Newsletter „DER WEG“ 7/04-5   April 2007

Neubearbeitung: 8.5.09; 31.3.17

 

 

SONDERBEITRAG:  7.4.5  Gottes Sabbatjahr beachten!

 

7.Teil:  Das göttliche Recht und die Pflicht andere die Wahrheit zu lehren

 

   Im 6. Teil wurde im NEWSLETTER „DER WEG“ vom März 2007 im Artikel 7.3.5  Zwei Samen wachsen zusammen bis zum grossen Sabbatjahr Jehovas wurden folgende Themen behandelt:

 

Taumellolch, giftig, wird mit weizen verwechselt   Die Behauptung apostolisch zu sein zeigt sich nur durch die Werke!

   Die Amtskirche Roms beginnt nach Nicäa sich mit dieser Welt vollkommen zu verschmelzen

   Die römische Amtskirche als stärkster Feind all jener, die am Wort der Bibel festhalten

   Die Staatskirche und die Staatsräson gegen den wahren „Samen der Frau

   Die Verschmelzung von Religion und Politik als Folge der Übertretung der Kirchenväter

   Tertullians gemischtes Christentum und die arianischen Kelten und deren Hang zu Pelagius

   Der Abfall von biblischer Lehre wird durch Augustinus in philosophisch perfekte Form gebracht

 

   Jesu Worte erfüllten sich, dass sein vortrefflicher Same aufgehen würde und bis hin zur Erntezeit Frucht tragen werde. Aber auch der zweite Teil seiner Vorhersage wurde Wahrheit, dass Satan falschen Samen, Unkraut und Scheinweizen (Taumel-Lolch, giftig) darunter streuen würde, der schneller wuchs und den wahren Samen oft zu ersticken suchte. Da es dem Teufel zuvor schon gelungen war die wahre Theokratie der Nation Israel zu unterwandern, indem er die Priesterschaft dazu brachte Gottes GESETZ zu missachten, so braucht es uns nicht zu wundern, dass es ihm auch diesmal gelingen wird einen Teil der Nachfolger der Apostel auf seine Seite zu bringen!

 

   Gesetzlosigkeit, sich von Jehovas Geboten abzuwenden hatte für viele Menschen mehr Anziehungskraft wie Treue zu Gott und zu Seinem GESETZ! Die Auseinandersetzung kam im vierten Jahrhundert zu einer offenen Konfrontation: Auf der einen Seite waren es die Arianer, die konservativ das Andenken der Überlieferung der Apostel zu bewahren suchten und auf der anderen Seite die Athanasianer, welche das Christentum mit der griechisch-römischen Philosophie zu verschmelzen suchten.

 

   In diesem 7.Teil setzen wir die geschichtliche Betrachtung der Entwicklung der zwei Hauptzweige im christlichen Glauben, der Arianer und der Athanasianer fort, beide aus dem Blickpunkt betrachtend, wer nun Gottes GESETZ besser lehrte und beachtete und wer den wahren Samen eher beschützte, respektive verfolgte und auszurotten versuchte. Es ist nicht eine bloss schwarzweiss gemalte Geschichte, sondern zeigt vielerlei Graustufen und ist im Nachhinein oft nur durch die allgemeine Tendenz zu unterscheiden! Jesu Worte stehen im Vordergrund, anhand der unsere Suche nach den wahren Jüngern des Meisters erfolgen muss. Jesu Deklaration in der Bergpredigt bildet den Kern zur Einstufung ob Gut oder Böse:

 

Jesus ist uns vorausgegangen, was Gesetzeserfüllung betrifft*** Rbi8  Matthäus 5:17-20 ***

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das GESETZ oder die PROPHETEN zu vernichten. Nicht um zu vernichten, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen; 18 denn wahrlich, ich sage euch: Eher würden Himmel und Erde vergehen, als daß auch nur ein kleinster Buchstabe oder ein einziges Teilchen eines Buchstabens vom GESETZ verginge und nicht alles geschähe. 19 Wer immer daher eines dieser geringsten Gebote bricht und die Menschen demgemäß lehrt, der wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚Geringster‘ genannt werden. Wer immer sie hält und lehrt, dieser wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚groß‘ genannt werden. 20 Denn ich sage euch, daß ihr, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet.

 

   Wer hat von Anfang an den göttlichen Willen, der in Gottes GESETZ und seinen Propheten festgehalten wurde verstanden, ihn gelehrt und gehalten? Der Massstab, um zu vergleichen und um zu messen blieb während aller Zeit derselbe, weil Gott sich nicht verändert und der Höchste seinen Bund Mit Abraham, Isaak und Jakob (Israel) stets aufrecht gehalten hat! Erfüllung seines Willens war und bleibt weiterhin gefordert!

 

   Jehova ist der Gott der Wahrheit. Bei ihm gibt es keine Veränderung dessen, was mit den Tatsachen im Einklang ist! (Jak 1:16-18) Darum war und ist es Pflicht jedes fleischlichen und geistigen Israeliten sich mit den wirklichen Begebenheiten auseinanderzusetzen, auch da, wo es unangenehm ist! Jesus bezeugte selbst, dass Gottes Wort Wahrheit ist und dadurch unser Vertrauen verdient! „Heilige sie durch die Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“ bestätigte unser Herr! (Mal 3:6, 7; Joh 17:17)

 

   Wenn Gottes Wort Wahrheit ist, dann dürfen wir davon weder nach links noch nach rechts abweichen! Es darf davon nichts verlorengehen und es soll ihm nichts zugefügt werden, das den Sinn verändert! (Off 22:18, 19)

 

Was gehört in den Schmelzofen?*** Rbi8  Psalm 12:6 ***

Die Reden Jehovas sind lautere Reden,

Wie Silber, geläutert im Schmelzofen der Erde, siebenmal gereinigt.

 

   Jehova klagte die Führer Israels an, dass sie sein Wort verdreht hätten und nun selbst wie Metalle im Schmelzofen von jeder Schlacke gereinigt würden! Was aber hätten die Propheten heute über die christlichen Lehren zu sagen, die sich nahezu gesamthaft weit von Gottes Wort der Wahrheit entfernt haben? Wenn alle Gebote Gottes Wahrheit sind, sollten wir sie dann ausser Acht lassen oder anders auslegen? (5.Mo 32:5; Spr 19:3; Jer 3:21, 22; Hab 1:4)

 

*** Rbi8  Psalm 119:151 ***

Du bist nahe, o Jehova,

Und alle deine Gebote sind Wahrheit.

 

   Nicht nur die Gebote, sondern das gesamte Wort Jehovas, seine Warnungen, seine Gerichte und seine Vorhersagen kommender Dinge sind vertrauenswürdig. Wir tun gut daran darauf zu hören! Dazu gehören auch scheinbar unwichtige Dinge, wie die Wahrheit über den Sabbat, die Neumonde, Gottes Festzeiten und selbst um das Sabbat- und Jubeljahr!

 

*** Rbi8  Psalm 119:160 ***

Die Summe deines Wortes ist Wahrheit,

Und jede gerechte richterliche Entscheidung von dir währt auf unabsehbare Zeit [[(auf ewig)]].

 

   Wenn Gottes richterliche Entscheidungen auf „unabsehbare Zeit“ oder wie andere Übersetzer sagen, „auf ewig“ währen so schliesst dies auch unsere Zeit mit ein! Wer die Propheten mit offenen Augen liest, wo sie über das Tausendjahrreich des Messias reden kann schnell erkennen, dass auch dort dieselben Gebote und richterlichen Entscheidungen weiterhin ihre Gültigkeit bewahren! Christen sollen doch die Gerechtigkeit des Königreiches Gottes suchen und das geht nur durch erforschen der Hebräischen Schriften des „Alten Testaments“!

 

   Die Priester nahezu aller Glaubensgruppen beanspruchen für ihre Hierarchie das Recht, Gottes Wort auf ihre Art auszulegen! Darum herrscht ein Chaos an unterschiedlichen Lehren zwischen den Religionsgruppen! Korrekt ist aber, dass man das GESETZ aus dem Mund des Priesters vernehmen sollte. Wer darauf aufmerksam achtet merkt sehr schnell, dass es zu einem Gewissenskonflikt führen muss, wenn religiöse Behauptungen über Gottes Wort gestellt werden!

 

*** Rbi8  5. Mose 6:1-3 ***

Dies nun ist das Gebot, die Bestimmungen und die richterlichen Entscheidungen, die Jehova, euer Gott, geboten hat, euch zu lehren, damit ihr sie in dem Land tut, in das ihr hinüberzieht, um es in Besitz zu nehmen, 2 damit du Jehova, deinen Gott, fürchtest, um alle seine Satzungen und seine Gebote zu halten, die ich dir gebiete, du und dein Sohn und dein Enkel, alle Tage deines Lebens, und damit sich deine Tage verlängern. 3 Und du sollst hören, o Israel, und darauf achten, [sie] zu tun, damit es dir gutgeht und damit ihr zu sehr vielen werdet, so wie Jehova, der Gott deiner Vorväter, dir hinsichtlich des Landes verheißen hat, das von Milch und Honig fließt.

 

Moses trägt zwei Steintafeln mit den Zehn Geboten   Gottes Gebote galten schon seit vierzig Jahren bevor Israel das Gelobte Land betrat und ebenso später im Exil Babylons und ebenso nach Jesu Tod bis heute. Sie zu halten bringt Verlängerung des Lebens, sie zu missachten wird unser Leben bestimmt verkürzen! Die Rückkehr zum Erbe aller „Ebioniten“ nach einer langen Zeit der Zerstreuung unter alle Nationen steht kurz bevor! Den „Paulikanern“ ist das Erbe der Erde versprochen. Darum gab Jehova diese Obliegenheit an das Haupt jeder Familie, dem Vater, vor allem an ihm liegt es, die Kinder zu belehren! Er muss sich darum mühen die Wahrheit zu erkennen und sie zu lehren!

 

*** Rbi8  5. Mose 6:4-9 ***

Höre, o Israel: Jehova, unser Gott, ist ein Jehova. 5 Und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele und deiner ganzen Tatkraft. 6 Und es soll sich erweisen, daß diese Worte, die ich dir heute gebiete, auf deinem Herzen sind; 7 und du sollst sie deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. 8 Und du sollst sie als ein Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Stirnband zwischen deinen Augen dienen; 9 und du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.

 

   Wenn wir Gottes Ratschlag ernst nehmen, so gibt es keine Art von Tätigkeit, bei der wir Gott und sein Wort nicht in Betracht ziehen würden! Das aber erst führt uns dazu, weise zu handeln, wahre Gottesfurcht zu zeigen! Jesus dehnte diesen Auftrag über die eigene Familie hinaus aus, indem er jedem von uns gebot Jünger zu machen, sie zu taufen und sie zu belehren alles zu halten, was er uns geboten hat! Er zeigte wie die Versammlung organisiert sein sollte anhand seiner Apostel!

 

 

 

Inhaltsverzeichnis des Studienartikels

 

4.5............. Das göttliche Recht und die Pflicht andere die Wahrheit zu lehren.. 4

4.5.1........... Die Paulikaner versuchen den Lehren des Paulus über Jahrhunderte bis heute getreu nachzufolgen. 4

4.5.1.1........ Die „Paulikaner“ und andere wahre Christen widersetzten sich lange Zeit den Kirchenvätern und deren abtrünnigen Lehren, gehen aber unter neuer Gruppierung später unkluge Bündnisse mit der Politik ein und greifen gar zur Waffe. 4

4.5.1.2........ Aus den ersten „Paulikanern“ entstehen im fünften Jahrhundert die Paulikianer 6

4.5.1.3........ Achtung vor Bündnissen und vor dem Griff zur Waffe, um sich zu verteidigen! 7

4.5.1.4........ Flucht hin zum Tal Jehovas, weg von den beiden „Bergen“ die sich spalten. 10

4.5.1.5........ Jesus und die Apostel predigten ein abgetrennt bleiben von jeder Art falscher Königreiche. 11

4.5.2........... Die Bogomilen und Khazaren setzen den Kampf gegen die Bilderverehrung der Päpste fort 12

4.5.2.1........ Die Bogomilen treten die Nachfolge der Paulikianer an! 12

4.5.2.2........ Der Brauch sich am Sabbat zu versammeln blieb durch alle Jahrhunderte Charakteristikum der „Ebioniten“ und „Paulikaner 13

4.5.2.3........ Jungfräulichkeit und Ehelosigkeit ist kein ausschliessliches Markenzeichen der Manichäer! 14

4.5.2.4........ Gewaltsame Befreiung vom Joch der Lehnsherren kein Vorbild zur Nachahmung. 14

4.5.2.5........ Mörderischer Angriff der Kirche gegen den Arianismus durch Kaiser Gratian. 15

4.5.2.6........ Die Bogomilen setzen der Ausbreitung und der Macht der Päpste in Südosteuropa Grenzen. 16

4.5.2.7........ Bogomilen unter Katholischer und Orthodoxer Verfolgung. 17

4.5.2.8........ Transsilvanien  hält am Urchristentum fest: Sabbatisten in Siebenbürgen. 18

4.5.2.9........ Bekehrung der jüdischen Khazaren zum christlichen Glauben: Wanderprediger der Paulikianer und der Bogomilen  19

4.5.3........... Wem gab Jesus das Recht andere zu belehren und wem wurden die Lehrer unterordnet? Die Lehre der Waldenser und die Inquisition nicht vergessen! 20

4.5.3.1........ Ungelehrte Menschen verteidigten zu allen Zeiten Gottes Rechtsmassstab. 20

4.5.3.2........ Die sauren Früchte der kirchlichen- und staatlichen Belehrung unserer Kinder beachten und deutlich erwähnen  21

4.5.3.3........ Die Katharer, Albigenser und Waldenser als Herausforderung der Staatskirche: Unter Papst Innozenz III. setzt die Verfolgung ein, die schon bald zur Inquisition auswächst 23

4.5.3.4........ Ausrichtung nach der Ältestenschaft oder Ausrichtung nach übergeordneten Vorstehern?. 30

4.5.3.5........ Sollten Christen episkopisch oder presbyterianisch organisiert sein?. 31

4.5.3.6........ Ein Kreuzzug Roms gegen wahres Schriftverständnis und Gesetzestreue. 33

4.5.3.7........ Geschichtlicher Überblick der Ausrottung der Katharer und Waldenser mittels der Albigenserkreuzzüge und der darauf folgenden Inquisition 35

4.5.3.8........ Wer zeichnete Verantwortlich, dass kein Verständnis der Schrift im Volke war?. 36

4.5.4........... Christengemeinden bis in die Endzeit, die an der Sabbatheiligung weiter festhalten und andere die dem Druck nachgegeben haben. 37

4.5.4.1........ Nord und Zentraleuropa im dreissigjährigen Glaubenskrieg um die politische Vorherrschaft 38

4.5.4.2........ Die Quäker verlassen die Sabbatheiligung. 38

4.5.4.3........ Siebenten-Tags-Baptisten kehren zur Sabbatheiligung zurück. 40

4.5.4.4........ Die Mennoniten. 40

4.5.4.5........ Wiedertäufer in der Schweiz und Zwinglis Reformierte in Zürich. 41

4.5.4.6........ Politischer Druck und Verfolgung seitens der Kirchen trägt zur weltweiten Verbreitung der Wiedertäufer bei 42

4.5.4.7........ Die Siebenten-Tags-Baptisten als aktive Sabbatisten. 42

4.5.4.8........ Der Schleitheimer Artikel als Grundlage für Widertäufergemeinden. 43

4.5.4.9........ Die Brethern und ihr Erfolg mit dem Kloster Ephrata und der Wiedereinführung der Sabbatordnung. 44

4.5.5........... Huldrych Zwingli und sein Einfluss auf den Prozess der Reformation in der Schweiz und auf die Brüderbewegung  45

4.5.5.1........ In Zürich beginnt Zwingli dem Einfluss der Katholischen Hierarchie zu trotzen. 45

4.5.5.2........ Die Brüderbewegung  (Breethern) als Verfechterin der Rückkehr zur Einhaltung biblischer Grundsätze. 47

4.5.5.3........ Die hutterischen Brüder und ihrer Gütergemeinschaften. 48

4.5.6........... Verbreitung der guten Botschaft mittels getreuer Bibelübersetzungen in der Sprache des Volkes. 49

4.5.6.1........ Die genaueste Bibelübersetzung im deutschen Sprachraum: Die Elberfelder Bibel aus der Hand der Brüderbewegung  49

4.5.6.2........ Die deutsche Elberfelder Bibel mit ihrer Genauigkeit hilft auch in England und den USA zu verändertem Denken  50

4.5.6.3........ Darbys Lehre von unterschiedlichen Haushaltungen auf dem Prüfstand. 50

4.5.6.4........ Darbys Versuch zur Erklärung fehlte es an tieferer Erkenntnis der letzten Dinge. 52

4.5.6.5........ Frühe Versuche der Wiederherstellung der Sabbatheiligung auch in anderen Teilen Europas. 53

4.5.6.6........ Nordeuropas Kampf um die Einhaltung des Sabbats. 53

4.5.6.7........ Waren die Reformatoren revoltierende katholische Priester oder den Glaubensursprung wiederherstellende Kämpfer?  56

4.5.6.8........ Südeuropa hielt trotz Kreuzzügen und Inquisition bis weit ins Mittelalter an der Heiligung des Sabbats fest 57


 

 

4.5                 Das göttliche Recht und die Pflicht andere die Wahrheit zu lehren

 

 

4.5.1           Die „Paulikaner“ versuchen den Lehren des Paulus über Jahrhunderte bis heute getreu nachzufolgen

 

4.5.1.1          Die „Paulikaner“ und andere wahre Christen widersetzten sich lange Zeit den Kirchenvätern und deren abtrünnigen Lehren, gehen aber unter neuer Gruppierung später unkluge Bündnisse mit der Politik ein und greifen gar zur Waffe

Wir haben inzwischen einige der geschichtlich wichtigen Gruppen kennen gelernt, welche sich im Wesentlichen an der ursprünglichen Lehre der Apostel über Jahrhunderte hinweg auch unter harter Verfolgung festklammerten! Die „Ebioniten und die „Paulikaner“ sind nur zwei von ihnen, ihr Anfang. Donatisten und Pelagier näherten sich zumindest in Teilen ihrer Lehre wiederum den Urchristen an und widerstanden der abgefallenen Amtskirche. Gnostiker und ihr philosophisches Gedankengut unterwanderte aber schon bald auch ihre Lehren.

 

Die Einhaltung des Sabbats war seit dem ersten Jahrhundert eines der wichtigsten Kennzeichen aller apostolischen Christen! Das von Ludwig Gieseler herausgegebene Buch „Lehrbuch der Kirchengeschichte“ besagt über die ersten Heidenchristen der „Paulikaner“:Die Heidenchristen hielten ebenfalls den Sabbat.“ [1]

 

Jeremy Tayler (1613-1667), einer der bedeutendsten anglikanischen Theologen des 17.Jahrhunderts stellte in seinem Gesamtwerk fest:

 

    Die Urchristen feierten tatsächlich den Sabbat der Juden … daher hielten die Christen lange Zeit ihre Versammlungen sabbats ab. Dann verlasen sie Abschnitte aus dem Gesetz. Diese Praxis blieb bis zum Konzil von Laodicea bestehen.“ [2]

 

Sonntag - Abschaffung des SchabbatDas Konzil von Laodicea fand im Jahre 363/364 statt. An jenem Konzil wurde u.a. der Bibelkanon der Bibelbücher festgelegt. Die rund dreissig Bischöfe beschlossen 59 oder 60 Verhaltensregeln für Christen. Im Kanon 29 wird gesagt, dass Christen nicht am Samstag (Sabbat) ruhen sollen, sondern den Herrn am Sonntag ehren, obwohl widersprüchlich Kanon 16 des selben Konzils sagt, dass die Evangelien am Sabbat gelesen werden sollen. Das Konzil von Chalzedon im Jahre 451 bestätigte den Kanon 29 dieses Konzils, dass der Sonntag geheiligt werden müsse.

 

Es bleibt kein Zweifel: Die ersten Christen hielten den Sabbat, der Abfall von göttlicher Norm und Vermischung mit heidnischen Lehren kam erst später!

 

Andere, spätere Gruppierungen die sich nach dem Muster der „Ebioniten“ und „Paulikaner“ ausrichteten, wie die Paulikianer, die Bogomilen, die Katharer, Albigenser, Passaginier, Waldenser und Hussiten u.a. werden wir später noch näher betrachten. Viele unter ihnen hatten im Grossen und Ganzen alle oder zumindest mehrere ursprüngliche Lehren der Apostel unverändert gemeinsam:

 

1)      Dass sie Unitarier waren (an einen Gott, Jehova glauben)(2.Mo 20:2; Mat 6:9; Joh 20:17),

2)      Sabbatisten (den Sabbat statt des Sonntags heiligen) (2.Mo 16:28-30; 31:12-17; Mat 24:20) und

3)      Quartodezimaner (die Passahfeier am 14.Nisan beachten) und Gottes Festzeiten einhalten. Das Abendmahl war und blieb eine Feier im Familienkreis und der christlichen Gruppe (2.Mo 12:3, 4; Lu 22:7; 1.Kor 11:22).

4)      Sie hielten in allem an der apostolischen Lehre fest und traten in die Fussstapfen der Apostel die als Juden jeden Sabbat sich versammelten und die Schriften zu studieren (Apg 15:21; 1.Kor 4:16; 11:1; Heb 10:24, 25).

5)      Keines der Gebote ist dahingefallen; Jesus brachte Änderungen in der Anwendung der GESETZE als neuer Hohepriesterkönig, nicht deren Ende! (Mat 5:17-20; 6:33; Heb 7:11, 12; Off 12:17).

6)      Sie lehnten die Kirchenhierarchie und ihre Sakramente ab! Statt der Messe stand die Sabbatversammlung mit Schwerpunkt Belehrung, Ermunterung, Ermahnung (5.Mo 31:12, 13; Lu 2:11; Apg 2:36; Gal 2:4, 5; Phi 2:9-11; Heb 3:6; 10:24, 25)

7)      Die Taufe wird nur an Erwachsene erteilt (Baptisten), die Kindstaufe erachten sie als ungültig (Mat 28:19, 20).

8)      Sie alle waren auf einem Predigen durch Laien aufgebaut und nicht dem einer bezahlten Priesterschaft; Diese Aufgabe als Vorsteher zu amten organisierten sie auf der Ebene Versammlung unter geeigneten Männern (Mat 28:19, 20; 2.Kor 3:1-3; Tit 1:5, 6; Off 1:20).

9)      Sie legen Zeugnis ab von Jehova als einzigem Gott und über Jesus, den sie allein als Herrn und König anerkennen. Nur Jesus ist Mittler zu Gott JHWH  (Mat 28:18; 1.Kor 15;24, 25; Off 5:11-14; 19:10).

10)    Ihnen war weiter gemeinsam, dass sie die Bibel als Gottes wahres Wort anerkennen und als Führungsgrundlage nehmen und nach ihr Differenzen in der Auslegung bereinigen (Ps 12:6; 119:151; Joh 17:17; 2.Ti 3:15, 16),

11)    Die Bilderverehrung wurde abgelehnt und selbst das Kreuz als ein heidnisches Symbol betrachtet. Weder das griechische Wort „xylon“ (Stamm) noch das Wort „stauros“ (Pfahl) die in der lateinischen Übersetzung mit „Kreuz“ wiedergegeben werden dem Sinn des Urtextes gerecht (2.Mo 20:4, 5; 1.Joh 5:21).

12)    Der Glaube und die Erwartung an die Wiederkehr des Christus im Fleische (Apg 1:10, 11; 1.Kor 1:7; Heb 1:6), die Auferstehung der Toten aus den Gräbern (Joh 5:25-30) richtete ihren Blick zu allen Zeiten auf prophetische Vorhersagen, die das geistige Einschlafen verhindert! An eine himmlische Auferstehung glaubten sie nicht! (1.Thess 5:1-7; 2.Pe 3:11-13; Off 16:15)

 

History of the WaldensesIn einem Artikel der adventistischen Kirche wird über die frühere Bewegung der Wiedertäufer ein Bericht erwähnt, der über einige der in Südeuropa weitverbreiteten urchristlichen Gruppen der Waldenser besagt, dass man sie auch „Sabbati, Sabbatati, Inzabbatati, aber meistens Inzabbatati“ genannt habe: ‘Man sagt, sie wurden nach dem hebräischen Wort Sabbat so genannt, weil sie den Samstag als des Herren Tag hielten’. [3]

 

Im Wesentlichen hielten sich alle diese Gruppen über lange Zeit von einem Verbünden mit den Grosskirchen oder dem Staat fern. Sie konnten durchaus erkennen, dass die vier „wilden Tiere“ in der Vision Daniels und jene zwei „wilden Tiere“ der Offenbarung des Johannes irgendwie miteinander identisch sind. Es wurde eifrigen Bibelerforschern klar, dass es sich dabei um politische Mächte, um „Könige“ und ihre Vereinigung zu grösseren Einheiten handelt. Allgemein waren sie sich auch bewusst, dass unter dem Begriff „Babylon die Grosse“ Religion gemeint sein musste, vorab die Katholische Kirche und dies später auch die abgespaltenen Töchter wie die Orthodoxe Kirche und dann schlussendlich auch die protestantischen Kirchen als derselben in geistigem Sinne hurerischen Nachkommen mit einschloss! Sie erwiesen sich doch alle als ebenso verdorbene Töchter derselben hurerischen geistigen Mutter!

 

All jene Kirchen unterhielten zudem fast zu allen Zeiten enge Bündnisse zur Politik, verschmolzen mit ihr und benutzten die Staatsmacht, um für sich Nutzen zu ziehen und um ihre Gegner zu bekämpfen! Sie waren somit alle „Teil dieser Welt“ geworden! Dadurch zeigten sie, dass sie  die Worte Jesu verworfen hatten: Sie suchten die Anerkennung und Liebe des Systems und gingen darum von Gott missbilligte Bündnisse und Kompromisse ein.

 

*** Rbi8  Johannes 17:14 ***

Babylon ist gefallen. Kommt heraus, ihr mein Volk!Ich habe ihnen dein Wort gegeben, doch die Welt hat sie gehaßt, weil sie kein Teil der Welt sind, so wie ich kein Teil der Welt bin.

 

 Wahre Christen dagegen halten sich getrennt von der Welt, sie brauchen sich hierzu nicht in grossartiger Form zu organisieren, weil sie zu erkennen vermögen, dass dies doch erst Aufgabe des Königreiches Gottes ist, wenn dieses aufgerichtet sein wird! [Bb] Jesus selbst muss doch „das Zerstreutenach seiner Rückkehr erst noch einsammeln! Dies gilt umso mehr in der Endzeit, wo doch „Babylon die Grosse“ verlassen werden muss! Das Einsammeln in die eine Hürde geschieht durch Jesus erst am Gerichtstag, wo er seine Schafe zu seiner Rechten gestellt hat, die er zuvor als die anderen Schafe“ seiner Herde bezeichnet hatte! Er hatte erklärt: „Ich habe andere Schafe und auch diese muss ich bringen“. Treue Menschen nahmen Gottes und Jesu Worte zu allen Zeiten ernst und waren sich durchaus bewusst, was sie bedeuten: Von der Welt getrennt zu bleiben, sich gegenseitig innerhalb der Versammlungen zu lieben, zu stärken und den Hass der Welt zu ertragen! (Joh 10:16)

 

*** Rbi8  Johannes 15:17-19 ***

Diese Dinge gebiete ich euch, daß ihr einander liebt. 18 Wenn die Welt euch haßt, wißt ihr, daß sie mich gehaßt hat, bevor sie euch haßte. 19 Wenn ihr ein Teil der Welt wärt, so wäre der Welt das Ihrige lieb. Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt.

 

Dass im „Schlussteil der Tage“ aus den christlichen Grossreligionen gar ein Verbünden mit den heidnischen Religionen entstehen könnte, das lag damals zur Zeit der Apostel ausserhalb jeder Vorstellungskraft! Dazu musste vorab der grosse „Abfall“ vor dem Tag des Wiederkommens Jesu auftreten! Paulus schrieb diesbezüglich den Thessalonichern:

 

*** Rbi8  2. Thessalonicher 2:3-5 ***

Laßt euch in keiner Weise von irgend jemandem verführen, denn er wird nicht kommen, es sei denn, der Abfall komme zuerst und der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn der Vernichtung [[(Paulus spricht von allen Abgefallenen als einer Einheit in Gesetzlosigkeit!)]], werde geoffenbart. 4 Er widersetzt sich und erhebt sich über jeden, der „Gott“ oder ein Gegenstand der Verehrung genannt wird, so daß er sich in den Tempel DES GOTTES niedersetzt und sich öffentlich darstellt, daß er ein Gott sei. 5 Erinnert ihr euch nicht, daß ich euch diese Dinge wiederholt sagte, als ich noch bei euch war?

 

Universal-ReligionIn der Offenbarung redet Johannes von einer Person, von dem „falschen Propheten“, den Jesus im Feuersee vernichtet. Dies deutet auf den Führer der nach der Zerstörung „Babylons der Grossen“ angebotenen geistigen Diktator hinweist, der an der Spitze der von der Mehrheit nun angebeteten Universalreligion stehen wird.

 

World Council of Religious LeadersSo wie die untereinander zerstrittenen politischen Staaten sich in der UNO verbündet haben und sich in der Endzeit ein  religiöses Abbild schaffen würden, das, was heute als „World Council of Religious Leaders“ existiert, so war dies alles in der Offenbarung längst vorhergesagt. Wir mussten nur auf die Erfüllung warten und anhand der Vorhersagen vergleichen, einordnen und damit bestätigen! Bestimmte Zeichen sollten als Bekräftigung dienen.

 

*** Rbi8  Offenbarung 13:14-15 ***

Und es [[(das zweihörnige wilde Tier (Anglo-Amerika), gleichzeitig der siebte Kopf des „siebenköpfigen wilden Tieres“)]] führt die irre, die auf der Erde wohnen, durch die Zeichen, die ihm vor dem wilden Tier zu tun gewährt wurde, während es die, die auf der Erde wohnen, beredet, dem [[(siebenköpfigen]] wilden Tier [[(der politischen Vereinigung der Nationen in der UNO)]], das den Schwertstreich [empfangen] hatte und dennoch wieder lebte, ein Bild zu machen [[eine Abbild der Organisation]]. 15 Und es wurde ihm gewährt, dem Bild des wilden Tieres Odem zu geben [[(an der Gründungsversammlung des World Council of Religious Leaders, 2004]], damit das Bild des wilden Tieres sowohl rede als auch veranlasse, daß alle, die das Bild des wilden Tieres nicht auf irgendeine Weise anbeteten, getötet würden.

 

Ziel der religiösen Vereinigung sollte es sein, dass sie „sowohl rede als auch veranlasse“, ihre Mitglieder dazu zu bringen, sowohl die neue Religionsverbindung des World Council of Religious Leaders, wie auch die politische Verbindung der UNO zu respektieren und deren Anweisungen und Gebote auszuführen. Das bringt aber zwangsläufig einen Konflikt mit Gottes GESETZ mit sich! Nur Gott ist der letzte Gehorsam zu erzeigen und nur ihm allein gebührt Anbetung! Christen müssen für Jesus als Friedensfürst Zeugnis ablehnen, nicht für von Menschen geschaffene Organisationen!

 

*** Rbi8  Offenbarung 19:9-10 ***

Und er sagt zu mir: „Schreibe: Glücklich sind diejenigen, die zum Abendessen der Hochzeit des Lammes eingeladen sind.“ Auch sagt er zu mir: „Dies sind die wahren Worte Gottes. 10 Darauf fiel ich vor seinen Füßen nieder, um ihn anzubeten. Er aber sagt zu mir: „Sieh dich vor! Tu das nicht! Ich bin nichts weiter als ein Mitsklave von dir und deinen Brüdern, die das Werk des Zeugnisgebens für Jesus innehaben. Bete Gott an; denn das Zeugnisgeben für Jesus ist das, was zum Prophezeien inspiriert.“

 

Der Gedanke an Satans Bestreben, mittels der durch ihn geführten Politik und den von ihm geleiteten Religionen war dermassen erdrückend zu akzeptieren, dass er über lange Jahrhunderte nicht zu Ende gedacht wurde! Jeder der es wagte wurde aufgegriffen und hart durch das herrschende System bestraft. All das aber war von den Propheten deutlich vorhergesagt worden! Die ganze Erde liegt doch seit Eden in der Macht des Teufels! 

 

Satans Wirken als "Gott dieses Systems"
 

Der siebte Kopf, der mit den Attentaten von New York am 11.9.2001 einen fast tödlichen Streich erhielt hat nach seiner Genesung für die Religionen ein Bild der UNO-Struktur erstellt und ihm „Odem des Lebens“ gegeben, damit alle Religionen sich untereinander vereinen, um an einem Tisch den Konsens zu finden und langsam eine multikulturelle Weltreligion mit unterschiedlichsten Bekenntnissen unter einem demokratisch geführten Führer zu bilden. Der Vorläufer der Universalreligion? 

 

4.5.1.2          Aus den ersten „Paulikanern“ entstehen im fünften Jahrhundert die Paulikianer

Wir haben das Thema im letzten NEWSLETTER bereits aufgegriffen, wollen nun spezifisch Informationen ergänzen im Zusammenhang mit der Sabbateinhaltung. Bis zum  vierten Jahrhundert nach Christus, als der arianische Streit auftrat entwickelten sich „Ebioniten“ und „Paulikaner“ gemeinsam, wie es Paulus gefordert und eingeführt hatte und vermischten sich in der Diaspora. Mit dem Streit zwischen Arius und Athanasius kam eine Polarisierung. „Ebioniten“ und „Paulikaner verteidigten auf der Seite des Arius die Unveränderbarkeit der Lehre, welche die elf Apostel in Jerusalem den Juden und Paulus in der heidnischen Welt gelehrt hatten. Dabei traten die Namen der jeweiligen Versammlungsvorsteher, in Geschichtsbüchern oft als „Bischof“ so und so, von der oder jener Stadt erwähnt in den Vordergrund und dessen Parteiname für oder gegen die Lehren des Arius in den Vordergrund. Entweder lautete das Etikett „Arianer“ oder zur katholischen, der „allgemeinen“ Kirche der „Athanasier“ gehörend.

 

Das Reich der KhazarenErst ab dem sechsten Jahrhundert werden in Geschichtsbüchern wiederum eine Fraktion nun als Paulikianer  oder Paulicianer erwähnt, nicht wie bisher als „Paulikaner“ benannt, zufolge ihrer Vereinigung mit den ansässigen Juden zu einem eigen Königreich mit Staatsgrenzen. Es wurden auch als „Khazaria“ oder Reich der Chasaren bezeichnet, da sich die im Gebiet befindlichen Versammlungen wegen ihrer beständigen Unterdrückung durch die Grossreiche Byzanz und Rom, inzwischen sich als neue Einheit mit eigener politischen Führung verbündet hatten.

 

Chasaren (Weitergeleitet von Khasaren) [4]

  

   Die Chasaren (auch Khasaren, heb. Kuzarim כוזרים; türk. Hazarlar; griech. Χάζαροι; russ. Хазары; tatar. Xäzärlär; persisch خزر; lat. Gazari oder Cosri) waren ein ursprünglich nomadisches und später halbnomadisches Turkvolk in Zentralasien.

 

   Im 7. Jahrhundert nach Chr. gründeten die Chasaren ein unabhängiges Khaganat im nördlichen Kaukasus an der Küste des Kaspischen Meeres. Ab dem 8. bis frühen 9. Jahrhundert wurde die jüdische Religion zur wichtigsten Religion im Reich. Ob nur eine dünne Oberschicht oder auch die übrige Bevölkerung die neue Religion annahm und praktizierte, ist umstritten. Überliefert ist, dass es auch Christen und Muslime unter den Chasaren gab. Die Chasaren waren wichtige Bundesgenossen des Byzantinischen Reichs gegen das Sassanidenreich und die arabischen Kalifate. Vor allem durch Fernhandel wurden sie eine bedeutende Regionalmacht und kontrollierten in der Blüte ihrer Machtentfaltung weite Teile des heutigen Südrusslands, den Westen des späteren Kasachstans, die Ostukraine, Teile des Kaukasus sowie die Halbinsel Krim. Ihre Macht wurde Ende des 10. Jahrhunderts von der Kiewer Rus gebrochen, und die Chasaren verschwanden weitgehend aus der Geschichte. Auffassungen, nach denen ein großer Teil der Chasaren im osteuropäischen Judentum aufgegangen sei, sind umstritten.

 

Wie auch heute, so sind es kriegerische Auseinandersetzungen, Eroberungen die Geschichte machen. Jene Paulikianer erreichten dadurch ihre Absonderung mit den Juden in einem eigenen Staatswesen mit Streitkräften. Das war nicht das, was Jesus und Paulus forderten, Verteidigung mit Waffengewalt, ist aber aufgrund der Situation zu einem gewissen Grad verständlich. Wir sollen diesen Teil nicht nachahmen.

 

Dies war somit mit den Lehren Jesu und des Paulus schlecht vereinbar, weil sie dadurch wiederum selbst ein Gebilde aufrichteten, das zu einem „wilden Tier“ auszuarten begann und gar ebenso wie das Katholische Rom das Königreich Gottes vorwegnahm. Dieser Versuch der Paulikianer sich in einer eigenen Nation mit Juden zusammenzutun und sich gegen Angriffe von aussen und innere Feinde mit der Waffe zu verteidigen, führte schlussendlich zum Hinschlachten von etwa 100.000 Christen in Kleinasien. Es war das Reich der als Paulikianer bekannten Christen, die erste zum Teil christliche Nation die im siebten Jahrhundert entstand. Wir haben diese Entwicklung bereits im vorhergehenden Artikel eingehend behandelt. Ihr Führer war ein gewisser Konstantin, der auch Silvanus genannt wurde.

 

Mit den später aus ihnen und parallel zu ihnen her entstandenen Bogomilen im Balkan, im zehnten bis zum fünfzehnten Jahrhundert verhielt es sich bald wiederum ähnlich. Auch sie suchten schlussendlich ihr Heil und ihren Schutz im Verbünden mit politischer Macht. Auf diese Gruppe gehen wir etwas später noch näher ein.

 

CarcassonneDenselben Fehler den die Juden in drei Aufständen gegen die römische Macht unternommen hatten wurde nun auch in vielerlei Weise durch Christen wiederholt, die sich in Lehre und Lebensweise noch relativ eng an das Urchristentum hielten, weil auch sie Jesu Worte verlassen hatten und sich mit der Waffe in der Hand zu verteidigen begannen! Zuerst die Paulikianer und dann die Bogomilen errichteten sich ihre eigenen Staatswesen, nachdem sie „zu Vielen“ geworden waren. Ähnliches versuchten später ab dem zehnten bis zum fünfzehnten Jahrhundert auch die Katharer (Bild: Katharerhochburg Carcassonne in Südwestfrankreich), die Waldenser und die Hussiten zu tun, die ab einem bestimmten Punkt der Unterdrückung alle ebenso zur politischen Sezession ihrer Wohngebiete neigten und zur bewaffneten Verteidigung gegen eine riesige Übermacht griffen! Später waren es zum Protestantismus neigende Staaten die sich mit römisch-katholischen in Kriege verwickelten.

 

Dazu waren jedoch Bündnisse mit anderen, bestehenden politischen Mächten, den „wilden Tieren“ notwendig. Das bedeutete Kompromisse mit dem Glauben einzugehen. Damit lieferten sie aber nur weitere Argumente zu ihrer eigenen Niederschlachtung seitens ihrer politischen Besitzer und Gegner! Im Gegensatz zur Nation Israel, wo Gott für sein Volk selbst Kriege führte und auf übernatürliche Weise den Sieg errang, sofern Israel das GESETZ achtete, verschwanden all jene christlichen Königreiche wieder! Ganz offensichtlich hatten sie nicht Gottes Anerkennung. Die Beschreibung der Abtrünnigkeit stammt fast ausschliesslich von den Gegnern, was verschmutzten Quellen gleicht

 

   Besonders in Südfrankreich wurden viele Christen abtrünnig und bildeten eigene Gemeinden. Für die Häretiker der Grafschaft Toulouse macht der Chronist der Kirche zu unrecht den Namen Albigenser aktenkundig. Auch in Albi brannten die Scheiterhaufen, aber die Stadt war kein Zentrum der Abtrünnigen. Sie nannten sich selbst bonshommes, gute Menschen. Später bezeichnete man sie als Katharer, wahrscheinlich nach katharoi, die Reinen. Die Verfolger der Häresie im Languedoc haben die Selbstzeugnisse der Katharer vernichtet. Was über ihren Glauben bekannt ist, wurde weitgehend den Akten und Chroniken ihrer Gegner entnommen. Eine umfangreiche und zum Teil recht spekulative Literatur liegt vor. [5]

 

Die ab dem fünfzehnten Jahrhundert kommenden Protestanten taten nach ihrer Abspaltung in den jeweiligen Ländern dasselbe, Verbünden mit weltlicher Macht, um gegen die mächtige und unterdrückerische katholische Übermacht bestehen zu können. Sie schlossen Bündnisse mit ihnen wohlgesinnten politischen Kräften im Innern oder Draussen vor den Landesgrenzen. Jesu Worte, die den Pazifismus von Christen begründen wurde unter hartem politischem und religiösem Druck bald schon vergessen. Das beginnt mit physischer Gewalt im Kleinen und endet mit Krieg im Grossen!

 

Petrus schlägt dem Knecht Malchus das Ohr ab *** Rbi8  Matthäus 26:51-54 ***

Doch siehe, einer von denen, die mit Jesus waren [[(Petrus)]], streckte seine Hand aus und zog sein Schwert und schlug den Sklaven des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab. 52 Da sagte Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. 53 Oder denkst du, ich könne nicht meinen Vater anrufen, daß er mir in diesem Augenblick mehr als zwölf Legionen Engel sende? 54 Wie aber würden in diesem Fall die Schriften erfüllt werden, daß es so geschehen muß?“

 

Jesus hatte die Macht Engel zu seiner Verteidigung zu bestellen, aber er wollte, dass sich alles, was in den Schriften über ihn und seinen Tod durch die Propheten aufgezeichnet war Erfüllung finden solle. Das ganze Wort Jehovas sollte geschehen!

 

Jesus gab nicht Auftrag Gottes Königreich selbst aufzurichten, um ihn darin willkommen zu heissen. Er war doch bereits nach seiner Erhöhung König und Hoherpriester im „Königreich des Sohnes seiner Liebe“ und dessen Grenzen bildeten die „Enden der Erde“.  Er ordnete deutlich an zu Gott, dem Vater um das Kommen des väterlichen Königreiches zu bitten! „Dein Reich komme, dein Wille geschehe“. Er warnte wiederholt deutlich davor, dass viele in seinem Namen komme würden und sagen:  hier ist es, oder dort“! Ganz offensichtlich konnte nach diesen Worten niemand bestimmen, wo Gottes Königreich sei, bis es durch Jesus selbst aufgerichtet würde! Dieser Zeitpunkt war durch die Propheten deutlich mit dem Abschluss des Systems verbunden worden und konnte nicht davon herausgelöst werden!

 

*** Rbi8  Matthäus 24:23-28 ***

Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Siehe! Hier ist der Christus‘ oder: ‚Dort!‘, glaubt es nicht. 24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, selbst die Auserwählten irrezuführen. 25 Siehe! Ich habe euch im voraus gewarnt. 26 Wenn man daher zu euch sagt: ‚Siehe! Er ist in der Wildnis‘, geht nicht hinaus; ‚Siehe! Er ist in den inneren Gemächern‘, glaubt es nicht. 27 Denn so, wie der Blitz von östlichen Gegenden ausgeht und zu westlichen Gegenden hinüberleuchtet, so wird die Gegenwart [[(die Wiederkunft)]] des Menschensohnes sein. 28 Wo auch immer der Kadaver ist, da werden die Adler versammelt werden.

 

Eher auf christliche Führer zu achten, die sich als Befreier aufspielen musste mit Verlust enden! Das Kommen von Gottes Königreich ist mit dem grössten Umsturz aller Zeiten verbunden, an die „grosse Drangsal“ geknüpft.

 

Heute wiederholt sich die Situation der Bedrohung von friedfertigen Christen erneut. Wiederum sollen sie einerseits das politische „wilde Tier“ ihrer Nation, dann weiter das „zweihörnige wilde Tier“ der Weltmacht Anglo-Amerika und zudem das „siebenköpfige wilde Tier“ der UNO anbeten. Selbst das „Bild des wilden Tieres“, die Religionsführer fordern Anbetung für sich! Anbetung schliesst blinde Unterwerfung mit ein, um deren Willen auch da zu tun, wo die Bibel einem Christen deutlich Grenzen setzt! Nun soll auch noch anbetungsgleiche Unterordnung unter die Grossreligionen „Babylons der Grossen“ gezollt werden, deren einziges Verlangen ist, dass alle Sekten und Abspaltungen verschwinden und der Kuchen der Ausnutzung von Gläubigen durch weniger Mitesser geteilt werden kann!

 

4.5.1.3          Achtung vor Bündnissen und vor dem der Griff zur Waffe, um sich zu verteidigen

„Ein göttlicher und menschlicher Fahneneid ist unverträglich; man kann nicht beiden dienen, Gott und dem Kaiser", schrieb Tertullian um 200 u.Z. Ganz offensichtlich wusste er um das GESETZ des Christus, das Waffengewalt selbst zur Verteidigung ausschloss! Damals wurden Christen vom römischen Reich gezwungen Dienst mit der Waffe im Heer auszuführen. Viele zogen es vor, als Sträflinge auf den Galeeren zu dienen oder wie Paulus im Amphitheater mit wilden Tieren zu kämpfen als Gottes Gebot zu übertreten. Selbst der öffentliche Dienst in der Verwaltung für den Kaiser wurde wegen der damit verbundenen Kompromisse abgelehnt: "Keine Sache ist uns fremder als die öffentliche", argumentiert Tertullian.

 

Ich bin Kriegsdienstverweigerer: Schlagt mich totFür Tertullian waren die „obrigkeitlichen Gewalten“ von der Paulus (Rö 13:1-4) redet in der Christenversammlung des „Königreiches des Sohnes seiner Liebe“ und nicht beim Cäsar! Jesus war ihr König und Hoherpriester. Nur gute hundert Jahre später, im Jahre 314, erklärten die romgetreuen Bischöfe auf der Synode von Arles in völliger Abweichung davon die Fahnenflucht respektive Kriegsdienstverweigerung für eine Sünde. Damit liessen sie Jesu Worte ausser Acht, wo er erklärt:

 

*** Rbi8  Matthäus 6:24 ***

Niemand kann ein Sklave zweier Herren sein; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird sich zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Sklaven Gottes und des Reichtums sein.

 

Der Dienst für den Kaiser wird mit dem „Salarium“ entlohnt. Viele strebten nach diesem Sold oder einem regulären Einkommen in der kaiserlichen Verwaltung. Wer aber dem Cäsar dient, der muss auch des Cäsars Anweisungen ausführen selbst dann, wenn damit Übertretung von Gottes GESETZ und Willen verbunden sind! Jeder Christ muss sich selbst gegenüber Rechenschaft ablegen, weil jeder für sich Gott gegenüber verantwortlich zeichnet! Jesus setzte Gottes Königreich und Seine Anordnungen an die erste Stelle!

 

*** Rbi8  Matthäus 6:33-34 ***

So fahrt denn fort, zuerst das Königreich [[(des Sohnes seiner Liebe)]] und SEINE Gerechtigkeit [[(im „GESETZ des Christus“)]] zu suchen, und alle diese [anderen] Dinge werden euch [[(als Segen Jehovas)]] hinzugefügt werden. 34 Macht euch also niemals Sorgen um den nächsten Tag, denn der nächste Tag wird seine eigenen Sorgen haben. Jeder Tag hat an seinem eigenen Übel genug.

 

Gottes Gerechtigkeitsmassstab und der des Kaisers sind nicht identisch! Fast jede Arbeit für den Staat bedingt Kompromisse! Vorab beginnt dies mit dem Arbeiten am Sabbat, an den Neumondfesten und zu den Festzeiten Jehovas und ähnlichen Erfordernissen, scheinbar kleinen Übertretungen aus menschlicher Sicht! Die wenigsten Menschen denken den Gedanken in die Gegenrichtung weiter, was die positive Konsequenz wäre, wenn immer mehr Menschen echtes Christentum leben würden und der Nationalstaat immer mehr in den Hintergrund gedrängt würde! Jesus wurde zur Ehre Jehovas Segen über die bringen, die den Vater in seinem Namen bitten: „Und worum immer ihr in meinem Namen bittet, das will ich tun, damit der Vater in Verbindung mit dem Sohn verherrlicht werde. Wenn ihr um etwas in meinem Namen bittet, will ich es tun.“ (Joh 14:13, 14).

 

Diese Veränderung hin zu wahrem Frieden ist aber nur da möglich, wo der Einzelne wiederum eine grössere Selbstverantwortung übernimmt, statt alles dem Staat zu delegieren, er beginnt erneut notwendige Dinge selbst zu erledigen! Das beginnt mit der Aufgabe des Vaters als „Haupt“ der Familie auch die Kinder bereits vom Müssiggang abzuhalten und sie Aufgaben innerhalb der Familie übernehmen zu lassen. Das bringt Gottes Segen und der Spruch erfüllt sich: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.“

 

Der SchuldenkreislaufSchlussendlich wird jenes heutige (neu-)feudale System mit seinem aufgeblasenen, ineffizienten und korrupten Beamtenapparat und dessen Schuldenmacherei so oder so für die Bürger unbezahlbar, sei es etwas früher oder etwas später! Inflation und dann Hyperinflation und ein Crash sind absehbar. Die Überschuldung von nahezu allen heutigen Nationen ist genügend Beweis dazu! Das Resultat wird stets Versklavung und Verarmung eines grossen Bevölkerungsteils sein – Grund zu mehr Polizei, mehr Militär, mehr Beamten wegen der Unruhen die dadurch entstehen. Ein Teufelskreis der nicht mehr durchbrochen werden kann! Hellerleuchtete Städte mit jeder Form der Unterhaltung und aufgehäuftem Reichtum und verarmtes Land und Slums in unerträglicher Not! Längst haben wir wiederum ein Feudalsystem! Dem wirkten Jesus und die Apostel entgegen! Im kommenden System wird Erde verteilt die jede Familie aktiv halten wird und dadurch die Erde zum Paradies, zum „Garten“ wie Eden mitgestalten wird, mit Verstand und Arbeitseinsatz, um Nutzen und Schönheit zu kombinieren.

 

In der Taufe ist jeder Christ mit Gott dem Vater, mit Jesus dem Sohn und durch heiligen Geist einen Bund eingegangen. Der Geist Gottes spricht dabei aus der Heiligen Schrift zu uns! Weil die Religionen in Verbindung mit der Politik diesen Bund in abscheulicher Weise gebrochen haben und uns falschen „Frieden und Sicherheit“ verkünden, darum kommt „plötzliche Vernichtung“ und das Ende mittels Gottes eigenem Gericht! Wo keine Gerechtigkeit herrscht, da gibt es keinen Frieden. Wir sollten uns dieser Tatsache bewusst bleiben! Die Worte Jesajas haben heute wiederum ihre Erfüllung!

 

*** Rbi8  Jesaja 24:5-6 ***

Und das Land selbst ist entweiht worden unter seinen Bewohnern, denn sie haben die Gesetze [[GESETZE]] umgangen, die Bestimmung geändert, den Bund von unabsehbarer [[(ewiger)]] Dauer gebrochen. 6 Darum hat der Fluch selbst das Land verzehrt, und die es bewohnen, werden für schuldig gehalten. Darum haben sich die Bewohner des Landes an Zahl vermindert, und sehr wenige sterbliche Menschen sind übriggeblieben.

 

Am Tag von Harmagedons Endschlacht werden wiederum nur sehr wenige übrigbleiben, obwohl sie gesamthaft als eine „Grosse Volksmenge“ bezeichnet werden! Auch wenn alle rund um uns Gottes GESETZE verlassen haben und sie offen brechen, so ist es doch an jedem Einzelnen von uns eigene Bundestreue zu beweisen! Beim Abschluss des jüdischen Systems, als Jehova aufhörte für sein Volk zu sorgen, da waren es nur wenige, ein „Überrest“ die blieben und bei Jesus im „Königreich des Sohnes der Liebe“ Schutz suchten. Die grosse Mehrheit folgte den geistlichen Führern und Roms Politik, obwohl sie dadurch offensichtlich Gottes Wohlwollen verloren hatten. Paulus erwähnt einen kommenden Wechsel im Hebräerbrief:

 

*** Rbi8  Hebräer 8:8-9 ***

,Siehe! Es kommen Tage‘, spricht Jehova, ‚da will ich mit dem Hause Israel [[(der „grossen Volksmenge)]]und mit dem Hause Juda [[(den 144.000)]] einen neuen Bund schließen, 9 nicht gemäß dem Bund, den ich mit ihren Vorvätern an [dem] Tag machte, an dem ich ihre Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, da sie nicht in meinem Bund blieben, so daß ich aufhörte, für sie zu sorgen‘, spricht Jehova.

 

Der „neue Bund“, wo Jehova sein Volk wiederum anerkennt und mit „Juda“, dem „Israel Gottes“ diesen angekündeten ehegleichen „neuen Bund“ schliesst und nun die Auserwählten der 144.000 Priesterkönige (Juda) als Sein eigenes Volk „Israel Gottes“ anerkennt, einschliesslich deren Mitstreiter, dies steht erst noch bevor! [Bb] Das ist am Tag, wo Jesus dem Vater das vollkommen gereinigte Königreich übergibt, am Tag des „Abendessen der Hochzeit des Lammes“ [Bb2; e1].

 

Erziehung braucht StrafmittelUnsere Reinigung und Läuterung ist noch nicht vollkommen abgeschlossen. Das herrschende System richtet sich weit eher nach der Menschenrechtskonvention der UNO, wie nach biblischem Rat! Wer heute einem Sohn eine Körperstrafe die er verdient verabreicht, der wird mit einer Anzeige rechnen müssen. Darum haben wir überfüllte Gefängnisse und eine neue Form von Staatsfolter als Folge davon, in der Jugend nicht auf Zurechtweisung geachtet zu haben. Die meisten von uns haben noch „nicht bis aufs Blut widerstanden“, um Treue zu Gottes GESETZ und unsere Liebe zum Christus unter Beweis zu stellen! Wir sollen doch bis ans Ende „nicht ermatten“!

 

*** Rbi8  Hebräer 12:4-6 ***

Euren Wettkampf gegen jene Sünde fortsetzend, habt ihr noch nie bis aufs Blut widerstanden, 5 doch habt ihr die Ermahnung gänzlich vergessen, die an euch als an Söhne gerichtet ist: „Mein Sohn, achte [die] Zucht von Jehova nicht gering, noch ermatte, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst; 6 denn wen Jehova liebt, den züchtigt er; ja er geißelt jeden, den er als Sohn aufnimmt.“

 

Wiederum ist der Versuch bei zunehmendem Druck durch das System gross, dass wir uns als einzelne Christen einen starken Partner ausserhalb der Versammlung suchen, der vermeintlich in der Politik oder den grossen Religionen vorhanden zu sein scheint. Auch als kleine, vereinzelte Versammlungen innerhalb eines grossen Menschenmeeres besteht der Drang sich zu grösseren Gruppierungen zusammenschliessen. Diese drängt es ihrerseits sich wiederum in grösseren Gemeinschaften wie zum Beispiel dem „Bund der Freikirchen“ usw. zu verbinden, um sich gegenseitig Rat und Stärkung zu geben. Das ist aber alles stets wiederum mit Kompromissen verbunden, indem Glaubensgrundlagen die im Einklang mit der Bibel aufgebaut worden sind dann gegen andere Grundlagen ersetzt werden müssen, die im Einklang mit Satans System, dem Staat sind!

 

Wer als Glaubensgemeinschaft von den Herrschenden als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ anerkannt werden will, muss dessen Gesetzgebung annehmen, sich symbolisch vor dem Staat verneigen und ihm „Anbetung“ darbringen! Die symbolische „666“ wird unausweichlich kommen! Der Staat dankt mit Privilegien und Steuergeschenken. Wiederum ist es das Volk, das dafür aufkommen muss mittels überhöhter individueller Steuern.

 

Wiederum müssen sich auch heute die Schriften erfüllen. Kein kleinster Buchstabe ist dahingefallen. Diesmal betrifft es die dreieinhalbjährige Zeit des Endes [B], unsere Generation, eine Zeit erdenweiter, grosser Drangsal ertragend. Hören wir, wenn Jesus zu den „sieben Versammlungen“ spricht. Er redet auch direkt zu jedem von uns:

 

*** Rbi8  Offenbarung 2:10-11 ***

Siehe! Der Teufel wird fortfahren, einige von euch [[(mittels seiner Staatsgewalt zur Abschreckung anderer)]] ins Gefängnis zu werfen, damit ihr völlig auf die Probe gestellt werdet [[(wer dem „Haupt“, dem Christus treu bleibt)]], und ihr werdet zehn Tage lang Drangsal haben. Erweise dich als treu selbst bis in den Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben [[(das ewige Kelen und Erbe)]]. 11 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt: Wer siegt, der wird keinesfalls vom zweiten Tod [[(dem Urteil zum Feuersee)]] Schaden erleiden.‘

 

Der Geist Gottes spricht durch Jesus zu jeder einzelnen Versammlung, zu den „sieben Leuchtern“, in dessen Mitte er als ihr Haupt steht und die Worte sind direkt an jeden Vorsteher gerichtet (Off 1:20). Jedes einzelne Glied der Versammlung soll es hören und muss selbst entsprechend handeln! Der Druck von aussen, indem Christen vor weltliche Richter geschleppt und in Gefängnisse geworfen werden hat damit zu tun, dass das System uns wiederum versklaven will! Politik und Religion funktionieren nur durch grosse Mitgliederzahlen und durch deren Unterstützung!

 

Der Apostel Johannes und seine Sendschreiben an die sieben Versammlungen in Asien in der Offenbarung (Apokalypse)
 

Christliche Familien und Versammlungen wie im 1.Jahrhundert funktionieren aber unabhängig von grossen Institutionen, vorausgesetzt, wenn sie an ihrer Grundlage festhalten und die Bande der Liebe untereinander festigen! Bündnisse und Kompromisse werden diese Integrität Jesus gegenüber zu schwächen versuchen und schlussendlich aushöhlen! Jede Versammlung steht dabei wie eine erhöhte Insel im weiten Menschenmeer! Bereits der Psalmist besingt diese Situation vor allem im Hinblick der letzten dreieinhalb Jahre des Systems, nachdem Gott selbst die Herrschaft über die ganze Erde an sich nimmt [B1] und die Rechtssache der Völker in Gerechtigkeit erledigt: (Ps 96:10; Off 11:14, 15) [B1>]

 

Versammlungen: Inseln im Meer*** Rbi8  Psalm 97:1 , 10***

Jehova selbst ist König geworden! [[(Off 11:14, 15)]] Es frohlocke die Erde.

Mögen die vielen Inseln sich freuen.

...

10 O ihr, die ihr Jehova liebt, haßt das Böse [[(das Gesetzlose)]].

Er behütet die Seele seiner Loyalgesinnten;

Aus der Hand der Bösen befreit er sie.

 

Zu sehen, was um uns herum vor sich geht sollte uns dazu bewegen den Kopf hochzuheben, weil das Ende sich naht! (Lu 21:28; vergl. Ps 24:5-7) Die vielen christlichen Versammlungen, die ihre Freiheit in Christus nicht aufzugeben bereit sind, um sich in ein „ungleiches Joch mit Ungläubigen“ zu begeben, sie sollen sich gleich „Inseln“ freuen, weil ihre Vereinigung unter ihrem einem „Haupt“, Jesus dem Christus nahe gekommen ist.

 

Jesus selbst wird dem Vater erst am Ende das geeinte und vollkommen von allen „Böcken“ gereinigte „Königreich des Sohnes seiner Liebe“ mit der neu aufgerichteten „Verwaltung an der Grenze der Fülle der Zeiten“, dem „Israel Gottes“ übergeben, „damit Gott allen alles sei“! Erst dann sind wir anerkannte „legitime Söhne“. An Gottes Zeitplan wird sich während der „siebten Trompete“ nichts mehr ändern! (Off 10:5-7) Es wird keine Verzögerung mehr geben! (Off 10:5-7)

 

*** Rbi8  1. Korinther 15:24-28 ***

Als nächstes das Ende [[(der von Daniel erwähnten Frist von 1335 Tagen)]], wenn er seinem Gott und Vater das Königreich übergibt, wenn er Regierungen von aller Art und alle Gewalt und Macht zunichte gemacht hat. 25 Denn er muß als König regieren, bis [Gott] alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. 26 Als letzter Feind [[(des alten Systems)]] wird der [[(adamische)]] Tod zunichte gemacht [[(wenn auch die „grosse Volksmenge“ „in einem Nu“ zu Unverweslichkeit und Unsterblichkeit umgewandelt wird)]]. 27 Denn [Gott] „hat alle Dinge seinen Füßen unterworfen“. Wenn er aber sagt, daß ‘alle Dinge unterworfen worden sind’, ist offenkundig der ausgenommen, der ihm alle Dinge unterworfen hat [[(Jehova)]]. 28 Wenn ihm aber alle Dinge unterworfen sein werden, dann wird sich auch der Sohn selbst dem unterwerfen, der ihm alle Dinge unterworfen hat, so daß Gott allen alles sei.

 

Wer sich Jesus nicht freiwillig als „Haupt“ unterworfen hat ist bereits vergangen, hat keine Auferstehungshoffnung mehr. Was für einen Sinn ergibt es, wenn Kleinversammlungen der Endzeit, die sich mühsam aus „Babylon der Grossen“ herausgelöst haben, nun unter zunehmendem Druck, um sich gegenseitig zu stärken Kompromisse mit den hierarchischen „Bergen“ dieses Systems eingehen? Was für einen Nutzen für jenen, der „Babylon die Grosse“ durch die eine Tür verlässt um nur durch eine andere dahin zurückzukehren? Gibt es denn auch nur eine einzige Religion die anerkennt Teil „der grossen Hure“ zu sein, die Religionen als Gesamtes bilden: Wenn doch alle diese „Berge“ und auch die „Hügel“ der Macht in Harmagedon zunichte gemacht werden? Forderte uns nicht Jesus selbst dazu auf, die „Berge“ und „Hügel“ der Überheblichkeit über andere „eben zu machen“? Dies ist nicht schwer zu verstehen, wenn wir Jesajas Warnung vor Augen haben:

 

*** Rbi8  Jesaja 41:14-16 ***

Fürchte dich nicht, du Wurm Jakob, ihr Männer von Israel. Ich selbst will dir helfen“ ist der Ausspruch Jehovas, ja deines Rückkäufers, des Heiligen Israels. 15 „Siehe! Ich habe dich zu einem Dreschschlitten gemacht, zu einem neuen Dreschwerkzeug, das zweischneidige [Zähne] hat. Du wirst die Berge niedertreten und [sie] zermalmen; und die Hügel wirst du so wie die Spreu machen. 16 Du wirst sie worfeln, und ein Wind selbst wird sie forttragen, und ein Windsturm, er wird sie in verschiedene Richtungen treiben. Und du deinerseits wirst in Jehova frohlocken. In dem Heiligen Israels wirst du dich rühmen.“

 

Jesus ist jener, der die „Worfschaufel“ am Gerichtstag in seinen Händen hält! Johannes erklärte am Jordan: „Ich für meinen Teil taufe euch mit Wasser, weil ihr bereut; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, [und] ich bin nicht wert, ihm die Sandalen abzunehmen. Dieser wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen. Er hat seine Worfschaufel in seiner Hand, und er wird seine Tenne gründlich säubern und wird seinen Weizen in das Vorratshaus sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.“ (Mat 3:11, 12)

 

Der geistige Tempel: Aufbau des Leibens des ChristusDer „Wurm Jakob“, jene Männer, an welche die Aussage Jehovas schlussendlich gerichtet ist, es sind vorab die frühauferstandenen Apostel, die mit Jesus zusammen an der Trennung von „Weizen vom Spreu“ als die zwölf Richter Israels beteiligt sind! [B2; B2e-B2g] „Du wirst die Berge niedertreten und [sie] zermalmen; und die Hügel wirst du so wie die Spreu machen.“ Sollte man sich auf „Berge“ und „Hügel“ verlassen, die zunichtewerden?

 

*** Rbi8  Matthäus 19:28 ***

Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch: In der Wiedererschaffung, wenn sich der Menschensohn auf seinen Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr [[(die Apostel)]] selbst, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

 

Im Gefolge von Jesu Tod verbanden sich die Apostel weder mit den Pharisäern, noch mit den Sadduzäern, noch mit den Parteigängern des Herodes! Ihre Versammlungen blieben unabhängig, auch jene die später von Paulus aus Menschen der Nationen hinzukamen bildeten keine andere Einheit, als zum Leib des Christus und ihm als „Haupt“ zusammenzugehören! 

 

Warum nicht auf unseren Herrn und Führer Jesus vertrauen und bis ans Ende ausharren, indem wir uns Jehovas Schutz unterordnen? Ist nicht „Jehova unser Fels und unsere Kluft“, in der wir Zuflucht finden? Warum nicht insofern bei den Aposteln Schutz suchen, indem wir uns an ihr Wort halten und auf ihrer Grundlage aufbauen? Selbst wenn es Treue bis in den Tod bedeutet, so wird ja der Tod durch Jesus ebenso zunichte gemacht werden, wenn die Auferstehung der Gerechten am „Tag des Herrn“ folgen wird!

 

Christen müssen gemäss Jesu warnenden Worten „treu bis in den Tod“ bleiben und dürfen weder zur Waffe greifen, um andere zu töten noch in Bündnisse eintreten, die uns von Gott entfernen! Der erste Tod ist nicht das, was ein Christ zu fürchten braucht! „Darum fürchtet euch nicht vor ihnen; denn es ist nichts zugedeckt, was nicht aufgedeckt, und [nichts] verborgen, was nicht bekanntwerden wird. Was ich euch im Finstern sage, das redet im Licht; und was ihr im Flüsterton hört, das predigt von den Hausdächern. Und werdet nicht furchtsam vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib in der Gehẹnna vernichten kann.“ (Mat 10:26-28) Es ist vielmehr der „zweite Tod“, der in Harmagedons Endschlacht über all jene kommt, die Gottes Worte missachtet haben! Auch uns in der Endzeit wird somit Ausharren empfohlen und nicht die Flucht zu den Waffen oder das Verbünden mit der Politik oder Religion!

 

Orthodoxe Juden demonstrieren gegen Verhaftung eines Wehrdienstverweigers 

Montag, 7. November 2016 |  NAI Redaktion [6]

 

Orthodoxe Juden demonstrieren zu Gunsten Kriegsdienstverweigerer   Wie schon am Wochenende haben auch gestern Abend orthodoxe Juden der litauischen Strömung gegen die Verhaftung eines jungen orthodoxen Wehrdienstverweigerers demonstriert. Dabei kam es zu Sperrungen von Strassen an verschiedenen Orten des Landes.

 

   Die orthodoxen Juden der litauischen Strömung lehnen jede Zusammenarbeit mit dem israelisches Staat und der Armee ab. Ihrem Glauben zufolge kann nur der Messias einen jüdischen Staat wiederherrichten. Daher hatte der junge orthodoxe Jude alle Briefe der israelischen Armee ignoriert und ist daher auch nicht vor der Rekrutierungsstelle der Armee erschienen. In der vergangenen Woche hatte er sich in einer anderen Angelegenheit an die Polizei gewandt. Dort entdeckte man, dass er Deserteur ist, wurde festgenommen und an die israelische Armee übergeben, wo er zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

 

   Bereits am Wochenende demonstrierten in Jerusalem mehrere hundert orthodoxe Juden gegen die Verhaftung des Jugendlichen. Dabei wurden Müllcontainer in Brand gesetzt, es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

 

Selbst jüdisch orthodoxe zeigen mit ihrer Handlung bis heute, dass die christlichen Bewegungen aller Jahrhunderte die sich gegen den Dienst mit der Waffe und Unterstützung der Staatsgewalt wandten in Wirklichkeit ihr Vertrauen auf den Messias und auf seine Wiederkehr setzen, verbunden mit der Aufrichtung des tausendjährigen Friedensreiches.

 

4.5.1.4          Flucht hin zum Tal Jehovas, weg von den beiden „Bergen“ die sich spalten

Der Prophet Sacharja warnte vor dem vereinten grossen Berg der Olivenbäume, „der vor Jerusalem im Osten“ ist. Der Garten Gethsemane, von wo aus Jesus auf dem Ölberg zum Himmel aufstieg ist auch der Ort, wohin er zurückkehren wird. Der Prophet Sacharja spricht von der Zeit des Endes, vom „grossen und furchteinflössenden Tag Jehovas“, seinem „Tag der Rache“ an den Nationen und dem Jahr des Wohlwollens.

 

Zuvor sind es zwei Mächte, die wie „ein Berg“ zusammengefügt sind und die Völker zur Flucht hin zu ihnen zu bewegen suchen. Jehova warnt davor und zeigt, dass die beiden letzten vereinten grossen Berge vor Jerusalem sich in ihrer Mitte spalten werden, wenn vom Sonnenaufgang her „die Könige der ganzen Erde“ kommen, Jehova und Jesus! Das wird von Johannes als an einem vorherbestimmten Tag in der Offenbarung beginnend aufgezeigt: „Das zweite Wehe ist vorbei. Siehe! Das dritte Wehe kommt eilends. Und der siebte Engel blies seine Trompete. Und es geschahen laute Stimmen im Himmel, die sprachen: ‚Das Königreich der Welt ist das Königreich unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird für immer und ewig als König regieren.‘ “ (Off 11:14, 15)

 

*** Rbi8  Sacharja 14:3-5 ***

Und Jehova wird gewiß ausziehen und gegen jene Nationen Krieg führen wie am Tag seiner Kriegführung, am Tag des Kampfes. 4 Und seine Füße werden tatsächlich an jenem Tag auf dem Berg der Olivenbäume stehen, der vor Jerusalem, im Osten, ist; und der Berg der Olivenbäume [[(die Hierarchie der Mächtigen der Erde)]] soll sich in seiner Mitte spalten, vom Sonnenaufgang her und gegen Westen. Dort wird ein sehr großes Tal sein; und die Hälfte des Berges wird tatsächlich nach Norden [[(in Richtung hin zum „König des Nordens“)]] bewegt werden und die Hälfte davon nach Süden [[(in Richtung hin zum „König des Südens“)]]. 5 Und ihr werdet gewiß zum Tal meiner Berge fliehen [[(nicht hin zu einem der zwei „Berge“)]]; denn das Tal der Berge wird bis nach Azel hin reichen. Und ihr werdet fliehen müssen, so wie ihr wegen des [Erd]bebens in den Tagen Usijas, des Königs von Juda, geflohen seid. Und Jehova, mein Gott, wird bestimmt kommen [und] alle Heiligen mit ihm.

 

Die Hure "Babylon die Grosse" reitet das "sienköpfige wilde Tier"Zu Beginn der Kampfhandlungen Gottes gegen die Nationen, die den Abschluss des Systems markieren, wird jene grosse Spaltung zwischen dem „Berg“ der Politik und dem „Berg“ der Religion erfolgen! Die Christenheit des Westens ist mit dem „König des Südens“ verbunden, die des Ostens und Muslime mit den „König des Nordens“. Ihre Vereinigung war von Beginn an schwach, indem der Schwächere, die Religionen den Stärkeren, die Politik zu dominieren versuchte! „Babylon die Grosse“ reitet bis an ihr schmähliches Ende auf der Politik, dem siebenhörnigen „wilden Tier“, der UNO, bevor sie plötzlich abgeworfen wird, um endgültig vernichtet zu werden! Die Aufforderung Jehovas für „jene Tage“ lautet deutlich auf Flucht, „hin zum Tal dazwischen“! „Tal“ steht dabei wie „Berg“ in symbolischer Bedeutung und weist darauf hin, dass dort keine hierarchische Höhen bestehen! Der Untergang der Religionen hat ein Vakuum zur Folge, das durch jene letzte „Universalreligion“ notdürftig ausgeglichen wird. Bestimmt kein Fluchtpunkt!

 

Beide politischen „Berge“, die des „Nord-„ und des „Südkönigs“ werden nach Harmagedon verschwunden sein! Niemals mehr wird es Religionen geben, weil Gottes Herrschaft ein Königreich ist und keine Religion! Das Wiederkommen Jesu, zusammen mit Gott und den himmlischen Heerscharen ist mit dem Beginn des „Tages des Herrn“ fest verbunden! „Jehova, mein Gott, wird bestimmt kommen [und] alle Heiligen mit ihm“ verspricht Sacharja. Sind wir aber wirklich entsprechend vorbereitet für jenen Tag, respektive die letzten dreieinhalb Jahre des Systems? Wo stehen wir auf der Zeitachse?

 

Seit dem ersten Jahrhundert flohen frühe christliche Gruppen immer wieder unter erneuter Verfolgung an andere Orte hin, ohne grossen materiellen Besitz aufzuhäufen war dies weniger traumatisch! Sie hatten dabei Jesu Worte im Sinn und handelten entsprechend.

 

*** Rbi8  Matthäus 10:16-23 ***

Siehe! Ich sende euch aus wie Schafe inmitten von Wölfen; darum erweist euch vorsichtig wie Schlangen und doch unschuldig wie Tauben. 17 Hütet euch vor den Menschen; denn sie werden euch an örtliche Gerichte ausliefern, und sie werden euch in ihren Synagogen [[(Kirchen; Tempeln;  Königreichssaal-Versammlungen)]] geißeln. 18 Ja, ihr werdet vor Statthalter und Könige geschleppt werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zu einem Zeugnis. 19 Wenn man euch aber ausliefert, so macht euch keine Sorgen darüber, wie oder was ihr reden sollt; denn was ihr reden sollt, wird euch in jener Stunde gegeben werden; 20 denn die Redenden seid nicht nur ihr, sondern der Geist eures Vaters ist es, der durch euch redet. 21 Ferner wird ein Bruder den Bruder zum Tode überliefern und ein Vater sein Kind, und Kinder werden gegen die Eltern aufstehen und werden sie zu Tode bringen lassen. 22 Und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Leute sein; wer aber bis zum Ende ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden. 23 Wenn man euch in einer Stadt verfolgt, so flieht in eine andere; denn wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mit dem Kreis der Städte Israels [[(des erdenweiten „Israels“ der Glaubenden, denen unveränderte Wahrheit verkündet wird, warum doch jene von ihresgleichen verfolgt werden)]] keinesfalls zu Ende sein, bis der Menschensohn gekommen ist.

 

Jene Konflikte würden somit in der eigenen Familie beginnen, über die Glaubensgruppe und „falscher Brüder“ hin zu öffentlichen Gerichten führen! Während die einen sich in Kirche und Staat verbünden sind es die „anderen Schafe“, die sich in kleinen „Hürden“ von Hausversammlungen abgesondert halten. Wenn Satan die jüdischen Führer auf seine Seite zu bringen vermochte, wie würde es ihm nicht auch gelingen die christlichen Kirchenleiter mittels Unwahrheit, durch Hab- und Machtsucht zu unterwandern? Wir können nicht Gottes GESETZ an erste Stelle setzen und gleichzeitig erwarten, dass jene, welche die permissive kirchliche und staatliche Autorität dazu benutzen, um Gottes Willen zu missachten, uns nun heute nicht verbal und physisch angreifen werden! Gott führt eine Scheidung herbei!

 

Das GESETZ des Christus: Was schliesst es mit ein?
 

Der Zustand von Verfolgung würde von den Tagen Jesu her bis zu seinem Wiederkommen andauern! Da das „Israel Gottes“ künftig die gesamte Erde beherrschen wird, so werden bis zum Ende hin noch viele Städte offenbleiben, wo die gute Botschaft vom Königreich nicht aktiv gepredigt wurde oder aber, wo das Verkünden der unveränderten, ursprünglichen guten Botschaft nun gerecht gesinnten Christen gegenüber eine Gesinnungswechsel herausfordert. Jene verlassen „Babylon die Grosse“, was wir an den schrumpfenden Zahlen zufolge Kirchenaustritten beobachten können.  Dadurch entsteht offene Feindschaft! „Ihr werdet mit dem Kreis der Städte Israels keinesfalls zu Ende sein, bis der Menschensohn gekommen ist.

 

Jesu Worte zeigen deutlich an, dass eine Verfolgung all derer, die in Frieden mit dem Nächsten leben möchten, von Gegnern dieses Friedens her unausweichlich ist. Aufgrund der Einhaltung göttlicher GESETZE, dem Predigen der guten Botschaft vom kommenden Königreich, der Ankündigung des kommenden Gerichts und einem offen gelebten Glauben in Einheit mit Jesu Geboten entstehen stets Konfliktsituationen! Viele wollen sich Gottes GESETZES nicht unterordnen und schon gar nichts von einem göttlichen Gericht hören! Das Sabbatgebot ist einer dieser Punkte harten Widerstandes. Jesus wich jenen Konflikten nur soweit aus, wie sie ihn nicht dazu zwangen Gottes Willen zu missachten! Er durchschaute die hinterlistigen Absichten seiner Gegner sehr wohl und stellte sie zumeist unmittelbar öffentlich bloss!

 

Henne mit Küken*** Rbi8  Lukas 13:31-35 ***

Zur selben Stunde traten einige Pharisäer herzu und sagten zu ihm: „Geh weg, und zieh fort von hier, denn Herodes will dich töten.“ 32 Und er sprach zu ihnen: „Geht und sagt diesem Fuchs: ‚Siehe! Ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tag werde ich fertig sein.‘ 33 Dennoch muß ich heute und morgen und am folgenden Tag weitergehen, denn es geht nicht an, daß ein Prophet außerhalb Jerusalems umgebracht wird. 34 Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind — wie oft wollte ich deine Kinder versammeln, so wie eine Henne ihre Brut, [ihre] Küken, unter ihre Flügel sammelt, ihr aber habt nicht gewollt! 35 Siehe! Euer Haus wird euch verödet überlassen. Ich sage euch: Ihr werdet mich keinesfalls sehen, bis ihr sagt: ‚Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt!‘ “

 

Jesus zeigte gegenüber seinen Feinden Mut! Wo nötig entfloh er ihnen, wenn sie ihn zum Beispiel wie in seiner Heimatstadt Nazareth zu steinigen versuchten. Jesu Zeit um zu sterben war noch nicht gekommen. Er wich einer Gefangennahme durch Herodes aus, als er jenseits des Jordans predigte, weil dadurch die Schrift nicht erfüllt worden wäre, dass dies in Jerusalem geschehen müsse und weil seine exakt vorherbestimmte Zeit noch nicht gekommen war! Als aber die Zeit vor dem letzten Passah am Ende seiner dreieinhalbjährigen Frist gekommen war, da forderte er seine Gegner in Jerusalem und im Tempel offen heraus! Kurz zuvor war er unter Jubel der Bevölkerung in Jerusalem eingezogen und hatte die ganze Stadt in Bewegung gebracht (Mat 21:6-10).

 

Danke, Heiliger Vater*** Rbi8  Matthäus 23:1-12 ***

Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern und sprach: 2 „Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf Moses’ Stuhl gesetzt. 3 Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen [es] wohl, aber handeln nicht entsprechend. 4 Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen. 5 Alle Werke, die sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden; denn sie machen die [Schrifttexte enthaltenden] Kapseln breit, die sie als Schutzmittel tragen, und vergrößern die Fransen [ihrer Kleider]. 6 Sie haben gern den hervorragendsten Platz bei Abendessen und die vorderen Sitze in den Synagogen 7 und die Begrüßungen auf den Marktplätzen und daß die Menschen sie Rabbi [[(Lehrer)]] nennen. 8 Ihr aber, laßt euch nicht Rabbi nennen, denn einer ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. 9 Des weiteren nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn einer ist euer Vater, der himmlische. 10 Auch laßt euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn einer ist euer Führer, der Christus. 11 Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. 12 Wer immer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer immer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

 

Katholiken müssen eine andere Bibel lesen, wo nichts vom Verbot des Anrufens eines Menschen als „heiligem Vater“ steht. Wer Jesus „im Geringsten der Gebote“ nicht treu ist, wie wird er „im Grossen“ Treue zeigen? Kein Zweifel daran, was Jesus von jedem Christen erwartet und wie er über die Selbstüberhöhung der Hierarchien damals innerhalb der jüdischen, ebenso wie heute der christlichen Religionen urteilt! Nachdem Jesus öffentlich die kommende Zerstörung des Tempels und Jerusalems ankündigte, folgten kurz darauf das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern und dann seine Verhaftung, Verhör und Ermordung! Er entzog sich nicht dem, was der Vater für ihn vorhergesagt hatte, so hart es auch zu ertragen war!

 

Beim Abendmahl kündigte er den elf Aposteln an, dass selbst sie fliehen würden und ihn alleine liessen, wenn der Druck durch die Gegner gross genug geworden sei. Petrus verneinte dies vehement und verleugnete ihn in derselben Nacht drei Mal, wie Jesus es ankündigte, weil man ihn als seinen Jünger erkannt hatte. Wir sollten somit uns nicht allzu selbstsicher geben, sondern uns selbst im Auge behalten und das ständige Gebet nicht unterlassen!

 

4.5.1.5          Jesus und die Apostel predigten ein abgetrennt bleiben von jeder Art falscher Königreiche

Abspaltungen führen meist zu Konfliktsituationen, sei dies bei Auftrennung gegen die herrschende Macht aus religiösen oder politischen Gründen! Heute wird in gewissen demokratischen Ländern durch Mehrheiten solche Abspaltungen aus gewichtigen Motiven toleriert. Eine friedliche Abstimmung mag dazu Anlass geben, wie die Mehrheit der Minderheit Rechte zugesteht. Zum Beispiel spaltete sich in der Schweiz ohne wesentlichen Wirbel vor ein paar Jahrzehnten der Kanton Jura vom Kanton Bern in nahezu friedlicher Form ab. Ein paar Hochspannungsmasten mussten zwar selbst in der friedfertigen Schweiz daran glauben und Massenkundgebungen gehörten dazu.

 

Zivile Aufstände werden mit brutalster Gewalt niedergekämpftIn anderen Ländern, wie in Nordirland mit der katholischen IRA und ihrer Bemühung sich vom anglikanischen England zu trennen und in Spanien mit der ETA, die das Baskenland autonom machen und vom katholisch dominierten Rest Spaniens etwas abtrennen möchte, da verlief alles sehr gewalttätig. In ex Jugoslawien, wo Kommunisten, Katholiken, Muslime und Orthodoxe politische Separation wollten, überall führen solche politisch-religiösen Bewegungen zu blutigen, oft jahrzehntelangen Konflikten! Im jüdischen Israel und dem muslimischen Palästina droht ein Brand der die ganze Welt zu entzünden vermag.

 

Jesus dagegen empfahl Christen inmitten der Welt zu bleiben, aber kein Teil der Welt zu werden, weder des politischen Systems, noch der abtrünnigen Religion. Paulus empfahl das Zusammenfinden in der Versammlung und nicht das sich davon fernhalten, um sich gegenseitig zu stärken! Wo Versammlungen aber etwas lehren, das die Apostel nicht gelehrt haben und in der Wahrheit nicht feststehen, da bleibt nur der Weggang!

 

*** Rbi8  Hebräer 10:24-25 ***

Und laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, 25 indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.

 

Die Staatsgründung der Paulikianer brachte für eine begrenzte Zeit eine vorübergehende Unabhängigkeit, rief aber schlussendlich nur noch stärkere Gegner auf den Plan. Nach der politischen Zerschlagung der Paulikaner und ihres Reiches lebte ihr Gedankengut aber parallel und dann später in den Bogomilen wieder auf. Auch ihr Reich ist vergangen. Festgefahrene Glaubensansichten lassen sich nur durch Überzeugung von etwas Besserem besiegen! Aus schlechter Erfahrung und den Lehren der Geschichte sollten wir lernen Fehler zu vermeiden. Besser aber ist es, von Anfang an auf Gott zu hören, um gar nicht erst in die Gefahr des Scheiterns zu kommen.

 

 

4.5.2           Die Bogomilen und Khazaren setzen den Kampf gegen die Bilderverehrung der Päpste fort

 

4.5.2.1          Die Bogomilen treten die Nachfolge der Paulikianer an!

Ab dem zehnten bis ins fünfzehnte Jahrhundert treten vor allem in Südosteuropa neue christliche Gruppierungen auf, die sich auf den bulgarischen Christenlehrer Bogomil, und dessen Missionstätigkeit zurückführen lassen. Sein Name bedeutet „Gottlieb“, er wirkte um das Jahr 950 herum.

 

Ausbreitung der BogomilenSeine Anhänger mit ihrer Tätigkeit als Laienpredigern waren äusserst aktiv im Jüngermachen und so breiteten sie sich im Verlauf von wenigen Jahrzehnten nach Italien und bis nach Südfrankreich aus. Die lombardischen Patarener, die Katharer und Waldenser gehörten in späteren Jahrhunderten zur selben Gruppierung.

 

Sowohl die Katholische Kirche, wie die im Jahre 1054 u.Z. beim grossen Schisma abgespaltete orthodoxe Ostkirche verfolgten jene Anhänger als Häretiker! Beide beriefen sich doch auf dieselbe Glaubensgrundlage des athanasischen Glaubensbekenntnisses. Seien wir somit wiederum vorsichtig mit den Etiketten, die jenen glaubensstarken Bogomilen seitens ihrer Feinde umgehängt wurden! Sie hielten ebenso wie die Paulikaner am Sabbat fest und legten schon dadurch Zeugnis gegen die Grosskirchen ab. Stets wurden deren Schriften durch die Sieger später vernichtet, somit sind die Quellen die über jene berichten meist verschmutzt. Bewahren wir andererseits das Unterscheidungsvermögen, wo auch jene neuen Gruppen den wahren Weg den Christus lehrte verliessen.

 

Offensichtlich war die Lehre des Bulgaren Bogomil ursprünglich von den strengen Regeln der Messalianer beeinflusst worden, mit denen er seine Lehren verschmolz. Zum Teil aus deren Lehren entstand wiederum später, nun im vierzehnten Jahrhundert, verschiedene protestantischen Bewegungen, die sich in einigen Punkten hin zu einem urchristlichen Glauben neigten. Darunter fällt auch die pietistische Bewegung in Zentral- und Nordeuropa, die nach der Reformation im sechzehnten Jahrhundert einsetzte. Wieweit eine spätere Gruppe aus einer früheren entstand oder inwieweit sie lediglich dieselben Schlussfolgerungen selbständig aus der Bibel zogen, dies ist später schwer zu entscheiden! Oft fehlt die eigene, erklärende Literatur zu Schlüsselfragen, da sie doch durch die Gegner vernichtet wurde. Viele heutige Religionsgruppen behaupten von sich ihren eigenen Ursprung in frühchristlichen oder mittelalterlichen Gemeinden, weil sie denselben Lehrinhalt vertreten. Andere erhielten das Etikett lediglich durch äussere Beobachter.

 

Das ungebührliche Verhalten der PietistenDie Pietisten sind eine Bibel-, Laien und Heiligungsbewegung, deren allgemeines Etikett schon bald das Schimpfwort „Pietist“ („Frömmler“) war. Sie übernahmen somit möglicherweise gewisses Gedankengut der Bogomilen und Messalianer und verfielen dadurch auch demselben Urteil durch ihrer Feinde. Da sie öfters zu gemeinsamen Stunden in Privathäusern zusammenkamen, um dort die Bibel zu studieren und sich gegenseitig zu ermuntern wurden sie in der Schweiz zum Beispiel verächtlich „Stündeler“ genannt. Derselbe Übernahme wurde später auch den Bibelforschern (Jehovas Zeugen in ihren Urversammlungen) zuteil, die wiederum ähnliche Grundsätze hatten und sich ebenso zu Beginn in Privathäusern zusammenfanden.

 

Die Messalianer (syr: Beter; auch Massalianer, Euphemiten, Enthusiasten oder Euchiten) waren seit dem 4.Jahrhundert auf klösterliche Abgeschiedenheit in Kleinasien eingetrimmt, das war das Gebiet der „paulikanischen“ Urversammlungen und damit zur Zeit des Konzils von Nicäa 325 u.Z. der Arianer. Sie hatten sich dem weitergehenden, dem förmlichen „Getrenntsein von der Welt“, deren Absonderung von der politisch-religiösen „obrigkeitlichen Gewalt“ zugewandt. Es war die Zeit nach dem Konzil von Nicäa und der Exkommunikation all jener, welche Jesus nicht als Gott anerkennen wollten, die den Sabbat und das Passah beachteten, sowie an Gottes Festzeiten festhielten! Sie wurden als Häretiker 390 auf der Synode von Side und 431 auf dem Konzil von Ephesos verurteilt. Der Rückzug in klosterähnliche Abgeschiedenheit war somit in vielen Fällen eher die Folge der sich verschlechternden Umweltbedingungen durch Verfolgung und Unterdrückung, wie der gewollte freie Entscheid vollkommener Abgeschiedenheit!

 

Wähler sind AnstifterEine ähnliche Fluchtbewegung und ein sich in der Abgeschiedenheit neu zu formieren konnte man auch im achtzehnten bis zum zwanzigsten Jahrhundert bei vielen protestantischen Bewegungen feststellen, die wie die Pilgerbrüder, die Quäker und  gewisse Gruppen der Methodisten nach Amerika, Kanada, Mexiko und Südamerika oder nach Osteuropa hin auswichen oder flohen, aufgrund religiöser Intoleranz und Verfolgung, vor Armut und Hunger und vor Kriegen. Sie alle bildeten wohin sie kamen vorab klosterähnliche Gemeinschaften, gefördert ausser auf dem Glauben noch aufgrund der Sprach- und Kulturunterschiede. Man war und blieb längere Zeit aufeinander angewiesen. Viele verweigerten gar ihre Stimmabgabe bei demokratischen Wahlen, um nicht Anteilhaber an der Ungerechtigkeit und Unterdrückung seitens der von ihnen Gewählten zu sein.

 

Die Messalianer propagierten das tägliche Hören und Lesen der Schriften, um den Verstand zu schärfen und auch schwerverständliche Schriftstellen und ihre Bedeutung zu erkennen. Das Ziel war Satan und seinen Angriffen durch dessen Helfer besser widerstehen zu können und Gottes Willen in allen Dingen zu erkennen. Dies stärkte unweigerlich das klare Unterscheidungsvermögen jedes Teilnehmers, die alle gleich Laien waren, weil der Status des Klerikers abgelehnt wurde!

 

*** Rbi8  2. Korinther 2:10-11 ***

Wenn ihr jemandem etwas verzeiht, so tue auch ich es. In der Tat, was ich meinerseits verziehen habe, wenn ich etwas verziehen habe, ist um euretwillen vor dem Angesicht Christi geschehen, 11 damit wir nicht vom Satan überlistet werden, denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt.

 

Dasselbe Problem, Gegenstand von Ausgrenzung und Verfolgung zu sein, bestand schon zur Zeit Jesu und des Apostels Petrus und tauchte sporadisch in Zeiten der Verfolgung während aller Jahrhunderte wieder auf. Die Endzeit ist wiederum eine solche Phase, wo die Grosskirchen, die sich mit der Politik verbündeten jeden auszugrenzen versuchen, der ihren Institutionen nicht Anbetung zukommen lässt: Dies begründet darin, indem er sich ihren unbiblischen Dogmen und ungesetzlichen Gepflogenheiten nicht beugt! Der Rat des Petrus bleibt somit bis heute derselbe! (Joh 17:11-14)

 

*** Rbi8  1. Petrus 5:6-11 ***

Erniedrigt euch daher unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch zur gegebenen Zeit erhöhe, 7 wobei ihr all eure Sorge auf ihn werft, denn er sorgt für euch. 8 Bleibt besonnen, seid wachsam. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht [jemand] zu verschlingen [[(mittels seiner Helfer in Religion und Politik)]]. 9 Doch widersteht ihm, fest im Glauben, wissend, daß die gleichen Dinge in bezug auf Leiden sich an eurer ganzen Bruderschaft in der Welt vollziehen. 10 Aber nachdem ihr eine kleine Weile gelitten habt, wird der Gott aller unverdienten Güte, der euch zu seiner ewigen Herrlichkeit in Gemeinschaft mit Christus berufen hat, eure Schulung selbst beenden, er wird euch befestigen, er wird euch stärken. 11 Ihm sei die Macht immerdar. Amen.

 

Petrus spricht von einer „Bruderschaft“ unter Jesus, dem einzigen „Haupt“, nicht von Religionsvereinigungen und deren „Häuptern“! Die Schulung ist somit individuell und geschieht durch Prüfungen anhand der Schrift direkt, aus der die Befestigten gestärkt herauskommen! In Gemeinschaft mit Jesus verbleiben schlussendlich nur seine „Schafe“, die auf ihn hörten und seine Gebote gehalten haben! „Und ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muß ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und sie werden eine Herde werden [unter] einem Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich meine Seele hingebe, damit ich sie wiederempfange.“ (Joh 10:16, 17)

 

Welches sind die Schafe die nicht aus dieser Hürde sind?
 

Die Bruderschaft, die Petrus anspricht, diese bildeten damals die urchristlichen Gemeinden, die dem Vorbild der Apostel folgten und sich am Sabbat versammelten, sich gegenseitig ermunterten und stärkten! Untereinander mögen die Glieder unterschiedlicher Versammlungen gewissen Kontakt gepflegt haben: Schreiben wurden ausgetauscht, Hilfeleistungen erteilt, so wie zuvor der Austausch der Briefe der Apostel. Auch dadurch, indem Gemeindeglieder der einen Versammlung in das Gebiet einer anderen zogen. Die meisten von ihnen, die Apostel eingeschlossen, glaubten damals, dass der Tag von Jesu Wiederkehr und vom Gericht nahe gekommen sei! Dies war vollkommen im Einklang mit Jesu eigenen Worten, fortwährend wach zu bleiben und den Tag zu erwarten!

 

4.5.2.2          Der Brauch sich am Sabbat zu versammeln blieb durch alle Jahrhunderte Charakteristikum der „Ebioniten“ und „Paulikaner

Paulus forderte zum selben Wachbleiben auf und zur gespannten Erwartung des „Tages des Herrn“ während der Endzeit, wo wir den Tag herannahen sehen, „indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.“ Die ebionitischen Hebräerchristen blieben ebenso dem Brauch der Juden treu, dies stets am Sabbat zu tun. Dieselbe Ermunterung diente den Paulikanern in allen Versammlungen und zu allen Zeiten. (Mat 24:45-51; Heb 10:24, 25; Off 16:15)

 

Kennst du die Hauptereignisse der Endzeit im logischen Ablauf?
 

Paulus selbst hatte nie dazu aufgefordert die Gewohnheit sich am Sabbat zu versammeln zu ändern, vielmehr nahmen seine Gegner gewisse Äusserungen zum Anlass sie ins Gegenteil umzumünzen, wie jene, dass am „ersten Tag der Woche“ Spenden für andere Versammlungen gesammelt wurden. Damit versuchten sie den Sonntag als Tag der Anbetung zu proklamieren! Jene Christen aber nahmen das Gebot ernst, am Samstag keine Art von Geschäften zu erledigen, die ebenso während der Woche erledigt werden konnten! Dazu gehörte auch das Geldsammeln! Spendenkästen oder Kollektenteller waren den ersten Christenversammlungen fremd, ebenso der „Zehnte“, der mit dem „Bund mit Levi“ geendet hatte.

 

Offensichtlich aber waren alle oder zumindest ein guter Teil der Gruppen innerhalb der Bogomilen, die weiterhin als  Sabbatisten und Quartodezimaner an ihrer gesetzlichen Gewohnheit festhielten!

 

Statt sich selbst zu erhöhen, wie dies die Kleriker taten, erniedrigten sich die Bogomilen gegenseitig untereinander, ohne sich aber deswegen in ein Kloster zurückzuziehen. Eifriges Schriftstudium sollte jeden Einzelnen stärken im Glauben fest zu bleiben. Durch dieses Schriftstudium wurden auch die Fehler der beiden nun gespaltenen Grosskirchen dem einzelnen Christen offensichtlich, der Katholischen West- und der Orthodoxen Ostkirche!

 

Kindstaufe, und Sakramente der Kirche verwarfen die Bogomilen ebenso wie die Benutzung von Kirchengebäuden, von Klerikern und Amtstalar, von Ikonen und Kreuzen! Die meisten von ihnen lehnten es ab, den Sonntag zu heiligen und weder Ostern noch andere katholische Feste begingen sie! Die Bogomilen nahmen Brot und Wein als Symbole für Jesu Leib und Blut beim Abendmahl am 14.Nisan. Sie lehnten die Lehre einer Transsubstantiation ab, die besagt, dass während der täglichen Messe eine Verwandlung von Brot in Jesu Leib und von Wein in Jesu Blut stattfinde. 

 

4.5.2.3          Jungfräulichkeit und Ehelosigkeit ist kein ausschliessliches Markenzeichen der Manichäer!

Laut den Aussagen ihrer Feinde übernahmen sie gewisse Verhaltensweisen von den Manichäern, wie z.B. die empfohlene Ehelosigkeit der Vorsteher, wobei dies ebenso auf die Worte des Paulus zurückgeführt werden kann und deshalb kein gesondertes Etikett benötigt! Bestimmt wäre dies alleine für sich für die Katholische Kirche kein Grund gewesen sie anzugreifen, einer Organisation, welche doch die Ehelosigkeit von all ihren Priestern und Nonnen verlangt!

 

Verlust des Klerikerstandes*** Rbi8  1. Korinther 7:25-28 ***

In bezug auf Jungfräuliche nun habe ich keinen Befehl vom Herrn, aber ich äußere meine Meinung als einer, dem vom Herrn Barmherzigkeit erwiesen worden ist, treu zu sein. 26 Deshalb denke ich, daß dies im Hinblick auf die hier bei uns [bestehende] Notlage [[(zufolge der weitverbreiteten Hurerei)]] für einen Menschen gut ist, so zu bleiben, wie er ist. 27 Bist du an eine Frau gebunden? Höre auf, eine Loslösung zu suchen. Bist du von einer Frau gelöst? So höre auf, nach einer Frau zu suchen. 28 Aber auch wenn du heiraten würdest, begingest du keine Sünde. Und wenn ein jungfräulicher [Mensch] heiratete, so würde ein solcher keine Sünde begehen. Indes werden die, die es tun, Drangsal im Fleisch haben. Ich aber schone euch.

 

Ehelosigkeit ist gemäss den Worten des Paulus eine Gabe, nicht eine Vorschrift, wie es die Katholische Kirche ihren Priestern und Nonnen gegenüber handhabt! Wer dafür Raum schaffen kann, der schaffe Raum! Wenn viele bogomilische Vorsteher dies ernst nahmen, so hatten jene Vorsteher die ohne Frauen waren weit mehr Freiheit sich für Gottes Wort einzusetzen, wie Verheiratete, die doch ihren Frauen zu Dienst sein sollten! Paulus spricht von einer erhöhten Dienstbereitschaft der Unverheirateten, die ungeteilt dem Christus dienen!

 

*** Rbi8  1. Korinther 7:32-35 ***

Der Unverheiratete ist um die Dinge des Herrn besorgt, wie er dem Herrn wohlgefalle. 33 Der Verheiratete aber ist um die Dinge der Welt besorgt, wie er seiner Frau wohlgefalle, 34 und er ist geteilt. Ferner ist die Unverheiratete und die Jungfrau um die Dinge des Herrn besorgt, damit sie sowohl in ihrem Leib als auch in ihrem Geist heilig sei. Die Verheiratete dagegen ist um die Dinge der Welt besorgt, wie sie ihrem Mann wohlgefalle. 35 Aber ich sage dies um eures persönlichen Vorteils willen, nicht um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern um euch zu dem zu bewegen, was sich schickt, und zu dem, was ständige Dienstbereitschaft für den Herrn bedeutet, ohne sich ablenken zu lassen.

 

Unverheiratete sollten somit in ständiger Dienstbereitschaft für den Herrn verweilen! Das ist kein Zwang, sondern eine kluge Empfehlung um geistig stark zu werden und wach zu bleiben. Eine Frau zu haben bedeutet somit andererseits abgelenkt zu werden und nur noch einen Teil seiner Energie auf das Werk zu richten, das der Herr getan sehen möchte! Junge Männer und Frauen wurden aufgefordert sich in der Enthaltsamkeit zu üben und ältere Alleinstehende und Witwer dazu aufgefordert, nicht erneut nach einem Ehepartner zu suchen! Diese Worte haben auch für die Zeit des Endes eine grosse Bedeutung!

 

4.5.2.4          Gewaltsame Befreiung vom Joch der Lehnsherren kein Vorbild zur Nachahmung 

Mit der zunehmenden politischen Aktivität der Bogomilen, indem sie in späteren Jahren sich gegen ihre Unterdrücker aufzulehnen begannen und gar die Sitze der Feudalherren niederbrannten, um dadurch aus der Leibeigenschaft befreit zu werden, damit ging die Bibel jedoch nicht konform! Das brachte ihnen nur Vertreibung ein. Es war aber nicht das Ende ihrer Lehrtätigkeit! Wohin immer sie kamen begannen sie wiederum zu belehren und zu taufen.

 

Jesus verbrannte die Häuser der Pharisäer nicht, sondern legte deren Irrtum und deren Heuchelei offen, was ebenso wie „brennendes Feuer“ wirkte! Gemäss Geschichtsberichten scheinen auch gewisse Lehren über Gott und Jesus nahe an die Lehren des Dualismus herangereicht zu haben! Möglicherweise sind aber auch dies eher von ihren Feinden behauptete umgehängte Etiketts.

 

Ein guter Grund, um die Tätigkeit der Bogomilen in Südeuropa, in Norditalien schnell zu festigen war, dass dort in arianisch dominierten Regionen bereits seit langem zumindest teilweise unverändert am Urglauben festgehalten wurde. Die Übereinstimmung in Lehre und Gepflogenheiten vereinfachte die Integration.

 

Bischof Ambrosius von MailandSo hatte der Bischof von Mailand, Ambrosius (340-377) längere Zeit gegen den Willen Roms weiterhin den Sabbat gehalten. 374 u.Z. wurde er während des Trinitätsstreites als moderater Anhänger des Athanasius und damit als Trinitarier von der Gemeinde zum Bischof gewählt, obwohl er nicht Kleriker, sondern Politiker war. Gerade weil er aber bei den Arianern viele Sympathisanten hatte schien er wegen seiner theologischen Neutralität dazu besonders geeignet zu sein zwischen den Parteien zu vermitteln.

 

Erst unmittelbar nach der Bischofsweihe wurde Ambrosius durch die Amtskirche Roms getauft und zum Priester ordiniert. Heute unvorstellbare Umkehrung der Abläufe. Wurde er durch die Amtskirche durch den Bischofstitel „gekauft“? Er studierte die Schriften des Origenes und dessen Auslegungen des Alten Testaments. Die starke Stellung der Sabbatisten in Mailand respektierte er weiterhin.

 

Ambrosius: De fide (ad gratianum)Wenn er nach Rom berufen wurde hielt er dort allerdings den Sonntag. Eine englische Redensart sagt auf Ambrosius zurückgehend: „When in Rome, do as Rome does“ (Wenn du in Rom bist, tue, was Rom tut). Glaubensstarke Christen passen allerdings ihren Glauben nicht den Umständen an, sondern halten Gottes GESETZ auch unter äusserem Druck und hinterlassen dadurch ein Beispiel! Offensichtlich war Ambrosius doch die Anerkennung seiner Oberen wichtiger, als die Anerkennung Gottes!

 

Ambrosius soll Augustinus von Hippo getauft haben, den späteren Kirchenvater. Bald schon wandte sich Ambrosius aber gegen die Arianer und begann den Einfluss des Bischofs von Roms in Norditalien zu erhöhen. Er zeichnete sich auch als Antisemit aus. Das Werk De fide von Ambrosius handelt gegen den Glauben der Arianer und war für den Katholischen Kaiser Gratian (375-387 Westkaiser) geschrieben und festigte den vorher im Glauben Schwankenden als Trinitarier gegen die Arianer und Donatisten, um nun massiv mit Gewalt vorzugehen.

 

Ambrosius gilt als Mitbegründer der katholischen Staatskirche, als „Glaubensvater“ beendete er die Glaubensfreiheit die Konstantin proklamiert hatte durch das Edikt „Punctus populis“. Jegliche Unterstützung des Heidenkultes wurde unterbunden. Er befreite andererseits alle katholischen Kleriker von den Steuern.

 

Ambrosius war es, der den „christlichen“ Kaiser Gratian im Jahre 382 u.Z. dazu brachte den Titel „Pontifex Maximus“ abzulegen, nur um diesen Titel dann später auf die Päpste zu übertragen. Gleichzeitig wurden die Staatszuwendungen an die heidnischen Tempel eingestellt, aber der römischkatholischen Kirche gegenüber weiter gefestigt.

 

4.5.2.5          Mörderischer Angriff der Kirche gegen den Arianismus durch Kaiser Gratian

Der Bischof Ambrosius von Mailand383 erklärte Gratian jeden Abfall (Apostasie) vom Katholischen Glauben nach Beratung seitens des Bischof Ambrosius als ein vom Staat zu verfolgendes, todeswürdiges Verbrechen! Dies führte nach nur sieben Jahren zum Aufstand in Britannien, der auch auf Gallien überschlug. Arianer wurden im gesamten Reich verfolgt, eingekerkert und getötet. Jesus hatte deutlich erklärt, dass der „falsche Samen“, das „Unkraut“ „an seinen Früchten“ zu erkennen wäre!

 

*** Rbi8  Matthäus 7:15-20 ***

Nehmt euch vor den falschen Propheten in acht, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie raubgierige Wölfe. 16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man vielleicht jemals Trauben von Dornsträuchern oder Feigen von Disteln? 17 Ebenso bringt jeder gute Baum vortreffliche Frucht hervor, aber jeder faule Baum bringt wertlose Frucht hervor; 18 ein guter Baum kann nicht wertlose Frucht tragen, noch kann ein fauler Baum vortreffliche Frucht hervorbringen. 19 Jeder Baum, der nicht vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. 20 Ihr werdet also diese [Menschen] wirklich an ihren Früchten erkennen.

 

Ambrosius und der Kaiser GratianLiebe untereinander wäre die herausragendste, vortreffliche Frucht die Jesu Brüder kennzeichnen würde. Verfolgung und Ermordung von Glaubensgegnern ist bestimmt kein christliches Kennzeichen, sondern vielmehr das Satans und seines Samens, der ja schon Jesus und die Apostel verfolgen liess! Mit Ambrosius und den katholischen Kaisern Gratian und Theodosius I. hatte er das Christentum vollkommen unter seine Kontrolle gebracht!

 

   „... wegen ihrer Lehre wurde das Anathema (der Kirchenbann) gegen sie ausgesprochen, sie wurden ins Gefängnis geworfen, deportiert, ihre Führer auf dem Scheiterhaufen verbrannt und ihr Eigentum konfisziert.“ [7]

 

Trotz solcher einschneidender Massnahmen konnten die Arianer nicht aus Norditalien vertrieben werden und verblieben dort bis ins elfte Jahrhundert! Während der Verfolgung flohen viele von ihnen in die schwerzugänglichen Alpentäler Norditaliens, Frankreichs und der Schweiz, wodurch der Glaube nur in weitere Regionen verbreitet wurde und grössere Bevölkerungsschichten mit deren Lehre in Kontakt kamen. Verfolgung hat stets auch die Gegenseite, dass sich Widerstand gegen die Verfolger festigt und ehrlichdenkende Menschen mit Abscheu auf die brutalen Verfolger reagieren! Viele beginnen erst unter solchen Situationen nach dem Wort Gottes und wahren Antworten zu forschen! Die Heuchelei der Kleriker kommt niemals besser zum Vorschein als in Zeiten, wo sie freie Hand haben ihre Gegner zu unterdrücken!

 

Mailand war somit über Jahrhunderte das Zentrum des Sabbatismus und der Unitarier in Südwesteuropa, Lyon dagegen für Frankreich bis nach Spanien! Irenäus hatte dort in Lyon bis ins Jahr 225 u.Z die Lehren des Origenes. stark gemacht! Von Mailand und Lyon aus zogen die Bettelmönche durch ganz Europa! Origenes war entschieden gegen einen dreieinigen Gott und gegen den Sonntag als Tag der Anbetung gewesen!

 

Der arianische Einfluss auf die bisher von Rom weitgehend unabhängige Kirche von Mailand ist unverkennbar. Er ist auf das Wirken der arianischen Goten unter Wulfila, dann den Einfluss der Bogomilen und später der Partarener zurückzuführen. Die Katharer, Waldenser und dann die Hussiten übernahmen nachfolgend deren Gedankengut, ihre Organisationsform und die Art der Verkündigung, sowie gute Teile ihrer Lehre. Bis heute gibt es erdenweit „paulikanische“ Gruppierungen, die am einen oder anderen Urgedankengut weiterhin festhalten, wenn auch einige jener heutigen Gemeinden gewisses heidnisches Lehren aus dem Katholizismus oder dem Protestantismus übernommen haben und dadurch ebenso vom geraden Weg abgetrieben wurden!

 

... schützt die PartarenerNun möchten wir auch noch einen Blick auf die Partarener in Mailand werfen, die erst um 1075 aus Mailand entfernt werden konnten. Zunehmend gab es Anhänger der gebildeten Kreise, welche die Machtaufhäufung der Kirche und ihre schamlose Ausnutzung des Volkes im Zusammenwirken mit der Staatsgewalt kritisierten. Die Käuflichkeit und Lasterhaftigkeit der katholischen Kirche und ihrer Hierarchie war allgemein bekannt. 

 

Papst Gregor VII Papst Gregor VII. (1073-1085) sagte selbst, dass die Kirche zu einer Prostituierten im Dienste des Teufels geworden sei. Durch Simonie waren alle kirchlichen Stellen käuflich zu erwerben. Ein katholischer Priester Namens Ariald und ein hochadeliger Offizier Landolf waren die Auslöser der Bewegung um das Jahr 1057. Sie liessen Kirchen schliessen und vertrieben den Erzbischof. Zu Beginn hatten sie gar die Anerkennung des Papstes Alexander II. wegen dessen Reformbestrebungen. Dann aber begann eine Verfolgung und die Partarener wurden 1075 aus Mailand vertrieben. Erstmals gab es Massenhinrichtungen und Verbrennungen. Die Anhänger der Partarener und alle Arianer wurden im ganzen Reich verfolgt. In Orleans waren es 1022 Hingerichtete, in Mailand wurde Gerardo de Monteforte und seine Anhänger hingerichtet. Von da an waren Massenhinrichtungen von Ketzern und brennende Scheiterhaufen eine gewohnte Erscheinung in ganz Europa!

 

Einige treue Gruppen, die wir weiterhin als „Paulikaner zumindest dem Sinne nach beschreiben, weil sie dem Urglauben weitgehend treu waren blieben bis in die heutige Zeit: Unitarier, Sabbatisten und Quartodezimaner, wie es die Apostel und die wahren apostolischen Väter gewesen waren! Wir sind nicht Richter über jedes Verhalten jener Gruppen, sondern Jesus ist es! Jeder Vorsteher ist seinem eigenen Herrn gegenüber rechenschaftspflichtig! Jehova kennt die Herzen und Jesus weiss, wer zu ihm gehört!

 

*** Rbi8  Römer 14:10-12 ***

Warum aber richtest du deinen Bruder? Oder warum blickst du auch auf deinen Bruder hinab? Denn wir werden alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen; 11 denn es steht geschrieben: „ ,So wahr ich lebe‘, spricht Jehova, ‚vor mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott offen anerkennen.‘ “ 12 So wird denn jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen.

 

   Es war allgemeiner Brauch der östlichen Kirchen, und auch einiger Kirchen des Westens …… Denn in der Kirche Mailands scheint der Samstag in Ehren gehalten worden zu sein ….. Nicht, dass die östlichen Kirchen, noch irgendwelche, die diesen Tag heiligten, zum Judaismus neigten, sondern dass sie sich am Sabbat sammelten, um Jesus Christus, den Herrn des Sabbats, anzubeten [8]

 

Offensichtlich wurde somit in Mailand der Sabbat weiterhin eingehalten, wenn auch scheinbar ein Teil jener Kirche zum Dreieinigkeitsglauben abgefallen war und nun ebenfalls Jesus anbetete! Zumindest ist dies das Etikett, das der Schreiber des Artikels hervorzuheben versucht. Es gab offensichtlich schon damals jegliche Mischformen innerhalb all der Gruppierungen, die das Urchristentum nachzuahmen versuchten, aber im einen oder anderen dem „Samen des Teufels“ erlegen waren, den Satan durch Unwahrheiten und Verdrehung gestreut hatte. Viele konnten die Wahrheit schlichtweg nicht mehr erkennen unter so vielen Lügen und Halbwahrheiten!  

 

4.5.2.6          Die Bogomilen setzen der Ausbreitung und der Macht der Päpste in Südosteuropa Grenzen

Im selben Siedlungsgebiet Norditaliens und im Rhonetal und daran angrenzenden Gebieten entwickelte sich wie bereits erwähnt ein weiterer, selbständiger christlicher Zweig, der seinerseits mit vielen Gesetzesregeln der Juden im Einklang war, so dass eine Vermischung der Arianer und gegenseitige Beeinflussung festgestellt werden darf: Die uns aus dem Balkon bereits bekannten hier zugewanderten Bogomilen.

 

Der von katholischer Seite her geförderte jahrhundertelange Kampf im Balkan gegen die Bogomilen (Bogumilen) muss unser Interesse somit an dieser Stelle erneut wecken, weil jene sich bis zum zehnten Jahrhundert mit anderen sabbatistischen Gruppierungen verschmolzen und grösseren Einfluss auch auf die Entwicklung der Katharer, die Albigenser im Südwesten Frankreichs (abgeleitet von Khazaren) und der Waldenser im Gebiet der Alpen der Südschweiz und Norditaliens hatten. Jede dieser Bewegungen zeigte den Mut und den Willen zu den Urlehren der Apostel zurückzukehren und daran festzuhalten, unbesehen von Verfolgung und Verketzerung. Dass dabei neuer Irrtum entstand und Abweichungen auf dem einen oder anderen Gebiet existierten, vor allem, weil exaktes Verständnis fehlte oder weil an falschen Überlieferungen weiter festgehalten wurde, dies ist mit hoher Sicherheit wahrscheinlich! Alleine der Versuch schon, den immer mehr nach Allmacht strebenden katholischen und orthodoxen Kirchen und ihrer Verbindung zur Oligarchie zu widerstehen ist jedoch bereits als heroische Herausforderung anzuerkennen! Die Beschreibung ihrer Feinde zeigt einige Punkte von deren Weltanschaung:  

 

   Sie behaupten, ein apostolisches Leben zu führen. ... Sie beten unaufhörlich, gehen barfuß. ... Sie wollen kein Geld annehmen, essen kein Fleisch und trinken keinen Wein; sie sind mit der einfachsten Nahrung zufrieden. Sie betrachten Almosen als wertlos, da niemand irgend etwas besitzen sollte. Sie lehnen die heiligen Sakramente ab, betrachten Gottesdienste als unnötig und erklären sich bereit, für ihren Glauben zu leiden und zu sterben. Sie geben vor, Wunder zu tun... [9]

 

 Die Bogomilen gehen wie uns bereits bekannt ist auf den bulgarischen Wanderprediger Bogomil („Gottlieb“ oder „der von Gott geliebte“) zurück, der wie wir schon erwähnt haben von den Paulikianern und den Messalianern beeinflusst wurde, deren Lehren er aber in gewissen Teilen reformierte. Bogomil lebte als einfacher Bettelmönch zur Zeit des bulgarischen Zaren Peter I. (927-968). Er anerkannte weder den Papst noch dessen Hierarchie, anerkannte dagegen das Amt von „Aposteln“ in seinen Reihen. Interessant ist dies im Zusammenhang mit den Neuapostolen, die heute ähnliche Gedanken verbreiten.

 

Gregor von Ninski, Bogomils Nachfolger; Statue in SplitKirchlicher Luxus und Glanz wurden abgelehnt und Wert auf Gebet und gute Werke gelegt. Ihrer Lehre nach waren sie die Auserwählten und besassen den heiligen Geist und wähnten sich unsterblich zu sein. Einer der wichtigen Nachfolger in der Lehre Bogomils war Gregor Ninski von dem eine Statue in Split Zeugnis ablegt.  Das Kreuz als christliches Symbol der Anbetung lehnten viele ab. Kirchen und Klöster waren für sie Orte, welche von Satan und Dämonen kontrolliert wären. Sie vertraten die Meinung des Paulus: „Wer nicht arbeiten will soll auch nicht essen!“. Mit diesen öffentlich vertretenen Glaubensansichten standen sie aber mit Klerikern und Feudalherren auf schlechtem Fuss! (2.Thess 3:10)

 

Die Bogomilen existierten zwischen dem 10. bis ins 15. Jahrhundert vor allem in Südosteuropa, hatten aber starke Gruppen auch in Norditalien und später im Rhonetal. Auch in Konstantinopel fand die Lehre fruchtbaren Boden, wurde von der Orthodoxen Kirche aber hart bekämpft. Ihre aktive Predigttätigkeit in Italien und Südfrankreich bildete die Grundlage zum Entstehen der lombarischen Partarener, der dortigen Katharer und Waldenser.

 

Nachdem die Bogomilen die Adelssitze ihrer Lehnsherren im 10.Jahrhundert in Bulgarien mittels einem sozialen Aufstand seitens der unterdrückten und versklavten Leibeigenen niedergebrannt hatten, mussten sie in der darauf folgenden Repression nordwärts fliehen und gelangten nach Bosnien, Montenegro, Dalmatien und Albanien.

 

In Anbetracht des grossen Leides der Menschen lautete die Grundfrage Bogomils: Wie kann ein allmächtiger und gütiger Gott die Existenz des Bösen zulassen? Warum mussten Menschen darunter leiden? Bogomil ging es darum, eine verbindliche Antwort darauf zu finden. Er nannte sowohl Jesus wie Satan als Söhne Gottes und zeigte, dass Jesu erstes Kommen nicht dazu diente Satans Werk zu beenden, sondern, dass seitens Gottes eine Frist existiert, wo sich Menschen Jesus unterordnen und das göttliche Recht anzuwenden erlernen konnten. Jene Gerechten sollten dem baldigst zurückerwarteten Jesus helfen, sein Königreich aufzurichten. Naherwartung wie bei den Aposteln gab jenen Kraft und Mut! Johannes zeigt das Mittel, das Jesus vorgelebt hatte Satans Herrschaft individuell zu brechen:

 

(1. Johannes 3:8)  Wer fortgesetzt Sünde begeht, stammt vom Teufel, denn der Teufel hat von Anfang an gesündigt. Zu diesem Zweck ist der Sohn Gottes offenbar gemacht worden, nämlich um die Werke des Teufels abzubrechen.

 

Das GESETZ des Herrn ist vollkommen, es erquickt die SeeleDas Einhalten der Gebote Gottes war und bleibt dieses Kampfmittel gegen die Sünde bis zum Tag Harmagedons, wo erst Satan und seine Dämonen durch Jesus im „Abgrund“ festgesetzt werden (Off 20:1-3). Dazu gehörte auch das vierte der Zehn Gebote, die Sabbatverordnung. Zeichen jedes Anbeters Jehovas und Nachfolgers von Jesus, dem „Herrn des Sabbats“, als Gottes Hohenpriester.

 

Für die Bogomilen war die Katholische Kirche die Hure „Babylon die Grosse“ aus der es zu fliehen galt. Unterordnung unter Jesus als König würde dessen Rückkehr erst ermöglichen, der mit dem Feudalsystem und der Kirche ein Ende machen würde. Offensichtlich hatte Bogomil weitgehendes Verständnis der Zusammenhänge von der Aufrichtung von Gottes Königreich rund um die Aussagen der Offenbarung und um das Buch Daniel! Das Geheimnis um dessen „Zeiten und Zeitabschnitte“ konnte er aber nicht lösen, weil die Endzeit damals noch weit in der Zukunft lag! Möglicherweise hatte auch der bevorstehende Wechsel vom ersten zum zweiten Millennium mit beigetragen eine grosse Veränderung zu erwarten.

 

Die Bogomilen verwarfen die Sakramente der katholischen und orthodoxen Kirche. Brot und Wein beim Abendmahl waren für sie nur Symbol der letzten Worte Jesu und seines Todes. Eine Transsubstantiation lehnten auch sie ab. Das Kreuz und Ikonen anzubeten war ihnen ein Gräuel. Die Anrufung Marias in Gebeten verwarfen sie. Der Gattungsbegriff „Manichäer“ wurde ihnen als Etikett durch die Katholische Kirche gegeben und ist somit auch hier mit grosser Vorsicht zu betrachten! Einige Lehren aber scheinen dem Dualismus entnommen zu sein oder sind mit ihm zumindest verwandt. Allerdings muss dann auch Jesus und die Apostel in gewissen Lehren als Dualisten eingestuft werden! Es lohnt somit die Etiketts der Gegner gut zu betrachten und als das zu sehen, was sie meist sind: Eine Verunglimpfung, eine generelles Katalogisieren!

 

Auch in Bosnien, das lange Zeit relativ unabhängig blieb, gab es im 12.Jahrhundert bereits Katharer. Die beiden Lehren beeinflussten sich gegenseitig. Ihre Lehrer, die Bogomilen gewannen zu jener Zeit stark an Einfluss, weil sie in jenen Gebieten Osteuropas nicht verfolgt wurden. Die Herrscher standen ihnen positiv oder zumindest neutral gegenüber. Unter dem Herrscher Ban Kulin (1180-1204) der sich zu den Lehren Bogomils bekannte nahmen etwa 10.000 Untertanen den Glauben neu an und konvertierten. Sowohl die Orthodoxe wie die Katholische Kirche betrachteten sie als Häretiker. Die Zeit Kulins wird in Geschichtsbüchern dagegen als das „goldene Zeitalter Bosniens“ genannt.

 

4.5.2.7          Bogomilen unter Katholischer und Orthodoxer Verfolgung

Papst Innozenz III. (1161-1216) versuchte erfolglos die Bogomilen in Bosnien durch den katholischen König Emmerich von Ungarn auszumerzen. Der gab darauf zurück, dass er die Bogomilen für gute Christen halte und stellte sich dadurch gegen den Willen des Papstes.

 

Bogomilen GrabstättenWährend einer gewissen Zeitspanne stellten die Bogomilen gar einen Gegenpapst auf. Die Franziskaner, welche von Papst Nikolaus IV. (1288-1292) daraufhin gesandt wurden sollten die Bogomilen und Katarer von innen heraus durch Bekehrung zum Katholizismus bewegen. Papst Gregor IV. machte einen Dominikanermönch und damit einen Erzfeind jeder Art „Häretik“ oder Abweichung von katholischer Lehre zum Bischof Bosniens. Auch Ungarn beteiligte sich später zeitweise an der darauf folgenden Unterdrückung der Bogomilen. Friedhöfe und deren steinerne Säulen erinnern noch an die Glanzzeit der Bogomilen und Katharer, für die der Tod eine Befreiung von der Unterdrückung aus Satans System darstellte..

 

Im Jahre 1245 versuchte Papst Innozenz IV. nun mit einem Kreuzritterheer das Problem der Bogomilen durch raueste Gewalt zu lösen. 1319 war es Papst Johannes XXII. der einen weiteren Kreuzzug gegen jene „Ketzer“ unternahm, aber erst 1327 wurden die Bogomilen in die Gebirge Bosniens zurückgedrängt. Damit aber waren sie nicht wirklich besiegt!

 

Für die Bogomilen und die inzwischen führenden Katharer war ihr Glauben Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit! Paulus hatte die Christen Galatiens vor Lehrern mit einer „verfälschten guten Botschaft“ gewarnt. Seine Worte gelten bis heute in der Abwehr „falsche Brüder“ die sich einschleichen die uns in Religionsketten zu legen versuchen.

 

(Galater 2:4, 5)  Doch wegen der falschen Brüder, die unauffällig hereingebracht wurden und sich einschlichen, um unsere Freiheit, die wir in Gemeinschaft mit Christus Jesus haben, zu belauern, damit sie uns vollständig versklaven könnten — 5 diesen gaben wir nicht nach durch Unterwerfung, nein, nicht für eine Stunde, damit euch die Wahrheit der guten Botschaft erhalten bliebe.

 

Bosniens König Thomas bekehrte sich im 15. Jahrhundert zum Katholizismus und wurde den Päpsten von Rom hörig, wodurch wiederum harte Verfolgung des bis dahin zu etwa 40.000 Katharern angestiegenen bosnischen Volkes einsetzte. Von dort flohen viele Katharer 1446 nach Herzogowina. Als die muslimischen Türken im Jahre 1526 jene Gebiete eroberten wurden nun eine grosse Zahl Katharer mit dem Schwert zum Islam zwangsbekehrt: Was zuvor die Katholische Kirche in ihren Kreuzzügen und mittels der Inquisition vorgemacht hatte, das wurde nun vom Islam ebenso praktiziert!

 

4.5.2.8          Transsilvanien  hält am Urchristentum fest: Sabbatisten in Siebenbürgen

Auch weiter im Osten, in Gebieten Rumäniens und Siebenbürgens blieb der arianische Glaube über viele Jahrhunderte intakt! Es war das Gebiet des ehemaligen jüdischen Königreiches der Khazaren. Leicht verständlich, dass sich Christen mit einem Glauben nahe dem der Paulikaner dort schnell anzusiedeln vermochten, wo doch die jüdischen Glaubensgrundlagen schon weit in der Bevölkerung verbreitet waren!

 

Dr. Samuel Kohn, ein jüdischer Oberrabiner von Budapest schrieb das bedeutende geschichtliche Werk „Die Sabbatarier in Siebenbürgen; ihre Geschichte, Literatur und Dogmatik“. [10]

 

Siebenbürgen Im 11. und 12. Jahrhundert wurden deutsche Siedler von der ungarischen Krone für jene Gebiete angeworben, damit vor weiterer Glaubensverfolgung in Sachsen fliehend und die ihren bisherigen arianischen Glauben mitbrachten und unabhängig vom geschichtlichen Geschehen im vorhergehenden Stammland und dessen zwangs-Katholisieren weiterhin behielten. Sie werden bis heute als Siebenbürgen-Sachsen bezeichnet.

 

Durch den „Goldenen Freibrief“ von 1222 seitens des ungarischen Königs genossen jene Siedler besondere Freiheiten, was ihnen eine nahezu unbegrenzte Unabhängigkeit gab. Sie gründeten die Städte Hermannstadt, Kronstadt, Klausenburg, Mühlbach, Schässburg, Mediasch und Bistritz, sowie viele Dörfer und Marktflecken, insgesamt ca. 267 Ortschaften.

 

In der englischen Übersetzung von Kohns Werk wird auf Seite 8 über jene Periode zwischen 1588 und 1623 jener Christen im Gebiet von Transsilvanien  („Land jenseits der Wälder; Teil vom heutigen Rumänien) ihr wahres Christsein bestätigt. Sie  konzentrierten sich in den rumänischen Städten Szekely-Keresztur (heute: Christuru-Secuiesc) und Korsospatak (heute: Bodoc).

 

   ... das ursprüngliche, wahre Christentum wieder herstellten, indem sie jüdische religiöse Bräuche und Statuten, die im Alten Testament vorgeschrieben sind, und die die ersten Christen als verbindlich betrachtet hatten und erst später verwarfen, wieder akzeptierten und einhielten.

 

Jene Christen Transsilvanien s sollen den christlichen „Ebioniten und „Paulikanern des ersten Jahrhunderts sehr ähnlich gewesen sein. Nach dem Tod ihres Führers Eossis im Jahre 1599 begann jedoch ein schneller Abfall und eine Vermischung mit anderen Glaubensinhalten.

 

Siebenbürgen   ... es war 1579, als die unitarische Kirche sich in zwei Gruppen spaltete: diejenigen, die den Sonntag einhielten und die Sabbatarier. Die Unitarier unterschieden sich in drei wichtigen Lehren von den anderen protestantischen Sekten:

 

   1. Sie glaubten nicht an die Dreieinigkeit und wurden Anti-Trinitarier genannt.

   2. Sie glaubten nicht an die Kindertaufe.

   3. Sie glaubten nicht an die Gottheit Christi.

 

Der größte Verfechter und Verteidiger dieses Glaubens war ein gewisser Francis Davidis, der auch 1566 die unitarische Kirche in Transsilvanien  gründete. Nach Davidis Tod im Jahre 1579 spaltete sich die unitarische Kirche. Eossi nahm 1567 den unitarischen Glauben an. Da er nicht überzeugt war, dass die Unitarier alle biblischen Wahrheiten verkündeten, fing er an, selber die Bibel gründlich zu studieren. …. Er hielt seine Anhänger dazu an, die folgenden Lehren besonders zu beachten:

 

   1. Das Passahfest, die Tage der ungesäuerten Brote, Pfingsten, [[(Trompetenfest fälschlicherweise ausgelassen oder wird es nur nicht erwähnt?)]] Tag der Versöhnung, Laubhüttenfest (der Tag des letzten Gerichtes)

   2. Die zehn Gebote

   3. Die Gesundheitsgesetze (Man aß kein Blut, kein Schweinefleisch, keine erwürgten Tiere).

   4. Wenn tausend Jahre um sind, wird Christus wiederkommen und Juda und Israel wieder sammeln.

   5. Gottes heiliger Kalender sollte gebraucht werden.

   6. Es gibt zwei verschiedene Auferstehungen: die eine zum ewigen Leben, die andere zum Gericht am Ende der tausend Jahre.

   7. Der Mensch ist aus Gnade erlöst, aber er muss dennoch das GESETZ halten.

   8. Nur Gott ruft den Menschen zu seiner Wahrheit. Die Welt ist eigentlich blind.

   9. Christus war der größte der Propheten, der allerheiligste aller Menschen, ‘der gekreuzigte Herr’, ‘das höchste Haupt und der König aller wahren Gläubigen, der innig geliebte und heilige Sohn Gottes’

 

Ein weiteres interessantes Detail: Das Gesangbuch jener unitarischen Kirche wurde von Eossi, .... (u.a.) in ungarisch geschrieben. …. Es bestand aus 102 Gesängen, 44 für den Sabbat, 5 für den Neumond, 11 für das Passah und die ungesäuerten Brote, 6 für das Fest der Wochen, 6 für das Laubhüttenfest, 3 für Neujahr, 1 für den Tag der Versöhnung, 26 für alltägliche Zwecke.

 

Die Christengemeinden in Transsilvanien, im Teil von Siebenbürgen und ihre geschätzten 15-20.000 Sabbatarier hielten sich somit eindeutig an die göttlichen Festzeiten, einschliesslich die Neumonde! Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts gab es diese Versammlungen in zumindest elf Städten und Dörfern noch! Wäre da die Annahme nicht angebracht, dass sie auch die Sabbatjahre und das Jubeljahr nicht unberücksichtigt liessen?

 

Parlament | Budapest   Im Jahre 1867 gab das Parlament Ungarns allen religiösen Konfessionen volle Religionsfreiheit, auch den Juden. Viele Sabbatarier verließen nun ihre christlichen Kirchen und bekannten, dass sie den Sabbat einhielten. Da ihre Lehren und Denkweisen denen der Juden sehr nah verwandt waren, schlossen sich die meisten Sabbatarier den Juden an. Viele nahmen auch jüdische Namen an.

 

Als Dr. Kohn, der aus jüdischer Sicht um 1894 sein Buch schrieb, da waren laut seinen Angaben aufgrund starker rabbinischer Einflüsse in jenen ehemaligen Gebieten des Königreiches der Khazaren viele der christlichen Sabbatarier wiederum zum jüdischen Glauben zurückgekehrt, indem sie nun Jesus als Messias ablehnten und einen anderen Messias erwarteten. Bestimmt gab es auch umgekehrt Konversionen von Juden hin zum ebionitischen Christentum, die er aber aus verständlichen Gründen nicht erwähnt! Dennoch bestätigt er weiterhin den Bestand grosser christlicher Gemeinden, die weiterhin an Jesus als Haupt und am Sabbat festhielten:

 

   Heute befindet sich die größte Sabbatariergruppe – und es sind Tausende – in Transsilvanien  in der Gegend von Oluj und Sibiu. Der Bischof von Cluj – Rumäniens zweitgrößte Stadt – hält den Sabbat ein.

 

Auch in den Karpaten und Rumänien hielten sich sabbatistische Versammlungen trotz kommunistischer Unterdrückung bis in unsere Zeit! Einige unter ihnen halten bis heute an den GESETZEN Mose innerhalb dem „GESETZ des Christus“ fest! „Ebioniten“ und „Paulikaner“ gab es während aller Jahrhunderte und gibt es bis heute!

 

Das griechische Wort, das für „Gemeinde“ oder „Kirche“ steht lautet ekklēsía und setzt sich zusammen aus der griechischen Präposition „ek“, die „aus“, „heraus“ bedeutet, und dem griechischen Verb „kaleo“, das mit „rufen“ übersetzt wird, so dass „ekklēsía“ wörtlich „die Herausgerufene“ bedeutet. Das wird durch Johannes in der Offenbarung besonders hervorgehoben, wo er den Engel Gottes zitiert, der befehlend an die seinen erklärt: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht.“ (Off 18:4, 5)

 

4.5.2.9          Bekehrung der jüdischen Khazaren zum christlichen Glauben: Wanderprediger der Paulikianer und der Bogomilen

Nicht so, dass es nur Proselyten gab, die vom christlichen zum jüdischen Glauben wechselten, wie es Dr. Kohn in seinem Buch aus jüdischer Sicht beschreibt, vielmehr wirkte der Auftrag Jesu Jünger zu machen und zu belehren und zu taufen dahin, dass viele Khazaren christliche Sabbatisten wurden. In all jenen weitläufigen Gebieten der jüdischen Khazaren war eine Bekehrung in Richtung des Urchristentums, wie es die Paulikianer und die Bogomilen durch deren Wanderprediger verbreiteten relativ ein weit kleinerer Schritt, als hin zum katholischen oder orthodoxen Glauben mit ihrer Dreieinigkeit, Bilderverehrung und dem Marienkult, der Sonntagsheiligung und heidnischer Festtage! Jene christlichen Gruppen, die sich weiterhin an das Urchristentum hielten beachteten doch dieselben Regeln gemäss mosaischem GESETZ wie die Juden! Sie glaubten an den einen Gott Jehova und anerkannten Jesus als den von den Propheten vorhergesagten himmlischen Abgesandten, der „Fleisch geworden war“, sie lehnten jede Art Bilderverehrung ab, hielten die Heiligen- und Marienverehrung als Götzendienst, beachteten dieselben Festzeiten und den Sabbat, die Neumonde, insbesondere die Feier des Passah am 14.Nisan gemäss jüdischem Brauch.

 

Aus dieser Predigttätigkeit entstanden die späteren christlichen Gruppierungen der Katharer (abgeleitet von Khazari), die wir weiter oben in ihrem Tätigkeitsgebiet in Jugoslawien und Norditalien bereits betrachtet haben. Daraus heraus bildeten sich die geistig nahe Verwandten Albigenser, die Waldenser, die Hussiten usw..

 

Der einzige markante Unterschied den es für die jüdischen Khazaren zu überwinden galt war die Anerkennung Jesu als den durch die Schriften vorhergesagten Messias! Sie wurden dadurch zu messianischen Juden oder Teil der beschnittenen „Ebioniten. Was beide Gruppen, die Juden und die christlichen Sabbatisten zudem einte, das waren die sporadischen Verfolgungswellen seitens der Katholischen und der Orthodoxen Kirche, als jene dort ebenfalls Fuss fassten und dann später parallel dazu auch noch durch den Islam auf Ablehnung stiessen! Gleiches Schicksal der Verfolgung aber vereint ebenfalls und eint im Gedanken gegen die Verfolger! 

 

Roman: Die AschkenasiWenn wir das grosse Verbreitungsgebiet der bis heute als Aschkenasi-Juden (Aschkenasim, Aschkenasen) bekannten Khazaren in Osteuropa sehen und die parallele Ausbreitung der Nachfolger der Paulikianer in jenen Gebieten Transsilvanien s betrachten wird vieles verständlich. Jene Paulikianer werden wie es Paulus vorgemacht hat wahrscheinlich vorab den Juden gepredigt haben und gründeten aufgrund ihres Erfolges innerhalb jenes ursprünglich jüdischen Gebietes nun viele Christenversammlungen. Dadurch ist leicht zu verstehen, dass sie sich über sehr lange Zeit an die Sabbatverordnungen und selbst an die Einhaltung der Speisevorschriften hielten, da sie von Katholischer und Orthodoxer Beeinflussung vorab über Jahrhunderte weitgehend abgeschirmt blieben!

 

Die Vermischung mit frühen deutschstämmigen jüdischen Auswanderern in den Gebieten Transsilvanien s lässt sich bis heute anhand der DNS-Vergleiche bestätigen. Teile der Aschkenasi-Juden halten sich bis heute an ihre jiddische Sprache, ein judäo-Deutsch, das mit hebräischen Zeichen geschrieben wird. Darin sind aber auch slawische und rumänische Worte zu finden. Die jidische Sprache verbreitete sich somit auch in Transsilvanien aufgrund der vielen dorthin ausgewanderten Deutschen.

 

Eine der ältesten Gemeinden der nach dem Jahre 70 u.Z. aus Jerusalem vertriebenen Juden wurde durch die Römer am Rhein angesiedelt, in der Stadt Köln. Diese deutschen Exiljuden müssen während Jahrhunderten gute Beziehungen zu ihren Aschkenasi Synagogen im Reich der Khazaren gepflegt haben. Auch bei Verfolgung war Auswanderung in jene jüdisch kontrollierten Gebiete naheliegend, was die jidische Sprache mit vielen deutschen Ausdrücken auch in jenen Gebieten weiter erklärt.

 

Dass Nachfolger der „Paulikaner, die späteren Paulikianer und „Ebioniten, die beide unter nach-nicäischer Glaubensverfolgung neue und sichere Gebiete suchten und so bis nach Transsilvanien  kamen, ist leicht nachvollziehbar! Dass sie dort ihre Predigttätigkeit nun wiederum unter den dort bereits ansässigen Juden der Khazaren fortsetzten ist höchst wahrscheinlich. Statt Khazaren nannte man sie nun auch Kassaren womit das Wort Katharer im Zusammenhang steht, das „die Reinen“ bedeutet, die sich von Gesetzesübertretern getrennt hielten.

 

Hinwendung zum Judentum  [11]

 

Karte der Krim-Halbinsel   Seit klassischer Zeit gab es in den griechischen Städten an der Schwarzmeerküste jüdische Gemeinden. Cherson, Sudak, Kertsch und andere Städte der Krim hatten ebenso jüdische Gemeinden wie Gorgippa; Tmutarakan hatte in den 670er Jahren sogar eine jüdische Bevölkerungsmehrheit. Zu den ursprünglichen jüdischen Siedlern kamen Immigrationswellen von Flüchtlingen, die vor der Verfolgung im Byzantinischen Reich, im sassanidischen Persien und später aus der islamischen Welt flohen. Viele jüdische Händler wie etwa die Radhaniten betrieben regelmäßig Handel mit dem Chasarengebiet und haben dabei möglicherweise bedeutenden wirtschaftlichen und politischen Einfluss ausgeübt. Obwohl ihre Ursprünge und ihre Geschichte im Unklaren liegen, haben auch die Bergjuden in der Nähe des Chasarengebietes gelebt und könnten entweder ihre Bundesgenossen gewesen oder ihrer Oberherrschaft unterstanden haben. Es wäre möglich, dass sie bei der Konversion der Chasaren eine Rolle gespielt haben.

 

   Entweder am Ende des 8. Jahrhunderts oder im frühen 9. Jahrhundert konvertierte das chasarische Herrscherhaus, der Adel sowie Teile der einfachen Bevölkerung zur jüdischen Religion. Welcher Anteil der Bevölkerung hiervon erfasst wurde, ist Gegenstand historischer Debatten. Früher glaubten die meisten Wissenschaftler, ausschließlich die Oberschicht sei zur jüdischen Religion konvertiert, diese These wird durch zeitgenössische islamische Texte gestützt. Neuere archäologische Ausgrabungen haben jedoch weitverbreitete Wandlungen bei Begräbnispraktiken gezeigt. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts begannen die chasarischen Begräbnisse einen dezidiert jüdischen Charakter anzunehmen. Grabbeigaben verschwanden fast vollständig. Die Begräbniskultur spricht dafür, dass die jüdische Religion um 950 in allen Klassen der chasarischen Gesellschaft verbreitet war.

 

Das Vorbild das Paulus betreffend der Bekehrung der Juden gegeben hatte wurde vor allem von den „Ebioniten“ weitergeführt.

 

*** Rbi8  Apostelgeschichte 17:1-4 ***

Nun zogen sie durch Amphipolis und Apollonia und kamen nach Thessalonich, wo es eine Synagoge der Juden gab. 2 So ging dann Paulus nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und unterredete sich an drei Sabbaten mit ihnen anhand der Schriften, 3 indem er durch Hinweise erklärte und bewies, daß es für den Christus notwendig war, zu leiden und von den Toten aufzuerstehen, und [sprach]: „Dieser ist der Christus [[(der von den Propheten angekündete Messias)]], dieser Jesus, den ich euch verkündige. 4 Als Ergebnis wurden einige von ihnen gläubig und gesellten sich zu Paulus und Silas, dazu eine große Menge der Griechen, die [Gott] anbeteten, und nicht wenige von den prominenten Frauen.

 

Die „Paulikaner“ und damit die späteren Paulikianer jener Gebiete folgten somit auch in diesem Teil exakt dem Vorbild des Paulus und gewannen vorab viele der Juden für den Christus! Da sie beschnittene Christen sind gehören sie zu den „Ebioniten!

 

Gene Streuung der Juden aus dem Imperium der KhazarenDie nachfolgende Statistik zeigt, dass jene Nachkommen der Aschkenasi bis heute weltweit eine Bedeutung haben. Wie viele von ihnen messianische Juden sind, die an Christus glauben aber sich zur Jüdischen Abstammung bekennen entzieht sich dabei unserer Kenntnis. Aufgrund ihrer Abstammung und wegen ihrer Beschneidung werden messianische Juden in jüdischen Statistiken auch in Israel als Juden geführt:

 

Argentinien

Brasilien (200.000 - 700.000)

Deutschland (seit der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion 200.000; Tendenz steigend)

Estland (0,6%)

Israel (3.700.000)

Österreich (bis zu 15.000)

Polen (unbekannte Anzahl)

Rumänien (rund 14.000)

Russland (rund 230.000)

Schweden (rund 18.000)

Tschechei (rund 3.000 registrierte Mitglieder jüdischer Gemeinden; Gesamtzahl, einschließlich der Juden, die in keiner Gemeinde eingetragen sind, kann man nur schätzen, maximal vielleicht 10.000)

Ukraine (rund 103.600)

Ungarn (ca. 70.000 - 100.000)

Usbekistan (neben den Bucharischen Juden)

Vereinigte Staaten von Amerika (rund 5.000.000)

Weißrussland (1%)

 

Jahrhunderte vergingen, ohne dass der wahre christliche Same je vollkommen ausgerottet hätte werden können. Stets gab es ehrliche Männer und Frauen, die aufgrund eines persönlichen Bibelstudiums der Hebräischen und Griechischen Schriften der Wahrheit wiederum auf den Grund kamen und diese alsdann an andere zu übermitteln begannen! Machen wir nun einen geschichtlichen Sprung und schauen die weitere Entwicklung an.

 

 

4.5.3           Wem gab Jesus das Recht andere zu belehren und wem wurden die Lehrer unterordnet? Die Lehre der Waldenser und die Inquisition nicht vergessen!

 

4.5.3.1          Ungelehrte Menschen verteidigten zu allen Zeiten Gottes Rechtsmassstab

Der Kampf gegen Irrlehren, welche den Aussagen der Apostel und Propheten widersprechen, dieser wurden nach dem Tod des Johannes von einigen der Apologeten und danach von den nachfolgenden so genannten „Kirchenvätern“, christlichen Lehrern die über ihre eigene Versammlung hinaus Einfluss ausübten weiter vorangetrieben. Ein paar von ihnen waren in ihren Aussagen aber in Wirklichkeit keine „Väter“ der katholischen Lehre, im Gegenteil, deren härtesten Gegner! Die Katholische Kirche aber nutzte sie mittels des Etiketts „Kirchenväter“, um zu behaupten deren Nachfolger zu sein, weil jene dem Christus Getreuen einen guten Ruf besassen! Paulus aber hatte warnend geschrieben:

 

*** Rbi8  2. Korinther 11:14-15 ***

Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts an. 15 Es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener immer wieder die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen. Ihr Ende aber wird gemäß ihren Werken sein.

 

Thomas von AquinAus heutiger Sicht und genauerer Erkenntnis vieler biblischer Zusammenhänge, vor allem, was Jesu Wiederkehr und die Auferstehungshoffnung betrifft, müssten viele Aussagen vor allem jener der späteren „Kirchenväter“ wie Augustinus und Thomas von Aquin mit aller Härte richtiggestellt werden! Nicht weil frühe Kirchenlehrer etwas behaupteten musste es zwangsläufig mit der Schrift aufgezeichneten guten Botschaft im Einklang sein! Auch dass einige jener Kirchenväter hohes Ansehen bei Theologen geniessen ist nicht zwangsläufig Grund dazu, ihre Aussagen unbesehen anzuerkennen! (Bild: Benozzo Gozzoli, „Triumph des Hl. Thomas von Aquin über Averroes“ (1468/84). Thomas sitzt zwischen Aristoteles und Platon, vor ihm liegt niedergeworfen Averroes) Wer seine Weisheit aus der Philosophie des Platon und Aristoteles ableitet, was beide Kirchenväter verteidigten, der hat die Worte des Paulus hinter sich geworfen, wo jener besagt: „Seht zu, daß nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus; denn in ihm wohnt die ganze Fülle der göttlichen Wesensart körperlich.“ (Kol 2:8, 9)

 

Sehr viele Menschen gehen den einfachen und verführerischen Weg zuerst von theologischer Seite her belehrt zu werden, um dann erst die Heiligen Schriften vorpräpariert zu studieren. Dazu dienen all die unzähligen von Religionen geführten Schulen und Seminare! Indoktrination der eigenen verwässerten und verschmutzten Lehre von Kindheit an, am besten mit dem Kindergarten beginnend! Solche religiös vorgeprägten Menschen glauben später der Aussage der Priesterschaft oft unbesehen, dass Laien ohne ihre weitere Hilfe die Schriften nie verstehen würden! Wenn dem so wäre, dann könnten die göttlichen GESETZE nur von Experten ausgelegt werden. Gott hätte gefehlt seinen Willen genügend deutlich darzulegen, dass ein normal verständiger Mensch sie begreifen könnte! Johannes aber zeigte in seinem ersten Brief genau das Gegenteil!

 

*** Rbi8  1. Johannes 2:26-29 ***

Diese Dinge schreibe ich euch über die, die versuchen, euch irrezuführen. 27 Und was euch betrifft: Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr benötigt niemand, der euch lehre; sondern wie euch die von ihm [kommende] Salbung über alle Dinge belehrt und wahr ist und keine Lüge ist, und so, wie sie euch belehrt hat, bleibt in Gemeinschaft mit ihm. 28 Und nun, Kindlein, bleibt in Gemeinschaft mit ihm, damit wir, wenn er offenbar gemacht wird, Freimut der Rede haben mögen und nicht beschämt von ihm weichen müssen bei seiner Gegenwart [[(Wiederkunft (zum Gericht und zur Urteilsvollstreckung))]]. 29 Wenn ihr wißt, daß er gerecht ist, erkennt ihr, daß jeder, der Gerechtigkeit [[(= Gottes Gebote achtend)]] übt, aus ihm geboren worden ist.

 

Christen sollten statt Kindermilch feste Nahrung zu sich nehmenChristen müssen die „feste Speise“ direkt aus den Worten der Bibel schöpfen und aufhören religiös durchmische „Milch“ für Kleinkinder zu sich zu nehmen! Dazu muss der eigene Verstand anhand des Schriftwortes gefestigt werden! Jeder der das tut, wird beim Offenbarwerden Jesu nicht beschämt sein. Die Gerechtigkeit des Christus war stets im Einklang mit Gottes GESETZ und seinem Willen!

 

Jesus vertrat offensichtlich eine ganz andere Meinung als der Vatikan! Jeder Schüler des Christus, das bedeutet jeder der sein Jünger sein möchte muss die vollkommene Unterweisung anstreben, die er von seinem Lehrer, von Jesus selbst erhält!

 

*** Rbi8  Lukas 6:39-40 ***

Dann sprach er auch in einem Gleichnis zu ihnen: „Kann wohl ein Blinder einen Blinden leiten? Werden nicht beide in eine Grube stürzen? 40 Ein Schüler steht nicht über seinem Lehrer, doch jeder, der vollkommen unterwiesen ist, wird wie sein Lehrer sein.

 

Wenn der Schüler nicht über dem Lehrer steht, dann stehen auch Augustinus und Thomas von Aquin nicht über Jesus! Weder Bischöfe, Konzilien noch Päpste können eine Lehre Jesu widerrufen! Als Jünger aber habe ich und du dieselbe Pflicht das volle Verständnis zu erlangen. Nur „blinde Führer“ die andere „Blinde leiten“ erheben sich über Jesus und dessen Apostel wie zuvor die Propheten, die doch die Grundlage unseres Glaubens gelegt haben!

 

4.5.3.2          Die sauren Früchte der kirchlichen- und staatlichen Belehrung unserer Kinder beachten und deutlich erwähnen

Das andere Extrem sehen wir heute in staatlichen Schulen, wo Gott überhaupt kein Thema mehr ist und Seine Stellung längst von den Wissenschaftlern und Experten eingenommen wird! Gottes ursprünglicher Rat erscheint deshalb nach wie vor der Klügste zu sein, dass Eltern die heilige Pflicht haben ihre Kinder selbst zu belehren! Nur so erziehen wir sie hin „zur Freiheit der Kinder Gottes“, die sich nicht unter ein „ungleiches Joch“ mit gottentfremdeten Menschen begeben! Die Worte Jehovas durch Moses an ganz Israel gerichtet gelten auch uns:

 

Moses und das vierte der Zehn Gebote*** Rbi8  5. Mose 6:4-9 ***

Höre, o Israel: Jehova, unser Gott, ist ein Jehova. 5 Und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele und deiner ganzen Tatkraft. 6 Und es soll sich erweisen, daß diese Worte, die ich dir heute gebiete, auf deinem Herzen sind; 7 und du sollst sie deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. 8 Und du sollst sie als ein Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Stirnband zwischen deinen Augen dienen; 9 und du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.

 

Der Staat, genauso wie Religionsführer und Theologen möchten Menschen in die Abhängigkeit ihrer Institutionen bringen. Darum bauen sie um ihre schriftwidrigen Ansichten einen hohen Zaun, so wie Staatsgrenzen! Kirchenführer sind im Kirchenrecht bewandert, ebenso wie es im Rechtssystem der Staaten deren Rechtsanwälten sind. Wie gewisse Fische sich im trüben Wasser wohl fühlen so brauchen jene das Brackwasser. Wo vor weltlichen Gerichten nur Juristen erscheinen können, die sich im widersprechenden Wirrwarr ihrer Auslegungen auskennen, da sind es Theologen im Kirchenrecht die das letzte Wort zu führen suchen!

 

Jesus aber hatte deutlich vor jenen Rechtsverdrehern beider Seiten gewarnt, jener der Politik (Schriftgelehrte, Gesetzesausleger = Juristen) und jener der Religion, den Priestern, den Pharisäern und Sadduzäern! In Israel war Staat und Kirche keine getrennte Angelegenheit! Es gab ein einziges GESETZ und eine einzige Rechtsprechung! Jesus hielt sich fest an Gottes GESETZ und lehnte menschliche Überlieferungen mit aller Deutlichkeit ab, die Gottes GESETZ ungültig machten! Gott erklärte durch Moses: „Ein Gesetz soll für den Einheimischen und für den ansässigen Fremdling bestehen, der als Fremdling in eurer Mitte weilt.“ (2.Mo 12:49) Jesu Worte sollen uns beständig in den Ohren liegen:

 

*** Rbi8  Matthäus 5:19-20 ***

Wer immer daher eines dieser geringsten Gebote [[(des GESETZES)]] bricht und die Menschen demgemäß lehrt, der wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚Geringster‘ genannt werden. Wer immer sie hält und lehrt, dieser wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚groß‘ genannt werden. 20 Denn ich sage euch, daß ihr, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet.

 

Gesetz Gottes verfälscht?Die Regel ist somit vorgegeben: Wer das gesamte GESETZ lehrt und es hält wird hinsichtlich Gottes kommendem Königreich „gross“ genannt werden. Die Schriftgelehrten, die Gesetzeslehrer und Gesetzesausleger wie die Pharisäer, was heutigen Anwälten und Juristen oder auch Theologen entspricht, von ihnen werden wohl laut Jesu Worten die wenigsten oder gar keine in Gottes Königreich eingehen! Warum? Weil deren Gerechtigkeit gleich oder noch niedriger ist wie die derjenigen, welche Jesus zu Beginn und seine Jünger danach und zu allen Zeiten bis zum Ende dieses Systems verklagten, einsperrten und verfolgten, um sie zu töten! Jesu Worte haben bis zum Abschluss Gültigkeit: „... wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, [[ihr]] keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet.“ Die Lehre Jesu ist deutlich und für einige hart anzuhören, aber bestimmt stets gerecht! Die Worte Gottes durch Jeremia sollten uns bedenklich stimmen!

 

 (Jeremia 8:8) ‚Wie könnt ihr sagen: „Wir sind weise, und das Gesetz Jehovas ist bei uns.“? Nun, sicherlich hat der falsche Griffel der Sekretäre in völliger Falschheit gearbeitet.

 

Prüfen wir es doch einfach selbst, indem wir objektiv um uns herum schauen: Existiert ein Pfarrer oder ein Theologe, ein Rechtsanwalt oder ein Richter der uns lehrt das ganze GESETZ Gottes zu halten und der entsprechend selbst handelt? Da keiner es lehrt und noch weniger hält sind wir alle als christliche Gesellschaft weitgehend zu „Gesetzlosen“ geworden! Der Prophet Daniel kündete spezifisch für unsere Zeit des Endes an: „Und er wird sogar Worte gegen den Höchsten reden, und die Heiligen des Allerhöchsten wird er andauernd befehden. Und er wird beabsichtigen, Zeiten und Gesetz zu ändern, und sie werden für eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit in seine Hand gegeben werden.“ (Da 7:25) Wer das Sabbatgebot verneint, der wird auch Gottes Zeitplan damit verändern, denn alle seine Neumonde und Festzeiten spielen in den letzten dreieinhalb Jahren eine herausragende Rolle! Wer dies nicht versteht kann auch den Ablauf der Ereignisse niemals auf einer Zeittabelle korrekt einordnen! Scheinbar kleine Ursache mit grosser Auswirkung. Der Engel Jehovas, Gabriel erklärte Daniel zum Ende:

 

(Daniel 12:9-13)  Und er sagte weiter: „Geh, Daniel, denn die Worte werden geheimgehalten und versiegelt bis zur Zeit des Endes. 10 Viele werden sich reinigen und sich weiß machen und werden geläutert werden. Und die Bösen werden bestimmt böse handeln, und gar keiner der Bösen [[(der Gesetzlosen)]] wird [es] verstehen; die aber, die Einsicht haben, werden [es] verstehen.

11 Und von der Zeit an, da das beständige [Opfer] entfernt worden ist und das abscheuliche Ding, das Verwüstung verursacht, aufgestellt worden ist, werden es eintausendzweihundertneunzig Tage sein. [[C3]]

12 Glücklich ist, wer harrt und wer die eintausenddreihundertfünfunddreißig Tage erreicht! [[C4]]

13 Und was dich selbst betrifft, geh dem Ende entgegen; und du wirst ruhen, aber du wirst aufstehen [[(innerhalb der Erstauferstehung [Bb])]] zu deinem Los am Ende der Tage.“

 

Der Gesetzlose“, der Gottes „Zeiten und Zeitabschnitte“ die durch Gottes Sabbatgesetz, das vierte Gebot und durch Seine Bestimmungen zu den Neumonden und Festzeiten, dem Sabbat- und dem Jubeljahr bestimmt sind verlassen hat, der tappt im Finsteren!

 

Logik im Ablauf der Detailereignisse während dem "Tag des Herrn"
 

Wir sprechen nicht von staatlichen Gesetzen oder gar vom Kirchenrecht, sondern deutlich vom allein gültigen Rechtsmassstab aller Zeiten: Gottes GESETZ! Wohin dies bis zum Ende führen würde, dies hat Paulus deutlich hervorgehoben: Das Überhöhen über alle übrigen Mächtigen und selbst über Gott den Allmächtigen! Abfall von Gottes Richtlinien führt stets zu zunehmender Gesetzlosigkeit!

 

*** Rbi8  2. Thessalonicher 2:3-5 ***

Laßt euch in keiner Weise von irgend jemandem verführen, denn er wird nicht kommen, es sei denn, der Abfall komme zuerst und der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn der Vernichtung, werde geoffenbart. 4 Er widersetzt sich und erhebt sich über jeden, der „Gott“ oder ein Gegenstand der Verehrung genannt wird, so daß er sich in den Tempel DES GOTTES niedersetzt und sich öffentlich darstellt, daß er ein Gott sei. 5 Erinnert ihr euch nicht, daß ich euch diese Dinge wiederholt sagte, als ich noch bei euch war?

 

Erst in der Endzeit würde jener „Mensch der Gesetzlosigkeit“ überführt werden und durch Jesus schlussendlich Vernichtung erleiden! Paulus spricht nicht von einer Einzelperson, sondern von einer Kategorie von Personen, von Organisationen, Kirchen, Staatswesen und deren Führer! Es müssen Nachfolger jener Abtrünnigen sein, die bereits im ersten Jahrhundert wirksam waren! Der „Sohn der Vernichtung“ hat somit einen langen Werdegang!

 

Vom letzten Präsidenten der Grossmacht des „Königs des Südens“, des „christlichen“ Anglo-Amerika erklärt Daniel: „Und er wird sogar Worte gegen den Höchsten reden, und die Heiligen des Allerhöchsten wird er andauernd befehden. Und er wird beabsichtigen, Zeiten und Gesetz zu ändern, und sie werden für eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit [[(dreieinhalb Jahre)]] in seine Hand gegeben werden. Und das Gericht selbst setzte sich dann, und seine eigene Herrschaft nahm man schließlich weg, um [ihn] zu vertilgen und [ihn] gänzlich zu vernichten.“ (Da 7:25, 26)

 

KonterreformationPapst Innozenz III. ordnete die längste und grausamste Christenverfolgung all jener an, die sich den Dogmen des Papstes widersetzten. Dominikaner und Franziskaner waren seine ausführenden Henkersgesellen! Auch die Jesuiten beteiligten sich ab 1534 inmitten der Gegenreformation gegen jede Erhebung gegen die Päpste und kirchliche Dogmen.   Wahrlich saure Früchte ihrer über Jahrhunderte währenden Macht! Jesu Urteil ist bereits gefällt, sein Etikett ist gerecht und wird denen umgehängt, die ihm und der Wahrheit hart widerstanden haben!

 

*** Rbi8  Matthäus 7:21-23 ***

Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. 22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘ 23 Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit.

 

Papst Innozenz III.Papst Innozenz III. (1198-1216) bedauerte zwar offen, dass seine Geistlichkeit sich schamlos an den Armen bereicherte, klagte aber die Wanderprediger der Katharer und Waldenser an, dass jene ungebildet seien, weil sie keine theologischen Priesterseminare besucht hätten und in Unkenntnis des Lateinischen waren. Das Volk aber hörte jenen Predigern mit Freuden zu, weil diese in der Volkssprache die Schriften erklärten und die Zuhörer begannen den Inhalt der Bibel zu verstehen und im Leben anzuwenden, die Behauptung des Papstes klar als Lüge verneinend:

 

   Solchermaßen ist die Tiefe der göttlichen Schrift, daß nicht nur der Verstand der Einfachen und Ungebildeten, sondern sogar derjenige der Klugen und Gelehrten bei dem Versuch, sie zu verstehen, keineswegs völlig ausreicht.“ [12]

 

Augustinus und der Teufel Bestimmt sprach Papst Innozenz III. damit zum guten Teil die Wahrheit, zumindest für seine Priester, die aufgrund der Verdrehung der Schriften durch die Päpste selbst nicht mehr in der Lage waren diese zu verstehen! Da zudem alles in der katholischen Liturgie der Kirche in der lateinischen Sprache abgehandelt wurde und Übersetzungen der Bibel in die Landessprache bei Todesstrafe verboten waren, wurde nur noch von jenen Wanderpredigern wirkliches Schriftverständnis vermittelt, die sich ihrerseits nicht an solche Vorschriften der Kirche hielten und deren Dogmen kategorisch ablehnten! Sie bildeten die Grundlage der Reformatoren, die ihrerseits allerdings in grossen Teilen der Mutterkirche in ihren Fussstapfen nachfolgten.

 

Auch bei der Inquisition gilt es den Ursprung zu verfolgen, um die grausamsten Auswirkungen der Lehren der Kirchenväter zu verstehen:

 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5c/Michael_Pacher_004.jpg/220px-Michael_Pacher_004.jpgAugustinus  [13]

 

   Bischof Augustinus von Hippo führte im frühen 5. Jahrhundert in Afrika eine Auseinandersetzung mit der von ihm verurteilten Glaubensgemeinschaft der Donatisten, die sich von der römischen Kirche gelöst hatte. In mehreren Werken forderte er gegenüber Häretikern entweder gemäßigte Strenge oder Maßnahmen der weltlichen Macht bis hin zur Todesstrafe, wenn er letztere auch nicht als wünschenswert sah: Corrigi eos volumus, non necari, nec disciplinam circa eos negligi volumus, nec suppliciis quibus digni sunt exerceri (Ep. c, n. 1): „Wir möchten sie verbessert haben, nicht getötet; wir wünschen uns den Triumph der Kirchenzucht, nicht den Tod, den sie verdienen.“ (Bild: Der heilige Augustinus und der Teufel Flügelaltarszene, ca. 1430)

 

Thomas von Aquin

 

   Der bedeutende Theologe Thomas von Aquin lieferte den theoretischen Unterbau für die mittelalterliche Inquisition. Für Häretiker forderte er in seiner Summa theologicadie Exkommunikation und die Todesstrafe. Von ihm stammt der Satz: „Accipere fidem est voluntatis, sed tenere fidem iam acceptam est necessitatis (Die Annahme des Glaubens ist freiwillig, den angenommenen Glauben beizubehalten notwendig).“

 

4.5.3.3          Die Katharer, Albigenser und Waldenser als Herausforderung der Staatskirche: Unter Papst Innozenz III. setzt die Verfolgung ein, die schon bald zur Inquisition auswächst

Die Katharer hatten sich in Südfrankreich in der Zeit vom zehnten bis dreizehnten Jahrhundert ausgebreitet und eine neue Hochkultur in Europa hervorgebracht. Man nimmt an, dass die Glaubensgrundlagen auf die Paulikianer, Khazaren und Bogomilen zurückgehen. Ihre Überzeugung deckt sich weitgehend mit jenen der Arianer. Viele Geschichtsschreiber stellen eine Rückbesinnung auf Werte des apostolischen Urchristentums fest. Das von ihnen besiedelte Gebiet wurde Okzitanien genannt. Das griechische Wort katharos bedeutet „die Reinen“. Sie strebten nach der von Christus für seine Nachfolger propagierten Vollkommenheit in all ihren Handlungen. Die Liebe sollte unter ihnen das vereinende Band sein.

 

*** Rbi8  Matthäus 5:43-48 ***

Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.‘ 44 Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, 45 damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt. 46 Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe? 47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen ebenso? 48 Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

 

Burgenkette der KatharerDen Namen Katharer wurde ihnen jedoch als Etikett von Aussenstehenden verliehen, mehr in Form des Spottes, als in Übereinstimmung mit ihrer Gesinnung. Die Inquisition nannte sie belächelnd „hereticus perfectus“. Da ihr Stammgebiet sich um die Stadt Albi konzentrierte wurden sie auch Albigenser genannt. 

 

Die Katharer kennen keine Kirchengebäude und keine Hierarchie. Die Taufe wird nach einer Zeit der Unterweisung nur an Erwachsenen vollzogen, die sich hierzu bereit erklären. Das Zusammenkommen in Gruppen erfolgte in Privathäusern, Handwerksstätten oder im Freien. Okzitanien wurde durch fünf Diözesen gebildet: Agen, Albi, Carcassonne, Toulouse und Razès. In jeder Diözese gab es einen erwählten Vorsteher der die Angelegenheiten überwachte und koordinierte. Der Name Okzitanien kommt von terrae lunguae occitanea, die ihre eigene Sprache hatte. Das Gebiet umfasste mehr oder weniger den Raum des heutigen Languedoc.

 

Bernhard de Fontcaude schrieb 1180 sein Buch Adversus Vallenses et Arianos „Gegen die Vallenser (Waldenser) und Arianer“. Über diese Abhandlung des Ursprungs, Lebens und Wirkens der Waldenser schrieb später der Theologe und Historiker W.F. Adeney in seinem mehrbändigen Werk The Theology of the New Testament (1894) über die Waldenser. Die zerstreuten Versammlungen der Waldenser und ihre Lehren, die Rom selbst hart der Häresie anprangerten sollten aus Roms Sicht nicht weiter ihre Lehren verbreiten dürfen. Die Staatskirche verlor zu schnell an Glaubwürdigkeit, an Macht und damit verbunden an Anhängern und Einkommen. Die verschiedenen Gruppierungen um unterschiedliche Lehrer begannen sich unter der einigenden Wirkung des Peter Waldes im zwölften Jahrhundert zu einer Einheit zu formen.

 

   Es scheint, als sei diese Diskussion aus der Vereinigung der Petrobusianer und der Henrikianer (Henricians) mit den Bettelmönchen von Lyon in der Provence hervorgegangen. Um etwa die gleiche Zeit verbanden sich Waldes’ Anhänger mit den Arnoldisten in der Lombardei. So wurden die Waldenser Italiens und Frankreichs vereint, und dieser Bund wurde durch Verfolgung gefestigt. Eine Exkommunikation bei dem Konzil von Verona trieb die letzten Anhänger Waldes’ aus Lyon und veranlasste sie, in die Provence, nach Dauphine und in die Täler von Piemont in der Lombardei und sogar nach Deutschland zu flüchten. Sie waren so zahlreich geworden, dass Innozenz III seine besten Legaten in den Jahren 1198, 1201 und 1203 sandte, um sie zu unterdrücken. [14]

 

Je stärker die Verfolgung seitens der katholischen Kirche wurde, desto enger wurden die Bande jener bibeltreuen arianischen Christen untereinander. Sie alle einte der Glaube an die Wiederkehr des Herrn und an unseren gemeinsamen Vater, Jehova und deren gemeinsame Ablehnung all dessen, was mit der Lehre im GESETZ, in den PROPHETEN und in den Lehren der Apostel offensichtlich nicht im Einklang steht. Diesmal verlieh man ihnen zurecht verschiedene Etiketten wie Arianer, Subordinationisten, Unitarier oder Sabbatisten! Sie waren in der Ablehnung jeder Art Verunreinigung biblischer Lehre vereint und bereit diesen Standpunkt bis in den Tod zu verteidigen!

 

Domingo de Guzman: Gründer der Dominikaner und Führer der Inquisition Die von Papst Innozenz III. geförderte Unterdrückung wurde 1209 u.Z. durch den spanischen Bischof Domingo de Guzman (1170-1221) organisiert. Guzman hatte Theologie und Philosophie studiert und war von den Augustinermönchen ausgebildet worden. Sein Bettelmönchsorden, die Dominikaner, die Guzman 1216 gründete wurde später die Ausmerzung der Häresie anvertraut.

 

Domingo wollte ursprünglich mittels der von ihm gegründeten Klöster das Landvolk den Glauben Roms lehren und damit den Einfluss der Wanderprediger und den Rom zunehmend ungetreuen Priestern Einhalt gebieten. Das immer stärkere Wirken der Katharer, Albigenser und Waldenser bedrohte die Einheit der Kirche, da die Menschen sich in Massen zu den neuen Lehrern hinwendeten, welche bereit und geeignet waren die Bibel zu erklären und ein wirkliches christliches Vorbild waren. Im Gegensatz zu den gut disziplinierten und gut organisierten Laienpredigern der Katharer mit ihrem erstaunlich hohen Bildungsniveau war sein Orden dagegen nur geweihten Priestern mit Theologiestudium vorbehalten. Paulus hatte betreffend der Lehrbefähigung nichts von einem Theologiestudium erwähnt! Die Befähigung sollte von Gott her kommen und nicht einer von Menschen geschaffenen Institution entspringen!

 

*** Rbi8  2. Korinther 3:5-6 ***

Nicht, daß wir aus uns selbst hinreichend befähigt sind, etwas als von uns selbst kommend anzusehen, sondern unsere hinreichende Befähigung kommt von Gott, 6 der uns wirklich hinreichend befähigt hat, Diener eines neuen Bundes [[(hin zum Priesterkönigtum des Vaters in Jesu Hand)]] zu sein, nicht eines geschriebenen Rechts [[(wie das der Pharisäer oder das katholische Kirchenrecht)]], sondern des Geistes [[(des Wortes Gottes)]]; denn das geschriebene Recht [[(vom „Fluch und Segen“)]] verurteilt zum Tod, der Geist [[(Jesus, durch „unverdiente Güte“)]] aber macht lebendig.

 

Nicht das GESETZ der Leviten war für christliche Priester massgeblich, keine offizielle Amtseinsetzung unter Zeremonien, sondern die Berufung als „Diener des neuen Bundes“ durch Christus! Seine Apostel und Jünger waren alles Laien, keiner an pharisäischen Institutionen ausgebildet. Das „GESETZ des Geistes“ ist auch gleichzeitig das „GESETZ des Christus“: Das GESETZ der Nächstenliebe sollte anderen zum Leben verhelfen, allen jenen, die positiv auf das Predigen hören würden indem sie durch „unverdiente Güte“ von der Todesstrafe des auf jedem lastenden „Fluches“ befreit wurden. Das ist nicht eine „Erbsünde“, sondern Vergehen gegen Gottes GESETZ, das keine Kleinkinder begangen haben sondern zum Denken reife Menschen. Dazu wurden Christen in der Taufe durch Gott befähigt! Sie brauchten dazu keinen speziellen Titel einer Lehranstalt oder von einer Hierarchie zugeteilt!

 

Der Juristenpapst: Innozenz III. (1198-1216)Der Papst Innozenz der III. gilt als einer der blutrünstigsten aller Päpste. Sein Ausspruch „Jeder Kleriker muss dem Papst gehorchen, selbst wenn er Böses befiehlt; denn niemand kann über den Papst urteilen“ zeigt die Perversität im Denken jenes Despoten, der seine Priesterweihe erst nach der Wahl zum Papst erhielt. Aus der Sicht der Dominikaner war es „zur Ausbreitung und Verteidigung des Glaubens“, selbst wenn bestialische Mittel benutzt werden mussten. Hätten Jesus oder seine Apostel je solche Bekehrungsmethoden angewendet? Paulus gab das christliche Grundprinzip deutlich bekannt: „Laß dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse stets mit dem Guten.“ (Rö 12:21)

 

Das ganze Gehabe der Dominikaner war rein äusserlich eine schlechte Kopie der Wanderprediger der Katharer und Waldenser. Da sie aber den Katharern im Predigen nicht gewachsen waren und von Roms Kirche Abgefallene nichts mit ihnen gemein haben wollten und zudem immer mehr Menschen von der Kirche hin zu jenen Wanderpredigern abfielen, blieb ihnen nur noch die Gewaltanwendung übrig, um ihnen Herr zu werden! Die Katharer fuhren darin fort zu unterrichten, so wie es Paulus im ersten Jahrhundert vorgemacht hatte, ohne grössere Mittel zu besitzen den Armen und einfachen Menschen von Ort zu Ort wandernd die gute Botschaft zu predigen. Jesus sprach nicht davon Klöster, Priesterseminare und Kirchen zu bauen. „Kostenfrei“, anzunehmen gaben Jesu Jünger ihr Wissen weiter, verlangten weder Almosen noch Zehnten, sondern gaben sich mit dem zufrieden, was man mit ihnen teilte. Jesus selbst hatte doch die Apostel angewiesen wie sie das Predigen organisieren sollten:

 

*** Rbi8  Matthäus 10:6-10 ***

Während ihr hingeht, predigt, indem ihr sagt: ‚Das Königreich der Himmel hat sich genaht.‘ 8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige, treibt Dämonen aus. Kostenfrei habt ihr empfangen, kostenfrei gebt. 9 Verschafft euch nicht Gold oder Silber oder Kupfer für eure Gürtelbeutel 10 oder eine Speisetasche für unterwegs oder zwei untere Kleider oder Sandalen oder einen Stab; denn der Arbeiter hat seine Nahrung verdient.

 

Das „Königreich der Himmel“ wurden von Paulus im Kolosserbrief als das „Königreich des Sohnes seiner Liebe“ (Kol 1:13) bekannt gemacht. Dieses Königreich, das nicht von Menschen stammt gilt es an erste Stelle zu setzen wie Jesus forderte: „So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese [anderen] Dinge werden euch hinzugefügt werden.“ (Mat 6:33) Davon redete Christus in der Bergpredigt! Er wurde bei seinem Tod vom Vater im Himmel zum König und Hohepriester gleich Melchisedek erhöht. Dieses neue Königreich öffnete an Pfingsten 33 u.Z. seine Tore, als Jesus heiligen Geist auf die 120 Jünger ausgoss und am selben Tag etwa 3000 Juden das „GESETZ des Glaubens“ in den „Propheten gleicht mir (Moses)“ annahmen. (Off 5:11, 12; 5.Mo 18:15; Apg 3:22)

 

Krönung Karls des Grossen Wie sollten die Dominikaner lehren, um das Kommen des Königreiches der Himmel zu bitten, wenn doch die Päpste Roms dieses Königreich unter Karl dem Grossen im Jahre 806 u.Z. bereits offiziell errichtet hatten und die Päpste und Bischöfe wie Könige in jenem Kaiserreich „römischer Nation“ herrschten? Nun sollten die Dominikaner die vom Adel und den Klerikern geschundene Landbevölkerung durch ihre Schulung zur Romtreue, zur Dreieinigkeit, zum Marienkult, zum Sonntagsgebot, dem heidnischen Oster- und Weihnachtsfest usw. hin zurückführen?

 

Um glaubwürdig zu erscheinen mussten jene Nachfolger Domingos als Prediger vorab selbst den Reichtum zurücklassen, den ihre Klöster nur umso mehr mittels immer grösseren Grundbesitzes aufgehäuft hatten! Jene verschoben den Besitz doch heuchlerisch aus der linken Hosentasche bloss in die Rechte! Was die Mönche zurückliessen, nicht selbst brauchen durften, das erbte der Orden und mit diesen die Bischofsresidenzen und Rom!

 

Ermordung von Pierre de CastelnauBis zum Jahre 1207 gab es lediglich Dispute zwischen Führern der Albigenser, Katharer und Waldenser mit den Dominikanern.  Als dann aber 1208 der päpstliche Legat Pierre de Castelnau umgebracht wurde, eventuell auf Anstiftung des Grafen Raimund VI. von Toulouse, da änderte sich dies schlagartig. Jener Graf stand den Albigensern nahe und man bezichtigte ihn der Tat. Deswegen wurden kurz darauf alle Anhänger der Albigenser von der Kirche dem Bann ausgesetzt. Jener Tod eines einzelnen Legaten gab Rom den längst gesuchten Grund kriegerisch und mit Waffengewalt gegen jene „Häretiker“ vorzugehen.

 

Musste zuvor Häresie durch die Bischöfe geahndet werden, so war dies in vielen Gebieten wenig effektiv. Der Papst  übertrug darum mit der Ernennung Domingo Guzmans als Grossinquisitor und der damit entstehenden neuen Institution der Inquisition an den Orden der Dominikaner. Die Grundlage entnahm man den Lehren des Augustinus und seiner Kampfansage gegen die Häresie.

 

Bereits Kaiser Theodosius I. hatte im Jahre 380 u.Z., mit seiner Erklärung der Katholischen Kirche zur Staatskirche zu erheben darauf hin bestimmt, über Häretiker die Reichsacht und Todesstrafe zu verhängen. Im Jahre 385 wurde aufgrund dieser Verordnung unter Kaiser Magnus Maximus der erste in Trier von Christen getötete Märtyrer erzeugt, Priscillian (340-385). Ein Präzedenzfall war damit geschaffen, dass ein innerkirchlicher Streit um Schriftauslegung von einem weltlichen Gericht beurteilt wurde.

 

 Priscillian war 381 zum Bischof von Avila (Lusitanien) ernannt worden. Er hatte von Spanien aus eine Reformbewegung ausgelöst, die von der Kirche losgelöste Versammlungen als „Tempel Gottes“ sah. Ehrenbezeichnungen und Titel lehnten sie ab und suchten ein einfaches Leben. Bei Priscillian stand das Wort des Paulus im Vordergrund:

 

*** Rbi8  1. Korinther 6:19-20 ***

Was? Wißt ihr nicht, daß der Leib von euch der Tempel des in euch [wohnenden] heiligen Geistes ist, den ihr von Gott habt? Auch gehört ihr nicht euch selbst, 20 denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Auf jeden Fall verherrlicht Gott in dem aus euch [bestehenden] Leibe.

 

Nach seinem Tode fand man noch Nachfolger bis ins siebte Jahrhundert. Da Priscillan schnell Anhänger fand, wurde er der Kirche zur Gefahr. Seine Nachfolger legten alle grossen Wert auf persönliches Studium der Schriften! Die Anschuldigungen der Kirche sind zum Teil vollkommen absurd, aufgrund der wirklich christlichen Lehren der Priscillianer, liegen mit ihrer Form zu leben vollkommen im Gegensatz! Man bezichtigte sie des Spiritismus, der sexuellen Ausschweifung in Orgien, gnostische Manichäer zu sein, dem Dualismus zu frönen und vieles mehr. Reine diffamierende Etiketten, von Feinden umgehängt! 

 

Seine Nachfolger breiteten sich in Nordspanien und Südfrankreich aus und bildeten die Grundlage für die spätere Gruppierung der Katharer und Albigenser.

 

Werke von Priscillian von Avila   Die Wissenschaft ging davon aus, dass alle Schriften von Priscillian verschwunden seien, bis 1885 G. Schepss in Würzburg elf originale Teile entdeckte, die danach im Vienna Corpus veröffentlicht wurden. Obwohl sie Priscillians Namen tragen, können sie auch von einem seiner Anhänger geschrieben sein. Sie enthalten nichts, was nicht orthodox oder Gemeinplatz ist, nichts, das Hieronymus nicht auch geschrieben haben könnte. Schepps schreibt, den Akt als Solchen weit übertreibend, Priscillian sei der erste Märtyrer, der von der Spanischen Inquisition verbrannt wurde gewesen. Interessierte Historiker und die Volkstradition haben auch aufgrund dieses Falles die Schwarze Legende des angeblichen spanischen Fanatismus begründet.

 

Pricillian war ein überzeugter Arianer, damit Unitarier, der die Dreieinigkeit ablehnte. Ob er auch Sabbatarier war geht aus dem geprüften Material nicht hervor, ist aber anzunehmen, da die Katharer ihrerseits den Sabbat ehrten!

 

Nun sollte über 800 Jahre später der Kampf der Katholischen Kirche gegen die Früchte jenes Priscillian gerichtet werden. Nur zwei Jahre nach  dem Tod des Legaten Pierre de Castelnau erklärte Papst Innozenz III. den Krieg gegen jeden, den Rom der Häresie verdächtigte. Frauen die nicht romtreu waren wurden bald schon als Hexen verbrannt. Der Anführer der päpstlichen Streitmacht war Simon von Montfart, der von Domingo de Guzman begleitet wurde. Die Albigenserkriege richteten sich etwas später auch gegen die Katharer und Waldenser, welche dieselben Lehren verbreiteten.

 

Die Kirche liess jene die das Urchristentum lebten verbrennen1210 befahl Kaiser Otto IV. von Braunschweig (1175-1218) dem Erzbischof von Turin, dass er innerhalb seiner Diözese alle Waldenser vertreiben solle. Jene flohen nach Picardy, von dort wurden sie nach Flandern vertrieben. Im Jahre 1232 verbrannte man fünfzig Waldenser als öffentliches Schauspiel, die man aus Mayence und Bingen gefangen genommen hatte.

 

Die Dominikaner wurden so zur führenden Ordensgemeinschaft in der Abschlachtung der Albigenser, Katharer und Waldenser. Auch gegen die Verfolgung und Ermordung von Juden taten sie sich sonderlich hervor. Vergleichbar ist dies mit der Waffen-SS innerhalb des Nazireiches, die mit Sondervollmachten ausgestattet jeden ermorden konnte, den sie töten wollten. Stets gab es dazu eine Legitimation!

 

Vorab galt der Kampf jener Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg dazu, um die Juden auszurotten Aber auch christliche Minderheiten die Hitler nicht genehm waren wie Jehovas Zeugen, die freien Bibelforscher usw. hatten unter harter Verfolgung und Konzentrationslagern zu leiden! Der Dominikaner Guzman aber war gar vorab von der Kirche als Mordinstrument gegen echte Christen eingesetzt, wobei dieser eben auch vor Judenverfolgung keinen Halt machte!

 

Die bluttriefende Anstrengungen der Dominikaner, die schon bald ab so vielen Häretikern an so unterschiedlichen Orten überfordert waren, darum wurden sie in Kürze durch den dazu vom Papst zudem erwählten Benediktinerorden unterstützt, die sich nun gemeinsam demselben „hehren“ Ziel hingaben!

 

Wie vorab Saulus als Verfolger der Christenversammlung agierte, so versuchten jene Ordensmänner nun unter Verhören, Einkerkerung, Schlägen, Tortur und Todesdrohungen Christen zum Abschwören dessen zu bewegen, was sie im Herzen wussten, dass es die Wahrheit ist! Das von irgendwelchen Feinden anonym umgehängte Etikett „Häretiker“ genügte zur Verfolgung!

 

*** Rbi8  Apostelgeschichte 26:11 ***

Und in allen Synagogen suchte ich sie oft durch Bestrafung zum Widerruf zu zwingen; und über die Maßen gegen sie rasend, ging ich so weit, sie sogar in auswärtigen Städten zu verfolgen.

 

Domingo de Guzman und dessen AtodafesDiese Wanderprediger der Katharer aber hielten und lehrten auch unter Verfolgung weiter den einen Gott der Bibel, Jehova zu glauben und den Sabbat einzuhalten, wohin sie immer  vertrieben wurden. Die Grausamkeit und Heuchelei der Dominikaner und Benediktiner während der Inquisition war unübertrefflich! Im Namen Jesu folterten sie, erpressten Geständnisse und verbrannten bei ihren öffentlichen Autodafés bei lebendigem Leib all jene, die nicht auf Roms geistige Eintopfkost eingingen! Domingo Guzman schaute den Verbrennungen von einem erhöhten Thron aus ohne Regung jeweils zu.

 

Was die Juden unter Führung des Saulus von Tarsus vorab in den Synagogen gegen jene taten, die sich zu Christus bekannten, das kopierten nun romgetreue Christen unter der Anführung des Domingo de Guzman gegen jene, die andere Herren als Jesus als ihr „Haupt“ ablehnten! Man sagt ihm nach, dass er Zehntausende „bekehrt“ habe. Das Mittel der Bekehrung war offensichtlich nicht Überzeugung, sondern viel mehr nackte Gewaltandrohung durch Terror! Aus den eigenen Worten des Paulus, der mit sich kritisch ins Gericht ging hatten jene Dominikaner keinerlei Lehre betreffend Unduldsamkeit gegenüber Andersgläubigen gelernt!

 

*** Rbi8  Apostelgeschichte 26:8-11 ***

Warum wird es unter euch als unglaublich beurteilt, daß Gott die Toten auferweckt? 9 Ich für meinen Teil dachte wirklich bei mir selbst, daß ich viele gegnerische Taten gegen den Namen Jesu, des Nazareners, begehen müßte, 10 was ich in Jerusalem dann auch getan habe, und viele der Heiligen habe ich in Gefängnisse eingeschlossen, wozu ich von den Oberpriestern Befugnis erhalten hatte; und wenn sie hingerichtet werden sollten, gab ich meine Stimme gegen sie ab. 11 Und in allen Synagogen suchte ich sie oft durch Bestrafung zum Widerruf zu zwingen; und über die Maßen gegen sie rasend, ging ich so weit, sie sogar in auswärtigen Städten zu verfolgen.

 

Mit Papst Gregor IX. kam 1227 ein enger Freund des Domingo Guzman auf den Stuhl Petri. Dieser Papst war es, der den Kanonisierungsprozess nur acht Jahre nach dem Tod des Domingo de Guzman einleitete, der mit der Heiligsprechung 1234 seinen Abschluss fand. Kurz zuvor, am 20. April 1233, hatte Gregor IX. eine päpstliche Bulle erlassen, welche die Dominikaner mit der vollkommenen Ausmerzung der Häresie beauftragte. Nur zwei Tage später richtete er sich mit einer weiteren Bulle erneut an die Dominikaner und ermächtigte sie mit der Gerichtsbarkeit, den Klerikern, die von der Ketzerei nicht ablassen, ihre Pfründen für immer zu entziehen. Von da ab gingen Dominikanermönche gegen Rom ungetreue Priester und jede Form von „Häresie“ vor.

 

Dadurch wurde jeder gefordert seinen Nachbarn und seine eigenen Familienangehörigen zu überwachen und zu denunzieren. Allerorts wurde Misstrauen gesät. Angeklagt wurde aufgrund von Bespitzeln und Denunzieren. Dem vor das Tribunal Geladenen stand kaum eine Möglichkeit zu wirklicher Verteidigung offen. Nicht die Anklage und deren Beweise war es, sondern die „Befragung“ der Verdächtigten, die so genannte „Inquisition“, welche die Schuld ergab. Gefragt wurde unter Androhung von Folter und Tod, bis das Geständnis so lautete, wie es die Anklage formuliert hatte.

 

Foltermethoden um Geständnisse von Abweichungen des Glaubens zu erreichenKeine Sachbeweise zählten, sondern nur Zeugenaussagen, die in ihrer Aussage meist durch Angst vor weiterer Anklage nun das erpresste „Geständnis“ gegen sich selbst beeinflusst war. Zu schweigen verschlimmerte die Sache und galt ebenso als Geständnis. Die Befragten waren den Urteilen ihrer geistlichen Richter ohne Berufungsmöglichkeit ausgeliefert. Die Urteile waren aufgrund dubioser Zeugenaussagen und unter Folter erpresster Geständnisse gesprochen worden. Jesu Warnung hatte grausamen Höhepunkt erreicht:

 

*** Rbi8  Matthäus 10:16-18 ***

Siehe! Ich sende euch aus wie Schafe inmitten von Wölfen; darum erweist euch vorsichtig wie Schlangen und doch unschuldig wie Tauben. 17 Hütet euch vor den Menschen; denn sie werden euch an örtliche Gerichte ausliefern, und sie werden euch in ihren Synagogen geißeln. 18 Ja, ihr werdet vor Statthalter und Könige geschleppt werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zu einem Zeugnis.

 

Jene Albigenser, Waldenser und Katharer wollten in Gemeinschaft mit Jesus bleiben und wussten, dass sie dies nur dann wären, wenn sie Jesu Gebote hielten! Die meisten von ihnen starben lieber, als dass sie ihren Glauben verleugnet hätten und sich auf den moralischen Tiefstand ihrer Feinde eingelassen hätten. Sie erinnerten sich der warnenden Worte Jesu:

 

*** Rbi8  Matthäus 10:32-39 ***

Jeder nun, der vor den Menschen bekennt, mit mir in Gemeinschaft zu sein, mit dem in Gemeinschaft zu sein, will auch ich vor meinem Vater, der in den Himmeln ist, bekennen; 33 wer immer mich aber vor den Menschen verleugnet, den will auch ich vor meinem Vater verleugnen, der in den Himmeln ist. 34 Denkt nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern ein Schwert. 35 Denn ich bin gekommen, um zu entzweien: einen Menschen mit seinem Vater und eine Tochter mit ihrer Mutter und eine junge Ehefrau mit ihrer Schwiegermutter. 36 In der Tat, eines Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. 37 Wer zum Vater oder zur Mutter größere Zuneigung hat als zu mir, ist meiner nicht würdig; und wer zum Sohn oder zur Tochter größere Zuneigung hat als zu mir, ist meiner nicht würdig. 38 Und wer seinen Marterpfahl [[(Pfahl)]] nicht annimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. 39 Wer seine Seele findet [[(sein Leben rettet)]], wird sie verlieren, und wer seine Seele verliert um meinetwillen, wird sie finden.

 

Wo Widerstand gegen die Inquisitoren der Dominikaner geleistet wurde, da sollten sie, wenn nötig die Hilfe der weltlichen Autorität anrufen. Papst Gregor IX. verkündete 1233 die Einrichtung eines ständigen Gerichts, das ausschliesslich mit Dominikanermönchen besetzt wurde. Damit war die ständige Inquisition etabliert. Nur ein Jahr später 1234 nahm sie ihre Arbeit auf.

 

Die Verfolgten aber mussten sich immer wieder Jesu Worte in den Sinn rufen auszuharren und eher den Tod zu erdulden bereit sein, als von ihrem anhand der Schriften überprüften Glauben abzuweichen.

 

Jede Wahrheit braucht einen Mutigen der sie ausspricht *** Rbi8  Matthäus 5:43-48 ***

Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.‘ 44 Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, 45 damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt. 46 Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe? 47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen ebenso? 48 Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

 

Die Albigenser, Katharer und Waldenser erwiesen sich weit mehr als „Söhne des Vaters, der in den Himmeln ist“, wie die Dominikaner und Benediktiner, die sich dagegen als Söhne ihres wirklichen Vaters, Satans erwiesen, der von Anfang an in der Wahrheit nicht feststand und ein Totschläger war! Jesus gab deutliche Worte, die nicht vergessen sind:

 

*** Rbi8  Johannes 8:43-47 ***

Wie kommt es, daß ihr nicht versteht, was ich rede? Weil ihr nicht auf mein Wort hören könnt. 44 Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der [Lüge]. 45 Weil ich dagegen die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 46 Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wie kommt es, daß ihr mir nicht glaubt, wenn ich die Wahrheit rede? 47 Wer aus Gott ist, hört auf die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht zu, weil ihr nicht aus Gott seid.“

 

All jene verfolgten Gruppen hörten dagegen auf Gottes Wort und sündigten nicht, indem sie Gottes GESETZ über jedes andere Gesetz stellten und ihren Herrn Jesus über jeden anderen, der sich als Herr aufspielte!

 

Als Inquisition wurden die inquisitio haereticorum bezeichnet, die „Inquisition gegen Ketzerei (Häresie)“ oder die Ketzerbefragung, die jegliche Abweichung von der römischen Lehre beinhaltet, beziehungsweise die inquisitio haereticae pravitatis, die „Inquisition gegen ketzerische Verderbtheit“, also gegen jeden der in irgend einem Punkt von der Kirchendoktrin abweicht. Wer gegen die Dreieinigkeit war, wer die Bilderverehrung ablehnte, wer den Sabbat heiligte, wer Roms Hierarchie und seine Kleriker in Frage stellte, die Nachfolge der Päpste auf dem Stuhl Petri ablehnte usw. usw. usw., jeder war Zielscheibe der Inquisition. Schlimm wurde es, wenn gleich mehrere diese „Vergehen“ festgestellt wurden und der Befragte nicht unmittelbar abschwor!

 

Rücktritt des Papstes Benedikt CVIErst 1908 wurde die alte römische Inquisition als Organ des Vatikans in Sacra congregatio Romanae et universalis Inquisitionis seu Sancti Officii umbenannt oder kurz Sanctum Officium. Seit der Umstrukturierung der römischen Behörden im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils ist die Kongregation für die Glaubenslehre mit geänderter Aufgabenstellung an ihre Stelle getreten. Papst Benedikt XVI., der Deutsche Bischof Joseph Ratzinger war bis zu seiner Wahl Vorsteher des Sanctum Officium.

 

Jene Menschen nun, die auf die Waldenser hörten und die darum am Sabbat nicht weiter ihrer Wochenarbeit nachgingen, sondern den Sabbat Gott, der Familie und ihren neuen geistigen Brüdern widmeten, die am Sonntag aber arbeiteten, sie waren wie die Juden dadurch leicht auszumachen! Jene Männer und Frauen begannen, nachdem sie Schriftverständnis erlangt hatten, nun selbst andere ihr neu erlangtes Verständnis der Bibel zu lehren. So verbreitete sich die Botschaft jener Sabbatisten schnell unter dem einfachen Volk.

 

Aufgrund der Verwendung von Bibelübersetzungen in der Landessprache war es jedermann möglich die Irrlehren und Lügen der Kirche und deren Dogmen aufzudecken, was bei ehrlichgesinnten Menschen einen starken Eindruck hinterliess! Dies bedeutete aber eine zunehmende Gefahr für die Kleriker, die ihre Einkommensquelle in Amt und Ehre in Gefahr sahen! Was Jesus zu Beginn fünfhundert versammelten Jüngern gebot und was im Urchristentum normal war, das wurde durch die Albigenser, Katharer und Waldenser wiederum praktiziert! Sie tauften Erwachsene und belehrten sie, wie sie sich zudem durch Schriftstudium selbst belehren könnten, was sie tun müssten, um selbst kleine, von Grosskirchen unabhängige Versammlungen aufbauen könnten! Jenen Predigern ging es nicht darum die Mensche