Das Königreich Gottes als ganzherzige Aufgabe sehen

1.2.1         Ständig zunehmender Dienst für andere in Patagonien

 

escanear0041Der Entscheid, auch die letzten verbliebenen Teile der Geschäfte in der Schweiz im Jahre 1991 zu veräussern und sich ganzherzig zu Gunsten des laut der Bibel herannahenden neuen Systems zu verausgaben, dies ergab einen neuen und tieferen Sinn im Leben von U.M. Schmid.

 

Anderen Menschen, oft sehr einfachen und armen jene bessere Zukunft zu erklären und zu helfen, ihre eigenen Lebensverhältnisse dadurch zu verbessern, indem biblische Richtlinien vermehrt angewendet werden, dies wurde zur alltäglichen Arbeit. Dies ergab eine andauernde Befriedigung und schöne Erfolgserlebnisse, so zum Beispiel, wenn ganze Familien sichtbar ihr Leben besser stabilisieren konnten, in die Lage versetzt wurden ihre Probleme zu lösen. Jugendliche konnten auf einen Lebensweg geführt werden, welche die Gefahren des Systems denen sie ausgesetzt sind wesentlich verringern.

 

Der innere Zusammenhalt von Jehovas Zeugen untereinander, die gelebte Liebe zum Nächsten ist bemerkenswert und weitgehend vorbildlich. Was deren Organisation in dieser Richtung fertigbringt geht weit über das hinaus, was andere Religionsgemeinschaften erreichen! Was Lob verdient, das soll offen gelobt werden!

 

Der Punkt, um neu anzufangen war bereits 1986 auf der Reise festgelegt worden: Bariloche in Patagonien, inmitten von lieblicher Natur, Seen und Nationalparks, vergleichbar mit gewissen Zonen in Kanada, Neuseeland und der Schweiz: Ein touristischer Anziehungspunkt. Inzwischen aber waren die Weichen ja bereits anders gestellt, nicht in Richtung Tourismus, sondern dahingehend, anderen anstatt vorübergehende Ferienfreuden zu vermitteln eine dauerhafte, wirklich gute Botschaft zu bringen, das Verkünden des Endes einer Sklaverei und Befreiung durch Gottes Königreich.

 

Wie in allen schnell wachsenden Städten Südamerikas gibt es auch rund um Bariloche Armenviertel. Die Verkündigung der guten Botschaft ergibt inmitten von Armut und Elend einen ganz anderen Sinn, als in der wohl behüteten Schweiz, wo scheinbar alles eine Lösung findet. Dort, in der dritten Welt überborden vielerlei Probleme ganz offensichtlich und die Regierungen zeigen sich als wenig fähig oder nicht gewillt sie zu lösen.

 

Armut und Elend bildet tolerierter und scheinbar unvermeidlicher Gegenpunkt zu Reichtum und Luxus. Der Unterschied tritt nirgends so sehr in die Augen wie in jenen Entwicklungsländern. Nirgends blüht die Korruption im Staat offener wie dort. Genau dort aber setzt die gute Botschaft im Leben des Einzelnen an: Veränderung der moralischen Denkweise, beginnend bei den Geringen.

1.2.2         Begegnungs- und Ausbildungszentrum in Bariloche

 

100_2014In der Zwischenzeit von einigen wenigen Jahren war aus einem alten, grossen Haus in einem Aussenquartier von Bariloche ein kleines Begegnungszentrum entstanden, wo Menschen mit gleichen Ideen aus aller Welt sich trafen und verweilten, ein Ort der Reflexion, des Studiums.

 

100_2307Regelmässige Einzel-, Familien und Gruppenstudien wurden dort durchgeführt. Arm und Reich, Gebildete und solche ohne Bildung, Eingeborene und Zuwanderer begegnen sich seither dort, um sich gegenseitig zu ermuntern und zu stärken.

 

*** Rbi8  Hebräer 10:24-25 ***

24 Und laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, 25 indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.

 

escanear0003 Las Golondrinas“, was auf Deutsch „die Schwalben“ bedeutet, wurde zu einem beliebten Anziehungspunkt auch für Brüder und Schwestern aus der Ferne. Jedermann der an biblischer Information, Wahrheit und Gerechtigkeit Gefallen fand, der war und ist stets herzlich im Hause der Familie Schmid willkommen. Inzwischen kamen Menschen aus allen Herren Länder, um dort ein paar Tage zu verweilen. Eine neue Art von Lebensweg begann seinen Verlauf zu nehmen: Anderen nützlich zu sein und zu helfen: Aktiv gelebte Nächstenliebe zu zeigen.

 

100_2333Aus eigenen Mitteln wurde der Bau von Königreichssälen von Jehovas Zeugen in der Gegend freizügig unterstützt und unter eigener, monatelanger Mithilfe geplant, gebaut und beendet. Tausende von freiwilligen Arbeitsstunden wurden anderen zur Verfügung gestellt, um deren Lebensqualität mittels moralischer Weiterbildung auf biblischer Grundlage zu verbessern. Hunderten von Menschen wurde eine biblische Grundkenntnis vermittelt die einige dazu bewegte, ihr Leben in der Taufe Gott und Jesus hinzugeben. Statt des Geistes dieser Welt sollte nun der Geist Gottes deren Leben beeinflussen.

1.2.3         Neue Herausforderungen bedrohen die Stabilität aufs Neue

 

Nachdem alles scheinbar einen neuen, stabilen Verlauf nahm, sollten für U.M. Schmid neue Herausforderungen und noch schwerere Entscheidungen kommen. In Argentinien brauten sich ab 1996 neue Gewitterwolken auf. Der stabile Wechselkurs des Dollars 1:1 zum Peso, einer künstliche Anpassung an die westlichen Industrieländer, die forcierte Industrialisierung, eine exzessive Landwirtschaft und der Verkauf fast aller Staatsbetriebe hatte dem Land einen Höhenflug von einigen wenigen Jahren gewährt, während die Auslandverschuldung parallel dazu schnell zunahm. Der kommende Kollaps war voraussehbar, der Druck im Land und auf jedem einzelnen Einwohner wurde laufend erhöht.

 

Das war der Beginn, wo die zweite Frau von U.M. Schmid nun ebenfalls Drang nach der Sicherheit der Schweiz zu entwickeln begann. Der gesicherte monatliche Gehaltscheck der früheren Jahre war einem unregelmässigen Einkommen gewichen, das vom System und der Zahlungsfähigkeit der Bevölkerung abhing. Das mitgebrachte Geld aus der Sozialversicherung der Schweiz war in Objekte investiert worden, deren begünstigte Mieter oder Käufer ihre Verpflichtungen oft nur unregelmässig oder gar nicht erfüllten. Die Ansicht vieler Argentinier zu finanziellen Verpflichtungen ist unterdessen mit der Erklärung der Zahlungsunfähigkeit seitens der Regierung im Jahre 2001 weltweit bekannt geworden.

 

Die zweite Frau von U.M. Schmid fühlte sich aus solchen Gründen 1997 gewogen dorthin zurückzukehren, wo sie sechs Jahre zuvor ausgezogen war. Bisher hatten beide gemeinsam diese Begegnungsstätte ganzherzig mit Freude und mit Enthusiasmus betrieben. Es gab dabei Zeiten der Entbehrung und es gab Zeiten, wo aus dem Überfluss geschöpft werden durfte. Familiäre Bindungen und finanzielle Anreize in den alten Sozialberuf zurückzukehren gaben ihr nun den letzten Ausschlag zurückzukehren und in der Schweiz zu bleiben.

1.2.4         Glaubensüberzeugung auf dem Prüfstein

 

Zum zweiten Mal zeigte es sich schmerzlich, dass das Leben auf einem fernen Kontinent und unter anderen Bedingungen als bisher gewohnt einen hohen Preis bedingt. Allerdings kamen nun für eine Ehetrennung weit stärkere Hemmschwellen hinzu, welche bei der ersten Ehe weniger stark wirkten: Die Bibel zeigt, dass die Ehe ausser durch Ehebruch unauflöslich ist.

 

*** Rbi8  Matthäus 5:31-32 ***

31 Außerdem ist gesagt worden: ‚Wer immer sich von seiner Frau scheiden läßt, gebe ihr ein Scheidungszeugnis.‘ 32 Doch ich sage euch, daß jeder, der sich von seiner Frau scheiden läßt, ausgenommen wegen Hurerei, sie dem Ehebruch aussetzt, und wer eine Geschiedene heiratet, begeht Ehebruch.

 

Die Freiheit zum Scheiden aus irgendwelchen Gründen war biblisch gesehen ausgeschlossen, selbst die Trennung sollte nur bedingt lange dauern, um das eigene innere Gleichgewicht wiederum zu finden (1.Kor 7:10, 11).

 

Würde die Vernunft und die Liebe zu Gott und seinen Bestimmungen den Sieg davon tragen? Eine Reise 1996 in die Schweiz, wo U.M. Schmid die Rückkehr seiner Frau an seine Seite in die Wege zu leiten versuchte brachte zwar deren Zusage hierzu, aber nicht die schlussendliche Durchführung jenes Ja-Wortes. Die Bindung an Tochter und den wieder aufgenommenen alten Beruf, die soziale Sicherheit und der Kauf einer Eigentumswohnung trugen den Sieg davon.

 

Der Glaube wurde zu jener Zeit auf eine harte Zerreissprobe gestellt. Würde die Organisation von Jehovas Zeugen, welche sich so strickt zur Einhaltung göttlicher Normen stellte nun durch ihre Unterstützung dessen, was Recht und Anständig ist den Sieg davon tragen? Oder sollte auch diesmal die von der heutigen modernen Welt angebotenen Freiheit stets den eigenen Gefühlen und Wünschen nachzugeben den Sieg davontragen?

 

Würden die biblischen Argumente, im Falle der eigenen, harten Prüfung auf Treue hin zu überzeugen vermögen? In erster Linie betrifft dies die beteiligten Ehepartner, es ist aber auch ein Prüfstein für die betroffenen Versammlungen. Würden die Ältesten der Versammlungen gleich wie die religiösen Führer des ersten Jahrhunderts, dem allgemeinen Trend nachgeben und den weltlichen Gesetzen sich unterordnen, welche die Scheidung erlauben? Ganz offensichtlich ging es um ein sehr tiefgreifendes Thema (Mat 19:3-9; 1.Kor 6:1-6)

1.2.5         Festhalten an Grundsätzen auf der Zerreissprobe

 

Die Ehe ist laut Jesu Worten unauflöslich, ausser durch Ehebruch und Tod. Dass die Scheidung heute für Rechtsanwälte ein gutes Geschäft ist, dies wird niemanden in Erstaunen versetzen. Dass daraus für den Scheidenden ein Geschäft gemacht wird, dies ist heute üblich. Es ist eine förmliche Aufforderung sich mittels der Ehe zu bereichern! Gottes Standpunkt wird dadurch allerdings nicht verändert! U.M. Schmid blieb entschlossen diesen Standpunkt nicht zu verlassen, auch dann, wenn es wiederum mit Schmerzen und Mühe verbunden sein würde.

 

Weitere Probleme von Habsucht sollten an ihn herankommen. Ganz offensichtlich versuchten einige aus der Situation weitere Vorteile herauszuschlagen.

 

Als Mensch, der aus einem ordentlichen Land wie die Schweiz, mit stabilen Gesetzen und einem funktionierenden Strafvollzug herkam, war U.M. Schmid in einigen Punkten  bestimmt zu leichtgläubig gewesen. Der Wunsch anderen zu helfen und ihnen beizustehen veranlasste ihn auch Glaubensbrüdern unter Jehovas Zeugen unter die Arme zu greifen. Die Verpflichtung die klaren und eindeutigen biblische Regeln einzuhalten, diese schienen zumindest einen gewissen Schutz zu geben (Mat 5:36; 37; 6:33; Ps 11:5, 17; 37:21).

 

Die Literatur der Organisation von Jehovas Zeugen lobt fast alle Mitglieder als äusserst wahrheitsliebend, ehrlich und vertragstreu. Würden sie dem Recht, das sie vertreten nun aber auch Nachachtung verschaffen, wenn Lüge, Betrug, Veruntreuung und ähnliches vorlag? Die Literatur bezeugte dies durchwegs.

1.2.6         Die Organisation von Jehovas Zeugen unter Prüfung

 

Im Verlaufe von einigen Jahren brachte U.M. Schmid sieben Fälle von Betrug vor Älteste die durchwegs durch schriftliche Dokumentationen wie Schuldanerkennung erhärtet wurden. Ein gerichtlicher Entscheid zu diesen Fällen wurde damit gemäss der Bibel in die Hände Ältester gelegt und mussten durch sie gefällt werden. Ein Gang zu weltlichen Gerichten ist aus biblischer Sicht zuvor ausgeschlossen.

 

Die Worte des Paulus sind dabei klar, deutlich und verbindlich. Älteste mussten als „Heilige“ ihrer Versammlung als Richter handeln und klare und eindeutige Entscheide fällen (Mat 18:15-18):

 

*** Rbi8  1. Korinther 6:1-6 ***

6 Wagt es jemand von euch, der eine [Rechts]sache gegen den anderen hat, vor ungerechte Menschen vor Gericht zu gehen und nicht vor die Heiligen? 2 Oder wißt ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn durch euch die Welt gerichtet werden soll, seid ihr da nicht geeignet, ganz geringfügige Dinge rechtlich zu entscheiden? 3 Wißt ihr nicht, daß wir [[die Apostel]] Engel [[gr: aggelos, „Boten“, Versammlungsvorsteher vergl. Off 1:20; 2:1; Mat 19:28]] richten werden? Warum also nicht Dinge dieses Lebens? 4 Wenn ihr nun Dinge dieses Lebens rechtlich zu entscheiden habt, setzt ihr da diejenigen als Richter ein, auf die man in der Versammlung herabblickt? 5 Ich sage [es] zu eurer Beschämung. Ist denn wirklich nicht ein Weiser unter euch, der zwischen seinen Brüdern richten kann, 6 sondern Bruder geht mit Bruder vor Gericht, und das vor Ungläubige?

 

Jehovas Zeugen messen ihrem inneren Gericht durch die Vorsteher der Versammlungen sehr grossen Wert bei. Jedes Glied sollte sich diesem Gericht freiwillig unterordnen. Dies ergibt aber auch eine grosse Pflicht auf den Schultern der Verantwortlichen. Es ist höchst fraglich eine Dienstleistung zu offerieren, die für Kläger verbindlich ist, dann aber, wenn sie benötigt wird diesen Dienst nur halbherzig oder gar nicht durchzuführen und der beklagte Schuldige der wahre Gewinner ist. Sich gar dabei auf weltliche Gerichte abzustützen ist eine Umkehr dessen, was Paulus sagt und damit ein offener Rechtsbruch: „... Bruder geht mit Bruder vor Gericht, und das vor Ungläubige. Was nützt die Feuerwehr, wenn sie keine Schläuche und kein Wasser hat?

 

Von den sieben Fällen wurde innerhalb von 5 Versammlungen, in 3 Provinzen in Argentinien und 2 Ländern, der Schweiz und Argentinien, somit auf zwei Kontinenten nicht ein einziger Fall wirklich entschieden! Alles versandete oder endete auf der langen Bank, dies unter grossem Kosten und Energieaufwand des Geschädigten, der um sein Recht kämpfen muss! Die Probe aufs Exempel hatte gezeigt, dass das System nahezu vollkommen versagt! Alles Geschreibe im Wachtturm zeigte sich längerfristig als Heuchelei und Augenwischerei.

 

*** Rbi8  Matthäus 23:1-7 ***

23 Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern und sprach: 2Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf Moses’ Stuhl gesetzt. 3 Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen [es] wohl, aber handeln nicht entsprechend. 4 Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen. 5 Alle Werke, die sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden; denn sie machen die [Schrifttexte enthaltenden] Kapseln breit, die sie als Schutzmittel tragen, und vergrößern die Fransen [ihrer Kleider]. 6 Sie haben gern den hervorragendsten Platz bei Abendessen und die vorderen Sitze in den Synagogen [[Versammlungen]] 7 und die Begrüßungen auf den Marktplätzen und daß die Menschen sie Rabbi [[Lehrer]] nennen.

 

Jesu Warnung des ersten Jahrhunderts ist heute genauso aktuell! Die „[Schrifttexte enthaltenden] Kapseln“ heissen heute Index und Wachtturm der WATCHTOWER SOCIETY. Älteste und Studierende vertrauen vollkommen darauf und sind sich sicher, wenn sie das tun, was dort steht, das „Himmelreich“ gesichert zu haben. Älteste werden ja nicht umsonst als „Fürsten“ betitelt. Jesus aber warnte vor dem Sauerteig jeder Art von Pharisäern!

 

(Zu 1.2.6)  Vergleiche Grafik:  4.3  Durchsäuerung der Versammlung Gottes)

 

Älteste, die selbst Darlehen von U.M. Schmid empfangen hatten und diese nie zurückerstatten wurden grosszügig durch andere Älteste in Schutz genommen, obwohl ihr Betrug und ihre Lügen offensichtlich waren. Auf Zeugen wurde Druck ausgeübt, deren belastende Aussagen missachtet. Betrug, wie er in Südamerika allgemein verbreitet ist, indem Kredite erbeten werden die man nie zurückzuzahlen gedenkt waren innerhalb Jehovas Zeugen genauso vorhanden! Aber auch die Versammlungen der Schweiz zeigten dieselbe Schwäche!

 

*** Rbi8  Jeremia 23:14 ***

Und an den Propheten Jerusalems habe ich Gräßliches gesehen: Ehebruch begehen und in Falschheit wandeln; und sie haben die Hände der Übeltäter gestärkt, damit sie nicht umkehren sollten, jeder von seiner eigenen Schlechtigkeit. Für mich sind sie alle wie Sodom geworden und ihre Bewohner wie Gomorra.“

 

Die vor den Richtern gemachten Versprechungen, dass eine Bezahlung von Schulden durch die Schuldner erfolgen würde wurden nie erfüllt. Die Richter stärkten offensichtlich die Übeltäter und der Dieb geniesst weit mehr Schutz als der Bestohlene. Wichtiger war das leichter Dings gegebene Wort, auch wenn es leere Zusage war, wie die Erfüllung von Versprechungen!

 

*** Rbi8  Psalm 37:21 ***

Der Böse borgt und zahlt nicht zurück,

Aber der Gerechte erweist Gunst und schenkt Gaben.

 

Das weltliche Rechtssystem, das in Argentinien schon sehr fraglich funktioniert wurde dadurch von der Organisation von Jehovas Zeugen nur noch übertroffen, welche sich selbst als eine „geistige Nation“ verstehen!

 

Was anfänglich wie ein schlechter Traum war, dies sollte für U.M. Schmid in den folgenden Jahren zur Gewissheit werden: Mittels der Bibel und dem Missbrauch von biblischen Vorgaben zu eigenem Nutzen wurden gutgläubige Menschen skrupellos durch andere Menschen ausgenutzt in einen Stil der Heuchelei und des Vertuschen, der in der Geschichte wenig Vergleichbares findet.

 

Das alles war aber nur der äusserliche Anlass und der Beginn einer Suche nach wahrem Recht und wirklicher Wahrheit. Wer das Recht an einem Ort mit Füssen tritt, der nimmt es auch an anderen Stellen mit dem Recht nicht sehr genau! Wer die „offizielle Wahrheit“ über wirkliche Wahrheit erhöht der wird immer da lügen, wo es nützlich ist!

1.2.7         Unrecht dulden und Teilhaber werden oder sich dagegen auflehnen?

 

Sollte das Unrecht still geduldet werden, Schweigen darüber gebreitet und zum Alltagsleben zurückgekehrt werden? Sollte der Psalmenschreiber in seiner Aussage explizit auch von den Richtern der Endzeit sprechen und die Organisation einschliessen, welche Jehovas Namen trägt? (Mi 7:7)

 

*** Rbi8  Psalm 50:18 ***

Wann immer du einen Dieb sahst, hattest du sogar Gefallen an ihm;

Und dein Teil war bei Ehebrechern.

 

Konnten durch Schweigen gerechtere Verhältnisse kommen oder war es Zeit, um zu erwachen, um Dinge beim wahren Namen zu nennen? U.M. Schmid stand vor einem der schwierigsten Entscheide im Leben.

 

*** Rbi8  Sprüche 29:24 ***

Wer Teilhaber mit einem Dieb ist, haßt seine eigene Seele. Einen Eid, der eine Verfluchung in sich schließt, mag er hören, aber er berichtet nichts.

 

Je mehr Bibelstellen zu den jeweiligen Themen konsultiert wurden, umso mehr wurde klar, dass jeder der Unrecht duldet in Wirklichkeit daran Anteil hat! Jesus klagte offen seine eigenen religiösen Führer an, Paulus und die anderen Apostel taten weitgehend dasselbe!

 

Da waren Menschen, christliche Brüder und Schwestern deren „Ja“ längst zum „Nein“ geworden war, deren Versprechungen durch immer dreistere Lügen entwertet wurden, welche aus Angst vor Entdeckung und Ignoranz die wahre Gefahr dahinter vollkommen übersahen, Gottes Anerkennung zu verlieren (Mat 5:29, 30; 1.Kor 6:9, 10).

1.2.8         Wer ins Wespennest greift muss mit Stichen rechnen!

 

Eine umfangreiche Dokumentation über den Hintergrund des Falls der Trennung und der durch die zweite Frau eingeleiteten Scheidung vor weltlichen Richtern wurde an drei oberste Stellen von Jehovas Zeugen, in drei Ländern, auf zwei Kontinenten an deren interne Rechtsabteilung gesandt. Würde der Fall nun seriös geprüft werden?

 

Weit gefehlt! U.M. Schmid kam nun selbst ins Rampenlicht, wo die Organisation und deren „Heiligkeit“ (= Fehlen von Ungerechtigkeit und Unwahrheit) scheinbar angegriffen wurde, weil deren Verhalten, respektive das ihrer Repräsentanten durch eines ihrer Mitglieder respektvoll aber offen in Zweifel gezogen wurde!

 

Beobachter der Fälle von hohem Rang innerhalb der Organisation, welche Einblick in die Akten hatten waren vorab selbst schockiert über das Vorgehen verschiedener Ältester und die Resultate ihres offensichtlich parteiischen Richtens. Sie rieten aber um des inneren Friedens willen trotzdem dazu auf, zu schweigen. Dabei empfahlen sie alles in Gottes Hand zu legen, der zum gegebenen Zeitpunkt schon selbst eingreifen würde.

 

*** Rbi8  Micha 7:7 ***

Was aber mich betrifft, nach Jehova werde ich ständig Ausschau halten. Ich will eine wartende Haltung gegenüber dem Gott meiner Rettung bekunden. Mein Gott wird mich hören.

 

Auf Gott zu vertrauen und untätig die Hände in den Schoss zu legen sind zwei voneinander getrennte Dinge! Wozu sollte Gott denn überhaupt ein Recht einsetzen und Richter zulassen, wenn diese ihrer Aufgabe nicht nachkommen sollten und alles weiterhin in Gottes Hand liegt? Selbst aktiv zu werden und sich selbst zu rächen sind jedoch zweierlei Dinge! Die Rache allerdings gehört Gott, er wird vergelten!

 

*** Rbi8  Römer 12:18-21 ***

18 Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt, mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt dem Zorn Raum; denn es steht geschrieben: „Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht Jehova.“ 20 Doch „wenn dein Feind hungrig ist, speise ihn; wenn er durstig ist, gib ihm etwas zu trinken; denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt häufen“. 21 Laß dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse stets mit dem Guten.

 

Paulus rät das Böse mit dem Guten zu besiegen! Für U.M. Schmid begann ein Kampf auf mehreren Seiten. Was ist in jedem Fall für eine Massnahme angemessen und korrekt?

 

Die Überlegung Martins ging aber noch weiter: „Gibt es aber wahren Frieden, wo das Recht missachtet und Gerechtigkeit unterdrückt werden? War dies nicht Heuchelei um des äusseren Scheines Willen?“ Würden nicht noch mehr Menschen zu Schaden kommen, wenn diese Dinge nicht ans Licht gezerrt werden?

 

Wenn Gott Richter einsetzt, die offensichtlich ihre Arbeit nicht ausführen, war es dann wirklich Jesu Wille, dass das Volk dazu schweigt und dadurch Teilhaber an institutionalisiertem Unrecht wird? War nicht Jesu ganze dreieinhalbjährige Tätigkeit der pure Gegenbeweis, wo er sich gegen angemasste religiöse Autorität und ungesetzliches Handhaben der Gebote zur Wehr setzte, öffentlich denunzierte, diese falsch ausgeübte Autorität in Frage stellte und sie offen anklagte und angriff? Allerdings griff er nie zur physischen Gewalt gegen Personen, mit Ausnahme, wo er den Tempel reinigte! Das aber war seine Pflicht als designierter Hoherpriester! Es war zum Hüter um das „Haus seines Vaters“ bestellt worden! Selbst diese Grenze der Gewaltlosigkeit überschritt er, als es den Tempel Jehovas direkt betraf und gebrauchte eine Peitsche!

 

*** Rbi8  Johannes 2:13-17 ***

13 Nun war das Passah der Juden nahe, und Jesus ging nach Jerusalem hinauf. 14 Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Geldmakler auf ihren Sitzen. 15 Nachdem er nun aus Stricken eine Peitsche gemacht hatte, trieb er sie alle samt den Schafen und Rindern aus dem Tempel hinaus, und er schüttete die Münzen der Geldwechsler aus und stieß ihre Tische um. 16 Und er sprach zu den Taubenverkäufern: „Schafft diese Dinge von hier weg! Hört auf, das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus zu machen!17 Seine Jünger erinnerten sich daran, daß geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren.“

 

Die religiöse Geschäftemacherei mit dem Glauben der Menschen war Jesus in allen ihren Schattierungen verhasst! Hinter jenen Verkäufern im Tempel standen eindeutig die Oberpriester und der Hohepriester. Sie waren es, welche Jesu Peitsche indirekt zu spüren bekamen und ihn auch deshalb zu ermorden versuchten! (Joh 5:18; 7:1; 7:19)

1.2.9         Wem dienst du: Gott oder einer Mafia?

 

In der ganzen Bibel wird Frieden stets mit gerechten Verhältnissen und erst dadurch mit Ruhe und Sicherheit in Verbindung gebracht. Unfrieden wird aber mit Ungesetzlichkeit, Duldung von Unrecht, Lüge, Stolz und Habsucht verbunden. Wozu anderen Menschen Dinge predigen die selbst nicht im engeren Kreis eingehalten werden? Frieden, Ruhe und Sicherheit hängen von wahrem Recht und Gerechtigkeit und von Wahrheit ab!

 

*** Rbi8  Jesaja 32:16-17 ***

16 Und in der Wildnis wird gewiß das Recht weilen, und Gerechtigkeit wird im Obstgarten wohnen. 17 Und das Werk der [wahren] Gerechtigkeit soll Frieden werden und der Dienst der [wahren] Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit bis auf unabsehbare Zeit.

 

Offensichtlich wurden diese Ältesten von oben her selbst bald schon unter Druck gesetzt, da die Forderung nach Gerechtigkeit seitens U.M. Schmid ihre Wellen warf! Die Organisation verlangt von ihren Bediensteten Loyalität unter allen Bedingungen!

 

escanear0100Unabhängige Älteste, welche die Dinge als Beobachter kritisch verfolgten sagten U.M. Schmid aufgrund des selbst Miterlebten unumwunden, dass dies tatsächlich eine in sich verfilzte „Mafia“ sei, sich selbst schützend, nicht dem Recht zum Durchbruch verhelfend! Dies umso weniger da, wo einer oder gar mehrere ihrer Mitältesten in der eigenen Versammlung darin verwickelt sind. Eine Hand wäscht bekanntlich die andere Hand! Jehovas Ratschlag an die Vorsteher Israels gilt auch für christliche Richter:

 

*** Rbi8  3. Mose 19:15 ***

Ihr sollt keine Ungerechtigkeit begehen im Gericht. Du sollst den Geringen nicht mit Parteilichkeit behandeln, und du sollst die Person eines Großen nicht bevorzugen. Mit Gerechtigkeit solltest du deinen Genossen richten.

 

escanear0117Wo aber war die Organisation von höherer Stelle her, um da Schutz zu gewähren, wo die Macht im Staat diesen Schutz gewähren sollte? Behaupteten jene Führer nicht, selbst eine „heilige Nation“ zu sein? Hatten nicht viele dieser führenden Köpfe von Jehovas Zeugen über Jahre von der Gastfreundschaft U.M. Schmids profitiert, Unterkunft und Verpflegung, technische Hilfe und finanzielle Unterstützung in „Las Golondrinas“ genossen? Sie fühlten sich dort wie zu Hause und wurden wie wirkliche Könige bedient!

 

Welche Art von Loyalität wurde nun gezeigt, wo eigene Leistung und Engagement für internes Recht und Anstand gefragt gewesen wäre? Wurde nun um alles in der Welt einem drohenden Skandal ausgewichen, dass Älteste, von denen die Watchtower ebenfalls Nutzen empfing, in unredliche Geschäfte verwickelt waren? Durch Druck auf U.M. Schmid und sanftes Hinleiten sollte dies verhindert werden.

 

 

1.3    Zweifeln Raum geben, um die Wahrheit nachzuprüfen!

1.3.1         Unterschlupf für jeden gehassten Vogel

 

Die Warnzeichen waren nun deutlich vorhanden. Wo Unrecht geduldet und wo Wahrheit zugunsten Lüge unterdrückt wird ist jede Art von Übel nicht mehr fern!

 

Plötzlich erhielt für U.M. Schmid Offenbarung 18, Vers 3 einen ganz konkreten Hintergrund, „Babylon die Grosse“ ist zum Zufluchtsort jeden gehassten Vogels geworden, welcher dort Schutz und Sicherheit erlangt; dies seit langem, nicht erst heute! Das galt nicht bloss für alle übrigen Religionen, das galt auch für die eigene, die geliebte Gruppe, wo man aus Liebe sehr geneigt war alles nicht ganz Korrekte zu übersehen und es zuzudecken! (1.Pe 4:8)

 

Hatte nicht Russell, der Kirchenvater von Jehovas Zeugen selbst stets behauptet, dass „Babylon die Grosse“ sämtliche Religionen umfasse, und dass diese zu verlassen wären? Er selbst beanspruchte ganz offensichtlich ursprünglich nicht, selbst eine Religion zu sein. Sein Nachfolger, der weltliche Richter  J.F. Rutherford war in dieser Art denken nicht mehr so kleinlich.

 

*** Rbi8  Offenbarung 18:1-3 ***

18 Nach diesen Dingen sah ich einen anderen Engel aus dem Himmel herabkommen, der große Gewalt hatte; und die Erde wurde von seiner Herrlichkeit erleuchtet. 2 Und er rief aus mit starker Stimme, indem er sprach: „Sie ist gefallen! Babylon die Große ist gefallen, und sie ist eine Wohnstätte von Dämonen und ein Versteck jeder unreinen Ausdünstung und ein Versteck jedes unreinen und gehaßten Vogels geworden! 3 Denn wegen des Weines der Wut ihrer Hurerei sind [ihr] alle Nationen [zum Opfer] gefallen, und die Könige der Erde haben Hurerei mit ihr begangen, und die reisenden Kaufleute der Erde sind zufolge der Macht ihres schamlosen Luxus reich geworden.“

 

Warum sollte „Babylon die Grosse“ jedem „gehassten Vogel“ Unterschlupf bieten? Weil sie dadurch ihre eigene finanzielle Position und ihre Macht verbessert. Leistung erfordert Gegenleistung! Hierarchische Abhängigkeiten entstehen! Jede Art unreiner Ausdünstung erhält laut Jehovas Aussage in jener grossen „Stadt“ der Religionen ein Versteck! 

 

Ein Dschungel von religiösen Systemen existiert, von dem jede einzelne Gruppe von sich behauptet, Gott zu vertreten. Jede wirbt der anderen Gruppe Mitglieder ab. Ein wahres Walhalla von modernen Heldengöttern in Form von Kirchenfürsten, dazu angetan ihren Gott zu betören auch im kommenden System Rang und Namen zu ihren Gunsten und zu Gunsten ihrer Günstlinge zu verteilen. Wie anders lautet doch Jehovas Stellungnahme:

 

*** Rbi8  Jesaja 33:15-16 ***

15 Da ist einer, der in beständiger Gerechtigkeit wandelt und redet, was gerade ist, der den durch Betrügereien [erlangten] ungerechten Gewinn verwirft, der seine Hände davon losschüttelt, nach Bestechung zu greifen, der sein Ohr davor verstopft, auf Blutvergießen zu hören, und der seine Augen verschließt, um Schlechtes nicht zu sehen. 16 Er ist es, der auf den Höhen selbst weilen wird; seine sichere Höhe werden schwer zugängliche Orte zerklüfteter Felsen sein. Sein eigenes Brot wird [ihm] sicherlich gegeben werden; sein Wasservorrat wird nicht versiegen.“

 

Es bleibt zum besseren Verständnis des Lesers zu bedenken, dass der Begriff „Stadt“ in der Bibel ein auch ein Synonym für menschliche Organisation ist, hierarchische Struktur der Macht, mit einer obersten Führung und Konzentration der Macht in Städten oder stadtgleichen Hauptsitzen unter einer mächtigen Priesterschaft.

 

Dies begann unter Nimrod, einem Sohn Kuschs, des Sohnes von Ham, Nachkomme Noahs bereits wenige Jahrzehnte nach der Sintflut im alten, dem ersten Babel. Nimrod war es der ein „Mächtiger wurde“ in seinen Entscheiden gegen Jehovas Willen zu verstossen. Die Führung „Babylons der Grossen“ liegt gemäss der Bibel bis in die Endzeit in der Hand des Königs der Dämonen, vom Teufel (1.Mo 10:8-12; 1.Joh 5:19).

 

Paulus kündigt im zweiten Brief an die Thessalonicher für unsere Tage einen Gesetzlosen an, der sich an oberster Stelle in Jehovas Tempel niedersetzt und sich öffentlich darstellt, dass er ein Gott sei, ein Mächtiger, der andere zu Beschützen und zu retten in der Lage wäre. Offensichtlich ist dieser „Gesetzlose“ der Letzte einer langen Kette, der Nimrods angemasste priesterliche Macht innehat und der in Harmagedon endgültige Vernichtung findet (1.Thess 2:1-5; Off 19:20).

 

(Zu 1.3.1)  Vergleiche Grafik: 9.1  Anfang und Ende Satans System der Dinge)

 

 Die „reisenden Kaufleute“, die sich im Schatten „Babylons der Grossen“ wohl fühlen, wurden zufolge der Macht ihres aufgehäuften Luxus offensichtlich reich gemacht.

 

http://lavasori.files.wordpress.com/2009/11/watchtower-brooklyn1.jpgFür U.M. Schmid tauchte langsam eine weitere unangenehme Frage auf: Stand ausser dem Gold des Vatikans auch der weltweit aufgehäufte Reichtum der Watchtower Incorporated. mit diesen Dingen in irgendeiner Verbindung? Immerhin ist dies eine weltliche Aktiengesellschaft, die von allen Angehörigen von Jehovas Zeugen lieblich die „Gesellschaft“ genannt wird. Ist es für Gott wirklich so, dass er seine Angelegenheiten dadurch löst, dass er den rechtlichen Dschungel des Aktienrechts benötigt, um selbst leichter weltliche Reichtümer aufzuhäufen? Sollten sich seine Anhänger nicht vollkommen auf das Recht des Königreiches für Israel abstützen? (Mat 6:33; Apg 1:6, Rö 1:16, 17)

 

(Vergleiche Grafik: 6.4  Endgericht von Harmagedon: Beendigung aller Machstrukturen)

 

*** Rbi8  Lukas 12:15-21 ***

15 Dann sagte er zu ihnen: „Haltet eure Augen offen, und hütet euch vor jeder Art von Habsucht, denn wenn jemand auch in Fülle hat, kommt doch sein Leben nicht aus den Dingen, die er besitzt.“ 16 Darauf redete er in einem Gleichnis zu ihnen, indem er sprach: „Das Land eines gewissen Reichen lieferte einen guten Ertrag. 17 Demzufolge begann er, bei sich zu überlegen, und sagte: ‚Was soll ich tun, nun, da ich keinen Raum habe, wohin ich meine Ernten einbringen könnte?18 Da sprach er: ‚So will ich’s machen: Ich will meine Vorratshäuser abbrechen und größere bauen, und ich will dorthin all mein Getreide und alle meine guten Dinge einsammeln; 19 und ich will zu meiner Seele sagen: „Seele, du hast viele gute Dinge für viele Jahre aufgehäuft; laß dir’s wohl sein, iß, trink und sei fröhlich.“ ‘ 20 Gott aber sprach zu ihm: ‚[Du] Unvernünftiger, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Wer soll dann die Dinge haben, die du aufgespeichert hast?21 So ergeht es dem Menschen, der Schätze für sich aufhäuft, aber nicht reich ist Gott gegenüber.“

 

Ohne ursprünglich in diese Richtung zu tendieren sollten die unabhängigen Nachforschungen von U.M. Schmid auch in diese Richtung fündig werden. Dieser Ausspruch Jesu liess sich nicht nur auf Einzelpersonen die fortgesetzt Reichtum aufhäufen anwenden, sondern ebenso auf öffentlich-rechtliche Institutionen wie Kirchen!

1.3.2         Welches Recht steht an erster Stelle: Kirchenrecht oder Gottes Gesetz?

 

Der Schutz der Hierarchie der kirchlichen Organisation und das Erweitern von Mitgliederzahlen waren ganz offensichtlich auch bei Jehovas Zeugen wesentlich wichtiger, wie Recht und Gerechtigkeit auf der untersten Ebene aufrecht zu erhalten! Da wurde von Frieden geredet, wo keine Gerechtigkeit herrscht! Da wurde davon geredet Jehovas Recht an erste Stelle zu setzen und dasselbe Recht wurde gleichzeitig mit Füssen getreten.

 

*** Rbi8  Matthäus 7:3-5 ***

3 Warum schaust du also auf den Strohhalm im Auge deines Bruders, beachtest aber nicht den Balken in deinem eigenen Auge? 4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ‚Erlaube mir, den Strohhalm aus deinem Auge zu ziehen‘, wenn, siehe, ein Balken in deinem eigenen Auge ist? 5 Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge, und dann wirst du klar sehen, wie du den Strohhalm aus deines Bruders Auge ziehen kannst.

 

War solches ungerechte Schützen von Mitgliedern der Hierarchie nicht schon oftmals in den Zeitschriften der Wachtturm und Erwachet bei anderen Religionsgemeinschaften lautstark angeprangert worden, um nun in aller Deutlichkeit auch als eigene, innere Schwäche entlarvt zu werden? Katholische Priester die im Amt verblieben, obwohl sie gefehlt hatten oder bloss an andere Stelle  versetzt wurden, anstatt wirklich für gravierende Fehler zur Rechenschaft gezogen zu werden, jene wurden wortgewaltig angeklagt! Drohen Jehovas Zeugen nun ähnlicher Skandale, ist es bloss noch getünchte Fassade, was die Wirklichkeit verdeckt?

 

Gab es zweierlei Recht innerhalb der Organisation, die Jehovas Namen trägt: Das innere Kirchenrecht der Watchtower, das besagt, „der Mächtige hat immer Recht“ und das Gesetz Jehovas, das auf Wahrheit und Gerechtigkeit fusst, welches unparteiisch alle auf dieselbe Norm verpflichtet, das man jedoch bloss als Aushängeschild zum Kundenfang gebraucht?

 

Jehovas Zeugen erwiesen sich in sieben Rechtsfällen während einer Frist von über sieben Jahren als unfähig Recht zu sprechen, dies konnte zu Gunsten oder zu Lasten U.M. Schmid sein! Es war ihre biblische Pflicht zumindest einen klaren, begründeten Rechtsentscheid zu treffen, dem durch die Richter Nachachtung verschafft werden musste. Nur dazu dient ein Rechtssystem, wenn es funktionieren soll! Wo dem gesprochenen Recht durch die Richter nicht Nachachtung verschafft wird, da ist alles andere nur eitles Gerede! Wo der Richterspruch nicht schriftlich festgehalten wird, da bleibt er Schall und Rauch! Jede Art von Schriftlichkeit wird jedoch bewusst vermieden, wohl wissend, dass diese Schriftstücke eine Dokumentation darstellen!

 

(Zu 1.3.2)  Vergleiche Grafik:  9.5  Wirkung des Sauerteigs in christlichen Organisationen)

 

Offensichtlich war der Fehler nicht nur lokal und auf unterster Ebene der Exekutive, sondern in der gesamten hierarchischen  Struktur vorhanden, Regionen und sogar Kontinente überbrückend, bis in höchste Stellen reichend: Die latente Unfähigkeit zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden, Wahrheit von Lüge zu trennen! Konnte dies wirklich so sein?

 

(Zu 1.3.2)    Vergleiche Grafik:  5.1  Göttliches Rechtssystem)

 

Was wir nicht wahrhaben wollen, das kann auch nicht wahr sein! Es gibt keinen Blinderen als den, der nicht sehen will! Diese Einsicht sollte U.M. Schmid äusserst nachdenklich stimmen! War er selbst über eineinhalb Jahrzehnte selbst einer jener „Blinden“ gewesen, welche selbst andere Blinde geführt haben? Sollte sich dieses herausstellen, so war es höchste Zeit zum Erwachen und der harten Realität in die Augen zu sehen. Dazu war vorab Nachforschen in die Tiefe der Dinge notwendig!

 

*** Rbi8  Matthäus 15:14 ***

Laßt sie. Blinde Leiter sind sie. Wenn aber ein Blinder einen Blinden leitet, so werden beide in eine Grube fallen.

 

 (Zu 1.3.2) Vergleiche Grafik:  5.2  Reue und Sündenvergebung)

 

Die geistige Grundlage war damit geschaffen: Wissen um vorhandenes, um geduldetes Unrecht und arge Zweifel an gewissen Aussagen der WATCHTOWER harrten einer Lösung. Es war die Zeit gekommen von nun selbst an besser die Dinge zu hinterfragen. Die Zeit war für U.M. Schmid abgelaufen, sich ohne jeden Zweifel einer Organisation zu unterordnen, die den Anspruch erhebt, Gottes einziger Stellvertreter auf Erden zu sein!  

1.3.3         Unabhängiger Untersuch, welches Recht wirklich Gottes Recht darstellt

 

U.M. Schmid gelobte jenem hohen Mitglied der Geschäftsleitung der ASOCIACION DE LOS TESTIGOS DE JEHOVA, Argentinien an jenem Tag, an welchem jene anderen, fragwürdigen Ältesten ihren Mitältesten aus der Anklage befreiten, dass er seine Energie in Zukunft dazu verwenden würde, um das wahre göttliche Recht zu verstehen und diesem Recht Nachachtung zu verschaffen!

 

 

   Seine ursprünglichen, bestbezahlten Talente, die zum Analysieren von multinationalen Unternehmungen und Beratung zur Korrektur von Schwachstellen jener Unternehmen gedient hatten, diese sollten nun kostenlos und unaufgefordert auf den multinationalen Konzern WATCHTOWER BIBLE AND TRACT SOCIETY OF NEW YORK und deren Lehren angewendet werden. Ob jene dies wünschen oder nicht, sie würden die Analyse kostenlos erhalten!

 

   Was war die wahre biblische Aussage zu den untersuchten Themen? Wenn sie Gott in seiner Schrift aufzeichnen liess, dann war es, um sie wirklich verstehen zu können! Die Antwort musste in der Bibel zu finden sein, nicht in der Literatur irgendeines Grosskonzerns mit offensichtlich wirtschaftlichen Interessen!

 

 

Bei der Analyse einer Firma geht es nicht darum in Eigenlob zu Gunsten des Klienten zu versinken, sondern darum, kritisch Schwachstellen und Fehler zu entdecken. Dies gibt Gelegenheit zur Korrektur. Natürlich möchte jeder Abteilungsleiter nur das Schöne und Gute hören. Wenn dieses Gute nicht existieren würde, wäre die Firma längst bankrott! Verbesserung aber bedingt für Kritik offen zu sein, ja, sie zu wüschen! Einsicht über Fehler kommt dadurch, dass wir auf das aufmerksam gemacht werden, was wir selbst nicht zu sehen wünschen!

 

*** Rbi8  Psalm 32:5 ***

Meine Sünde habe ich dir schließlich bekannt, und mein Vergehen habe ich nicht zugedeckt.

Ich sagte: „Ich werde meine Übertretungen Jehova bekennen.“

Und du selbst hast das durch meine Sünden [verursachte] Vergehen verziehen.

 

Verzeihung erhalten wir nur da, wo wir Fehler korrigieren, weil wir sie erkennen und eingestehen!

 

Hier ging es konkret darum zu überprüfen, warum und wo Gottes Massstäbe durch jene Gesellschaft oder Glaubenslehre missachtet wurden und welches die Folge für die Gläubigen und die Leiter sind! Als Gläubiger war U.M. Schmid direkt betroffen. Jeder ist aufgefordert zu prüfen ob er im rechten Glauben und in der Wahrheit und der Gerechtigkeit ist und kann dies nicht auf die Schulter einer Organisation abschieben!

 

*** Rbi8  2. Korinther 13:5 ***

Prüft immer wieder, ob ihr im Glauben seid, bewährt euch immer wieder. Oder erkennt ihr nicht an, daß Jesus Christus in Gemeinschaft mit euch ist?

 

Natürlich hat keine Geschäftsleitung einer Aktiengesellschaft Freude, wenn einzelne Aktionäre Nachforschungen anstellen und Unregelmässigkeiten im Geschäftsbetrieb nachgehen!

 

Allerdings bedingt diese Nachforschung auch einen willigen Zuhörer auf der Seite jener Geschäftsleitung, um daraus eventuell einen Nutzen daraus zu erzielen, durch jene Geschäftsleitung, die wirklich Interesse zeigt Fehler zu erkennen! Wer nur Eigenlob hören möchte wird wohl enttäuscht sich wegwenden! Stolz und Eigendünkel verdunkeln den Blick für die harte Realität!

 

Jener betroffene Älteste und Mitglied der Geschäftsführung meinte erstaunt über die Aussage, dass U.M. Schmid von nun an die Watchtower und deren Aussagen untersuchen würde, dass dazu kein Recht bestehe und vergass dabei, dass Paulus jeden Christen auffordert immer wieder zu überprüfen, ob wir in der Wahrheit des Glaubens sind! Leichtgläubigkeit hat einen hohen Preis am Gerichtstag!

 

Der Glaube an Lügen kann doch nicht etwa retten? Blinde Nachfolge rettet doch nicht etwa vor der Grube, dem Grab? Irgendetwas höher zu stellen als Jehova, jenem nachzufolgen, dies macht uns doch bloss zu Götzendienern!

 

*** Rbi8  Offenbarung 9:20-21 ***

20 Aber die übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, bereuten die Werke ihrer Hände nicht, so daß sie die Dämonen nicht [mehr] angebetet hätten sowie die Götzen aus Gold und Silber und Kupfer und Stein und Holz, die weder sehen noch hören, noch gehen können; 21 und sie bereuten ihre Mordtaten nicht noch ihre spiritistischen Bräuche, noch ihre Hurerei, noch ihre Diebstähle.

 

Der Bewährte würde sich selbst also immer wieder prüfen, ob sein Glaube mit dem übermittelten Wort im Einklang wäre! Das bedingt zu untersuchen, ob die Lehre die ihm vermittelt wird auch wirklich im Einklang mit Gottes Wort ist!

 

1 Weisheit 1_3599_image001Sechzehn Jahre sollte es insgesamt dauern, um herauszufinden, dass gewisse liebgewonnene Ansichten und heiss verteidigte Aussagen schlichtweg nicht stimmen konnten. Jene wurden alle scheinbar absolut biblisch bewiesen und fanden dadurch unerschütterlichen Glauben! Ein ganzes scheinbar stabiles Gebäude, das nun immer offensichtlicher auf Sand gebaut war, begann zu wanken, um schlussendlich vollkommen einzustürzen!

 

(Zu 1.3.3)  Vergleiche Grafik: 1.3  Haus der wahren Weisheit)

1.3.4         Wo ein gutgeschultes Gewissen zu arbeiten beginnt

 

Was sollte getan werden? Sollte die Liebe zur Wahrheit oder die Liebe zum Gewohnten den Sieg davon tragen? Nun, der Entscheid war schon vor Eintritt in jene Organisation jenen beiden Frauen klar bekanntgegeben worden: „Wenn ich die erste Lüge entdecke, steige ich aus!

 

Zwischen ersten Zweifeln und dem Beweis, dass gravierende Lüge wirklich vorhanden ist, nicht bloss ein menschlicher Irrtum von einigen wenigen Personen vorliegt, steht die harte Arbeit eines Anklägers, von Zeugenaussagen und Dokumenten und der eines Richters der entscheidet, die alle zuvor genau nachforschen müssen!

 

Die Katholische Kirche behauptet von sich, dass zwar ihre Repräsentanten Fehler begehen, dass sie aber als Institution geheiligt wäre. Nun, die ganze Bibel spricht eine deutlich andere Sprache! Ein einzelnes Glied, das Gottes Massstäbe übertritt verunreinigt die ganze Institution. Dies kommt deutlich durch den Fall Achans in den Tagen Josuas zum Ausdruck, der ein Banngut an sich genommen hatte und Jehova nicht lockerliess, bis der Schuldige ausgesondert und zur Rechenschaft gezogen wurde! (Jos 7:1-26)

 

*** Rbi8  Josua 7:11-13 ***

11 Israel hat gesündigt, und sie haben auch meinen Bund übertreten, den ich ihnen als Gebot auferlegte, und sie haben auch von dem genommen, was der Vernichtung geweiht war, und haben auch gestohlen und es auch geheimgehalten und haben es auch unter ihre eigenen Geräte gelegt. 12 Und die Söhne Israels werden sich nicht gegen ihre Feinde zu erheben vermögen. Den Rücken werden sie vor ihren Feinden kehren, denn sie sind zu etwas geworden, was der Vernichtung geweiht ist. Ich werde bestimmt nicht wieder mit euch sein, es sei denn, ihr vertilgt das, was der Vernichtung geweiht ist, aus eurer Mitte. 13 Steh auf, heilige das Volk, und du sollst sprechen: ‚Heiligt euch morgen, denn dies ist, was Jehova, der Gott Israels, gesagt hat: „Etwas, was der Vernichtung geweiht ist, ist in deiner Mitte, o Israel. Du wirst dich nicht gegen deine Feinde zu erheben vermögen, bis ihr das, was der Vernichtung geweiht ist, aus eurer Mitte entfernt habt.

 

Jede Art der Sünde ist Übertretung des Bundes mit Jehova! Eine Versammlung muss frei von Anklage bleiben und dazu sind jene verantwortlich, welche die Versammlung anführen. Wenn diese Vorsteher selbst die Fehlbaren sind, wie wird da die Gemeinde ohne Sünde bleiben? Wird der Taufbund mit Jesu, der zuvor bestandene Sünden zudeckte, als so gering angesehen, dass neuerliche Sünde straffrei bliebe? (Heb 10:26-31)

 

(Zu 1.3.4)  Vergleiche Grafik:  Die sieben Versammlungen der Offenbarung)

 

Dasselbe wird durch Pinehas erwiesen, der die Sünde Israels im Falle der Unsittlichkeit mit Midianiterinnen nicht duldete und durch eigenes, spontanes Handeln das Unrecht aus Israel entfernte!

 

*** Rbi8  4. Mose 25:7-9 ***

7 Als Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, es erblickte, stand er sogleich aus der Mitte der Gemeinde auf und nahm eine Lanze in seine Hand. 8 Dann ging er dem Mann aus Israel in das gewölbte Zelt nach und durchstach sie beide, den Mann aus Israel und die Frau durch ihr Geschlechtsorgan. Daraufhin wurde die schlagartige Plage von den Söhnen Israels abgewehrt. 9 Und [die Zahl] derer, die an der schlagartigen Plage starben, belief sich auf vierundzwanzigtausend.

 

Offensichtlich hat Jehova mehr Interesse an einer einzelnen Person, welche das Unrecht erkennt und es ausmerzt, wie an der ganzen Gemeinde, welche solches duldet! Das waren Erkenntnisse, welche U.M. Schmid in jenen Tagen zu denken anregten. Teil des Unrechts zu werden durch Duldung oder dieses von vorne her offen zu bekämpfen!

 

Ohne Reinigung und Wiedergutmachung bleibt somit die Schuld haften, das war die klare Aussage, der Sinn hinter den Beispielen! Jehova verschonte weder Führer noch Könige und nicht das einfache Volk! Recht musst beständig auf jeder Ebene angewandt werden!

1.3.5         Andere von Gott abwegig zu machen trägt Todesstrafe ein

 

U.M. Schmid musste aber noch einen weiteren inneren Konflikt ausfechten. Sich mutig gegen die eigenen geistigen Brüder zu stellen und deren Unrecht offenzulegen, das mit so viel Aufwand vertuscht wurde, dies war eine Sache. Wie aber würde es sich verhalten, wenn er wirklich festzustellen müsste und den Beweis erbringen würde, dass bewusste Irreführung und damit ein Verleiten der Gemeinde auf einen Abweg hin erfolgt, der Gottes Willen und Wort klar widerspricht?

 

Dadurch müsste er nicht mehr einen Konflikt mit einer oder gleich mehreren Versammlungen konfrontieren, sondern würde die gesamte Kirche wie einen einzigen Mann gegen sich aufbringen! Kann aber ein Einzelner gegen die Gesamtheit angehen? Auch dieser Frage galt es nachzugehen, um Gottes Standpunkt unzweifelhaft zu erfahren!

 

*** Rbi8  5. Mose 13:12-18 ***

12 Falls du in einer deiner Städte, die Jehova, dein Gott, dir gibt, damit [du] dort wohnst, sagen hörst: 13Nichtsnutzige Männer sind aus deiner Mitte ausgegangen, um zu versuchen, die Bewohner ihrer Stadt abwendig zu machen, indem [sie] sprechen: „Laßt uns gehen und anderen Göttern dienen“, die du nicht gekannt hast‘, 14 so sollst du suchen und nachforschen und dich gründlich erkundigen; und wenn die Sache als Wahrheit festgestellt ist — diese Abscheulichkeit ist in deiner Mitte getan worden —, 15 solltest du die Bewohner jener Stadt unbedingt mit der Schärfe des Schwertes schlagen. Weihe sie und alles, was in ihr ist, und ihre Haustiere der Vernichtung mit der Schärfe des Schwertes. 16 Und all ihre Beute solltest du mitten auf ihrem öffentlichen Platz zusammentragen, und du sollst die Stadt und all ihre Beute im Feuer verbrennen als ein Ganzopfer für Jehova, deinen Gott, und sie soll ein Trümmerhaufen werden auf unabsehbare Zeit. Sie sollte nie wieder aufgebaut werden. 17 Und gar nichts von dem, was durch Bann geheiligt worden ist, sollte an deiner Hand haftenbleiben, damit sich Jehova von seiner Zornglut wendet und dir in der Tat Barmherzigkeit gewährt und dir wirklich Barmherzigkeit erweist und dich mehrt, so wie er es deinen Vorvätern geschworen hat. 18 Denn du solltest auf die Stimme Jehovas, deines Gottes, hören, indem [du] alle seine Gebote hältst, die ich dir heute gebiete, so daß du tust, was recht ist in den Augen Jehovas, deines Gottes.

 

Wenn nun der Begriff „Stadt“ auch Organisation bedeutet, wenn er bis auf die Ebene Versammlung zutrifft, so waren Jehovas Zeugen einer „Stadt“ vergleichbar und die Bewohner dieser Stadt sollten offensichtlich andern Göttern dienen, den Vorstehern einer menschlichen Organisation, dieser mehr Glauben schenken, wie dem geschriebenen Wort.

 

Jehova sprach diese Worte zu Moses, dem Führer Israels. Würden dieselben Worte auch für Jesus gelten und all jene betreffen, die sich zu ihm bekennen? Zweifelsfrei! Jehova hat sich nicht geändert, seine Gesetze und richterlichen Entscheidung bleiben auf ewig!

 

Wurden Menschen, U.M. Schmid eingeschlossen, von Jehovas Zeugen dazu gebracht andern Göttern nachzufolgen? Das wäre Abfall vom wahren Gott und von Jesus als einigem Herrn!

 

Die erste Lüge im Garten Eden hatte bereits genau dies zur Folge gehabt! Eva folgte Satan der ihr etwas versprach, was Gott verboten hatte und mit der Todesstrafe belegt hatte. Dabei hatte Satan lediglich gewisse Aussagen Gottes in Zweifel gezogen und einen Ausweg angeboten, der mit Gottes klar festgesetztem Willen nicht in Übereinstimmung war: Nicht zu sterben und zu sein wie Gott, selbst erkennend Gut und Böse.

 

(Vergleiche Grafik: 5.1  Göttliches Rechtssystem)

1.3.6         Wer bestimmt, was für uns Gut und Böse ist, wird zum von uns anerkannten Gott!

 

Die Überlegungen von U.M. Schmid aufgrund der Vorkommnisse die ihn und sein Leben betrafen,  brachten ihn dazu, die Dinge in ihrer ganzen Tiefe und Tragweite zu betrachten und sich nicht allein vom subjektiven Standpunkt des selbst Betroffenen aus zu sehen, sondern das Prinzip, die Grundregeln dahinter zu suchen. Warum handeln Individuen und Organisationen offensichtlich gegen Gottes Willen?

 

Wem muss schlussendlich grössere Loyalität gezollt werden? Der Kirche oder Gott, wo offensichtlich ein Konflikt der beiden Befehlsgeber vorliegt? Sollten wir der Kirche mehr Gewalt über uns als Gott einordnen, akzeptieren wir diese in Wahrheit nicht als unseren wahren Gott, verehren damit eine Institution als unseren Götzen?

 

Daraus heraus folgte eine einfache aber grundlegende Schlussfolgerung:

 

 

   Jeder, der sich über Gott hinwegsetzt und etwas Gegenteiliges von dem behauptet, was Gott oder sein Sohn ausdrücklich sagen, macht sich zu einem Gott oder Götzen und jeder, der jenem nachfolgt, der wird dadurch ein Götzendiener.

 

   Wer eine ganze Versammlung verführt, der wirkt laut Paulus wie Gangrän, indem er verursacht, dass von der Wahrheit abgewichen wird, was den geistigen Tod sowohl des Irreführenden wie der Irregeführten mit sich bringt (5.Mo 11:26, 27; 13:1-5; Mat 15:14; 1.Ti 2:15-18).

 

   Jede Art „andersartiger guter Botschaft“ bringt Gefahr mit sich!

 

*** Rbi8  Galater 1:6-9 ***

6 Ich wundere mich, daß ihr euch so schnell abbringen laßt von dem, der euch durch Christi unverdiente Güte berufen hat, zu einer andersartigen guten Botschaft. 7 Doch gibt es keine andere; nur sind da gewisse Leute, die euch Unruhe bereiten und die gute Botschaft über den Christus verdrehen wollen. 8 Aber selbst wenn wir [[(die Apostel)]] oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als gute Botschaft verkündigen sollte außer dem, was wir euch als gute Botschaft verkündigt haben, er sei verflucht. 9 Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wer immer euch als gute Botschaft etwas verkündigt außer dem, was ihr angenommen habt, er sei verflucht.

 

   Was wir annehmen sollen sind die von den Aposteln verkündeten Wahrheiten, welche Jesu Worte exakt wiedergeben, der alles berichtet hat was Gott ihm aufgetragen hat! Sie sind in vollkommener Harmonie mit den Worten früherer Propheten!

 

   Wer einer Lüge nachfolgt den stören schon bald auch andere Lügen nicht, wer Ungerechtigkeit im Kleinen duldet, der schockiert sich bald nicht mehr an grosser Ungerechtigkeit!

 

   Paulus warnt deutlich, dass auf das Verdrehen der guten Botschaft Verfluchung steht.

 

 

Was musste U.M. Schmid zu jenem frühen Zeitpunkt bereits feststellen? Gewisse Lehren und bestimmte Handlungsweisen waren nicht im Einklang mit dem geschriebenen Wort. Wer nun täuschte sich? War er es, ein Einzelner, der eine eindeutige Lehre falsch verstand und hatte die Mehrheit Recht, welche der Organisation folgt? Oder war es an ihm selbst, an dem der nun etwas genauer untersuchte und Abweichungen erkannte, den Fehler offenbar zu machen?

1.3.7         Schliesst „Babylon die Grosse“ nur eine einzelne Religionsgruppe aus?

 

Jehovas GESETZ hat nicht geendet, wie Jehovas Zeugen dies weltweit verkünden! Wenn Katholiken vom „Alten Testament“ reden und damit die hebräischen Schriften als veraltet, nicht weiter gültig einstufen sind sie grundlegend im Irrtum! Gottes Richterspruch an Moses und an seinen Sohn Jesus lautet auch heute noch identisch: Nachzuforschen und jene „schuldige Stadt“ oder Organisation „mit der Schärfe des Schwertes“ zu schlagen. „Babylon die Grosse“, das Weltreich der Religionen, hat sich eindeutig als schuldig erwiesen und schliesst jede Art Religion mit ein, da alle vom geschriebenen Wort abweichen, entgegen Gottes Willen handeln und Gottes Gebote missachten! Jesu Urteil über sie wurde im Voraus aufgezeichnet:

 

*** Rbi8  Matthäus 7:21-23 ***

21 Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. 22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘ 23 Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit.

 

Alle Religionen weichen in bestimmten Lehren von Gottes Wort und in ihrem Handeln von seinen gesetzlichen Normen ab. Keine einzige lehrt die ganze Wahrheit über Jesus und das Königreich, die Auferstehung von den Toten und ewiges Leben!

 

Alle christlichen Kirchen folgen in irgendwelchen Lehren ihrer grossen Mutter, der Katholischen Kirche. Darum bezeichnet sie Johannes als Töchter derselben geistigen Hure! Alle behaupten Gottes Vertreter zu sein und widersprechen sich gegenseitig bis aufs Messer! Wahrheit aber ist unteilbar! „Aus der Wahrheit stammt keinerlei Lüge“! Die letzte Stunde der ungeteilten Wahrheit kam bereits zum Ende des ersten Jahrhunderts!

 

*** Rbi8  1. Johannes 2:18-21 ***

18 Kindlein, es ist die letzte Stunde, und so, wie ihr gehört habt, daß [der] Antichrist kommt, so sind jetzt auch viele zu Antichristen geworden; aus dieser Tatsache erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist. 19 Sie sind von uns ausgegangen, aber sie sind nicht von unserer Art gewesen; denn wenn sie von unserer Art gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben. Aber [sie sind weggegangen,] damit offenbar gemacht werde, daß nicht alle von unserer Art sind. 20 Und ihr habt eine Salbung von dem Heiligen; ihr alle habt Kenntnis. 21 Ich schreibe euch, nicht weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil ihr sie kennt und weil aus der Wahrheit keine Lüge stammt.

 

Der Antichrist war schon im ersten Jahrhundert aktiv! Die letzte Stunde der apostolischen Zeit war angebrochen, wo falsche Lehren öffentlich denunziert wurden! Von nun an übernahmen die falschen Lehrer ungehindert selbst das Ruder! Die Art der wahren Apostel duldete keine Art der Abweichung von Wahrheit, auch nicht in scheinbar kleinen Details! Die Salbung von dem Heiligen besteht in genauer Kenntnis der offenbarten Wahrheit aus Gottes Mund!

1.3.8         Antichristen innerhalb der Religionsgemeinschaften oder ausserhalb?

 

Nicht wie die Textstelle in der Bibel von Jehovas Zeugen glauben macht, welche durch die Zufügung in 1.Johonnaes 2:19 [sie sind weggegangen], die im Originaltext nicht steht, waren all jene, welche von Jehovas Zeugen hinausgegangen waren die Bösen, die Schlechten, die Abtrünnigen. Die Literatur der WATCHTOWER vertritt diesen Standpunkt durchwegs zum Selbstschutz, so dass bei niemandem von Jehovas Zeugen auch nur die Idee aufkommen könnte einen Weggegangen oder gar Ausgestossenen anzuhören, der von ihren Ältesten als „Abtrünnigen“ bezeichnet wird.

 

Dabei wird leicht der Befehl des Paulus übergangen, dass ein jeder selbst seinen Glauben zu überprüfen hat! Wie kann ich etwas überprüfen, wenn ich Gegenbeweise nicht zulasse? Wenn Zeugen vom Richter zu vornherein abgelehnt werden? Ein reifer Christ braucht nicht eine Amme die ihm ständig ihre Brust anbietet, er nimmt selbst feste Nahrung zu sich und weiss zwischen Recht und Unrecht selbst zu unterscheiden! Jesus empfiehlt dagegen, dass jeder sich selbst ein Urteil bilden muss was gerecht ist:

 

*** Rbi8  Lukas 12:57 ***

Warum bildet ihr euch nicht selbst ein Urteil über das, was gerecht ist?

 

Petrus und Johannes erklärten gegenüber dem höchsten Gericht in Jerusalem, dem Sanhedrin, dass er ihr Urteil nicht annehmen würde, sondern Gottes Willen an erste Stelle setzte:

 

*** Rbi8  Apostelgeschichte 4:19-20 ***

19 In Erwiderung aber sagten Petrus und Johannes zu ihnen: „Ob es in den Augen Gottes gerecht ist, eher auf euch zu hören als auf Gott, urteilt selbst. 20 Wir aber, wir können nicht aufhören, von den Dingen zu reden, die wir gesehen und gehört haben.“

 

Paulus schreibt den Korinthern über Menschen, die sich von Gottes Geist leiten lassen:

 

*** Rbi8  1. Korinther 2:15 ***

Der Geistesmensch dagegen beurteilt tatsächlich alle Dinge, er selbst aber wird von keinem Menschen beurteilt.

 

Er beunruhigte sich nicht darüber, dass jüdische Synagogen über ihn Gericht hielten, ihn hinauswarfen und zu töten versuchten. Er gab daraufhin weiter mutig Zeugnis über die Wahrheit ab!

 

Paulus beklagt die Einstellung gewisser unmündiger Christen des ersten Jahrhunderts in leitender Stellung der Christenversammlungen, die sich als „unbewandert im Wort der Gerechtigkeit“ zeigten: (2.Kor 13:5)

 

*** Rbi8  Hebräer 5:12-13 ***

Denn in der Tat, obwohl ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, benötigt ihr wieder jemand, der euch von Anfang an die elementaren Dinge der heiligen Aussprüche Gottes lehrt; und ihr seid solche geworden, die Milch benötigen, nicht feste Speise. 13 Denn jeder, der Milch zu sich nimmt, ist unbewandert im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein Unmündiger.

 

Die „elementaren Dinge der heiligen Aussprüche Gottes“ stehen im Zusammenhang mit dem GESETZ, das Gott Israel zu Beginn seines Handelns mit der Nation gab!

 

Das „Weggehen“, von dem Johannes spricht betrifft nicht ein physisches Getrenntsein von der Versammlung sondern das Hinwenden zur Lüge, anstelle der von den Aposteln verkündeten Wahrheit! Somit könnte der Text des Johannes auch genau das Umgekehrte bezeichnen, die Abtrünnigen sind zu verlassen, weil sie Gottes Wort verdrehten! Die Warnung und der Auftrag des Paulus an Christen lauten:

 

*** Rbi8  2. Korinther 6:16-18 ***

16 Und welche Übereinkunft besteht zwischen Gottes Tempel und Götzen? Denn wir sind ein Tempel eines lebendigen Gottes, so wie Gott gesagt hat: „Ich werde unter ihnen wohnen und unter [ihnen] wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.“ 17 „ ,Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab‘, spricht Jehova, ‚und hört auf, das Unreine anzurühren‘ “; „ ,und ich will euch aufnehmen.‘ “ 18 „ ,Und ich werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein‘, spricht Jehova, der Allmächtige.“

 

Jede Form von Lüge und geduldeter Ungerechtigkeit ist Unreinheit! Absonderung bedingt, dass jene, welche die Wahrheit und Gottes Gerechtigkeit erkennen können und daran festhalten sich zu neuen, zu unabhängigen Gruppen und Versammlungen zusammenfinden sollen! Gott selbst nimmt solche auf und Jesus heisst sie im „Königreich des Sohnes“ willkommen!

 

Der Abfall von reiner Lehre und Ungesetzlichkeit waren es, was die „letzte Stunde“ ausmachte. Das Aufstehen vieler Antichristen, Gründern von Sekten wie Hymenäus, Alexander und Philetus, der Nikolaus-Sekte die in der Katholischen Kirche ihren Höhepunkt durch Synkretismus fanden, der Verschmelzung verschiedenster Bräuche und Lehrmeinungen zur offiziellen Kirchen-„Wahrheit“.  Schlussendlich nach der Reformation zerfielen Protestanten in Tausende von evangelischen Splittergruppen, die alle gegen gewisse Irrlehren ihrer Mutterkirche protestierten aber trotzdem viele davon dem Irrtum und der Lüge weiterhin treu blieben! Wir sollen Schafe in Jesu Hürde sein und ihm helfen Menschen dorthin zu führen. Dies ist nicht identisch mit irgendeiner Kirchenorganisation! Jesus selbst bringt „die anderen Schafe“ zu jener „kleinen Herde“ der Apostel, wenn er am Gerichtstag die Schafe von den Böcken trennt!

 

(Vergleiche: E-Book: Der falsche Prophet“; Anhang V; Gründe für die Verwendung der „Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift“)

1.3.9         Alle abtrünnigen Religionen unter ein und demselben Gerichtsurteil

 

Die Kapitel 17 und 18 der Offenbarung an Johannes, sind nur die göttliche Antwort auf das, was Moses im GESETZ betreffend jener Stadt niederschrieb, die einem Abtrünnigen nachfolgt! Dies ist mit der Erklärung des Johannes und seiner Ankündigung von Antichristen vollkommen im Einklang!  Jeder, der Jesus in irgendeinem Punkt seiner deutlichen Aussagen widerspricht, macht sich zu einem Antichristen!

 

Gottes Gerichtsurteil an „Babylon der Grossen“ wurde bereits im ersten Jahrhundert veröffentlicht. Es war gegen den damals aufkommende Sektarismus gerichtet, der Verwirrung oder „Babel“ bedeutet, wo Gott ursprünglich die Sprache der Menschen verwirrte, so dass keiner auf den anderen mehr hörte! Der Ursprung liegt in der Kombination der Wörter „bab“ (Tor) und „ilu“ (Gott). Nimrod, der Gründer Babels hatte sich zum ersten Menschen gemacht, der sich nach der Sintflut als Gott hinstellte im Widerstand gegen Jehova! Die kommende vollständige Zerstörung des endzeitlichen Babels oder Babylons ist angesagt. Niemals mehr wird es im kommenden System eine stadtgleiche Religionsorganisation geben!

 

*** Rbi8  Offenbarung 18:21 ***

Und ein starker Engel hob einen Stein auf gleich einem großen Mühlstein und schleuderte ihn ins Meer, indem er sprach: „So wird Babylon, die große Stadt, mit Schwung hinabgeschleudert werden, und sie wird nie wieder gefunden werden.

 

Jesus selbst ist jener „starke Engel“, der als Richter Jehovas und Urteilsvollstrecker dem göttlichen Recht Nachachtung verschafft und Babylons Untergang verursacht (Rö 2:3-10).

 

*** Rbi8  Johannes 5:22-23 ***

22 Denn der Vater richtet überhaupt niemand, sondern er hat das gesamte Gericht dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, so wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

 

Das Gericht liegt somit in Jesu Händen. Jeder Mensch, vorab jeder Christ ist für sich selbst verantwortlich zu überprüfen, wem er Glauben schenkt und wem er blind nachfolgt. Die Grundlage für das kommende Gericht ist nicht das, was Religionsgründer gesagt haben, sondern sind Jesu Worte:

 

*** Rbi8  Johannes 12:48-50 ***

48 Wer mich mißachtet und meine Reden nicht annimmt, der hat einen, der ihn richtet. Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag; 49 denn ich habe nicht aus eigenem Antrieb geredet, sondern der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat mir ein Gebot in bezug auf das gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. 50 Auch weiß ich, daß sein Gebot ewiges Leben bedeutet. Daher rede ich die Dinge, die ich rede, so wie der Vater [sie] mir gesagt hat.“

 

Wir sind gefordert Jesu Fussstapfen genau nachzufolgen! Dazu müssen wir exakt erkennen, was Jesus wirklich gesagt hat, dies im Zusammenhang mit alle früheren Worten Jehovas, die er als Gottes Engel und Jehovas Wortführer durch die Propheten verkündigen liess!

 

U.M. Schmid sollte dies in den Folgejahren gründlich für sich selbst tun und seine Forschungsergebnisse beharrlich aufzeichnen.

1.3.10      Die Logik der Zusammenhänge bringt die Lüge ans Licht

 

Lukas war jener Evangelist, der die Aufzeichnungen durch Logik gestaltete und Paulus war es, der die Querverbindungen göttlicher Aussagen erläutert. Beide sollten U.M. Schmid bei seiner Nachprüfung religiöser Dogmen wertvolle Richtlinien geben.

 

*** Rbi8  Lukas 1:1-4 ***

1 Da es viele unternommen haben, eine Darlegung der unter uns völlig beglaubigten Tatsachen zusammenzustellen, 2 so wie sie uns die überlieferten, die von Anfang an Augenzeugen und Diener der Botschaft wurden, 3 beschloß auch ich, weil ich allen Dingen von Anbeginn genau nachgegangen bin, sie dir, vortrefflichster Theophilus, in logischer Reihenfolge zu schreiben, 4 damit du die Gewißheit der Dinge völlig erkennst, über die du mündlich belehrt worden bist.

 

Was Lukas an Theophilus (bedeutet, von „Gott Geliebter“) schreibt, das schreibt er an jeden von uns! Wir werden von Gott geliebt, wenn wir Jesu Gebote halten!

 

*** Rbi8  Johannes 14:21 ***

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden, und ich will ihn lieben und mich ihm deutlich zeigen.“

 

Jeder von uns muss ein Theophilus [bedeutet: Von Gott geliebt; Freund Gottes] werden! Wir müssen uns selbst mit Jesu Geboten vertraut machen um die Abweichungen von Kirchenverordnungen und deren Gesetzen von Gottes GESETZ erkennen zu können!

 

Lukas, der völlig beglaubigten Tatsachen mit Konsequenz nachging, war in der Lage diese andern Menschen die nach Wahrheit suchten darzulegen! Er gehörte nicht zu den zwölf Aposteln. Nicht nur Theophilus war nun in der Lage die Zusammenhänge besser zu erkennen, auch wir heute sind es. Insofern wurde Lukas für U.M. Schmid zu einem wichtigen Vorbild: Ziel wurde es, „die Gewissheit der Dinge völlig zu erkennen“, auch jene, über die er nicht mündlich belehrt worden war, sondern alle, welche die Bibel nennt und dadurch falsche Zusammenhänge als solche zu erkennen und sie als falsch, als zusammenhanglos zu deklarieren!

 

Voran aber war es Jesus selbst der das Beispiel gab, der alle schwer verständlichen Aussagen durch Veranschaulichungen darlegte! Komplexe Zusammenhänge mussten somit durch Bilder verständlich gemacht werden, damit sie verstanden werden konnten!

 

Jesus war es, der seinen Aposteln die Zeichen der Endzeit erläuterte und sie damit in den Zeitrahmen einband, den Daniel der Prophet bereits sechs Jahrhunderte zuvor aufzeichnen musste (Da Kap. 12).

 

Dies sollte das Ziel dieser Forschung und der Aufzeichnungen sein, schwer verständliche Zusammenhänge mittels Grafiken zu veranschaulichen und ein Gesamtbild biblischer Aussagen zusammenzustellen, deren Teilbilder wie ein grosses Puzzle mit absoluter Präzision ineinander passen!

 

(Vergleiche: E-Book: Gesamtbild der Bibel;  Gesamtbild; Teilbilder)

 

 

   Der Hintergrund zur Arbeit bildete nicht Hass oder Rachegefühle, sondern echte Liebe zu all jenen, die voller Aufrichtigkeit und Gottesfurcht (genauso wie U.M. Schmid selbst) ohne es zu bemerken Menschen nachfolgen. Kirchenführer, welche scheinbar Licht verbreiten, die aber ihrerseits selbst die grundlegenden Zusammenhänge nicht verstanden haben und Anhänger um sich sammeln.

 

   Denselben Umstand beklagte bereits Petrus, der selbst eingestand, dass die Schriften des Paulus oft „schwer zu verstehen“ seien! Er warnt aber, dass „Ungelehrte und Unbefestigte“, was auch Universitätsabgänger durchaus einschliesst, schon zu Beginn des Christentums die Schriften des Paulus wie auch des Alten Testaments verdrehten und damit Vernichtung über sich bringen!

 

*** Rbi8  2. Petrus 3:15-16 ***

Betrachtet ferner die Geduld unseres Herrn als Rettung, so wie euch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit ebenfalls schrieb, 16 indem er von diesen Dingen redete, wie er das auch in all [seinen] Briefen tut. Darin sind jedoch einige Dinge schwer zu verstehen, die die Ungelehrten und Unbefestigten verdrehen, wie [sie es] auch, zu ihrer eigenen Vernichtung, mit den übrigen Schriften [tun].

 

   Dabei ist nicht darum herumzukommen Religionsführer zu denunzieren, deren Aussagen, wo sie geschickt Wahrheit mit Unwahrheit verbinden, dass es oft wahrlich übermenschliche Anstrengung bedeutet, den Klüngel aus Irrtum und Lüge mit einem einzigen Schlag zu durchtrennen!

 

   Wie Paulus die falschen Apostel und falschen Propheten Hymenäus, Alexander und Philetus öffentlich denunzierte, galt es nun, moderne und antike falsche Propheten mit Rang und Namen zu nennen. Jesus stellte die Nikolaus-Sekte als hassenswert in den Vordergrund, als Muster jeder Form des Sektarismus

 

 

War es aber wirklich Lüge oder bloss Irrtum im Falle der Lehren von Jehovas Zeugen, welche so klar den logischen Rahmen biblischer Vorhersagen sprengten?

 

Viele Zweifel nagten zu Beginn an U.M. Schmids Loyalitätsdenken. Enge und gute langjährige Freunde waren plötzlich skeptisch und wurden ängstlich. Alles, das auch nur den Geruch von Zweifeln an sich hat ist jenen suspekt. Ein deutlicher Hinweis wirklich alles vollkommen von Grund auf neu zu untersuchen. “Ein Einzelner kann doch nicht etwas herausfinden, was eine Weltzentrale mit über sechstausend Bibelforschern nicht schon gefunden hätte?“, mutmassten jene Freunde. Loyalität gegenüber dem geschriebenen Wort der Bibel oder Loyalität zu einer Organisation? Dies war nun die wirkliche Frage!

1.3.11      Irrtum oder bewusste Täuschung?

 

Worauf war der Irrtum mit dem Jahre 1914 zurückzuführen, der U.M. Schmid immer klarer ins Bewusstsein drang? Erst mit der Zeit tauchte die berechtigte Frage auf, ob es wirklich Irrtum oder gar bewusste Täuschung sei? Die Fakten begannen jedoch für sich selbst zu sprechen.

 

Wie aber konnte U.M. Schmid selbst eine offensichtliche Täuschung so lange verborgen geblieben sein, zudem bei redlichem Bemühen seit Beginn seiner Studien die Wahrheit wirklich zu erkennen?

 

 

   Wie sich herausstellen sollte, hatte sich bei Jehovas Zeugen im Verlauf von Jahrzehnten ein perfektes, harmonisches System herausgebildet, wo ursprünglicher Irrtum zu institutionalisierter, perfektionierter Lüge geworden war: Der „offiziellen Wahrheit“, an der niemand zu zweifeln wagte! 

 

   Die Frage lautete bereits sehr früh für U.M. Schmid: Kann dies wirklich Gottes Königreich sein, wie dies lautstark propagiert wird?  Ist dies etwa ein Königreich das von Menschen zur Unzeit aufgerichtet wurde? Gottes Königreich kann es nur dann sein, wenn es frei von lügenhaften Lehren ist, wenn Gottes Gerechtigkeit im Vordergrund steht und die Aussagen mit biblischem Kontext zum jeweiligen Thema in vollkommenem Einklang stehen! Lehre und Werke müssen im Einklang sein!

 

   Aus einem anfänglichen Irrtum Russells zum Krönungsjahr Jesu, 1914 und wahrscheinlich ehrlichen, guten Absichten, entstand erst unter dem zweiten Präsidenten, J.F. Rutherford eine der wohl am besten durchorganisierten Sekten, eine Mutation des Protestantismus und dennoch in vielem eine vollkommen identisches Abbild der Katholischen Kirche.

 

   Dabei liegt ihre grosse Anziehungskraft auf ehrliche Menschen bei deren herausragenden Fähigkeit, alle ihrer Aussagen mittels Schriftstellen scheinbar zu beweisen, selbst solche, welche gemäss biblischem Kontext offensichtlich das Gegenteil aussagen.

 

 

Trotzdem ist Russell vor allen anderen Glaubensgründern ein hohes Plus darin zuzubilligen, dass er wie die ursprünglichen protestantischen Glaubensväter mit vielen falschen Lehren mutig aufräumte, sowohl im Katholizismus, wie nun auch im Protestantismus. Er nahm dabei kein Blatt vor den Mund, wenn es um Aufdecken von Fehlern ging. Er war es, der die Höllenlehre als absurd kennzeichnete, der Dreieinigkeitslehre den Kampf ansagte, die Lehre der Auferstehung aller guten Menschen im Himmel zwar nicht eliminierte, aber auf ein Mindestmass reduzierte. Dabei fehlte es ihm dort an Exaktheit, ansonsten er die wahre Aussage bestimmt ebenfalls hätte erkennen können! Sein grösster Fehler aber lag darin, die Kalkulierbarkeit des Endes durch Berechnung zu propagieren, was er von Miller und den Adventisten kopiert hatte!

1.3.12      Wurde Gottes Königreich im Jahre 1914 aufgerichtet?

 

escanear0001Zuerst verkündigte Russell zusammen mit N.H. Barbour das kommende „Ende der Zeiten der Nationen“ mit dem Jahre 1874, als das Ende von Daniels 1335 prophetischen Tagen, die als Jahre ausgelegt wurden.

 

Zehn Jahre später, im Jahr 1884 gründete Russell die ZION’S WATCHTOWER TRACT SOCIETY Inc., die er als nicht kommerzielle Aktiengesellschaft gesetzlich eintragen liess. Das war 40 Jahre nach dem Jahr, das Miller als das von Jesu Wiederkehr verkündet hatte: Diese Rückkehr Jesu war zuvor mit dem 22. Oktober 1844 festgelegt worden.

 

Schon zuvor war das Jahr 1874 als mutmassliches Datum für Jesu Wiederkehr im „Herold of the Morning“ durch den Adventisten deklariert worden. Als nichts eintrat wurde jenes Datum von Russell erneut um weitere 40 Jahre hinausgeschoben, diesmal auf den Oktober des Jahres 1914. Auch dann fanden die neuerlich erwarteten Ereignisse nicht statt! Dagegen aber hielt man nun an der Aussage fest, Jesus sei an jenem 2.Oktober 1914 im Geiste zurückgekehrt, um das „Königreich der Himmel“ auf der Erde aufzurichten. Russell und seine Anhänger wären die Auserwählten, verkündete man.

 

Dadurch entstand vor allem nach 1914 ein Missbrauch dessen, was Jesus zu verkünden in Auftrag gab: Das bitten, um das Kommen von Gottes Königreich. Es entstanden beständig weitere Folgelügen, Gottes Königreich wäre in jenem Jahr 1914, respektive 1918 errichtet worden, welche jedes klare Verständnis der wahren Zusammenhänge vernebeln mussten! Dieses Uminterpretieren geschah bereits unter Richter J.F. Rutherford, seinem Nachfolger an der Spitze der WATCHTOWER und ist nach mehreren weiteren Fehlschlägen mit Festlegen bestimmter Daten nicht abgebrochen worden. Darum trifft die Hauptschuld diesen weltlichen Anwalt und Richter Rutherford, der schon von Berufes wegen seine Pflicht der Wahrheit auf den Grund zu gehen nicht nachgekommen war!

 

 

   Als weltgrösster religiöser Druckereikonzern, die WARCHTOWER INC. und mittels des Missbrauchs des Sendeauftrages die gute Botschaft zu verkünden ist ein kleines Imperium, sozusagen ein eigener „Staat im Weltreich der falschen Religionen“ entstanden!

 

(Zu 1.3.12)  Vergleiche Grafik: 9.5  Wirkung des Sauerteigs in christlichen Organisationen)

 

   All diese Erkenntnisse sollten sich erst langsam, im Verlauf jahrelanger konsequenter Nachforschungen ergeben. Dabei ging es U.M. Schmid in erster Linie darum, die biblische Wahrheit wiederum aus irrigen Aussagen herauszuschälen und dann erst auch darum, die Lüge und ihren Ursprung offenzulegen. Diesen Ursprung galt es bestmöglich zu erklären und die Folgen der Lüge aufzuzeigen.

 

   Da Jehovas Zeugen aber andererseits auch viele Irrtümer der Katholischen Kirche gründlich beseitigt haben, gebührt ihr andererseits auch Lob und Dank! Beides kommt in den Büchern und Artikeln  nicht zu kurz: Lob wie Tadel!

 

 

Nur ein wirklich gutes Gesamtverständnis und Einsicht in die tieferen Zusammenhänge und der damit verbundenen gegenseitigen Abhängigkeit von Aussagen in der ganzen Heiligen Schrift konnte die Lügen ans Licht bringen!

 

(Zu 1.3.12)    Vergleiche Grafik: 1.4  Gesamtbild:  Die Logik der Zusammenhänge sehen)

1.3.13      Sich einen Schatz im Himmel aufhäufen

 

In diesen sechzehn Jahren regelmässigen Bibelstudiums, unzählbarer Stunden im Verkündigen der guten Botschaft an andere Menschen, Kontakten mit hochgebildeten Kennern der Bibel, mit denk- und redegewandten ehrlichgesinnten Personen, mit all dem wurde ein persönlicher Schatz an biblischem Wissen aufgehäuft. Das wirtschaftliche Denken früherer Jahre als Unternehmer wurde immer mehr in den Hintergrund gestellt. Schätze im Himmel sollten aufgehäuft werden.

 

*** Rbi8  Matthäus 6:19-21 ***

19 Hört auf, euch Schätze auf der Erde aufzuhäufen, wo Motte und Rost [sie] verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen. 20 Häuft euch vielmehr Schätze im Himmel auf, wo weder Motte noch Rost [sie] verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. 21 Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.

 

Dies alles sollte als Ausgangslage einer der wohl tiefsten und systematischen Erforschungen der Bibel zu einem ganz spezifischen Thema werden; Dem Thema: Prophezeiungen zur Endzeit.

 

Dieses Studium sollte Irrtum, wissentliche Täuschung und grobe, bis zu dummdreisten Lügen in grosser Menge zutage fördern! In den Mittelpunkt rückte immer mehr und geheimnisvoll „der falsche Prophet“, den Jesus in Harmagedon selbst vernichten wird. Wer sollte damit gemeint sein? Was waren die biblischen Hinweise, charakteristischen Handlungen, herausragenden Merkmale jenes falschen Propheten?

 

(Siehe Vorwort zum E-Book: „Der falsche Prophet“)

1.3.14      Zeugen an ranghoher Stelle: Auf welcher Seite sollten sie Stellung beziehen?

 

Einer der fünf in der Hierarchie von Jehovas Zeugen in Argentinien höchststehenden Verantwortlichen hatte den Fall der Anklage U.M. Schmids gegen einen der korrupten Ältesten im Detail mit verfolgt. Er hatte die schriftlichen Beweise gut studiert und hatte die Dokumente geprüft und die Machenschaften hautnah miterlebt, wie andere Älteste und Dienstamtgehilfen handelten, die als Richter und Zeugen fungierten.

 

Er war somit selbst Zeuge wie Mitälteste mit allen Mitteln die Wahrheit zu unterdrückten versuchten, damit der Skandal ja nicht ans Licht kommen konnte, vor allem nicht publik werde. Er hatte auch Kenntnis einiger anderer Fälle die zuvor schon zugedeckt worden waren, die ähnlich gelagert sind. Solche betrafen u.a. ihn selbst, Drittpersonen und U.M. Schmid, wo offensichtlich Druck ausgeübt wurde, damit die Wahrheit auch dort nicht ans Licht komme. Diese Fälle griffen bis in die oberste Etage von Jehovas Zeugen.

 

Sein denkwürdiger Ausspruch: „Dies ist eine wirkliche Mafia!“ sollte sich U.M. Schmid einprägen. Jahre später erinnerte sich jener Mitarbeiter allerdings nicht mehr seiner Worte, U.M. Schmid aber umso besser, um vielerlei Erfahrungen reicher!

 

Die Auseinandersetzung war noch nicht zum Höhepunkt gelangt! Jeder musste für sich selbst Stellung beziehen: Diesmal lautete die Frage: Auf der Seite von Wahrheit und Gerechtigkeit oder auf der Seite der Lüge, Korruption und einer „Mafia“ zu stehen?

 

Ansehen und Stellung sind in jeder grösseren Organisation unumgänglich, um Unterordnung zu erreichen. Jesus aber hatte vor den Folgen gewarnt und selbst jede Art Ehre von Menschen zurückgewiesen! Der wahre Glaube würde dadurch schon bald korrumpiert!

 

*** Rbi8  Johannes 5:44 ***

Wie könnt ihr glauben, wenn ihr voneinander Ehre annehmt und nicht die Ehre sucht, die vom alleinigen Gott kommt?

 

Der aus klarem Denken und offener Empörung heraus geäusserte Ausspruch jenes Funktionärs hatte bei U.M. Schmid eine Langzeitwirkung: Wie kann Vertrauen in eine Organisation gesetzt werden, welche mafiaähnliche Funktionäre in ihren Reihen duldet, obwohl sie an oberster Stelle Kenntnis davon hat?

 

Die Ehre von Gott ist wichtiger wie Ehre bei Menschen und diese hängt von eigener Wahrheitsliebe und Sinn für Gottes Gerechtigkeit ab. Für Wahrheit und Recht sollen wir uns einsetzen! Dadurch häufen wir uns wahre Schätze im Himmel auf, nicht durch Mitgliedschaft in irgendwelchen menschlichen Institutionen, die so oder so zum Verschwinden verurteilt sind. Gottes Königreich durch Jesus wird auf Menschen aufgebaut sein die nicht irgendwelchen Ersatzgöttern nacheifern, die nicht gesetzlos handeln und in deren Mund keine Unwahrheit gefunden wird! (Off 14:1-5)

 

(Zu 1.3.14)  Vergleiche Grafik: 6.4  Ende aller menschlichen Machtstrukturen)

 

Ein besseres System ist nur dadurch möglich, dass jeder von uns an seinem Platz dem Recht und der Wahrheit zum Durchbruch verhelfen. Dies ist mit Anstrengung und Verlust bis hin zu Verfolgung verbunden. Jesus lebte den Weg vor, die Apostel und Jünger des ersten Jahrhunderts folgten ihm, es ist der Weg den auch wir wählen sollten! Stephanus war ein früher Jünger, so wie jeder von uns ein Jünger Jesu sein sollte: Bereit bis zur Hingabe des Lebens, wenn es um Wahrheit und Recht geht! Was aber ist, wenn dabei wie im Falle des Stephanus die eigene Sicherheit in Gefahr gerät? Schweigen wir dann lieber oder handeln wir mutig, wie jener erste christliche Märtyrer?

 

*** Rbi8  Apostelgeschichte 7:51-54 ***

51 [Ihr] Halsstarrigen und an Herz und Ohren Unbeschnittenen, ständig widersteht ihr dem heiligen Geist; wie eure Vorväter getan haben, so tut ihr. 52 Welchen von den Propheten haben eure Vorväter nicht verfolgt? Ja, sie töteten die, die über das Kommen des Gerechten im voraus Ankündigung machten, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid, 53 ihr, die ihr das GESETZ empfingt, wie es von Engeln übermittelt wurde, es aber nicht gehalten habt.“

54 Als sie nun diese Dinge hörten, fühlten sie sich in ihrem Herzen zutiefst verletzt, und sie begannen mit den Zähnen gegen ihn zu knirschen.

 

Ja, die Wahrheit bringt jene in Rage, welche sie zu unterdrücken suchen. Wir müssen uns damit abzufinden wissen, dass wir weit mehr Gottes Anerkennung suchen und nicht weiter Teilhaber mit jenen sein wollen! Jesus warnte, dass uns dies den Hass jener zuziehen wird!

 

*** Rbi8  Johannes 15:18-19 ***

18 Wenn die Welt euch haßt, wißt ihr, daß sie mich gehaßt hat, bevor sie euch haßte. 19 Wenn ihr ein Teil der Welt wärt, so wäre der Welt das Ihrige lieb. Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt.

 

Jesus erwählt sich nur jene, die an Wahrheit und an Gottes Gerechtigkeit Freude finden!

 

Das Weltgeschehen während jener turbulenten Zeit um und nach 2001 sollte für U.M. Schmid unerwartet alles beschleunigen.

 

 

1.4    Ausgangspunkt und Beginn der Forschung nach Wahrheit aufgrund von Logik

1.4.1         Erschütterung der ganzen Welt als Wendepunkt?

 

http://www.granitegrok.com/pix/911TwinTowers.jpgAktuellen Anlass zum Beginn umfassenden Studien und einer umfangreichen Dokumentation zur Prophetie über die Endzeit gaben die Attentate auf die Twin-Towers in New York und auf das Pentagon am 11. September 2001. Der Schock über das am Fernsehen so nah miterlebte war auch bei U.M. Schmid sehr gross!

 

Am 12. September, bereits am folgenden Morgen nach den Attentaten um 09.00 fand in Bariloche, im Hause von U.M. Schmid eine denkwürdige Sitzung statt, wo sich zwei reife Älteste von Versammlungen von Jehovas Zeugen auf dessen Einladung hin mit ihm trafen, um sich zu beraten.

 

Die brennenden Fragen jener Sitzung lauteten: „Was bedeuten diese Dinge im Ablauf der Endzeit? Wo lauert die Gefahr für uns hier, am „Ende der Welt“? Es galt zu überlegen, welche unmittelbaren Massnahmen zum Schutz vor Kommendem für jene Personen getroffen werden sollten, für deren Wohlergehen sie sich verantwortlich fühlen?

 

Im Vordergrund stand dabei die Sorge um ältere Personen und weitere Personenkreise, für die persönliche Verantwortung als Mitchristen bestand.

 

image032Das Resultat der Sitzung wurde protokolliert und zeigte später, dass die ersten Ängste durchaus berechtigt waren und zu konkretem Handeln führen mussten. Eine weltweite Krise nahm ihren Anfang, welche Argentinien unerwartet hart noch im selben Jahr 2001 treffen sollte. Leergefegte Supermärkte und Geschäftsplünderungen gehörten bald schon zum Alltagsgeschehen! Offensichtlich war es ein Zeichen auf das geachtet werden musste, nur, wo war es im Strom der Zeit und göttlicher Prophezeiung einzuordnen?

 

*** Rbi8  Jeremia 8:7 ***

Sogar der Storch am Himmel — er kennt seine bestimmten Zeiten wohl; und die Turteltaube und der Mauersegler und die Drossel — sie halten die Zeit der Ankunft eines jeden gut ein. Was aber mein Volk betrifft, sie haben das Gericht Jehovas nicht erkannt.“ ‘

 

Die Gerichte Jehovas waren stets im vornherein bekannt, Gott warnte ausgiebig, gab Anhaltspunkte, damit das Volk mittels Reue und Umkehr das scheinbar unabwendbare abwenden würde. Gottes Volk Israel aber war stets verhärtet. Ninive dagegen, die Stadt des Blutvergiessens, sie kehrte auf die Ankündigung Jonas in bloss vierzig Tagen um. Sollte sich etwas Ähnliches in der Endzeit erneut ereignen? Der Prophet Amos sagt hierzu: (Jona 3:3, 4)

 

*** Rbi8  Amos 3:7-8 ***

7 Denn der Souveräne Herr Jehova wird kein Ding tun, es sei denn, er habe seine vertrauliche Sache seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart. 8 Da ist ein Löwe, der gebrüllt hat! Wer wird sich nicht fürchten? Der Souveräne Herr Jehova selbst hat geredet! Wer wird nicht prophezeien?‘

 

http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/cms/media/image/Argentinien.jpgKnapp drei Monate nach den Attentaten brach in Argentinien die tiefste Wirtschaftskrise aller Zeiten aus und es kam zu landesweiten inneren Unruhen. Das Land musste die internationale Zahlungsunfähigkeit erklären. Innert kurzer Frist starben täglich vier Kinder an Unterernährung, in einem der an Nahrungsmitteln reichsten Länder der Welt!

 

http://2.bp.blogspot.com/_mqNqxX0f9gU/SxL_5Epxj2I/AAAAAAAAL-o/-LQlCo8dXFc/s1600/CACEROLAZO.jpgAm 21. Dezember 2001, nur drei Monate darauf starben bei blutigen Unruhen in Buenos Aires mehrere Menschen. Hungrige und wütige Menschenmassen randalierten und fegten Supermärkte leer, griffen den Regierungspalast an und wurden durch hart eingreifende Polizei nur knapp im Zaun gehalten. Selbst im 1600 Kilometer entfernten Bariloche kam es zu Plünderungen.

 

Die Sitzung vom 12. September 2001 hatte wahrlich ihren Sinn gehabt! Die Zeichen standen auf Sturm und Vorbereiten war besser wie Heilen! Die Vorsteher aber beschlossen abzuwarten, welche Anweisungen von der Weltzentrale her kommen würden.

1.4.2         Bewusstwerden des Zeitpunktes

 

http://blogs.e-rockford.com/applesauce/files/2010/01/bin-laden.jpgDass ein absolut herausragendes geschichtliches Ereignis vor ihren Augen stattgefunden hatte, dies war jedem der drei Sitzungsteilnehmer vollkommen bewusst, ebenso, dass dieses Ereignis weitgehende und langfristige Folgen haben würde.

 

 Dass in Wirklichkeit die Religion (fundamentalistische Islamisten) Symbole der Weltmachtpolitik (das Pentagon) und der Wirtschaft (World Trade Center = Globalisation) angegriffen hatte, dies zeigten die Kommentare in Zeitungen  http://www.cogchaplains.com/images/pentagon.jpgund Fernsehen unübersehbar. Dies würde künftige Repression von  Politik und Wirtschaft gegen Religion zur Folge haben und einen Generalangriff auf internationaler Ebene gegen die Religionen zwar noch nicht unmittelbar rechtfertigen, aber doch immerhin die Grundlage dazu schaffen!

 

escanear0004Diese Dreiergruppe, Politik, Wirtschaft und Religion war jahrzehntelang durch das beständige Predigen der Mitglieder einer sehr aktiven, religiösen christlichen Splittergruppe vorgewarnt worden: Den schwelenden und aufkeimende Widerstand seitens der Religionen, ihr Drang selbst an die Spitze der Weltmacht vorzudringen war durch Dutzende von Wachtturm und Erwachet-Artikel bereits bestens vorbereitet worden: Es verkündeten vor allen anderen Jehovas Zeugen seit Jahrzehnten das kommende Ende der Religionen, das durch die Politik, vorab die UNO verursacht würde.

 

Sollten sie wirklich darin Recht behalten? Die Bibel spricht ja klar vom Ende der Religionen, wenn sie von „Babylons der Grossen“ spricht! Niemand proklamierte dieses kommende Ende über Jahrzehnte hinweg deutlicher, wie Jehovas Zeugen! Diese Attentate musste die offene Gegnerschaft der Politik herausfordern!

 

Als Gruppenführer im Zivilschutz seiner früheren Wohngemeinde in der Schweiz war U.M. Schmid darauf vorbereitet worden, dass es im Katastrophenfall besser sei vorzusorgen, wie später heilen zu wollen. Auch Jehovas Zeugen lehrten etwas Vergleichbares:

 

*** Rbi8  Sprüche 22:3 ***

Klug ist der, der das Unglück gesehen hat und sich dann verbirgt, die Unerfahrenen aber sind weitergegangen und müssen die Strafe erleiden.

 

Jesus sprach deutlich von einer „grossen Drangsal“, deren Beginn mit einem bestimmten Ereignis in Verbindung erkannt werden könne, das eine Flucht an einem bestimmten Tag notwendig macht.

 

*** Rbi8  Matthäus 24:20-21 ***

20 Betet unablässig, daß eure Flucht nicht zur Winterzeit erfolge noch am Sabbattag; 21 denn dann wird große Drangsal sein, wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird.

 

Die eine Frage stand für jene drei Männer die sich am 12. September 2001 versammelt hatten im Vordergrund: Hat dieses Ereignis etwas mit jener biblischer Prophetie zu tun?“ Wenn ja, mit welchem Teil? Was sollte die Reaktion sein und wo war mehr Aufschluss zum Thema zu finden?

 

Jehovas Zeugen reden seit 1880 vom herannahenden Ende des Systems und sind dafür bekannt, die Schriften hiernach zu analysieren. Alle drei Teilnehmer dieser Gesprächsrunde waren sich vollkommen einig, dass das Ereignis nicht Zusammenhangslos innerhalb der Endzeit wäre, sondern einen festen Platz einnehmen würde: Aber welchen? Lag der Ruf: „Frieden und Sicherheit“, wie die Wachtturm-Organisation betont wirklich noch in der Zukunft oder war er vielleicht bereits erfolgt und man hatte zu wenig darauf geachtet? 

1.4.3         Wahre oder falsche Propheten vom Ende des Systems?

 

escanear0002Während die zwei anderen Teilnehmer sich entschieden abwarten zu wollen, was die Organisation dazu schreiben würde, traf U.M. Schmid den Entscheid 100_2362noch intensivere eigene Forschungen aufnehmen. Zuallererst durchforschte er sämtliche ihm zugängliche Literatur der Zeugen Jehovas nach Informationen, die konzentriert auf CD abrufbar ist. Dutzenden von Artikel und Kapiteln zum Thema wurden systematisch gesammelt, ausgedruckt und analysiert.

 

Stets gab es zwei wichtige Hinweise: 1.) Der Ruf „Frieden und Sicherheit“ muss vorab erfolgen und 2.) Unmittelbar darauf muss der Angriff auf die Religionen erfolgen. Waren dies die einzigen und wichtigsten Anhaltspunkte, gab es nicht noch weitere?

 

Immer klarer zeichnete sich für U.M. Schmid die Frage ab: „Welches ist die biblische vorgegebene Reihenfolge der vorhergesagten Ereignisse, gibt es eine Logik der gefolgt werden kann?“ Gab es weitere chronologische Informationen, welche ein deutlicheres Bild, mit mehr Details ergeben würden?

 

U.M. Schmid liess auch seine Beziehungen zu Mitarbeitern der Weltzentrale spielen, um herauszufinden, ob irgendwelche aktuellere Informationen vorhanden wären. Dabei erfuhr er, dass mehrere Zeugen Jehovas bei den Attentaten den Tod gefunden hatten, etwas, das erst mehr als ein halbes Jahr später publik wurde.

 

100_2360Ein hoher Besucher in „Las Golondrinas“, der kurz zuvor von einer Sitzung des geschäftsführendes Ausschusses der WATCHTOWER aus New York zurückgekehrt war, zeigte die Ratlosigkeit die dort nach den Attentaten herrschte. Er brachte die taufrische Information von höchster Seite her, dass Brüder erdenweit forschen sollten. Er gab selbst U.M. Schmid nützliche Hinweise und ermunterte seine eigene Forschungsarbeit zu intensivieren, erstaunt über die damals bereits existierenden ersten Grafiken zur Endzeit.

 

Die Richtlinie der Watchtower lautet ansonsten, in nichts der Gesellschaft vorauszueilen, sondern stets geduldig abzuwarten, bis die Aussagen von der Weltzentrale her an einem Kongress, in einem Wachtturm oder Erwachet-Artikel kommen würden.

 

Was aber schreibt der Apostel Johannes am Ende des ersten Jahrhunderts diesbezüglich?

 

*** Rbi8  2. Johannes 9 ***

Jeder, der vorausdrängt und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht. Wer in dieser Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn.

 

Die Richtlinie von Johannes an Christen des ersten Jahrhunderts war jedoch klar und deutlich in eine andere Richtung gelegt: In der Lehre der Apostel und vor allem jener Jesu zu verbleiben. Darin sollte man nicht vorausdrängen! Die berechtigte Frage kam auf: War die Leitung der WATCHTOWER diesen Dingen eventuell gar selbst vorausgeeilt und hatte über Jahrzehnte seit 1914 falsches prophezeit, zum falschen Zeitpunkt ein imaginäres Königreich errichtet? Immer mehr Indizien zeigten in diese Richtung! U.M. Schmid fühlte immer mehr, dass er selbst in mehrfacher Hinsicht von jener Führungselite in die Irre geführt worden war!

 

Unterdessen aber waren es zu viele unbeantwortete Fragen und begründete Zweifel, die immer mehr nach klaren, eindeutigen Antworten heischten. Das Nachforschen und Ordnen der Fakten zum Thema Endzeit in der Literatur der WATCHTOWER hatten mehr Fragen als Antworten zurückgelassen!

 

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Offensichtliche Unkenntnis und chronologisches Chaos von Seiten jener, denen er zuvor volles Vertrauen geschenkt hatte kamen langsam zum Vorschein! Alle Daten wurden systematisch in eine Datenbank aufgenommen, die bisher publizierte Chronologie der Gesellschaft berücksichtigend. Dies zeigte deutlich, dass dort keine innere Logik vorhanden war, im Gegenteil, jene gar allzu offensichtlich den Hunderten von Endzeitprophezeiungen der Schrift und jener dort fest vorgegebener Ablauflogik widersprachen! Als langjähriger Systemanalyst war sein Auge auf solche Details gut geschult!

 

WachtowerSeit 1914 erstmals und seither wiederholt war das unmittelbar bevorstehende Ende proklamiert worden! Nie war es anhand der Zeitzeichen als Erfüllung der Vorhersagen vorausgesagt worden, sondern stets wurden Zeitzeichen erst später als Begründung der eigenen Lehre zur Beweisführung und Entschuldigung herangezogen; man wäre etwas voreilig gewesen.

 

Was aber war von einem Warner zu halten, der sich schon oft geirrt hatte aber immer darauf bestand Gottes Führung unter heiligem Geist zu unterliegen? Irrte sich Gott und sein heiliger Geist etwa? Wussten Gott und der Heilige Geist das Datum nicht oder sollte genau dies weiterhin ein Geheimnis bleiben, unmöglich es im Voraus zu berechnen? Die Aussagen von Jesus zum Thema rückten immer mehr in den Mittelpunkt:

 

*** Rbi8  Matthäus 24:36 ***

Von jenem Tag und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater.

 

Scheinbar bestätigt diese Aussage Jesu die persönliche damalige Angst von U.M. Schmid, einem  Ereignis gegenüber zu stehen, dessen Anfang und Ende unbekannt sind. Die beginnenden systematischen Forschungen von Schmid zeigten aber schon bald, dass die Bibel absolut konkrete Hinweise liefert und auch die einzelnen Zeitphasen mit Exaktheit bekanntgibt. Der Gerichtstag bleibt allein in des Vaters Hand, keine kurzfristige Umkehr jener sollte möglich sein, die darauf spekulierten, während alle anderen Eckpunkte durch deutliche Signale markiert würden. Warum hatten die anderen dies nicht auch erkennen können?

 

Es hatte etwas mit der Endzeit selbst zu tun! Erst während jener Zeit sollte der Sinn die Zusammenhänge erfassen können! (Da 12:9, 10)

 

*** Rbi8  Daniel 12:4 ***

Und was dich betrifft, o Daniel, halte die Worte geheim, und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden umherstreifen, und die [wahre] Erkenntnis wird überströmend werden.“

 

1914 war eindeutig noch nicht der Zeitpunkt der „Zeit des Endes“ gekommen und wahres Verständnis war noch nicht möglich gewesen! Jene „Zeit des Endes“ stand in Beziehung zu den sieben Trompeten, den sieben Schalen mit Plagen und den drei Wehe über die Erde! So zeigt es der Vergleich mit Johannes und der Offenbarung!

 

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1.4.4         Statt abwarten eigenes Forschen

 

Die beiden Ältesten wandten sich nach dem 12. September 2001 bald schon wieder ihren täglichen Aufgaben zu. U.M. Schmid dagegen begann eine tägliche, oft mehr als zehn Stunden umfassende ausgedehnte, systematische Forschungsarbeit, welche sich in den folgenden Monaten und Jahren ständig erweiterte und intensivierte.

 

Tausende Stunden an konsequenter Forschung sollten schon bald ihre ersten Früchte bringen. Die Resultate wurden regelmässig mit anderen Bibelforschern aus den Reihen von Jehovas Zeugen diskutiert und offensichtlich, zumindest zu Beginn, auch sehr begrüsst.

 

Nach dem Verkauf der letzten seiner Unternehmungen in der Schweiz in den neunziger Jahren, stand U.M. Schmid die notwendige Zeit und die Mittel zur Verfügung, um unabhängig von Fremdfinanzierung die Forschung aufzunehmen, von Anfang ohne auf die Unterstützung Aussenstehender angewiesen zu sein. Dadurch wurde die Unabhängigkeit von einer bestimmten vorgegebenen Lehrmeinung weitgehend gewahrt. Die anfängliche Beeinflussung durch die Literatur von Jehovas Zeugen wurde mit jeder Erkenntnis von Fehlern verringert, bis sie nur noch vergleichenden Charakter hatte und sich meist nur noch auf deren Bibel, die „NEUE WELT ÜBERSETZUNG“ und das Bibellexikon „Einsichten über die Heilige Schrift“ beschränkte.

 

Die vorhandene grosse Bibliothek an religiöser Literatur lieferte jedoch die Grundlage dazu, um die Aussagen der WATCHTOWER mit biblischer Aussage und Logik zu vergleichen. Das oft von Jesus und von Paulus angewendete System wurde dabei kopiert, einen aktuellen Irrtum aufzugreifen, um anhand biblischer Beweisführung die Wahrheit und das korrekte Verhalten zu Tage zu fördern. Das brachte natürlich unangenehme Folgen mit sich, zuerst für Jesus, dann sowohl für Paulus wie nun auch für U.M. Schmid. Welche der Versammlungen des ersten Jahrhunderts und welche Religionsgruppe der Endzeit lässt es schon gerne zu, dass die eigenen Mitglieder oder gar Aussenstehende Irrtum und grobe Fehler ans Licht fördern? Jede verlangt von ihren Glaubensanhängern absolute Treue zur Religion, selbst wenn dies über Bibeltreue und damit verbunden Treue zu Gott und Christus hinausgeht!

 

Für Paulus hatte dies zur Folge, dass der ganze Bezirk Asien von ihm abfiel. Er schrieb dies seinem getreuen Timotheus im zweiten Brief. Auch für U.M. Schmid sollten schwere Zeiten kommen. Würde dies seine Arbeit behindern oder gar beenden?

 

*** Rbi8  2. Timotheus 1:15 ***

Das weißt du, daß sich im [Bezirk] Asien alle von mir abgewandt haben. Phygelus und Hermogenes gehören zu ihnen.

 

100_2363 Da in der Literatur von Jehovas Zeugen gleichzeitig auch fast alle übrigen wichtigen Religionsgemeinschaften beschrieben sind, darin zudem deren Glaubensansichten erläutert werden, konnte manch nützlicher Hinweis daraus gezogen werden. Die Suche nach Wahrheit aber brachte bald schon gravierende Denkfehler der obersten Leitung von Jehovas Zeugen zu Tage. Da wurden unter anderem auch andere dafür hart gerügt, weil sie nicht demselben Irrtum folgten, dem Jehovas Zeugen selbst inzwischen verfallen waren! Es galt jeden Artikel und jede Aussage künftig sorgfältig mit der wahren biblischen Aussage innerhalb des Gesamtbildes das die Schrift selbst liefert zu vergleichen! Jeder Art von Zweifel musste nun systematisch nachgegangen werden.

 

Es kam zu Tage, dass andere Religionsgruppen und solche Männer und Frauen, die von der Gesellschaft als „Abtrünnige“ deklariert wurden zu bestimmten Themen durchaus die Wahrheit erkannt hatten. Mittels Verwirrung durch geschickte Textmanipulation wurden sie nun als diejenigen dargestellt, welche im Irrtum und in Lüge verharren. Da waren offensichtlich „falsche Zeugen“ am Werk!

 

*** Rbi8  Psalm 27:12 ***

Übergib mich nicht der Seele meiner Widersacher;

Denn falsche Zeugen sind gegen mich aufgestanden

Und er, der Gewalttat schnaubt.

 

http://images.gadmin.ch/85037/images/Disentis_691_a.jpgDie katholische Vergangenheit von U.M. Schmid, das Internat in der Klosterschule, seine Suche  während Jahren bei mehreren Glaubensgruppen nach der Wahrheit und die jahrelange harte Ausbildung durch Jehovas Zeugen und Eigenstudium hatten ein gewisses Fundament an Bibelerkenntnis gelegt. War das Fundament aber inzwischen standfest, auf Fels oder auf Sand gelegt, um darauf ein eigenes Lehrgebäude stabil aufzubauen?

 

*** Rbi8  Matthäus 7:24-27 ***

24 Jeder nun, der diese meine Worte hört und danach handelt, wird mit einem verständigen Mann verglichen, der sein Haus auf den Felsen baute. 25 Und der Regen strömte hernieder, und die Fluten kamen, und die Winde wehten und schlugen gegen jenes Haus, aber es stürzte nicht ein, denn es war auf den Felsen gegründet worden. 26 Ferner wird jeder, der diese meine Worte hört und nicht danach handelt, mit einem törichten Mann verglichen, der sein Haus auf den Sand baute. 27 Und der Regen strömte hernieder, und die Fluten kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus, und es stürzte ein, und sein Zusammensturz war groß.“

 

Das Lehrgebäude der Zeugen Jehovas war durch törichte Männer deutlich auf Sand des Irrtums und der Lüge errichtet worden! Es ist nur eine Frage der Zeit bis es einstürzen muss! Der Fels auf dem das „Haus der Weisheit“ aufbauen muss sind dagegen die Worte Jesu, die auf der Wahrheit Gottes aufbauen!

 

Das Ziel war inzwischen deutlich definiert worden: Ein klares Verständnis aller biblischen Vorhersagen zur Endzeit zu erlangen und deren wechselseitige Abhängigkeiten verstehen zu lernen. Jede Art Irrtum oder Lüge zum Thema war als solche zu identifizieren und aus den eigenen Gedanken zu entfernen und durch wahre Fakten und Zusammenhänge zu ersetzen.

 

100_2364 Andere Erforscher der Bibel, an wahrer Erkenntnis Interessierte, sollten daraus künftig den Nutzen ziehen können. Dazu musste von Anfang an alles schriftlich festgehalten werden. Spätere Nachprüfung würden Lücken und Denkfehler zutage fördern. Eine immer umfangreichere Bibliothek an Artikeln und eigenen Büchern, ständig neue Grafiken und Zeitbände waren die Folge!

1.4.5         Wenn Forschungsresultate nicht mit der Ansicht der Mehrheit übereinstimmen

 

Jeder Forscher, der neue Resultate zu alten Problemen erkennt versucht mit Recht diese innerhalb der Forschergemeinde der er angehört zur Diskussion zu stellen. Es geht dabei nicht unmittelbar darum anerkannt zu werden, es geht vielmehr darum, einen Prozess auszulösen, damit die erzielten Resultate schlussendlich untersucht und von neutralem Standpunkt her bewertet werden.

 

escanear0006 Innerhalb der Katholischen Kirche war über Jahrhunderte weg so etwas unvorstellbar und man verblieb dadurch im dunklen Mittelalter. Da man darauf beharrte unfehlbar zu sein und zu allen Themen bereits Antworten existierten, waren tiefere Erkenntnisse nahezu ausgeschlossen oder aber auf einzelne Individuen beschränkt. Gegen das Tabu zu verstossen konnte sehr harte Konsequenzen mit sich bringen. Diese Erfahrung musste der Schweizer Theologe Hans Küng machen, der das Thema der Unfehlbarkeit der Päpste genauer untersuchte.

 

Erst mit dem Protestantismus und der wissenschaftlichen Befreiung aus den alles beherrschenden Klauen der Kirche, zur Zeit der Aufklärung, ab dem sechzehnten Jahrhundert wurde das Forschen auf allen Gebieten etwas Wünschenswertes. Die kritische Vernunft des zielgerichteten Forschenden gewann an Wert! Kant benannte es: Mit Hilfe der Vernunft Ausgang aus seiner selbstverschuldeter Unmündigkeit zu finden! Jesus drückte es mit einfachen Worten aus:

 

*** Rbi8  Johannes 8:31-32 ***

Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“

 

Jesu wirkliche Jünger zu sein hatte nichts mit Religionszugehörigkeit zu tun, sondern mit dem Festhalten an seinem Wort der Wahrheit! Das Resultat wäre Befreiung aus religiöser Abhängigkeit!

 

Jehovas Zeugen nehmen dieses Recht der Religionsfreiheit sehr gerne für sich selbst in Anspruch, um ihre eigenen religiösen Ansichten zu äussern. Wie aber würden sie sich nun gegen die ersten Forschungsergebnisse ihres eigenen Glaubensangehörigen U.M. Schmid verhalten? Würden sie die Informationen nehmen und sie überprüfen oder deswegen, weil sie mit der vorgegebenen Lehrmeinung auf Konfliktkurs standen, ablehnen?

 

Jehovas Zeugen gelten in Glaubensfragen als äusserst selbstbewusst.

 

 

   Dieses unabhängige Vorwärtsstreben, mittels analytischen Forschens, musste somit  fast automatisch den Zorn der eigenen Religionsgruppe heraufbeschwören. Dort waren einige ehrlichgesinnte Menschen der Meinung, dass schon alles erforscht wäre und die „Wahrheit“ als absolute Grösse so dastand, so wie man es selbst bisher erkennen konnte. Alles aber das noch unbekannt war, dies sollte seitens Gottes schon zum richtigen Zeitpunkt offenbart werden: Abwarten lautete die Devise. Der einzige Kommunikationskanal, um zu Wahrheit zu gelangen, muss über die „Gesalbten“ innerhalb der Gesellschaft erfolgen.

 

   Alles dagegen, was von der „offiziellen Wahrheit“ abwich, dies war die „persönliche Wahrheit“ jener Person. Dadurch musste automatisch die Frage jedes aufrichtigen Prüfers auftauchen: „Ist die ‚offizielle Wahrheit’ auch wirklich in jedem Einzelfall die objektive Wahrheit?“

 

 

Dies war alles für U. Martin Schmid nur ein Ansporn noch genauer zu forschen und die eigenen Proklamationen immer erneut nochmals auf Fehler hin wieder und wieder zu untersuchen. Die Resultate des Forschens aber erwiesen sich schlussendlich zu genau, zu exakt wie Puzzleteile zueinander zu passen, als dass eine Täuschung im wesentlichen Teil der Aussage möglich gewesen wäre:

 

 

   Beginnend mit der von Jehovas Zeugen behaupteten so genannten Krönungsdatum Jesu und Jesu „geistiger“ Rückkehr zur Erde am 2. Oktober 1914, als sich dies als eindeutigen Irrtum zu entlarven begann, da entstand ein innerer Kampf, um die Wahrheit zum Thema wirklich zu erfassen: Dieses Datum konnte unmöglich als und Beginn der Endzeit stimmen! Jeder Irrtum darin seitens U.M. Schmid blieb ausgeschlossen. Diese Lehre war nicht Bibelkonform und hatte für ihn zu jenem Zeitpunkt ungeahnte Folgen! Sie widerspricht allen prophetischen Angaben betreffend Ablauf der Ereignisse und den zeitlich vorgegebenen Phasen! Der grundlegendste Fehler zu wahrer Erkenntnis war damit beseitigt! Der Menschenfurcht folgte Gottesfurcht!

 

   Darauf sollte Schlag auf Schlag weiterer Irrtum auf Irrtum, Lüge auf Lüge als solche identifiziert werden. Wie ein langes Rechenexempel, das in der ersten Zeile einen Fehler aufweist, wo folgerichtig  jedes spätere Teilresultat falsch sein muss! Die wahre Erkenntnis der Zusammenhänge tat sich ständig weiter auf, wie wenn ein Schleier vor den Augen weggezogen würde. Die Wahrheit ist wesentlich einfacher, wie der komplexe Berg von rechtfertigendem Irrtum und Lügen!

 

 

Das Lehrgebäude von Jehovas Zeugen, das sich ursprünglich als stabil zeigte, fiel im Sturm der unerbittlichen Forschungsarbeit für U.M. Schmid in sich zusammen. Es war eindeutig auf den Sand von Lügen gebaut worden!

 

(Vergleiche Grafik:  1.3  Haus der Weisheit)

 

 

   Bald stellte sich heraus, dass Jehovas Zeugen und ihre „Gesalbten“ genauso strikt an ihren selbst gesetzten Dogmen der „Unfehlbarkeit“ festhalten, wie der Vatikan am Unfehlbarkeitsdogma des Papstes und damit der unantastbaren Macht der Kurie, um das alleinige Recht kämpfend, zwischen Wahrheit und Unwahrheit zu entscheiden.

 

   Weitere Frage wurden immer brennender: „Wo begann religiöse Engstirnigkeit und wo endet Glaubensfreiheit? Wo beginnt Sektarismus und wo endet Religion in religiösem Fanatismus?“

 

 

Wenn die Bibel die Wahrheit beinhaltet, dies ist die laut proklamierte Glaubensansicht von Jehovas Zeugen, dann kann und muss jede Glaubensansicht ihrer Mitglieder auch aufgrund biblischer Aussagen hin überprüfbar sein! Wo ein Abweichen feststellbar ist, muss der schriftlichen Aussage Gottes und dessen vertrauten Vertretern, den Propheten, den Aposteln und vor allem Jesu Wort der Vorrang eingeräumt werden. Die Lösung des Konflikts abweichender christlicher Lehrmeinungen harrt seit zweitausend Jahren ausschliesslich auf dieser Ebene! Jesus betete zu seinem Gott und Vater zu Gunsten der Apostel: (Gal 1:6-10)

 

*** Rbi8  Johannes 17:17 ***

Heilige sie durch die Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.

 

Wer die Auseinandersetzung scheut ist es, der sich auf ein eigenes Dogma beruft, wer seiner Sache aufgrund biblischer Wahrheit sicher ist, lässt auch Zweifel anderer zu oder hört sich zumindest deren Argumente an, um sie zu überdenken!

 

Genau das erwartet jeder Zeuge Jehovas, wenn er anderen an der Türe predigt, an die er zuvor gepocht hat. Von seinem Gegenüber erhofft er, dass jemand seine Argumente zuhört und darüber nachsinnt! Niemand hatte jene Zeugen gebeten zu kommen, er steht vor der Türe und derjenige der öffnet muss unerwartet seinen Glauben verteidigen oder eben aufgrund besserer Argumente in Zweifel ziehen!

 

Warum bloss galt dies plötzlich nur für Dritte und nicht auch in den eigenen Reihen? Jesus wich solchen Fragen nicht aus, sondern beantworte sie: „Es steht geschrieben ...“.

1.4.6         Kann man Wahrheit wie einen Dauerparkplatz für sich allein pachten?

 

Jede Religionsgruppe nimmt für sich in Anspruch, die „Wahrheit“ zu besitzen. Wahrheit ist ein öffentliches Gut, das verteidigt werden muss! Da diese jeweilige „Wahrheiten“ offensichtlich voneinander abweichen, sollte durch diesen Umstand allein nicht die Aussage der Bibel in Zweifel gezogen werden. Viel eher muss die Seriosität jener angezweifelt werden, welche sich aufgrund ihrer Macht auf ihre persönlichen Interpretationen aufgrund von Ignoranz berufen und die ihre „Wahrheit“ durch stärkere Proselytenmacherei zu verbreiten wissen!

 

 

   Sollte es U.M. Schmid möglich sein, diese Barriere, diese Schallgrenze der religiösen Ignoranz zu durchstossen? Einer gegen alle?

 

   Der katholische Theologe Professor Dr. Hans Küng stellte vor Jahren dem Papst die einfache Frage: „Fehlbar? in Form eines Buches. Die Unfehlbarkeit in Frage zu stellen bedeutete ein Sakrileg zu brechen und brachte Hans Küng auch viele Feinde in den eigenen Reihen ein. Galt es für ihn aber nicht die Wahrheit höher zu bewerten, wie persönliche Vorteile zu geniessen oder das Erleiden von Ungemach, des Verlustes einer Anstellung an einer Katholischen Institution in Kauf zu nehmen?

 

   Denkende Menschen innerhalb der Kirche nahmen Küngs Gedankenanstoss auf und überprüften seine biblisch fundierten Argumente. Der Papst und die Kurie verloren diese Schlacht und viel von ihrem bisherigen Ansehen, weil lügenhafte Aussagen zum Thema Unfehlbarkeit allzu offensichtlich wurden. Die Repression des Vatikans gegen Professor Küng, der Verstoss von seinem Lehrstuhl brachten der Kirche Unehre, Küng aber Ansehen und weltweite Bestätigung.

 

   Auch Urs Martin Schmid und seiner kleinen, aktiven Gruppe von Bibelforschern blieb schlussendlich kein anderer Weg offen, als öffentlich zu werden. Die zunehmenden Erkenntnisse über gravierende Fehler in der Lehre der Religionen allgemein, spezifisch jener von Jehovas Zeugen und der Katholischen Kirche musste einen breiteren Kreis geöffnet werden. Das wissentliche Zudecken von dummdreisten Lügen darf nicht weiter ignoriert werden.

 

Hier ging es nicht um eine theologische Auseinandersetzung, um Worte, sondern um Grundsätzliches: Für wie dumm dürfen Gläubige verkauft werden?

 

(Vergleiche:  E-Book: Der falsche Prophet“; Anhang V: „Die Wahrheit?“, offener Brief an die Leitung von Jehovas Zeugen)

 

 

Wenn  Wahrheit durch ihr Übereinstimmen mit Tatsachen überprüft wird und ihre Übereinstimmung feststeht, erst dann wird sie zur absoluten, unveränderlichen Grösse!

 

*** Rbi8  1. Thessalonicher 5:20-22 ***

20 Behandelt prophetische Äußerungen nicht mit Verachtung. 21 Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist. 22 Von jeder Art Bosheit haltet euch fern.

 

Nur geprüfte Wahrheit ist vortrefflich! Die Gruppe um U.M. Schmid bemühte sich schon bald, ihre Forschungsergebnisse bekannt zu machen. Zuallererst bei den direkt Verantwortlichen. Diese zeigten sich aber uninteressiert. Für sie gab es von vornherein nur die „offizielle Wahrheit“. Im Gefolge wurde der innerkirchliche Druck auf jedes einzelne Glied der Gruppe vom Establishment der Führung ständig vergrössert.

 

Die direkte, offene Forderung an U.M. Schmid tauchte auf, abzuschwören und das gesamte Material zu verbrennen. Ganz offensichtlich hatte man den Finger in eine offene Wunde bei der Organisation gelegt, die bereits schmerzte. Da brauchte nicht erst untersucht zu werden, man „wusste“ es bereits, andere hatten die Fehler auch schon reklamiert! Einige innerhalb der Gruppe gehorchten und vernichteten die Grafik „Zeitband Ablaufschema ‚Harmagedons Endgericht’“, welche die Lüge um 1914 so offensichtlich werden lässt. Der Konzern „Watchtower“ begann seinen Anspruch zu verteidigen, der einzige Kanal für jegliche Information für Jehovas Zeugen zu sein. Stimmt sein Anspruch aber auch mit biblischer Aussage überein?

 

(Zu 1.4.6)  Vergleiche Grafik: 9.2  Jehovas Kommunikationskanal)

 

 

   Statt den Dialog zu suchen und der Wahrheit Vorrang zu geben, waren die Oberen der Organisation von Jehovas Zeugen überzeugt, dass sie immer Recht haben. Die „offizielle Wahrheit“ kann sich nicht irren! Der Standpunkt lautet unverkennbar: „Die Mehrheit kann sich nicht täuschen!“. „Wenn aber ein Irrtum vorliegt, dann wird Jehova durch Jesus diesen bereinigen“, so lautet die Ansicht. Auch darin missdeuten Jehovas Zeugen die Schriften. Die Wahrheit wurde durch Jesus verkündet, sie ist aufgezeichnet, wir brauchen nur zu vergleichen! (Mat 23:33-36, 39)

 

*** Rbi8  Jeremia 17:9-10 ***

9 Das Herz ist verräterischer als sonst irgendetwas und ist heillos. Wer kann es kennen? 10 Ich, Jehova, erforsche das Herz, prüfe die Nieren, ja um einem jeden zu geben gemäß seinen Wegen, gemäß dem Fruchtertrag seiner Handlungen.

 

   Die Trennung von der Organisation war scheinbar unausweichlich geworden, Urs Martin Schmid war nicht dazu zu bewegen einfach abzuschwören! Man versuchte das Thema zu meiden, wo immer es ging, um ja kein Aufsehen zu erregen. (Mat 26:3-5)

 

   Jemand sollte das scheinbar Unvermeidliche ausführen, das ganze musste im Keime erstickt werden. Man wartete nur noch auf die Gelegenheit, wo sich ein Grund zum Kirchenausschluss ergeben würde. Johannes berichtet von einem Geheilten, den die Vorsteher zwingen wollten nicht weiter über Jesus Zeugnis abzulegen. Als man auch noch dessen Eltern unter Druck setzte antworteten jene:

 

*** Rbi8  Johannes 9:21-23 ***

Er ist volljährig. Er soll für sich selbst reden.“ 22 Dies sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten, denn die Juden waren bereits übereingekommen, daß, wenn ihn jemand als Christus bekenne, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden solle. 23 Deswegen sagten seine Eltern: „Er ist volljährig. Befragt ihn.“

 

   Schon im ersten Jahrhundert gab es Vorbilder, die einen ähnlichen Hintergrund hatten. Jesus hatte frühzeitig darauf gewiesen, dass wer die Wahrheit höher stellt wie Lehren von Menschen mit Verfolgung zu rechnen habe und aus der Synagoge – Versammlung –  ausgeschlossen würde. Er selbst sollte das wichtigste Vorbild sein, man zerrte ihn schon ganz zu Beginn seiner Predigttätigkeit in seiner Heimatgemeinde Nazareth, als er dort zu lehren begann auf einen Felsvorsprung, um ihn kopfüber hinabzustürzen. „Er aber schritt mitten durch sie hindurch und ging seines Weges“ (Mat 4:14-30).

 

   Trotz Verfolgung und Ungemach sollten Christen ihre Feinde lieben. Sie rächen sich nicht selbst. Die Vergeltung liegt bei Jehova, er ist ein Gott der Gerechtigkeit und der unteilbaren Wahrheit (Mat 5:44, 45; 23:34, 35; Lu 21:12; Joh 9:22).

 

   Was die jüdischen Führer in Nazareth zu Beginn nicht schafften, das vollendeten die Oberpriester und der Sanhedrin am Ende der von Jehova festgelegten Zeit von dreieinhalb Jahren! Es war ein lange vorbereiteter und geplanter Mord! (Da 9:26, 27)

 

*** Rbi8  Matthäus 26:3-5 ***

3 Dann versammelten sich die Oberpriester und die älteren Männer des Volkes im Hof des Hohepriesters, der Kaiphas hieß, 4 und beratschlagten miteinander, um Jesus durch einen listigen Anschlag zu ergreifen und ihn zu töten. 5 Sie sagten jedoch wiederholt: „Nicht beim Fest, damit unter dem Volk kein Aufruhr entstehe.“

 

   Das Beharren auf überprüfbarer Wahrheit, die mit der Bibel im Einklang steht und das Festhalten an gerechten Normen wurde Urs Martin Schmid übel genommen. Er blieb aber seinem zu Beginn schon geäusserten Grundsatz treu: „Wenn ich die erste Lüge entdecke, steige ich aus!

 

 

Wie sollte U.M. Schmid, trotz eines drohenden Ausschlusses, weiter vorgehen, wo er Kenntnis von schwerwiegender Übertretung seitens gewisser Ältester hatte? Jesus selbst hatte das Verfahren eingesetzt, wo zwei Christen eine schwerwiegende Auseinandersetzung miteinander hätten. Zuerst sollten sie miteinander reden, dann sollten sie die Angelegenheit mit Zeugen vor die Ältesten der Versammlung tragen, dort müsste ein Entscheid gefällt werden. Jesus erwähnt keine weitere, höhere Instanz (Mat 18:15-17).

 

 

1.5    Wahrheit und Gerechtigkeit, um jeden Preis

1.5.1         Bereit die Wahrheit vor dem „Papst“ zu verteidigen

U.M. Schmid bot trotz der Anfeindungen weiterhin den Ältesten, dann dem Kreis- und dem Bezirksaufseher als Vertretern der Watchtower an, die Angelegenheit direkt in New York, in der Weltzentrale auf eigenes Risiko und eigene Kosten vorzutragen., da dies scheinbar weit über ihre Kompetenz und gar über ihr Verständnis hinauszugehen schien, Die fragliche Grafik zur Endzeit, mit den entsprechender Beschreibung, würde er dort direkt vorlegen und das jenen persönlich erklären, was er herausgefunden hatte. Diese Vertreter der Watchtower sollten lediglich den Weg dazu ebnen. U.M. Schmid war fest davon überzeugt, dass die Liebe zur Wahrheit den Sieg davon tragen müsste, dies umso mehr bei Menschen, die angeblich Jehova lieben, sein Vertrauen geniessen und ihn auf der Erde zu vertreten beanspruchen. Sollte sich Martin in einigen Punkten geirrt haben, war dies eine Frage der Richtigstellung.

 

Zu jener Zeit wurde der Film über Bruno Giordanos Verurteilung vor dem Inquisitionsgericht in  Rom im Kabelnetz ausgestrahlt. Ein Freund zeichnete diesen Film für U.M. Schmid auf, nachdem andere Zeugen Jehovas darin Parallelen zu seinem eigenen Fall sahen. Der Film zeigt sehr viele Ähnlichkeiten der beiden Kirchenorganisationen, der Katholische Kirche und Jehovas Zeugen und deren heuchlerischem Verhalten gegenüber Wahrheit und Gerechtigkeit und Verfolgung Andersdenkender.

 

http://www.nodo50.org/ciencia_popular/fotos/bruno.jpgBruno Giordano endete 607 u.Z. auf dem Scheiterhaufen, seine Lehren aber haben die Inquisition überlebt! Die meisten davon haben sich als wirkliche Wahrheit erwiesen, andere seiner Lehren gingen in die richtige Richtung, ohne dass Giordano zur absolut genauen Erkenntnis gelangte. Das Gerichtsverfahren um Bruno Giordano war vom Anfang bis zum Ende eine Farce und eine Demonstration der römischen Zentralmacht!

 

Ganz offensichtlich regierte bereits Angst all jene, welche zuvor mit Interesse die Forschung U.M. Schmids verfolgt hatten. Die Möglichkeit durch Höherstehende mit „Abtrünnigkeit“ auch nur in Verbindung gebracht zu werden, versetzte sie in Schrecken. Jedem, der mit Abtrünnigkeit von der Lehre von Jehovas Zeugen in Verbindung gebracht wird droht unmittelbarer Ausschluss. Leichter und scheinbar besser war es, innerhalb der Masse mit zu schwimmen und mit den Wölfen gemeinsam zu heulen! „Nur kein Risiko eingehen!“ lautete deren Devise, „Jehova wird schon alles zu einer Zeit regeln“, mögen deren Gedanken gewesen sein.

 

Sie vergassen, dass Jehova stets individuelle Initiative für das, was Recht, Gerecht und Wahr ist unterstützt! Während er die Stimme des Gerechten hört, verschliesst er sein Ohr vor den Feiglingen und Unsauberen. Jehovas Standpunkt ist einfach und klar (Ps 17:1, 6-9; Spr 1:22-27).

 

*** Rbi8  Sprüche 1:28-33 ***

28 Zu jener Zeit werden sie mich ständig rufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich unablässig suchen, aber sie werden mich nicht finden, 29 darum, daß sie Erkenntnis gehaßt und die Furcht Jehovas nicht erwählt haben. 30 Sie haben meinen Rat nicht angenommen; sie haben all meine Zurechtweisung mißachtet. 31 Somit werden sie von der Frucht ihres Weges essen, und sie werden sich von ihren eigenen Ratschlägen sättigen bis zum Überdruß. 32 Denn die Abtrünnigkeit der Unerfahrenen ist das, was sie töten wird, und die Sorglosigkeit der Unvernünftigen ist das, was sie vernichten wird. 33 Was den betrifft, der auf mich hört, er wird in Sicherheit weilen und nicht beunruhigt sein wegen des Unglücks Schrecken.“

 

Auf Jehova zu hören bedeutet sein Wort anzunehmen und dessen Sinn zu hinterfragen. Wer den Willen ausführt der geniesst seine Anerkennung, nicht wer bloss ein Hörer des Wortes ist!

 

Die deutliche Drohung des Wachtturms, dass wer ausserhalb der Organisation Jehovas sei schon von Jehova gerichtet wäre und dieser in Harmagedon vernichtet würde, diese sass offensichtlich bei jenen Personen die zurückwichen ebenso tief, wie die Drohung der Katholischen Kirche in die Hölle zu kommen bei deren treuesten Anhängern.

 

Die Lehre der Organisation lautet klar und deutlich: Nur Jehovas Zeugen, innerhalb der Organisation mit Jehovas Namen, hätten mit Gottes Wohlwollen zu rechnen.

1.5.2         Abtrünnigkeit von wem oder von was: Wem ist schlussendlich mehr Treue zu erweisen?

 

Nun, U.M. Schmid war bereit, es darauf ankommen zu lassen, wem letztendlich die Treue gebührt! Zu viele komplexe Schriftstellen hatte er inzwischen gelesen, sie im Kontext verglichen und sie klar im Gesamtzusammenhang verstanden. Diese bewiesen deutlich das Gegenteil dessen, an dem man dort in New York festzuhalten versucht: Nur wer sich zu Wahrheit und Gerechtigkeit bekennt und daran festhält, der solle gerettet werden. Nicht Zugehörigkeit zu einer Religion gibt Befreiung, sondern im Gegenteil, das Teilhaben an Plagen! Jesajas Warnung ist auf den kommenden Gerichtstag gemünzt:

 

*** Rbi8  Jesaja 17:7-11 ***

7 An jenem Tag wird der Erdenmensch zu dem, der ihn gemacht hat, aufschauen, und seine Augen, sie werden den Blick auf den Heiligen Israels selbst richten. 8 Und er wird nicht zu den Altären, dem Werk seiner Hände, hinschauen; und auf das, was seine Finger gemacht haben, wird er den Blick nicht richten, weder auf die heiligen Pfähle noch auf die Räucherwerkständer. 9 An jenem Tag werden seine Festungsstädte gleich einem gänzlich im Waldland verlassenen Ort werden, auch der Zweig, den sie wegen der Söhne Israels gänzlich verlassen haben; und es soll eine wüste Einöde werden. 10 Denn du hast den Gott deiner Rettung vergessen; und des FELSENS deiner Festung hast du nicht gedacht. Darum pflanzt du liebliche Pflanzungen, und mit dem Schößling eines Fremden besetzt du sie. 11 Am Tag magst du deine Pflanzung sorgfältig umzäunen, und am Morgen magst du deine Saat sprossen lassen, [aber] die Ernte wird gewiß fliehen am Tag der Krankheit und [des] unheilbaren Schmerzes.

 

Hier ist die Rede vom Untergang „Babylons der Grossen“, eingeschlossen all die christlichen Religionen mit ihren Ritualhandlungen. Als Schösslinge im Wurzelstamm Israels haben sie sich über den Stamm erhoben und Gott selbst wird sie abhauen und verdorren lassen! Der Tag der Ernte, der Tag des Gerichts hat sich genaht!

 

Rettung lag beim fleischlichen Israel alleine bei Jehova und nun beim geistigen Israel kommt sie durch Jesus. Menschen dagegen würden vollkommen unfähig sein irgendeinen anderen Menschen am Gerichtstag zu befreien (Ps 18:3; 119:117; Spr 28:18; Jes 30:15).

 

*** Rbi8  2. Thessalonicher 2:13 ***

Wir aber sind verpflichtet, Gott allezeit für euch, von Jehova geliebte Brüder, zu danken, weil Gott euch von Anfang an zur Rettung erwählte, indem er euch mit Geist und durch euren Glauben an die Wahrheit heiligte

 

Gottes heiliger Geist, der zu jeden von uns aus der Schrift spricht, wo die Wahrheit über Gott und seinen Christus uns unterweist wurde bis zum letzten der Bücher durch fleischliche Israeliten aufgezeichnet! Zuflucht ist zu Jehova und zu seinem Sohn zu nehmen, nicht zu einer von Menschen geschaffenen Organisation!

 

*** Rbi8  Psalm 18:1-2 ***

Jehova ist meine Felsenkluft und meine Feste und der für mein Entrinnen Sorgende.

Mein Gott ist mein Fels; ich werde zu ihm Zuflucht nehmen,

Mein Schild und mein Horn der Rettung, meine sichere Höhe.

 

Christus ist der einzige Mensch, in dessen Hand Gott Rettung für uns gelegt hat, weil er keines der Gebote Gottes übertrat! Kein anderer Mensch kann am Gerichtstag einen anderen retten, da nur Jesu Blut uns von Sünden reinigt!

 

*** Rbi8  Psalm 60:11 ***

Leiste uns doch Hilfe aus Bedrängnis,

Da Rettung durch den Erdenmenschen wertlos ist.

        

Jehova anzubeten schliesst ein, sein Wort zu hören und danach zu handeln! Der von Jehova verheissene Retter, der Messias stammt aus den Juden! Er vertritt das Staatswesen Israels und dessen GESETZE die Jehova ihm gab!

 

*** Rbi8  Johannes 4:22 ***

Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn die Rettung ist aus den Juden.

 

Das fleischliche Israel hat den Messias zurückgewiesen, obwohl mit ihnen die Bündnisse Gottes geschlossen wurden und Gott ihnen die Gebote durch seinen Engel übermittelt hatte! Jesus stammt dem Fleische nach aus Juda ab, ihm gehören die Verheissungen und der „neue Bund“! Paulus war bereit um seine fleischlichen Brüder zu retten selbst erneut zum Fluch zu werden und für sie den Tod zu erleiden.

 

*** Rbi8  Römer 9:3-5 ***

3 Denn ich wünschte, daß ich selbst als Verfluchter von dem Christus getrennt würde zugunsten meiner Brüder, meiner Verwandten nach dem Fleische, 4 die als solche Israeliten sind, denen die Annahme an Sohnes Statt gehört und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung und der heilige Dienst und die Verheißungen; 5 denen die Vorväter angehören und von denen der Christus dem Fleische nach [abstammt]: Gott, der über allen ist, [sei] gesegnet immerdar. Amen.

 

Wenn wir fest am „neuen Bund“ festhalten erwerben wir Rettung durch Christus! Israel aber, das diesen Bund verworfen hat wurde in jener Generation von Gott verworfen und unterliegt weiter dem Zorn Gottes! Rettung erwerben wir durch die Taufe in den „neuen Bund“ und das Halten der Gebote des Christus durch Glauben!

 

*** Rbi8  1. Thessalonicher 5:7-9 ***

 8 Was aber uns betrifft, die dem Tag angehören, laßt uns besonnen bleiben, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung; 9 denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erwerben der Rettung durch unseren Herrn Jesus Christus.

 

Nicht Rettung durch eine Religion ist angekündigt, sondern durch festen Glauben in Christus! Unsere Auserwählung aus der Welt erreichen wir durch Hingabe in der Taufe und durch das Festhalten an unseren Retter Jesus! Er bleibt mit uns in seiner Liebe, wenn wir seine Gebote halten.

 

*** Rbi8  2. Timotheus 2:10 ***

Deshalb werde ich weiterhin alle Dinge um der Auserwählten willen erdulden, damit auch sie die Rettung erlangen mögen, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus samt ewiger Herrlichkeit [zu finden] ist.

 

Die genaue Kenntnis der Heiligen Schriften bedeutet: Die Hebräischen Schriften einschliesslich ihre Verknüpfung zu den griechischen Schriften zu kennen und zu verstehen!

 

*** Rbi8  2. Timotheus 3:14-15 ***

14 Du aber, bleibe bei den Dingen, die du gelernt hast und zu glauben überzeugt worden bist, da du weißt, von welchen Personen du sie gelernt hast, 15 und da du von frühester Kindheit an die heiligen Schriften gekannt hast, die dich weise zu machen vermögen zur Rettung durch den Glauben in Verbindung mit Christus Jesus.

 

Nur der Glaube in Verbindung zu Christus rettet. Dies ist unabhängig von einer Kirche, wiewohl jede etwas anderes behaupten mag um ihr Dasein zu rechtfertigen! Die Schriften machen uns weise, weil sie uns über Jehovas Vorsatz in Verbindung mit Christus unterweisen!

 

War U.M. Schmid wirklich auf dem Weg ein „Abtrünniger“ zu sein? „Abtrünnig von was oder abtrünnig von wem?“, diese Fragen stellten sich diese Brüder wohl kaum, die seinen Ausschluss suchten. Dieselben Ältesten hatten ihr eigenes unkorrektes Verhalten offen gezeigt, als sie parteiisch einen Mitältesten schützten, der offensichtlich ein Dieb war und sie mussten dieses ihr eigenes Verhalten nun selbst decken. Sie spielten ihre ganze Macht als Älteste und ihr Ansehen aus, für das „Wohlergehen“ der Organisation einzustehen, unbesehen darauf, dass dadurch in Wirklichkeit Unehre aufgehäuft wurde.

 

*** Rbi8  Sprüche 10:6-7 ***

6 Segnungen sind für das Haupt des Gerechten, aber was den Mund der Bösen betrifft, er deckt Gewalttat zu. 7 Die Erinnerung an den Gerechten ist zum Segen, der Name der Bösen aber wird verwesen.

 

U.M. Schmid war offensichtlich nicht so leicht dazu zu bewegen ihr Spiel mitzuspielen, weder durch Drohung, Druck noch durch Verführung; er war und blieb eine Gefahr für sie, wenn er sein Wissen preisgab. Dass er alles daran setzte, selbst frei von Korruption zu sein, das hatte er auch schon bei früheren Gelegenheiten mutig gezeigt! (Da 6:4)

 

Viele Menschen innerhalb der Organisation sahen in U.M. Schmid einen loyalen und aufrechten Christen auf den Verlass war. Sehr vielen hatte er bisher persönlich geholfen und das Ansehen der IMG_0162 (Medium)Organisation gemehrt. Wenn Gefahr im Anzug war, dann war er es, den man gerne zu Rate zog.  Wie  würde die oberste Führungsschicht von Jehovas Zeugen in der Bethel Buenos Aires nun reagieren, wo Entscheide gefällt werden mussten? Sie alle kannten U.M. Schmid persönlich, wussten um seine Sorgen, hatten seine Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft kennen gelernt. Keine Freundschaftsdienste wurden erwartet, sondern lediglich, dass jeder an seinem Posten die von ihm durch Jehovas Wort erwartete Arbeit leiste!

 

Da jedoch wie nun erstmals offensichtlich wurde die Organisation als Gesamtes Vorrang hat, somit immer Recht behält, musste schnell gehandelt werden. Die von U.M. Schmid betreffend innerer Rechtsunsicherheit und vermeintlicher Wahrhaftigkeit aufgeworfen Fragen waren dazu geneigt, die ganze Struktur zu erschüttern! Bevor das Thema bis nach New York gelangen könnte und vielleicht gar interne Untersuchungen auslösen würde, musste es bereinigt werden! Auf die altgewohnte Art und Weise: Indem man es unter den Teppich kehrt!

1.5.3         Die Wahrheit wird ans Licht kommen

 

Ein Ausschluss aus den Reihen von Jehovas Zeugen bedeutet für den Betroffenen vollkommenen Bann! Der Ausgeschlossene verliert jegliches Recht auf Anhörung! Kein Mitglied der Versammlung, nein, überhaupt keiner der über sechs Millionen Zeugen ist angehalten mehr mit jenem zu sprechen. Es gibt keine Begrüssung, jeder Zeuge kehrt auf der Strasse den Blick weg oder wechselt gar die Strassenseite! Wer die Pest hat oder HIV-positiv ist, der ist wohl wesentlich besser daran und geniesst mehr Erbarmen!

 

*** Rbi8  Matthäus 5:46-48 ***

46 Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe? 47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen ebenso? 48 Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

 

Zur Vollkommenheit gehört somit weit mehr als anderen den Gruss zu verweigern, weil jemand solches befiehlt! Bis zu jenem Zeitpunkt hatte selbst U.M. Schmid nicht an der Richtigkeit dieser Handlungsweise gezweifelt und sie selbst praktiziert. Nun erst sollte er auch diese Dinge im Verlauf der Forschungsarbeit nach der Wahrheit besser hinterfragen. Was war der Sinn wirklich hinter Worten die Johannes in seinem 2.Brief geäussert hatte, wo er befiehlt andere nicht zu begrüssen noch mit einem solchen zu essen, wenn doch Jesu Worte etwas vollkommen anderes bezeugen?

 

*** Rbi8  2. Johannes 9-11 ***

9 Jeder, der vorausdrängt und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht. Wer in dieser Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. 10 Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn niemals in euer Haus auf, noch entbietet ihm einen Gruß. 11 Denn wer ihm einen Gruß entbietet, hat an seinen bösen Werken teil.

 

Es zeigte sich bald, dass wie in anderen Fällen Texte aus ihrem Umfeld herausgelöst wurden, um etwas zu behaupten und scheinbar zu beweisen, was in Wirklichkeit nicht dort steht! Es geht bei der Aussage des Johannes klar und deutlich um Abweichungen von der Lehre der Apostel! Es ist dasselbe, wovor Paulus im Brief an die Galater gewarnt hat:

 

*** Rbi8  Galater 1:8-9 ***

8 Aber selbst wenn wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als gute Botschaft verkündigen sollte außer dem, was wir euch als gute Botschaft verkündigt haben, er sei verflucht. 9 Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wer immer euch als gute Botschaft etwas verkündigt außer dem, was ihr angenommen habt, er sei verflucht.

 

Wir dürfen keinen Anteil haben mit Menschen, welche die gute Botschaft verändern, weil jeder, der solches tut sich erneut dem Fluch aussetzt!

 

Die Organisation und Älteste hatten mit solchen Anweisungen seitens ihrer „Gesalbten“ die stärkste aller Waffen in den Händen: Den vollkommenen Gruppenzwang und die letzte Entscheidung in der Frage über Leben und Tod einer unbeliebten Person!

 

Der Versammlungsausschluss schien die eleganteste und beste Lösung zu sein, um U.M. Schmid den Mund vollkommen zu verbieten. Da man weiter auf dem Jahr 1914 beharrt, „Firmenpolitik“ steht weit über Wahrheit und göttlichem Recht, war U.M. Schmid leicht der Stempel eines „Abtrünnigen“ aufzudrücken. Was sollte dieser auch schon gegen die Macht eines weltweiten Druckereiimperiums alleine ausrichten?

 

U.M. Schmid aber hatte die Worte des Petrus und der anderen Apostel im Sinn. Auch jenen war schon zu Beginn der Verkündigung der guten Botschaft von ihren religiösen Gegnern verboten worden über den Christus und dessen wahre Stellung vor Gott zu reden:

 

*** Rbi8  Apostelgeschichte 5:27-32 ***

Und der Hohepriester befragte sie 28 und sprach: „Wir haben euch ausdrücklich befohlen, nicht mehr weiter aufgrund dieses Namens zu lehren, und dennoch, seht, ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt, und ihr seid entschlossen, das Blut dieses Menschen über uns zu bringen.“ 29 Als Antwort sagten Petrus und die [anderen] Apostel: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen. 30 Der Gott unserer Vorväter hat Jesus auferweckt, den ihr ums Leben gebracht habt, indem ihr ihn an einen Stamm hängtet. 31 Diesen hat Gott als Hauptvermittler und Retter zu seiner Rechten erhöht, um Israel [Gelegenheit zur] Reue und Vergebung der Sünden zu geben. 32 Und wir sind Zeugen dieser Dinge, und desgleichen ist es der heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm als [dem] Herrscher gehorchen.“

 

Das Blut jenes Menschen kommt über all jene, die leichtfertig jenes vergossene Blut zurückweisen. An jener Stelle sind Jehovas Zeugen weit vorne, da sie es ablehnen am Passah an jenen Symbolen Anteil zu haben und auch sonst viele der biblischen Lehren in ihr Gegenteil verkehrt haben! Wer Umkehr und Reue verwirft, nachdem er deutlich auf Fehler hingewiesen wurde verwirkt sein Recht auf Leben!

 

U.M. Schmid aber gab dieselbe Antwort wie die Apostel gegenüber ihren Richtern: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen.“ Heiliger Geist besitzen nur jene, die wirklich auf Gott hören und dessen Gebote ernst nehmen! Jehovas Zeugen aber lehnen das ganze GESETZ ab!

 

Aber Halt! Der Ausschluss wegen Abtrünnigkeit hatte einen Hacken! Viele innerhalb der Versammlung und bis hin im Kreisgebiet würden sich die Frage stellen: „Worin war Martin den wirklich abtrünnig? Könnte es nicht etwa sein, dass er Recht hat? Ist nicht er einer der fleissigsten im Studieren und Hinterfragen und stellte nicht er öfters auch unangenehme Fragen, die aber zur Sache korrekt sind? Hatte Martin nicht weit mehr Studien als die meisten anderen?“

1.5.4         Andere Anklagegründe und Zeugen der Anklage gesucht!

 

Die Ältesten mussten einen anderen Anklagegrund finden! Drei Zigaretten reichen für einen Ausschluss, da gab es viele andere Punkte, wo Martin leicht beschuldigt werden konnte! Er unterwarf sich beispielsweise nicht blind jeder Anweisung die er erhielt, wollte oft den Sinn des Handelns vorab erfragen, hin und wieder machte er Korrekturvorschläge, das wurde ihm als „rebellisches Wesen“ ausgelegt, andererseits erwartete er Erfüllung von klaren Vorschriften, wo man gerne oberflächlich und leichtsinnig war. Das ergab für einzelne Vorsteher öfters unangenehme Situationen. Die Anklage auf rebellisches Verhalten vielleicht?

 

Martin hatte ausser zinslosen Darlehen an solche  Brüder in bedrängten Situationen auch Kredite für geschäftliche Investitionen gewährt, zwar weit unter den Konditionen, wie sie eine normale Handelsbank gewährte. War das vielleicht ein Grund gegen ihn zu klagen, er hätte die Not der Brüder missbraucht, „Wucher“ wird durch die Bibel klar verurteilt? Aber nein, auch da gab es zu viele, die seine Grosszügigkeit lobten und vom Missbrauch anderer seiner Grosszügigkeit wussten. Es war zu offensichtlich, dass von jenen die selbst betrogen solche Äusserungen stammten.

 

Auch was seine Ehe betraf wurden keine Punkte gefunden, welche wirklich Hand und Fuss hatten,  escanear0128im Gegenteil, Freunde und Nachbarn waren der Meinung, dass eine vorbildliche Ehe geführt würde. Darin Einbezogen war auch die Pflege der alternden und kranken Mütter, die beide bis zu ihrem Tod in „Las Golondrinas“ gehegt wurden, zudem von Jugendlichen, die im Haus Aufnahme fanden, wie diese in Probleme in ihrem eigenen Elternhaus kamen. Ein ordentlicher Haushalt, den man Aussenstehenden als Muster darlegte und ein offenes Haus, wo jeder mit Problemen Aufnahme fand und Gäste stets willkommen waren.

 

*** Rbi8  Römer 12:13 ***

Teilt mit den Heiligen gemäß ihren Bedürfnissen. Folgt dem Weg der Gastfreundschaft.

 

Was Paulus als Grund für einen Ausschluss aus der Versammlung nennt, da war offensichtlich kein einziger Punkt, wo man den Hebel anlegen könnte.

 

*** Rbi8  1. Korinther 6:9-10 ***

9 Was? Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Königreich Gottes nicht erben werden? Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen, 10 noch Diebe, noch Habgierige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich erben.

 

Aber halt: Da war doch der Punkt der „Schmäher“, die Paulus erwähnt. Hatte Martin nicht Älteste vor anderen Ältesten als „Heuchler“ bezeichnet, zwar ohne Namensnennung, aber doch die Ehre als Gruppe generell dadurch in Frage gestellt? Hatte er nicht direkt zum vorsitzführenden Aufseher der Versammlung in einem Gespräch geäussert, dass er ihn als Beschützer von Dieben und Habgieriger ansehe, auf seine sieben Fälle verweisend, die seit Jahren keine Antwort fanden und für die er, als verantwortliche Anlaufstelle handeln musste?

 

Die Aussagen U.M. Schmids waren zudem schriftlich dokumentiert, drei Bethel auf zwei Kontinenten waren damit konfrontiert worden, konnten somit an höchster Stelle überprüft werden, wurden aber dort nie konkret behandelt! Erst nachdem Jahre vergangen waren und stets alles, nach gut argentinischer Amtsmanier auf die lange Bank geschoben wurde, war Martins Geduld am Ende! Jesu Worte klangen ihm in den Ohren zu Gott als höchstem Richter zu beten:

 

*** Rbi8  Lukas 18:1-8 ***

18 Dann redete er weiter in einem Gleichnis zu ihnen über die Notwendigkeit, daß sie allezeit beten und nicht nachlassen sollten, 2 indem er sprach: „In einer gewissen Stadt war ein gewisser Richter, der weder Gottesfurcht noch Respekt vor einem Menschen hatte. 3 Da war aber eine Witwe in jener Stadt, und sie ging immer wieder zu ihm und sagte: ‚Sieh zu, daß mir von seiten meiner Gegenpartei Recht zuteil wird.‘ 4 Nun, eine Zeitlang wollte er nicht, doch danach sagte er bei sich: ‚Wenn ich auch Gott nicht fürchte noch vor einem Menschen Respekt habe, 5 will ich doch auf jeden Fall, weil diese Witwe mir beständig Mühe macht, zusehen, daß ihr Recht widerfährt, damit sie nicht weiterhin kommt und mich schließlich durch Schläge ins Gesicht bezwingt.‘ “ 6 Dann sagte der Herr: „Hört, was der Richter, obwohl er ungerecht war, sprach! 7 Wird Gott also bestimmt nicht auch seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, Recht verschaffen, auch wenn er ihnen gegenüber langmütig ist? 8 Ich sage euch: Er wird ihnen eilends Recht verschaffen. Dessenungeachtet, wird der Menschensohn, wenn er gekommen ist, wirklich den Glauben auf der Erde finden?“

 

Glaube in das Kommen des Menschensohnes und sein Gericht ist in unseren Tagen gefragt! Die Entscheide fehlbarer Richter sind von niedriger oder gar keiner Bedeutung!

 

Nicht Tatsachen oder eigenes Verschulden seitens Martins zählten, sondern die innere Nervosität, die Martins Aktionen auslösten, indem er Gerechtigkeit forderte und gewisse Aussagen als „Wahrheit“ in Frage stellte und biblische Gegenbeweise offen jedem darlegte, der bereit war zuzuhören!

 

Er klagte zudem inzwischen einige Älteste offen der Unfähigkeit an Rechtssachen zu behandeln und dem bewussten Schutz von Tätern, um des „Friedens“ willen, sowie der Parteilichkeit zugunsten anderer Ältester, unter Missachtung eindeutiger biblischer Vorschriften!

1.5.5         Firmenpolitik wird über Gottes Normen gestellt!

 

Jedes Abweichen von Aussagen der Organisation oder jener, welche sie repräsentieren wird als eine Form der „Abtrünnigkeit“ ausgelegt und reicht bei Jehovas Zeugen zum Ausschluss! Absolute Konformität wird erwartet, was ihnen den Ruf einträgt, die am meisten geeinte aller Religionsgruppen zu sein. Kein Zweifel daran, allerdings eine Einheit die nicht auf Wahrheit beruht, sondern auf moralischer Gewaltanwendung!

 

 

   Statt mit der Menge der Wölfe zu heulen, wurde von Seiten Urs Martin Schmids der unangenehme Weg gewählt, den schon Jesus selbst gegenüber religiösen Führern seiner Tage wählte: Die Wahrheit muss und wird ans Licht kommen!

 

*** Rbi8  Matthäus 10:26-28 ***

26 Darum fürchtet euch nicht vor ihnen; denn es ist nichts zugedeckt, was nicht aufgedeckt, und [nichts] verborgen, was nicht bekanntwerden wird. 27 Was ich euch im Finstern sage, das redet im Licht; und was ihr im Flüsterton hört, das predigt von den Hausdächern. 28 Und werdet nicht furchtsam vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib in der Gehenna vernichten kann.

 

   Offen nannte U.M. Schmid inzwischen gewisse Älteste Heuchler, welche erwiesenermassen Diebe schützen würden und Aussagen der Organisation als „Wahrheit“ verbreiten. Diese Literatur beinhaltet ganz offensichtlich Lügen. Als von der Gesellschaft ernannte Vorsteher weisen sie biblische Beweise gegen ihre Literatur zugunsten von Aussagen der Gesellschaft klar zurück. Damit ist jede Neutralität zum Untersuch einer berechtigten Klage verunmöglicht!

 

 

Jesu Worte sind in der Bibel aufgezeichnet! Jedermann von uns kann sie somit leicht mit dem vergleichen, was andere heute behaupten, die versuchen Irrtum und Lüge aufzudecken. Es braucht lediglich etwas Zeit und etwas Zivilcourage die Wahrheit zu suchen!

1.5.6         image067Die Wahrheit als mächtigster Feind der Mächtigen und der Heuchler

 

Heute werden die wenigsten Menschen noch auf dem Scheiterhaufen verbrannt, noch geköpft oder gekreuzigt. Unannehmlichkeiten aber mussten solche Menschen, welche die Autorität in Frage stellten zu allen Zeiten befürchten! Die Wahrheit war schon immer der mächtigste Feind der Gewaltigen, welche Unrecht verübten!

 

 

Jene, die Dinge verkünden, sie selbst aber nicht einhalten:

 

   Auf Jesus und seinen unverrückbaren Standpunkt zu Aussagen des himmlischen Vaters verweisend, nannte U.M. Schmid somit gewisse Älteste ebenso „Heuchler“, welche Dinge öffentlich verkünden, die sie selbst aber nicht einhalten. Die Fälle von Ungerechtigkeit innerhalb und ausserhalb der Versammlung hatten sich gemehrt. Immer öfters war von oberflächlichem Zudecken von krasser Ungerechtigkeit die Rede. Selbst oberste Mitarbeiter nannten vor U.M. Schmid die Ältesten der Versammlungen als den Schwachpunkt der Organisation. „Es ist das Beste, das Jehova zur Verfügung hat“, gab einer von ihnen entschuldigend zu. Stimmte dies allerdings? Waren nicht sie selbst, die Oberen in der Hierarchie, das schwache Glied? Wurde nicht Unrecht von oben her geduldet, gefordert, begünstigt?

 

(Zu 1.5.6)  Vergleiche Grafik:  9.5  Wirkung des Sauerteigs in christlichen Organisationen)

 

   Der Prophet Zephanja beanstandete dieselbe Situation:

 

*** Rbi8  Zephanja 3:1-5 ***

3 Wehe der rebellierenden und sich verunreinigenden, der bedrückenden Stadt! 2 Sie hörte nicht auf eine Stimme; sie nahm keine Zucht an. Auf Jehova vertraute sie nicht. Ihrem Gott nahte sie nicht. 3 Ihre Fürsten in ihrer Mitte waren brüllende Löwen. Ihre Richter waren Abendwölfe, die nicht [Knochen] zernagten bis zum Morgen. 4 Ihre Propheten waren frech, waren Männer der Treulosigkeit. Selbst ihre Priester entweihten, was heilig war; sie taten dem Gesetz Gewalt an. 5 Jehova war gerecht in ihrer Mitte; er übte keine Ungerechtigkeit. Morgen für Morgen gab er fortwährend seine eigene richterliche Entscheidung aus. Am lichten Tag fehlte sie sicherlich nicht. Doch der Ungerechte kannte keine Scham.

 

   Älteste die sich gegenseitig schützten und offensichtlich die Protektion der Organisation besassen, da lag das wirkliche Problem! U.M. Schmid war aber als Verfechter solcher Personen bekannt, denen Unrecht widerfuhr und hatte einigen geholfen, ihr Recht zu verteidigen, andere aber, die offensichtlich Unrecht taten, wurden von ihm selbst mutig zur Rechenschaft gezogen.

 

   Konsequentes Nachforschen nach dem Recht und nach der Wahrheit schien fast verpönt zu sein, Zeugen wurden unter Druck gesetzt, um ihre Aussagen anzupassen, damit Straffällige nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten, diese von Strafe und Wiedergutmachung befreit werden konnten.

 

  All dies war U. Martin Schmid seit längerer Zeit zuwider, Zustände, welche in einem Land wie Argentinien wie ein Krebsgeschwür bereits alle Teile der Bevölkerung durchdringen. Er klagte Missstände persönlich bei Verantwortlichen immer wieder an, über Jahre hinweg, um Kenntnisnahme und Änderungen bittend. Es ging dabei um die eigenen und um fremde Fälle von krasser Rechtsverletzung, um Diebstahl, um Unterschlagung, um Erbschleicherei und Lügen, die wie eine Seuche auch unter Jehovas Zeugen wüten!

 

   Indem allzu vieles unter den Teppich gekehrt wird und ein Mantel des Friedens und der Wohlanständigkeit darüber gebreitet wird, herrscht Unkenntnis über das wahre Ausmass.

 

   Über die jährlich rund 50.000 aus den Versammlungen von Jehovas Zeugen ausgestossenen existiert keine offizielle Statistik, warum diese ausgewiesen wurden. Man behauptet, die meisten wegen sexueller Unmoral. Das Rauchen von einigen Zigaretten genügt für einen Kirchenausschluss! Jeder mag sich selbst fragen: Welches Vergehen wird wohl öfter vorkommen? Wer ausgeschlossen wird hat kein Recht auf weitere Anhörung, ausser nach einer gewissen Zeit und dann einer Begutachtung durch dieselben Richter. Dies gibt jenen vollkommene Macht in die Hand. 

 

   Die oberen Verantwortlichen sind sich dessen wohl bewusst, sie haben das System ja so errichtet und kehren den Mantel des Schweigens darüber! Sie verkennen dabei, dass gemäss Jehovas Wort wahrer Frieden nur durch gerechte Verhältnisse kommt! Erst das kommende Königreich der Himmel aber vermag dies vollkommen zu erfüllen und Jehova selbst führt es durch Jesus auf Davids Thron herbei!

 

*** Rbi8  Jesaja 9:7 ***

Für die Fülle der fürstlichen Herrschaft und den Frieden wird es kein Ende geben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, um es fest aufzurichten und es zu stützen durch Recht und durch Gerechtigkeit von nun an und bis auf unabsehbare Zeit. Ja der Eifer Jehovas der Heerscharen wird dieses tun.

 

   Bald schon war für U.M. Schmid in seinem Begehren nach Recht zu erkennen, dass der Geschädigte im inneren Gerichtsfall genauso wenig auf Recht hoffen durfte oder noch weniger, wie draussen in der Welt!

 

   Der Kläger, der für sein Recht gemäss Gottes GESETZ einsteht, verliert dadurch nicht nur sein Gut, er stand zudem in Gefahr seinen guten Ruf und all seine Freunde zu verlieren. Für viele, Brüder, deren Leben sich mit den Jahren nur noch um Jehovas Zeugen drehen, bedeutet dies der absolute Ruin!

 

   All die schönen Worte waren offensichtlich nur eine Fassade, um Habsucht von weit grösserem Ausmass innerhalb der Organisation zu decken. Dies sollte U.M. Schmid aber erst später vollkommen offenbar werden!

 

 

All diese Unannehmlichkeiten, Beschuldigungen, der ausgeübte Druck hinderte U.M. Schmid nicht daran noch weiter zu forschen. Seine Forschungsergebnisse, die nun auch noch krasse Verletzungen dessen aufzeigten, was Wahr und Gerecht ist, wurden nun offen und lautstark angeprangert. Die Wahrheit macht wirklich frei und wirkliche Gottesfurcht vertreibt die Angst vor Menschen!

 

*** Rbi8  Hebräer 13:5-6 ***

5 [Eure] Lebensweise sei frei von Geldliebe, indem ihr mit den vorhandenen Dingen zufrieden seid. Denn er hat gesagt: „Ich will dich keineswegs im Stich lassen noch dich irgendwie verlassen“, 6 so daß wir guten Mutes sein können zu sagen: „Jehova [[der Herr (Jesus; vergl. Mat 21:22 und Joh 14:13)]] ist mein Helfer; ich will mich nicht fürchten. Was kann mir ein Mensch antun?

 

Durch Beispiel und Vorangehen, ebenso wie dies Jesus und die Apostel zeigten, beginnen immer mehr Personen ihre eigene Angst zu verlieren und fordern selbst gerechtere Verhältnisse! Unrecht seitens Vorgesetzter und Mitchristen soll nicht still geduldet werden, sondern muss korrigiert werden, indem es öffentlich angeprangert wird, wenn darauf im Gespräch nicht reagiert wird! Wo es geduldet wird, da durchsäuert es die ganze Versammlung und die ganze christliche Organisation!

 

(Zu 1.5.6)  Vergleiche Grafik: 4.3  Durchsäuerung der Versammlung Gottes)

1.5.7         Lautstark gerechte Verhältnisse zu fordern führt zum Kirchenausschluss!

 

U.M. Schmid wird auch weiterhin fortfahren, um gerechte Verhältnisse zu Gott dem Vater zu bitten! Diese Gerechtigkeit aber wird nur das wahre Königreich Gottes hervorbringen, unter Jesu Führung und nicht unter dem bereits 1914 usurpierten, falschen Königreich Gottes, unter der Flagge eines Wachtturms! (Mat 6:10; 24:14)

 

 

   Dieselben Ältesten der eigenen Versammlung, welche U.M. Schmid offen als „Heuchler“ bezeichnet hatte, machten in einem Schnellverfahren mit dieser Forderung nach gerechten Verhältnissen ein Ende. Die korrupten Richter waren nun gar Richter in eigener Angelegenheit!

 

   An einem Freitagabend, 8. August 2002 wurde für den kommenden Tag, den 9.8.2002 Samstagmittag (Sabbat) eine Verhandlung angesagt. Die mündlich geäusserte Anklage lautete auf „zügellosen Wandel“, wegen ungehörigen Verhaltens gegenüber Ältesten (Gal 5:19).

 

   Am Samstag wurde der Angeklagte U.M. Schmid von drei Ältesten verhört, die alle bereits in anderen der von ihm vorgelegten Fälle mitgewirkt hatten und dort keinerlei Aktionen folgten. U.M. Schmid vertrat mutig weiterhin die Meinung, dass verschiedene Älteste ihre Pflicht als Richter nicht nachgekommen wären und parteilich gehandelt hätten, die Bezeichnung „Heuchler“ deshalb angebracht und biblisch gerechtfertigt gewesen wäre. Da würden öffentlich Dinge gelehrt aber im Innern der Schmutz unter den Teppich gekehrt (Mat 7:4, 5; 15:7, 8; 22:16-22; 23:13, 15, 23-32).

 

   Mit jeder Geschicklichkeit wurde dem Thema Königreich und 1914 ausgewichen, obwohl U.M. Schmid dieses vorbrachte. Es war kein offizieller Klagepunkt und sollte offensichtlich gemieden werden. Dennoch wurde U.M. Schmid nun entgegen der mündlichen Anklage vom Freitag der „Apostasie“ (Abfall von reiner Lehre) beschuldigt und der Bildung einer Sekte beschuldigt. Die Ältesten handelten offensichtlich nach Anweisungen von oben und hatten das Bethel Buenos Aires zuvor bestimmt konsultiert, was sie selbst auch erwähnten!

 

   Zeugen waren keine vorgeladen. Am kommenden Montagabend 11.8.2002 wurde der endgültige Entscheid gefällt: Ausschluss aus der Organisation von Jehovas Zeugen. Innert nur zweieinhalb Tagen war der Prozess vorbei. Die sieben Fälle, die U.M. Schmid vorgelegt hatte, dauerten Jahre, ohne konkretes Resultat! Zehntausende von Dollar Deliktsumme waren in den sieben Fällen eingeklagt! Rechtsbruch in jeglicher Form!

 

*** Rbi8  2. Korinther 13:1 ***

Aus dem Mund von zwei oder drei Zeugen soll jede Sache festgestellt werden.“

 

   Diesmal aber überbot sich die Organisation selbst an Schnelligkeit und ihrer Form von Gerechtigkeit: In eigener Sache, zum Selbstschutz war offenbar alles möglich und alles gegen aussen legal!

 

   Durch Ausschluss aus der Versammlung wurde einmal mehr alles unter den Teppich gekehrt. Keinerlei Zeugen brauchten bemüht zu werden, die eigenen Aussagen der Richter waren genügend!

 

   Das Verfahren hatte den äusseren Anschein von Korrektheit. Zwei anonyme Schreiben lagen den Richtern vor, welche offenbar bestätigten, dass U.M. Schmid vor dritten Personen Älteste als Heuchler bezeichnet hätte, ohne jedoch jemanden spezifisch namentlich zu bezeichnen. Die Frage von U.M. Schmid danach, wer die Zeugen wären, wurde nicht beantwortet, Einsicht in diese Schreiben wurde nicht gewährt. Der Ankläger war gleichzeitig der Richter, die „Zeugen“ blieben unbenannt! Das ergibt wahrlich die unparteiischsten Urteile, ein Hohn!

 

   Schon im ersten Jahrhundert hatten religiöse Führer ein ähnliches, grösseres Problem auf vergleichbare Art gelöst! Jesus hatte die Pharisäer und Schriftgelehrten mehrfach öffentlich als Heuchler denunziert. Jenes Verfahren wurde der grösste Skandalprozess aller Zeiten! Jesu Gerichtsverfahren ist voller Widersprüche, Unrecht, Rechtsverletzung.

 

   Jesus nannte solche ungerechten Gerichtsverfahren in seinem Namen als eines der Zeichen der Endzeit.

 

*** Rbi8  Lukas 21:12 ***

Vor allen diesen Dingen aber wird man Hand an euch legen und euch verfolgen, indem man euch den Synagogen [[Versammlungen]] und Gefängnissen ausliefert und euch vor Könige und Statthalter schleppt um meines Namens willen.

 

   Verletzung göttlicher Normen, wo immer man hinsieht, liegen auch im Falle des Verfahrens gegen U.M. Schmid vor. Dieser Ausschluss aus den Reihen von Jehovas Zeugen entspricht dem katholischen Kirchenbann. Dieser Ausschluss kommt einem moralischen Todesurteil gleich.

 

   Jesus aber sprach jenen Mut zu, die in solche Dinge verwickelt würden:

 

*** Rbi8  Lukas 21:15-19 ***

... ich will euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Gegner zusammen nicht widerstehen oder widersprechen können. 16 Überdies werdet ihr sogar von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden überliefert werden, und man wird einige von euch zu Tode bringen, 17 und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Menschen sein. 18 Und doch wird bestimmt kein Haar von eurem Haupt verlorengehen. 19 Durch euer Ausharren werdet ihr eure Seele erwerben.

 

   In der Wahrheit auszuharren und weiterhin an Gottes GESETZEN und Normen festzuhalten war es, was Jesus seinen wirklichen Nachfolgern auftrug! Der wahre Grund für die Verfolgung würde sein, weil Menschen auf Jesu Seite mutig Stellung beziehen und ihr Haupt nicht in unwürdiger Weise vor Kirchenfürsten neigen und ihr Knie nicht vor jenen beugen!

 

*** Rbi8  1. Könige 19:18 ***

Und ich habe siebentausend in Israel übrigbleiben lassen, alle Knie, die sich nicht vor Baal gebeugt haben, und jeden Mund, der ihn nicht geküßt hat.“

 

   Die einzige Frage ist, die danach offen im Raum bleibt: „War es ein gerechtfertigter Ausschluss oder war es in Wirklichkeit ein Rufmord, um unangenehmen Fragen und eigenen Pflichten auszuweichen?“ Diese Fragen werden die drei Richter jedoch dem höchsten Richter gegenüber selbst beantworten müssen.

 

1.5.8         Sie verlangen Schriftlichkeit, gewähren dies aber selbst nicht!

 

Die Watchtower empfiehlt allen ihren Angehörigen, jegliche Art wichtiger Geschäfte in schriftlicher Form abzuwickeln. Hält sie sich aber selbst an ihre Richtlinien? 

 

Die Wichtigkeit einer formellen Vereinbarung [1]

5 Um Mißverständnissen in Geschäftsangelegenheiten vorzubeugen, sollten wir in Betracht ziehen, wie Abraham vorging, als er ein Stück Land kaufte. Er „wog Ephron den Betrag in Silber dar, den er vor den Ohren der Söhne Heths erwähnt hatte, vierhundert Schekel Silber, gangbar bei den Kaufleuten. So wurde ihm das Feld Ephrons bestätigt, das in Machpela war . . ., als sein durch Kauf erworbenes Eigentum vor den Augen der Söhne Heths inmitten all derer, die in das Tor seiner Stadt eingingen.“ Hier handelte es sich nicht um eine Privatvereinbarung von zwei Männern. Es war eine formelle Vereinbarung, die vor Zeugen bestätigt wurde. Daher gab es kein Mißverständnis darüber, was gekauft und wieviel genau dafür bezahlt worden war (1. Mose 23:2-4, 14-18).

6 Auch Christen sollten vernünftigerweise wichtige Transaktionen formell vereinbaren. Wenn es sich bei der Transaktion um den Verkauf eines Gegenstandes handelt, könnten die Parteien schriftlich festlegen, was verkauft wird, wie hoch der Preis ist, welche Zahlungsweise gewählt wird, wann und wie geliefert werden soll und was sonst noch vereinbart wird. Wenn es um eine Dienstleistung geht, könnten die Parteien schriftlich festlegen, welche Arbeit zu verrichten ist, wann sie fertig sein soll, wieviel sie kostet und was es sonst noch zu berücksichtigen gilt. Dieser Vertrag sollte mit dem Datum versehen und unterzeichnet werden, und beide Parteien sollten ein Exemplar davon aufbewahren. Eine solche schriftliche Vereinbarung ist vor allem bei einer Geschäftspartnerschaft unerläßlich. Sie hilft beiden Seiten, ihre Geschäftsbeziehung klar zu verstehen, und trägt dazu bei, daß sie sich im Einklang mit folgendem Rat Jesu verhalten: „Euer Wort Ja bedeute einfach ja, euer Nein nein“ (Matthäus 5:37). In komplizierteren Angelegenheiten mag es ratsam sein, für die Formulierung einer schriftlichen Vereinbarung professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

U.M. Schmid hatte sich in jedem der sieben Fälle an die von der Gesellschaft gegeben Richtlinien gehalten. All seine Verträge und Vereinbarungen waren schriftlich festgehalten und jeweils gegenseitig unterzeichnet. Jede wichtige Verhandlung wurde protokolliert. Eine exakte Buchhaltung wurde geführt. Die Richter hatten somit genügend aussagekräftiges Beweismaterial für einen Entscheid gehabt! Sie richteten schlichtweg nicht, sondern drückten sich vor ihrer Aufgabe! Wie aber würde sich die Gesellschaft nun selbst verhalten, wo es ihre eigenen Richtlinien betraf?

 

Was ist wohl von grösserer Wichtigkeit: Der Kauf eines Stück Landes und der öffentlichen Protokollierung oder das Aussprechen eines Todesurteils im Gericht? Der Leser urteile selbst!

1.5.9         Richter, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen

 

Wie aber können Richter je selbst zur Rechenschaft gezogen werden für ihr eigenes Fehlverhalten, wenn sie alles in ihren „Innenkammern“ unter Ausschluss jeglicher Öffentlichkeit tun? Was ist von einer Organisation zu halten, welche ihre eigenen Untergebenen anweist jede Schriftlichkeit zu meiden und ja der Gegenpartei oder dem Verurteilten das Urteil nur mündlich zu geben?

 

*** Rbi8  Lukas 8:16-17 ***

16 Niemand, der eine Lampe angezündet hat, deckt sie mit einem Gefäß zu oder stellt sie unter ein Bett, sondern er stellt sie auf einen Leuchter, damit die Eintretenden das Licht sehen können. 17 Denn da ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird, noch irgend etwas sorgsam verheimlicht, was nie bekanntwerden und nie an die Öffentlichkeit kommen wird.

 

Damit ein Urteil pädagogischen Wert hat und andere daraus lernen können oder abgeschreckt werden muss es in Gottes GESETZ begründet sein und öffentlich kund gemacht werden!

 

*** Rbi8  5. Mose 19:15-21 ***

15 Kein einzelner Zeuge sollte sich gegen einen Mann hinsichtlich irgendeines Vergehens oder irgendeiner Sünde erheben, im Falle irgendeiner Sünde, die er begehen mag. Auf die Aussage zweier Zeugen oder auf die Aussage dreier Zeugen sollte die Sache feststehen. 16 Falls ein Zeuge, der auf Gewalttat sinnt, sich gegen einen Mann erheben sollte, um gegen ihn eine Anklage auf Auflehnung vorzubringen, 17 dann sollen die beiden Männer, die den Streit haben, vor Jehova treten, vor die Priester und die Richter, die in jenen Tagen dienen werden. 18 Und die Richter sollen gründlich nachforschen, und wenn der Zeuge ein falscher Zeuge ist und eine Falschanklage gegen seinen Bruder vorgebracht hat, 19 dann sollt ihr ihm so tun, wie er seinem Bruder zu tun gedachte, und du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. 20 Und die übrigen werden [es] hören und sich fürchten, und sie werden in deiner Mitte nie wieder irgend etwas so Böses wie dieses tun. 21 Und deinem Auge sollte es nicht leid tun: Seele wird für Seele sein, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß.

 

Was Gott als Böse bezeichnet muss aus der Mitte des Volkes weggeschafft werden. Das muss durch Zeugen belegt sein, die Wahrheit reden! Richter müssen gründlich nachforschen und können nur dann ihr Amt wahrnehmen, wenn sie genügend unbeteiligt sind! Kein Richter kann seinen eigenen Fall beurteilen! Das Urteil muss öffentlich sein: „Und die übrigen werden [es] hören und sich fürchten, und sie werden in deiner Mitte nie wieder irgend etwas so Böses wie dieses tun.“ Das Strafmass muss dem Vergehen angemessen sein, so, wie es Jehova im GESETZ vorsieht und wie Jesus es für die Christenversammlung festlegt im „GESETZ des Christus! Wer ohne Barmherzigkeit richtet wird ohne Barmherzigkeit gerichtet werden!

 

*** Rbi8  Jakobus 2:12-13 ***

12 Redet weiterhin so, und handelt weiterhin so wie die, die durch das Gesetz eines freien Volkes gerichtet werden sollen. 13 Denn für den, der nicht Barmherzigkeit übt, wird das Gericht ohne Barmherzigkeit sein. Barmherzigkeit frohlockt triumphierend über das Gericht.

 

Gott selbst wird schlussendlich Richter sein! Die Angst jener Beteiligten am Anschlag gegen U.M. Schmid muss sehr tief sitzen, dass etwas ans Licht gelangen könnte, so dass ein Schleier des Verschweigens darüber gelegt werden musste! Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nicht Angst vor dem Licht (Hes 8:8, 9)

 

*** Rbi8  Hesekiel 8:12 ***

Und er sprach dann zu mir: „Hast du gesehen, o Menschensohn, was die Älteren des Hauses Israel im Finstern tun, jeder in den Innenkammern seines Schaustücks? Denn sie sagen: ‚Jehova sieht uns nicht. Jehova hat das Land verlassen.‘ “

 

Gerichtsurteile waren im alten Israel öffentlich! Richter, Angeklagter und Zeugen mussten sich dem Volk zeigen, vor allem bei Anklagen von grossem öffentlichem Interesse! Dies verhinderte Parteilichkeit und diente der öffentlichen Unterweisung. Der Richter hatte beim Strafvollzug persönlich anwesend zu sein (3.Mo 19:15, 16; 5.Mo 1:16-18; 16:18-20; 25:1-3; Jer 7:1-7)

 

*** Rbi8  5. Mose 25:2 ***

Und es soll geschehen, wenn der Böse es verdient, geschlagen zu werden, daß dann der Richter ihn hinlegen und ihm vor sich Streiche geben lassen soll nach der Zahl, die seiner bösen Tat entspricht.

 

Das Urteil des Versammlungsausschlusses, was einem Todesurteil entspricht erfolgte hinter verschlossenen Türen und im Falle U.M. Schmid nur mündlich. Ein offizielles Protokoll wurde weder bei der ersten Gerichtsverhandlung noch bei der Appellation geführt. Somit war und ist jeglicher Vertuschung Tür und Tor geöffnet!

 

Die Appellation in schriftlicher Form wurde durch ein zweites Rechtskomitee ohne erneute Prüfung aber unter kurzer Anhörung des Verurteilten zurückgewiesen und der Ausschluss bestätigt. Wiederum geschah all dies hinter verschlossenen Türen ohne jegliche Schriftlichkeit seitens der Richter! Die Richter hatten die Richter wiederum in Schutz genommen! Ihre eigenen Regeln halten sie nicht: Wahre Heuchler!

 

(Vergleiche: Berufung gegen das Urteil des Gemeinschaftsentzugs durch ein Rechtskomitee / Appelación contra la sentencia)

 

Vor der Verkündigung des Urteils der Appellation wurde offensichtlich wiederum das Bethel Buenos Aires konsultiert! Der Fall U.M. Schmid war längst zu gross, um einfach so gehandhabt zu werden. Keine Zweifel, die Weisung kam von oben, da war jemand durch sein Hinterfragen und durch sein Dokumentieren zu unbequem geworden!

 

Damit war für U.M. Schmid die Frage nach einem rechtmässigem Verfahren gemäss der Bibel innerhalb der Organisation von Jehovas Zeugen abgeschlossen. Die Prüfung war aufs Exempel erfolgt. Ihre Taten sprechen für sich! Jesus redet auch von unseren Tagen der „Zeit des Endes“:

 

*** Rbi8  Matthäus 23:1-4 ***

23 Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern und sprach: 2Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf Moses’ Stuhl gesetzt. 3 Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen [es] wohl, aber handeln nicht entsprechend. 4 Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen.

 

In Form des Buches „Der falsche Prophet“ stellt U.M. Schmid und die sich seither vergrössernde Gruppe „DER WEG“ viele der unangenehmen Fragen nun öffentlich. Die in seinen Schriften offerierten klaren und eindeutigen Antworten geben auch gleichzeitig den Ausweg bekannt, den die Bibel zeigt, wenn sie alle Menschen, die Gottes Wohlwollen geniessen möchten unmissverständlich auffordert: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk!“. Kein Zweifel, jede Art Religion ist zu verlassen, Russell, der Gründer der Bibelforscher, hatte dies vollkommen richtig erkannt! (Off 18:4)

 

5 Die Verkündigung der Wiederkunft des Herrn (1870-1914) [2]

Seit langer Zeit mahnt die Bibel: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk.“ Was sollten Gottes Diener verlassen? „Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde“ (Offb. 17:5; 18:4). Und warum sollten sie aus Babylon hinausgehen? „Ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht“ (Offb. 18:5). Wer ist die Mutter der Huren, von der man sich trennen soll?

Martin Luther und andere Reformatoren bezeichneten die katholische Kirche und das Papsttum als Babylon die Große. Wie steht es mit den protestantischen Kirchen, die der Reformation entsprangen? Tatsache ist, daß sich einige, abgesehen von ihrer Ablehnung des Primats, in der Kirchenstruktur nicht wesentlich vom Katholizismus unterschieden, und sie behielten unbiblische Lehren bei, wie zum Beispiel die Lehre von der Dreieinigkeit, von der Unsterblichkeit der Seele und von der ewigen Qual. Aus diesem Grund forderten einige Prediger die Leute auf, sich nicht nur von der katholischen Kirche loszusagen, sondern auch von den großen protestantischen Kirchen.

RussellAuch C. T. Russell und seine Gefährten erkannten, daß diese berüchtigte Hure nicht lediglich die katholische Kirche war. Zwar wurde im Wacht-Turm vom November 1879 (engl.) Babylon die Große mit dem „Papsttum als SYSTEM“ gleichgesetzt, doch in dem betreffenden Artikel wurde ausgeführt: „Wir müssen noch weitergehen und andere Kirchen einbeziehen, die mit den politischen Reichen der Erde vereint sind (nicht einzelne Mitglieder, sondern die Kirchensysteme). Jede Kirche, die behauptet, eine dem Christus versprochene keusche Jungfrau zu sein, aber in Wirklichkeit mit der Welt (dem wilden Tier) vereint ist und von ihr unterstützt wird, müssen wir in der Sprache der Bibel als Hurenkirche verurteilen.“

 

Wirkungsvoll erbringt U.M. Schmid im Buch „Der falsche Prophet“, z.B. im Kapitel 8.6.3 und 8.6.5, den Beweis, dass die Nachfolger Russells längst selbst mit allen Attributen jener Kirchen konform gehen, welche sie als innerhalb „Babylons der Grossen“ bezeichnen. Auch die Organisation von Jehovas Zeugen hat selbst verschiedene Bündnisse mit der Politik abgeschlossen! Wirkliche Heuchler!

 

 

1.6    Wirkungsvolle Warnung mittels einem leicht zugänglichen Medium: Dem Internet

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